Häufigkeit

ÄLTERE MENSCHEN HÄUFIGER BETROFFEN

Häufig erkranken Menschen über 60 Jahre an einer Entzündung der Gallenblase. Bei Entzündungen der Gallenblase (Cholezsystis) sind in mehr als 90% der Fälle gleichzeitig Gallensteine beteiligt. Nach Schätzungen ist jede dritte Frau und jeder fünfte Mann von Gallensteinen betroffen.

Definition Gallenwegsentzündungen

CHOLEZYSTIS UND CHOLANGITIS

Bei einer Entzündung der Gallenblase (Cholezystis) handelt es sich um eine Erkrankung, bei der in 90% der Fälle ein Steinleiden beteiligt ist, das einen steinbedingten Gallenverschluss oder eine chronische Wandreizung verursacht hat. Wenn neben der Gallenblase auch die Gallengänge entzündet sind, handelt es sich um eine Cholangitis.

Mögliche Anzeichen

STARKE REAKTIONEN SIND MÖGLICH

Entzündungen der Gallenblase und der Gallenwege können mitunter sehr starke körperliche Reaktionen auslösen. Etwa 50% der Gallensteinträger leiden unter Symptomen. Dazu zählen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Ausgeprägte Druckempfindlichkeit im rechten Oberbauch
  • Fieber und rechtsseitige Bauchschmerzen im Oberbauch, oft über Stunden
  • Schüttelfrost
  • Gelbsucht (Ikterus)
  • Septische Temperaturen
  • Entzündungsbedingte Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose)

Gallensteine

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Mögliche Ursachen

HAUPTAUSLÖSER GALLENSTEINE

Bei ungefähr 90% der Entzündungen der Galle und der Gallenwege sind Gallensteine beteiligt. Eine Entzündungsreaktion entsteht in der Regel, wenn ein Gallenstein entweder den Gallenblasenausgang (Ductus cysticus) oder den Gallengang (Ductus choledochus) verstopft und es in der Folge zum Rückstau von Gallenflüssigkeit in der Galle kommt.

Seltener tritt eine Entzündung der Gallenblase und der Gallenwege sonst bei Unfällen, schweren Infektionen oder nach schweren Bauchoperationen auf.

Mögliche Folgen

PROGNOSE UND MÖGLICHE KOMPLIKATIONEN

Gallensteine verursachen in vielen Fällen wiederkehrende Entzündungen, die in eine chronische Gallenblasenentzündung ( chronische Cholezystis) übergehen können. In der Regel verläuft diese milder als die akute Form, oft ist jedoch die Leber beteiligt. Unoperierte Entzündungen der Gallenblase und der Gallenwege führen bei bis zu 30% der Betroffenen im Verlauf zu Komplikationen.

  • Eiteransammlungen in der Gallenblase (Gallenblasenempyem)
  • Blutvergiftung (Sepsis)
  • Durchbruch in die freie Bauchhöhle mit Bauchfellentzündung (Peritonitis), Eindringen (Penetration) in die Nachbarorgane

Diagnose

ANGEWANDTE UNTERSUCHUNGSMETHODEN

Die Sicherung der Diagnose erfolgt bei Entzündungen der Gallenblase regelmäßig durch Tastuntersuchung, Blutuntersuchungen und Sonographie (Ultraschall).

Bei Gallensteinen in Gängen der Galle kann auch die Endosonografie zum Einsatz kommen. Dazu wird eine flexible Ultraschallsonde durch Speiseröhre und Magen in den Darm eingeführt.

Mögliche Maßnahmen

MASSNAHMEN BEI GALLENBESCHWERDEN

  • Schmerzmedikamente (Analgetika, Spasmolytika)
  • Kälteanwendungen auf der Schmerzregion
  • Antibiotika
  • Ernährung durch Infusion (parenterale Ernährung)
  • Nahrungsverzicht
  • Chirurgische Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) innerhalb 2 Tagen oder nach Abklingen der akuten Entzündung

ERNÄHRUNG NACH GALLENBLASENENTFERNUNGEN

Nach einer Gallenblasenentfernung besteht eine direkte Gallensekretion und es folgt ein postoperativer Kostaufbau. Im Anschluss bestehen keine Einschränkungen in der Kostauswahl. Individuelle Lebensmittelunverträglichkeiten sollten beachtet werden.

Sofern der Betroffene nach der Therapie beschwerdefrei ist, sind keine diätischen Maßnahmen nötig, ansonsten wird leichte Vollkost empfohlen.

VORBEUGENDE MASSNAHMEN ZUR VERMEIDUNG VON GALLENSTEINLEIDEN

Zur Vorbeugung vor Gallensteinen und Entzündungen der Gallenblase und der Gallenwege empfiehlt sich die fettarme ballaststoffreiche Vollwerternährung, die täglich mindestens 30 g Weizenkleie bzw. Kleieprodukte enthält. Bei bestehendem Übergewicht sollte eine langsame Gewichtsreduktion mit Anpassung des Kalorienbedarfs angestrebt werden.

Raffinierte Kohlenhydrate wie Weißmehl oder Zucker sollten nur in geringen Mengen verzehrt werden.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Lammert F., Neubrand M.W., Bittner R.: S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs-und Stoffwechselkrankheiten und der Deutschen Gesellschaft für Viszeralchirurgie zur Diagnostik und Behandlung von Gallensteinen. AWMF-Register-Nr. 021/008

Eiter Josefa, Eder Gerlinde, Mair, Maria: Ernährungslehre und Diätetik. 8.Auflage. 2008. Trauner Verlag.

Innere Medizin. 7. Auflage. Weisse Reihe Band 4. 2004. Elsevier GmbH. Urban & Fischer Verlag.

Biesalski, H.K.: Ernährungsmedizin: Nach dem Curriculum der Bundesärztekammer und der DGE. 2010. Verlag Thieme

Bildquelle im Impressum
Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016

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