Lebenswichtiger Mineralstoff

UNVERZICHTBARER BAUSTOFF

Kalzium (Ca) gilt als lebenswichtiger Mineralstoff, den wir über die tägliche Nahrung aufnehmen müssen. Das Mineral gehört zu den Elektrolyten, die für zahlreiche Aufgaben notwendig sind. Damit alle Vorgänge im Körper ohne Komplikationen ablaufen können, muss eine ausreichende Menge an Elektrolyten zu Verfügung stehen.

Mit circa einem Kilo Gewicht ist Kalzium das Elektrolyt, das mengenmäßig am meisten gespeichert wird. Kalzium ist wichtig für die Stabilität von Knochen und Zähnen, für die Blutgerinnung, aber auch für die Erregbarkeit von Muskeln und Nerven. Daneben ist es für die Aktivierung von verschiedenen Hormonen und Enzymen verantwortlich.

Für den Kalziumhaushalt sind neben dem Darm auch die Nieren und Knochen verantwortlich. Der Kalizumhaushalt wird durch die Hormone, Parathormon, Calcitonin und das Vitamin D reguliert. Während der Darm die Aufnahme und Ausscheidung übernimmt, wird das Kalzium in den Knochen zwischengespeichert. In den Nieren wird die Kalziumaufnahme für den Darm gesteuert und die Synthese von Vitamin D reguliert. Überschüssiges Kalzium scheiden die Nieren aus.

Vorkommen von Kalzium

KALZIUMGEHALT IN LEBENSMITTELN 

Kalzium kommt in vielen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln sowie in Mineralwasser vor.

Frische und natürliche Lebensmittel, wie Gemüse, Obst, ungesalzene Nüsse, Getreide, Pflanzenöle, Milchprodukte, Muskelfleisch und Hülsenfrüchte enthalten nennenswerte Mengen an Kalzium.

Es ist beispielsweise in folgenden Konzentrationen enthalten in folgenden Nahrungsmitteln: 1 Glas Milch 1,5% Fett (200ml/246mg), Grünkohl (200g/424mg), Emmentaler (30g/309mg), Joghurt (150g/185mg), Mandeln (100g/252mg), Spinat gekocht (100g/126mg).

Tagesbedarf

TAGESBEDARF AN KALZIUM

Die empfohlene Zufuhr lt. Deutscher Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) zur Deckung des Kalziumbedarfs über die ausgewogene Ernährung:

  • Säuglinge 4-12 Monate/ 330 mg
  • Kinder von 4-7 Jahre/750 mg
  • Kinder von 13-18 Jahre/ 1200 mg
  • Frauen, Männer ab 18 Jahre/1000 mg

Folgen der erhöhten Kalziumzufuhr

ZUVIEL KALZIUM IST UNGESUND 

Üblicherweise scheidet der Körper gesunder Menschen überschüssiges Kalzium wieder aus. Erblich bedingt kann es bei einigen Menschen durch einen Kalziumüberschuss (Hyperkalzämie) zu Nierensteinen kommen. Besonders bei Dialysepatienten wird der Kalziumspiegel im Blut regelmäßig kontrolliert. Mögliche Anzeichen einer Überversorgung können dann sein:

Speicherfähigkeit von Kalzium

SPEICHERFÄHIGKEIT

99 Prozent des Kalziums ist in unseren Knochen und Zähnen gespeichert, während nur 1 Prozent im Blut und anderen Geweben nachweisbar ist.

Kalziummangel

WENN DEM KÖRPER KALZIUM FEHLT

Es gibt mehrere Ursachen für die Entstehung von Kalziummangel. Bei einem Mangel ist das Gleichgewicht zwischen den Elektrolyten im Körper gestört. Neben unausgewogener Ernährung kann eine verminderte Aufnahmefähigkeit, ein erhöhter Kalziumbedarf oder ein vermehrter Kalziumverlust verantwortlich sein. Ein Kalziummangel kann auch genetisch bedingt sein. Mögliche Ursachen können sein:

URSACHEN VON KALZIUMMANGEL

RISIKOGRUPPEN 

  • Schwangere
  • Stillende
  • Ältere Menschen
  • Menschen mit Lactoseintoleranz
  • Veganer
  • Menschen, die keine Milchprodukte mögen
  • Jugendliche im Wachstum
  • Menschen mit hohem Kaffee- oder Alkoholkonsum
  • Menschen mit unausgewogener Ernährung

SYMPTOME FÜR KALZIUMMANGEL

  • Übererregbarkeit der Muskeln und Nerven
  • Fühlstörungen, Kribbeln in Händen und Armen

KÖRPERLICHE FOLGEN 

  • Muskelkrämpfe im Darm und Blasenbereich mit Durchfall, Bauchschmerzen oder starkem Harndrang
  • Entkalkung von Knochen und Zähnen
  • Erhöhtes Risiko für Knochenbrüche
  • Knochenverformungen mit Rückenproblemen
  • Motorische Störungen (tetanischer Anfall mit „Pfötchenstellung“, „Spitzfuß“ oder Formen eines „Karpfenmundes“
  • Verkrampfung der Kehlkopfmuskulatur bis zur lebensbedrohlichen Atemnot
  • Osteoporose bei anhaltendem Kalziummangel

Bei Kalziummangel, der durch einen Mangel an Parathormon entsteht, können außerdem verschiedene Organe verkalken. Betroffen sind häufig Augen und Gehirn. In der Folge kann sich die Augenlinse trüben und das Sehvermögen verschlechtern, es kann zu Kopfschmerzen, Demenz oder Bewegungs- und Sprachstörungen kommen. Bei Kindern können Minderwuchs und Zahnentwicklungsstörungen auftreten.

DIAGNOSE VON KALZIUMMANGEL 

Bei Verdacht auf Kalziummangel (Hypokalzämie) ist es wichtig, einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen, der die Ursache feststellen kann. Ob ein Kalziummangel vorliegt, kann eine Blutuntersuchung feststellen. Zur Behandlung werden regelmäßig Kalzium und Vitamin D eingesetzt, dadurch erhöht sich die Kalziumkonzentration im Blut.

Weil es schnell zu einem Kalziumüberschuss kommen kann, sollten hochdosierte Kalziumpräparate nur auf ärztliche Anweisung eingenommen werden.

Wenn die Ursache in einer Ernährungslücke liegt, sollte eine ausgewogene Ernährung angestrebt werden, die Nährstoffmängeln vorbeugt.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

http://www.mri.bund.de/NationaleVerzehrsstudie
https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-Gemuese-Obst-2012.pdf – Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten
Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015
Burgerstein, Dr. Lothar: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag
H.K. Biesalski et al.. Ernährungsmedizin.  Thieme. Stuttgart. 2010
H.K. Biesalski Taschenatlas der Ernährung. Thieme. Stuttgart. 2011
I.Elmadfa et al.: Die große GU Vitamin und Mineralstofftabelle. Gräfe & Unzer. München.
Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 07/2017

Suche