Magnesium – Magnesiummangel – Symptome – Ursachen – Bedarf

  • Magnesium und Magnesiummangel

Magnesium – Magnesiummangel – Symptome – Ursachen – Bedarf

Lebenswichtiger Mineralstoff

OHNE MAGNESIUM GEHT VIELES NICHT

Das Erdalkalimetall Magnesium gilt als lebenswichtiger  Mineralstoff, den wir über die tägliche Ernährung aufnehmen müssen. Er zählt zu den essentiellen Mineralstoffen ohne die Tiere und Menschen nicht lebensfähig sind. Im Körper eines Erwachsenen beträgt der Magnesiumanteil etwa 20-30 Gramm. Davon befinden sich über 59 Prozent in den Knochen, 40 Prozent in Körpergeweben und 1 Prozent im Blut.

An ungefähr 300 Stoffwechselprozessen ist das Element als Coenzym oder als Bestandteil eines Enzyms beteiligt. Magnesium beeinflusst dabei nicht nur wichtige Funktionen in Zellmembranen und im Immunsystem, sondern stabilisiert auch das Ruhepotential von Zellen des autonomen Nervensystems. Es stabilisiert außerdem das Ruhepotential von erregbaren Muskelzellen und Nervenzellen. Zudem ist Magnesium an der Knochenbildung beteiligt und stellt Nukleinsäuren für die Erbsubstanz her.

AUSGEGLICHENER MAGNESIUMHAUSHALT IST WICHTIG

Die Magnesiumaufnahme findet zunächst über den Dünndarm und anschließend im übrigen Verdauungstrakt statt. Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren. Ein ausgeglichener Magnesiumhaushalt ist wichtig, denn sowohl ein Mangel, als auch eine Überversorgung können gesundheitliche Folgen haben.

Vorkommen

MAGNESIUM IN PFLANZEN, TIEREN UND TRINKWASSER

Magnesium ist in unterschiedlichen Mengen in allen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln und auch im Trinkwasser enthalten. Gebunden ist das Element in vielen Mineralien und kommt mit einem Anteil von ungefähr zwei Prozent als zentrales Atom im Blattgrün (Chlorophyll) von Pflanzen vor.

Lebensmittel wie Gemüse und ObstNüsseGetreide, Fisch, Fleisch, Leber und Milchprodukte enthalten nennenswerte Anteile an Magnesium.

Magnesiumkonzentration in Lebensmitteln

  • Kakaopulver (420 mg/100 g)
  • Mandeln (252 mg/100 g)
  • Vollkornbrot (150 mg/100 g)
  • Linsen (86 mg/100 g)
  • Parmesan (42 mg /100 g)
  • Bananen (36 mg/100 g)
  • Schwein (25 mg/100 g)
  • Äpfel (6 mg/100 g)

Tagesbedarf

Die täglich empfohlene Aufnahmemenge von Magnesium, die im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung aufgenommen werden sollte, gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)  folgendermaßen an:

  • Säuglinge bis 4 Monate 24 mg
  • Säuglinge 4-12 Monate 60 mg
  • Kinder von 1-4 Jahre 80 mg
  • Kinder von 4-7 Jahre 120 mg
  • Kinder von 7-10 Jahre 170 mg
  • Kinder von 10-13 Jahre 230 mg männlich/ 250 mg weiblich
  • Kinder von 13-15 Jahre 310 mg männlich/ 310 mg weiblich
  • Jugendliche und Erwachsene von 15-19 Jahre 400 mg männlich/ 350 mg weiblich
  • Erwachsene von 19-25 Jahre 400 mg männlich/ 310 mg weiblich
  • Erwachsene ab 25 Jahre 350 mg männlich/ 300 mg weiblich
  • Schwangere 310 mg (Schwangere unter 19 Jahren geschätzt 350 mg)
  • Stillende 390 mg

Folgen erhöhter Magnesiumzufuhr

ZUVIEL IST UNGESUND 

Eine Überdosierung von Magnesium (Hypermagnesiämie) über die tägliche Ernährung ist nicht zu erwarten. Der Körper scheidet einen Überschuss normalerweise aus. Eine beeinträchtigende Überversorgung kann durch stark überhöhte Magnesiumzufuhr oder durch Störungen der Nierenfunktion ausgelöst werden.

MÖGLICHE ANZEICHEN EINER ÜBERDOSIERUNG 

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Müdigkeit
  • Blutdruckabfall
  • Flache Atmung
  • Lähmungserscheinungen
  • Verminderte Erregbarkeit von Muskulatur und zentralem Nervensystem

FOLGEN VON MAGNESIUMÜBERSCHUSS

  • Störungen des Nervensystems
  • Störungen der Herztätigkeit

Speicherfähigkeit

KLEINERE VORRÄTE IN DEN KNOCHEN

Kleinere Vorräte werden in den Knochen eingelagert. Sie sind in der Lage, kurzfristige Engpässe von Magnesium zu überbrücken.

Magnesiummangel

MANGEL KANN SCHWERWIEGENDE FOLGEN HABEN

Die Mehrzahl der deutschen Bevölkerung hat keine Schwierigkeiten, den täglichen Magnesiumbedarf über die Ernährung zu decken. Einige Menschen sind jedoch auf eine vermehrte Zufuhr angewiesen oder nehmen aus verschiedenen Gründen nicht genügend Magnesium auf. Ein Magnesiummangel kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

URSACHEN FÜR LEICHTEN MAGNESIUMMANGEL

  • Mangelnder Verzehr magnesiumreicher Lebensmittel
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Sportliche Belastungen

URSACHEN FÜR SCHWEREN MAGNESIUMMANGEL

  • Chronische Darmentzündungen
  • Lang andauernder Durchfall
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Unzureichend eingestellte Diabetes mellitus
  • Hoher Alkoholkonsum mit Fehlernährung
  • Medikamente wie Antibabypille,  Kortikoide
  • Missbrauch von Abführmitteln, Entwässerungmitteln

RISIKOGRUPPEN

  • Ältere Menschen
  • Schwangere
  • Sportler
  • Körperlich stark beanspruchte Menschen
  • Menschen mit hohem Alkoholkonsum und Fehlernährung
  • Menschen mit Nierenfunktionsstörungen
  • Menschen mit Darmentzündungen
  • Menschen, die Kortikoide oder bestimmte Entwässerungsmittel einnehmen

 MÖGLICHE ANZEICHEN FÜR UNTERVERSORGUNG

  • Gereiztheit
  • Nervosität
  • Schwindel
  • Schlafstörungen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Bauchkrämpfe
  • Allgemeines Schwächegefühl
  • Konzentrationsmangel
  • Müdigkeit
  • Ruhelosigkeit
  • Herzschmerzen
  • Herzrasen

MÖGLICHE KÖRPERLICHE FOLGEN

  • Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe, Wadenkrämpfe
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzinfarkt
  • Verstärkung von Depressionen
  • Verstärkung von schizophrenen Psychosen

WIE WIRD MAGNESIUMMANGEL FESTGESTELLT?

Ob ein Magnesiummangel vorliegt, kann eine ärztliche Blutuntersuchung feststellen. Der normale Serumspiegel beträgt zwischen 0,8 – 1,1 mmol/l.

Bei erhöhtem Bedarf kommen Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente zum Einsatz. Die längerfristige Einnahme von Magnesiumpräparaten kann Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten auslösen und ist ohne ärztliche Rücksprache nicht ratsam.

Organische Salze wie Magnesiumcitrat und Magnesiumaspartat werden vom Körper schneller aufgenommen als anorganische Verbindungen.

Überschüssiges Magnesium kann nur im Körper verbleiben, wenn genügend bindende Moleküle vorhanden sind. Diese bilden sich erst nach längerer Erhöhung des Magnesiumangebots durch biochemische Anpassungen frühestens nach 4 Wochen.

Wenn ein Mangel durch eine Fehlernährung ausgelöst ist, sollte neben der ärztlichen Behandlung eine ausgewogene Ernährung angestrebt werden, die Nährstoffmängeln vorbeugt. Eine Ernährungsberatung kann professionell unterstützen.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

I. Elmadfa et al. Die große GU Vitamin und Mineralstofftabelle, Gräfe & Unzer. München
http://www.mri.bund.de/NationaleVerzehrsstudie
https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-Gemuese-Obst-2012.pdf – Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten
Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
I. Elmadfa. Ernährung des Menschen. UTB. Stuttgart. 2004
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015
H.K. Biesalksi: Taschenatlas Ernährung.. Thieme Stuttgart. 2011
H.K. Biesalski. Ernährungsmedizin. Thieme. Stuttgart. 2008
Burgerstein, Dr. Lothar: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag
Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 07/2017

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2018-02-12T10:49:19+00:00