Praktische Tipps gegen ungesunde Angewohnheiten

BEWUSST MACHEN UND ÄNDERN

Jeder Mensch hat ungesunde Momente. Manchmal ein Stück Schokolade zu essen oder hin und wieder zu spät ins Bett zu gehen, ist auch noch kein Problem. Doch wenn folgende Gewohnheiten bei dir zur Routine anstatt zur Ausnahme geworden sind, setzt du deine Gesundheit aufs Spiel. Wir verraten dir, weshalb du diese Angewohnheiten überwinden solltest und wie es dir (endlich) gelingen kann. Allein bist du mit diesen schlechten Angewohnheiten übrigens nicht, denn folgende Verhaltensweisen haben erstaunlich viele Frauen…

1. Zu wenig Wasser trinken

UNBEDINGT DREI GRUNDREGELN BEACHTEN

Viele Frauen werden sich jetzt ertappt fühlen. Wir alle kennen schließlich diese Tage, an denen wir abends merken, dass wir über den Tag hinweg zu wenig getrunken haben. Also wird schnell noch eine Kanne voller Tee aufgekocht oder ein Glas Wasser getrunken und ein zweites und ein drittes. Das ist durchaus besser als überhaupt nichts mehr „nachzutrinken“. Dennoch solltest du fortan darauf achten, ausreichend und regelmäßig Wasser zu dir zu nehmen. Was du vermutlich noch nicht wusstest, ist nämlich, dass Frauen tendenziell mehr schwitzen als Männer und deshalb eher zu wenig trinken. Empfohlen werden folgende drei Grundregeln:

  • Trink mindestens ein Glas mit Wasser direkt nach dem Aufstehen.
  • Trink über den Tag verteilt zwischen 1,5 und 3 Litern Wasser, abhängig vom Körpergewicht, der Außentemperatur und deinem Aktivitätslevel.
  • Trink regelmäßig, aber in kleinen Schlucken, damit der Körper das Wasser auch vollständig aufnehmen kann. Am besten steht immer ein Glas oder eine Flasche bereit.

AUCH ZUVIEL WASSER TRINKEN KANN SCHÄDLICH SEIN

Wenn du zu wenig trinkst, wird nämlich die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung in deinem Körper eingeschränkt. Folgen können Konzentrationsstörungen sein, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme oder sogar Verwirrtheitszustände. Übrigens ist es auch möglich, zu viel zu trinken. Mehr als die empfohlene Wassermenge zu dir zu nehmen, ist nicht notwendig und kann schlimmstenfalls sogar ebenfalls die Gesundheit schädigen. Außerdem solltest du auf ungesunde Getränke verzichten, vor allem jene mit Zucker oder künstlichen Zusatzstoffen. Wie aber schaffst du es, so viel Wasser zu trinken?

TIPPS UND TRICKS RUNDUM DAS AUSREICHENDE TRINKEN

Ganz einfach: Trag stets eine Flasche mit Wasser bei dir oder stell ein volles Glas neben dich, zum Beispiel bei der Arbeit. Richte dir zu Beginn einen Timer ein, der dich alle 15 Minuten daran erinnert, einige Schlucke zu trinken. Sollte dir pures Wasser überhaupt nicht schmecken, kannst du zum Beispiel etwas Zitrone, Minze, Gurke oder verschiedene Beeren hinzugeben. So nimmt es deren Geschmack an und ist zugleich noch gesünder, ganz ohne künstliche Zusätze. Irgendwann wird dein neues Trinkverhalten zur Routine und du wirst keine Erinnerung mehr brauchen.

2. Übertriebene Hygiene im Intimbereich

WENIGER IST MEHR

Viele Frauen pflegen sich im Intimbereich zu sehr. Natürlich ist Intimhygiene wichtig und sollte keinesfalls vernachlässigt werden. Doch wer mit zu vielen chemischen Mitteln, einem zu starken Duschgel oder anderen Mitteln wie Seifen & Co an die Sache herangeht, riskiert eine Infektion, beispielsweise einen Scheidenpilz. Wie also kannst du dich wohlfühlen, ohne dadurch die natürliche Flora und somit Gesundheit im Intimbereich zu stören?

Am besten greifst du fortan zu einer speziellen Waschlotion für den Intimbereich oder ein sehr mildes Duschgel mit einem pH-Wert von weniger als 5. Zudem sollte das Wasser nur sanft über den Bereich fließen, niemals darf also der Duschkopf direkt auf die Intimzone gerichtet werden. Zur Reinigung reicht das sanfte Einreiben mit den Händen aus. Waschlappen oder Schwämme sind hingegen tabu. Theoretisch reicht es sogar vollkommen aus, sich nur mit warmem Wasser abzuwaschen. Vielen Frauen ist das jedoch für das Frischegefühl nicht genug. Mit den genannten Tipps findest du also einen optimalen und vor allem gesunden Kompromiss.

3. Beine übereinanderschlagen

RISIKO FÜR GESUNDHEITLICHE PROBLEME STEIGT DURCH DIESE UNGESUNDE ANGEWOHNHEIT

Häufig schlagen wir beim Hinsetzen automatisch die Beine übereinander. Das gilt als weiblich, ist bequem und ein optimaler Sichtschutz, falls du einen Rock oder ein Kleid trägst. Was du allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit nicht wusstest, ist, dass diese Position alles andere als gesund ist. Einerseits drückst du dir dadurch nämlich selbst das Blut in den Beinen ab, wodurch du deine Venen schädigst. Andererseits nimmst du automatisch eine schräge und damit ungesunde Sitzposition ein. Hältst du diese für längere Zeit, zum Beispiel beim zweistündigen Brunch mit deiner Freundin oder sogar über den gesamten Arbeitstag hinweg, riskierst du dadurch Haltungsschäden sowie Nacken- oder Rückenschmerzen.

Diese Angewohnheit loszuwerden, ist zum Glück denkbar simpel: Du musst beim Hinsetzen fortan einfach darauf achten, eine gerade Position einzunehmen. Die Beine kannst du dennoch geschlossen halten, damit du dich weiblicher fühlst und vor Blicken an der falschen Stelle schützt. Wirst du hingegen längere Zeit sitzen, ist eine Hose die bessere Alternative, denn dann musst du dir darum keine Gedanken mehr machen. Empfehlenswert ist außerdem, am Schreibtisch zuhause oder im Büro auf die Ergonomie zu achten, damit du automatisch eine gesundheitsförderliche Haltung einnimmst. Schon bald wirst du das Übereinanderschlagen der Beine dann gar nicht mehr vermissen!

4. Das Rauchen

VERSCHIEDENE METHODEN GEGEN DAS RAUCHEN HABEN SICH BEWÄHRT

Dass das Rauchen ungesund ist, ist bekannt – aber vielleicht nicht, in welchem Ausmaß. Denn in Industrieländern wie Deutschland ist es die häufigste vermeidbare Todesursache überhaupt. Mögliche Folgen sind Lungen-, Darm- oder Leberkrebs, ebenso wie Tuberkulose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein Typ-2-Diabetes. Leider steigen aber vor allem unter den Frauen in den vergangenen Jahren die Todeszahlen durch Lungenkrebs stark an, bedingt durch eine vermehrte Anzahl an Raucherinnen, wobei sich die gesundheitlichen Folgen natürlich verzögert bemerkbar machen.

Wer bereits raucht, ist oft süchtig nach dem Glimmstängel und viele Versuche, mit dieser Angewohnheit aufzuhören, scheitern. Schlussendlich muss jeder selbst einen Weg finden, um sie zu überwinden. Bewährte Methoden sind zum Beispiel

• Hypnose,
• Inhalatoren
• Pflaster.

Bei einigen Frauen reicht sogar die reine Willenskraft aus. Viele andere setzen heutzutage auf die E-Zigarette als Alternative – entweder dauerhaft oder als Ersatz zur langsamen Entwöhnung. Ob sie eine gesündere Option als die klassische Zigarette ist, wird kritisch diskutiert wie manche Studien belegen. Nach Angaben der AOK sind in elektrischen Zigaretten wohl weniger kritische Inhaltsstoffe, doch auch sie haben erhebliche Gesundheitsgefahren.

Dabei ergab die Auswertung von 50 Studien jedoch, dass der Ausstieg mit nikotinhaltigen E-Zigaretten einigen Rauchern etwas leichter fiel. Während die Rauchentwöhnung mit nikotinhaltigen E-Zigaretten 10 von 100 Rauchern gelang, glückte 6 von 100 Rauchern der Ausstieg mit anderen Nikotin-Ersatzprodukten.

5. Die Antibabypille nehmen

DIE BESTE ALTERNATIVE ODER DIE SICHERSTE GENERATION DER PILLE WÄHLEN 

Viele Frauen verhüten mit der Antibabypille. Immer mehr verzichten aber bewusst auf diese Verhütungsmethode, denn die künstlichen Hormone können zahlreiche ungesunde Nebenwirkungen mit sich bringen. Ein Blick in den Beipackzettel verrät schnell, dass die kleine Tablette alles andere als harmlos ist. Das größte Risiko ist jenes einer Thrombose, die tödlich enden kann. Während unter Frauen, die keine Pille nehmen, nur 2 von 10.000 einen Venenthrombose erleiden, sind es je nach Generation der Pille unter den Frauen, welche diese Einnehmen, 5 bis 12 von 10.000. Vor allem im ersten Jahr der Einnahme ist dieses Risiko stark erhöht. Hinzu kommen viele weitere zwar ungefährliche, aber unangenehme Nebenwirkungen, wie

• Kopfschmerzen,
• Wassereinlagerungen,
• ein Libidoverlust oder
• Übelkeit.

Die gesündeste Wahl ist für dich daher, ganz auf die Antibabypille zu verzichten. Durch Kondome zu verhüten, schützt dich schließlich zusätzlich vor Geschlechtskrankheiten wie HIV, was bei der Pille nicht der Fall ist. Aber es gibt noch viele weitere hormonelle oder hormonfreie Alternativen, sodass gewiss jede Frau eine passende Wahl findet.
Dennoch solltest du das Absetzen der Pille mit deiner Frauenärztin besprechen, wenn du diese bereits nimmst. Zudem ist es wichtig, dass du dir mit dieser Entscheidung sicher bist. Noch schlimmer, als die Pille dauerhaft zu nehmen, ist nämlich, diese regelmäßig abzusetzen und dir dann doch wieder verschreiben lassen. Diese Angewohnheit gilt es daher unbedingt zu überwinden.

Überleg dir daher, welches Verhütungsmittel für dich am besten geeignet ist. Handelt es sich dabei trotzdem um die Pille, so wählst du zumindest eine Pille der ersten oder zweiten Generation mit möglichst geringem Thromboserisiko, das du im Internet problemlos recherchieren kannst. Bei dieser Entscheidung bleibst du dann auch – wiederum deiner Gesundheit zuliebe.

Autor: Leah Müller | Datum: 18.08.2020| aktualisiert durch die Redaktion 27.11.2022

Bildquelle: © Silvia@pixabay.com (CCO Creative Commons Lizenz)

Quellen und weiterführende Informationen:

  • AOK. E-Zigaretten: Wie schädlich sind sie wirklich? 06.08.2021
  • Elsa Sonntag. Fitbook. Ist zuviel Wasser trinken ungesund oder gefährlich? 14.04.2020
  • Quarks. Wie schädlich ist die Pille? 13.07.2020
  • Powercigs. Langzeitstudie zeigt: So gesundheitsschädlich sind E-Zigaretten wirklich
  • Ärzteblatt: Immer mehr Frauen sterben an Lungenkrebs.  18.09.2015