Wenn man sich die aktuelle Situation in Deutschland ansieht, ist es kein Wunder, dass der Ärztemangel immer größer wird. Denn die Zahl der niedergelassenen Ärzte sinkt seit Jahren. Woran liegt das und was kommt in den nächsten Jahren auf uns zu?

Ärztemangel in Deutschland – ein aktuelles Problem

Der enorme Ärztemangel in Deutschland ist ein akutes Problem. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fehlen derzeit mehr als 15.000 Ärzte in der Bundesrepublik. Dieser Mangel wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Experten gehen davon aus, dass bis 2030 jedes fünfte bis sechste Krankenhausbett in Deutschland unbesetzt sein wird.

Der Ärztemangel hat viele Ursachen. Zum einen sind immer mehr Menschen aufgrund der demografischen Entwicklung auf ärztliche Hilfe angewiesen. Zum anderen entscheiden sich immer mehr Mediziner für eine Tätigkeit in der Forschung oder in der Industrie. Auch die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern spielen eine Rolle. Viele Ärzte klagen über einen zu hohen Arbeitsdruck. Dies führt dazu, dass viele Mediziner ihren Beruf frühzeitig aufgeben.

Die Folgen des Ärztemangels sind bereits heute spürbar, sodass es immer mehr Stellenangebote für Ärzte gibt. Patienten müssen längere Wartezeiten auf einen Termin beim Arzt in Kauf nehmen. Auch die Behandlungsqualität leidet unter dem Personalmangel. In vielen Krankenhäusern kommt es zu Engpässen, sodass Patienten nicht immer die Behandlung erhalten, die sie benötigen. In schweren Fällen kann dies sogar lebensgefährlich sein.

Die Politik muss dringend reagieren und geeignete Maßnahmen ergreifen, um den Ärztemangel zu bekämpfen. Zunächst einmal müssen die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern verbessert werden. Dazu gehören unter anderem mehr Personal, bessere Bezahlung und flexiblere Arbeitszeiten. Zudem muss die Attraktivität des Arztberufs gesteigert werden. Dies kann unter anderem durch eine bessere Ausbildung erreicht werden. Nur so können wir sicherstellen, dass auch in Zukunft genügend Ärzte zur Verfügung stehen.

Ursachen des Ärztemangels in Deutschland

Der Ärztemangel in Deutschland ist ein komplexes Problem mit vielen Ursachen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Ärzte in Deutschland kontinuierlich gesunken, während die Zahl der Patienten weiter gestiegen ist. Dies hat zu einer immer größeren Belastung der Ärzte und einer Zunahme der Wartezeiten für Patienten geführt.

Obwohl die Ursachen des Ärztemangels in der Bundesrepublik vielfältig sind, gibt es einige Gründe, die im hohen Maße dazu beitragen:​

  • der demografische Mangel
  • sinkende Zahl der Medizinstudenten
  • Ärzte aus Deutschland wandern vermehrt aus

Ein Grund für die immer größer werdende Nachfrage nach ärztlicher Betreuung ist vor allem auf die demografische Entwicklung zurückzuführen. In Deutschland wird die Bevölkerung immer älter und damit auch immer kränker. Zudem werden immer mehr chronische Krankheiten diagnostiziert und behandelt. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Medizinstudenten. Dies ist vor allem auf die hohen Kosten für das Medizinstudium und die schlechten Arbeitsbedingungen zurückzuführen.

Um den Ärztemangel in Deutschland zu bekämpfen, müssen also sowohl die Nachfrage nach ärztlicher Betreuung reduziert, als auch die Zahl der Medizinstudenten erhöht werden. Dies ist jedoch eine Herkulesaufgabe, die sich die Politik vor allem auf lange Sicht vorgenommen hat. In den kommenden Jahren wird es also weiterhin schwierig sein, einen Arzt zu finden.

Konsequenzen des Ärztemangels für Patienten und Krankenhäuser

In Deutschland ist der Ärztemangel bereits jetzt ein großes Problem und es wird erwartet, dass er in den kommenden Jahren weiter zunimmt. Dies hat verschiedene Konsequenzen für Patienten und Krankenhäuser.

Patienten können sich zum einen darauf einstellen, dass die Wartezeiten auf einen Termin beim Arzt immer länger werden. Viele Patienten berichten bereits jetzt, dass sie mehrere Wochen oder sogar Monate auf einen Termin warten müssen. Zum anderen kann es zu Engpässen bei der Behandlung kommen, da immer weniger Ärzte zur Verfügung stehen. Dies kann dazu führen, dass Patienten länger auf eine Behandlung warten oder sie sogar ganz auf eine Behandlung verzichten müssen.

Für Krankenhäuser bedeutet der Ärztemangel, dass sie immer wieder Engpässe bei der Versorgung von Patienten haben. Dies führt dazu, dass Patienten länger in den Krankenhäusern bleiben müssen und die Kosten für die Krankenhäuser steigen.

Was können wir tun, um den Ärztemangel zu bekämpfen?

Die Bundesregierung muss aktiv werden, um den Ärztemangel in Deutschland zu bekämpfen. Dazu gehört es, die Attraktivität des Arztberufs zu steigern und die Arbeitsbedingungen für Ärzte zu verbessern. Zudem müssen mehr Studienplätze für Mediziner eingerichtet und die Weiterbildungsmöglichkeiten für Ärzte verbessert werden. Durch die Implementierung folgender Vorschläge könnte man effektiv gegen den Ärztemangel vorgehen:

1. Die Attraktivität des Arztberufs steigern​

In Deutschland ist der Arztberuf relativ unattraktiv. Die Bezahlung ist nicht besonders gut und die Arbeitsbedingungen sind oft anstrengend. Viele junge Menschen entscheiden sich daher dafür, einen anderen Beruf zu erlernen. Um den Ärztemangel in Deutschland zu bekämpfen, muss die Attraktivität des Arztberufs gesteigert werden.

Ein erster Schritt wäre, die Bezahlung der Ärzte zu verbessern. In anderen Ländern werden Ärzte besser bezahlt als in Deutschland und viele junge Menschen entscheiden sich daher dafür, im Ausland zu arbeiten. Um mehr Ärzte in Deutschland zu halten, müsste die Bezahlung hier angepasst werden.

Ein weiterer Schritt wäre, die Arbeitsbedingungen für Ärzte zu verbessern. Viele Krankenhäuser sind unterbesetzt und die Ärzte müssen oft lange Schichten arbeiten. Dies führt dazu, dass viele Ärzte kontinuierlich gestresst sind und keine Lust mehr haben, ihren Beruf auszuüben.

2. Mehr Ärzte aus dem Ausland anwerben

Eine mögliche Lösung den Mangel an Ärzten ist es, mehr Ärzte aus dem Ausland anzuwerben. Dies ist bereits heute gang und gäbe: Laut einer Studie des Kölner Instituts für Gesundheitsökonomie und Krankenversicherungsforschung ist bereits jeder fünfte Arzt in Deutschland kein deutscher Staatsbürger. Allerdings ist die Anwerbung ausländischer Ärzte keine langfristige Lösung, da auch in anderen Ländern ein Ärztemangel herrscht.

3. Ärzteausbildung verbessern

Eine weitere Möglichkeit, den Ärztemangel in Deutschland zu bekämpfen, ist die Verbesserung der Ärzteausbildung. Dies könnte beispielsweise durch eine Verkürzung des Studiums oder durch eine bessere finanzielle Ausstattung der Universitäten erreicht werden. Allerdings ist auch hier die Umsetzung schwierig, da die Ärzteausbildung bereits jetzt sehr aufwendig und kostspielig ist.

Fazit

Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als würde der ärztliche Berufsstand in Deutschland gut aufgestellt sein, so ist dies leider nicht der Fall. Der Ärztemangel ist ein echtes Problem und kommt vor allem in ländlichen Gebieten zum Tragen. Hier müssen die Menschen oft weite Wege zurücklegen, um einen Arzt aufzusuchen, wobei auch die Wartezeiten oft sehr lang sind. Dies ist natürlich ein großes Problem für die Betroffenen. Aber auch für die Ärzte selbst ist der Ärztemangel eine gigantische Belastung.

Sie stehen unter immensem Druck und können oft ihren Job nicht mehr richtig machen. Dies führt dazu, dass immer mehr Ärzte ihren Beruf aufgeben. Wenn wir nicht bald handeln, werden die Folgen des Mangels ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Wir müssen uns deshalb fragen, woran genau der Mangel liegt und was wir tun können, um die Situation zu ​verbessern.

Autor: Harald Schmidt
Datum: 01.06.2022

Bildquellen:

  • Abbildung 1: ©sasint@pixabay.com (CCO Lizenz)
  • Abbildung 2: ©Austin Distel by@unsplash.com (CCO Lizenz)

Quellen und weiterführende Links:

  • Bundesärztekammer. Ärztestatistik: Wenn ein leichter Zuwachs in den Mangel führt. 07.05.2022
  • PraktischArzt