Alkoholische Getränke sind aus dem Leben kaum mehr wegzudenken und bei vielen Deutschen gehört der Verzehr von Alkohol traditionell zum Alltag. Ob Feierabendbier, Volksfest, Hochzeit oder der gesellige Abend mit Freunden oder Familie, Alkohol ist meistens ein fester Bestandteil davon, doch ist das kaum gesund. Genießen lässt er sich auch versteckt in Leckereien wie Pralinen und als verfeinernde Zutat in verschiedenen Lebensmitteln und Desserts.

Trotz insgesamt geringerem Alkoholkonsum sind viele Deutsche alkoholkrank

In vielen Zubereitungsformen angeboten, findet fast jeder im Laufe des Lebens sein bevorzugtes alkoholisches Lieblingsgetränk. Von Champagner, Wein oder Bier über hochprozentige Spirituosen oder softes Mixgetränk reicht das bunte Angebot. Ganze Wirtschaftszweige existieren lange schon vom Geschäft mit dem angesagten Genussmittel und lassen die Staatskasse klingeln. Die Alkoholerzeugnisse prägen auch regionales Kulturgut. Das gilt für den Weinanbau, Bierbrauereien und Brennereien gleichermaßen.

LESETIPP

Alkohol verursacht etwa 13.000 Krebserkrankungen pro Jahr

Alkohol verursacht etwa 13.000 Krebserkrankungen im Jahr

Wie das statistische Bundesamt Destatis mitteilt, gehen seit Jahren zwar die Bier- und Schaumweinumsätze sowie der Pro-Kopfverzehr von Hochprozentigem in Deutschland zurück, dennoch gab es nach Meldungen der Techniker Krankenkasse im Jahr 2024 etwa 2,5 Millionen alkoholkranke Menschen in Deutschland.

Während auf alkoholfreie Alternativen in den vergangenen Jahren nur ein geringer einstelliger Prozentsatz entfiel, vermeldet Destatis im Jahr 2024, dass alkoholfreies Bier und Biermischgetränke wie Radler immer beliebter werden. 2024 hatte sich deren Menge auf 579 Millionen Liter im Verhältnis zu 2014 fast verdoppelt.

Regelmäßiger Alkoholkonsum macht krank

Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilt, zählt Alkohol zu den zehn weltweit bedeutendsten Krankheitsrisiken.

Regelmäßiger Alkoholkonsum schädigt nicht nur die Muskelleistung und die Nerven, sondern auch die Leber und Bauchspeicheldrüse. Zudem begünstigt Alkohol die Entstehung von Übergewicht, psychischen Störungen und Krebs.

Während im Jahr 2012 nach Erhebungen des statistischen Bundesamts noch rund 26.700 Jugendliche im Alter zwischen 10 und 19 Jahren aufgrund eines Alkoholrausches stationär behandelt wurden, sank die Tendenz kontinuierlich. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtete, sind im Jahr 2024 nur noch rund 9200 Minderjährige aufgrund von Alkoholmissbrauch stationär behandelt worden.

Wieviel Alkohol ist unbedenklich?

Als unbedenklich gilt nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) generell keine regelmäßige getrunkene Alkoholmenge. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Männern nicht mehr als höchstens 24 Gramm Reinalkohol am Tag zu trinken, was ungefähr zwei Gläsern Bier je 0,3 Liter entspricht und das auch nur an maximal 5 Tagen in der Woche. Frauen rät die WHO zu höchstens 12 Gramm Reinalkohol, weil der weibliche Flüssigkeitsgehalt geringer ist als bei Männern. Daher ergibt sich bei der gleichen Menge Alkohol bei Frauen eine höhere Alkoholkonzentration im Blut.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) rät ebenfalls zum verantwortungsbewussten Umgang mit dem Genussmittel, denn Alkohol birgt nicht nur die Gefahr, körperlich und psychisch zu erkranken, er kann zudem stark abhängig machen.

Die Empfehlungen weichen jedoch von denen der WHO ab und sind etwas strenger. Nach Empfehlungen der DGE sollen Männer an einem Tag nicht mehr als 20 Gramm und Frauen nicht mehr als 10 Gramm Alkohol zu sich nehmen. Ein Glas zwölfprozentiger Rotwein enthält etwa 12 Gramm Alkohol. Ein Viertel Liter Bier, beziehungsweise ein Glas Bier beinhaltet ungefähr 10 Gramm. Um die Gefahr einer Abhängigkeit zu umgehen, wird auch von der DGE empfohlen, an zwei bis drei Tagen in der Woche auf das Genussmittel zu verzichten.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird generell von alkoholischen Getränken abgeraten. Auch Kinder, Jugendliche, Suchtgefährdete, Personen mit Leberschäden und Personen, die Arzneimittel einnehmen, sollten ebenfalls keinen Alkohol trinken.

Jedes Gramm Alkohol enthält sieben Kalorien. Wenn es um den täglichen Kalorienverbrauch geht, sollte die beabsichtigte Verzehrmenge entsprechend mitberücksichtigt werden. Alkohol hemmt auch den Fettabbau und kann deshalb in entsprechenden Mengen über längere Dauer zum Übergewicht führen.

Alkohol kann das Krebsrisiko erheblich steigern

Regelmäßiger, erhöhter Alkoholkonsum lässt das Risiko für viele Krebsarten deutlich steigen. Der tägliche Konsum von vier oder mehr Drinks erhöht nach Angaben der DGE allein das Risiko für Mund-, Rachen- oder Speiseröhrenkrebs um 400 Prozent.

Millionen Bürger leiden bereits unter den Folgen eines erhöhten Alkoholkonsums

Seit 1980 werden durch das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Projekt Epidemiological Survey of Substance Abuse (ESA) Daten zur Krankheitsbelastung und Sterblichkeitsbelastung erhoben, die speziell durch den Konsum von potenziellen Suchtmitteln wie Alkohol, Nikotin, Kokain oder Cannabis entstehen.

Erhoben werden diese Daten in der Bevölkerung regelmäßig, um das Ausmaß und mögliche Veränderungen erfassen zu können. Nach den Ergebnissen des Projekts ESA aus dem Jahr 2021 sind von einem problematischen Alkoholkonsum ungefähr 9 Millionen Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren betroffen. Alkoholmissbrauch gilt nicht nur als einer der wesentlichen Risikofaktoren für zahlreiche chronische Erkrankungen wie Krebserkrankungen, Lebererkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch für Unfälle.

Die Experten gehen jährlich von circa 74.000 Todesfällen aus, die durch den Konsum von Alkoholkonsum allein oder durch den Konsum von Tabak und Alkohol verursacht werden.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums setzen sich in Deutschland weitere 7,9 Millionen Menschen in der Altersgruppe von 18 bis 64 Jahren durch die Höhe ihres Alkoholkonsums bereits einem gesundheitlich erhöhten Risiko aus.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 04/2021 | aktualisiert 08.01.2026
Bildquelle: © Bild von Jose Fernandez auf Pixabay.com

Quellen und weiterführende Informationen:

Destatis. Alkoholkonsum 2020 (abgerufen am 28.01.2023)

Destatis. Bierkonsum Deutschland 2021 (abgerufen am 28.01.2023)

DGE. Mit jedem Glas steigt das Krebsrisiko (abgerufen am 28.01.2023)

WHO. Alkohol (abgerufen am 28.01.2023)

BGM. Alkohol (abgerufen am 28.01.2023)

Epidemiologischer Suchtsurvey (ESA) 2021 (abgerufen am 28.01.2023)

Destatis: Schaumweinkonsum 2024 (abgerufen am 08.01.2026)

Destatis Bierkonsum 2024 (abgerufen am 08.01.2026)

Deutsches Ärzteblatt. Weniger Jugendliche wegen Alkoholmissbrauchs stationär behandelt. 02.02.2025 (abgerufen am 08.01.2026)

Wichtige Hinweise zu Gesundheitsthemen

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Suche