Ausleitungsverfahren gegen schädliche Körperflüssigkeiten

KOMPLEMENTÄRMEDIZINISCHE NATURHEILVERFAHREN ZUR AUSLEITUNG

Ausleitungsverfahren finden seit der Antike in verschiedenen Formen Anwendung. Der Theorie nach entstehen Krankheiten durch eine falsche Mischung von Körpersäften. Zu diesen Körpersäften zählen Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle. Nach der Säftelehre müssen diese Säfte bei Erkrankungen durch spezielle Ausleitungsverfahren aus dem Körper geleitet werden, um das richtige Mischungsverhältnis zu erreichen. Einige ausleitende Verfahren finden noch heute Anwendung. Schulmedizinisch sind ausleitende Verfahren nicht anerkannt, jedoch ist die Wirksamkeit einiger Therapien bei verschiedenen Krankheiten und Beschwerden durch entsprechende Studien belegt.

Ausleitungsverfahren, die heute noch angewendet werden, sind z.B.:

Aderlass

ADERLASS ALS AUSLEITUNGSVERFAHREN GEGEN STAUUNGEN UND SCHÄDIGENDE STOFFE

Traditionell zählt der Aderlass als Ausleitungsverfahren zu den grundlegenden Therapieformen. Beim Aderlass wird Blut aus der Armvene abgezogen. Mit dem Blut gelangen schädigende Stoffe aus dem Körper. Ziel beim Aderlass ist es, Stauungszustände zu beseitigen und so den Körper zu einer Umstimmung zu bewegen.

WIRKSAMKEIT VON ADERLASS

Die Wirksamkeit von Aderlass ist bei Bluthochdruck und Metabolischem Syndrom durch Studien gesichert.

Ausleitungsverfahren Blutegeltherapie

SPEICHEL VON BLUTEGELN WIRKT GEGEN SCHMERZEN UND ENTZÜNDUNGEN

Die Blutegeltherapie ist ein weiteres Ausleitungsverfahren, das seit Jahrtausenden in vielen Kulturen angewendet wird. Die Blutegeltherapie führt zu einem langsamen Aderlass. Blutegel werden auf die Haut aufgesetzt und saugen sich dort zwischen 45-90 Minuten fest. Die Behandlungsdauer hängt vom Sättigungsgrad des Blutegels ab, sobald der Blutegel nicht mehr hungrig sind, lässt er sich abfallen. Im Anschluss kann die Wunde noch mehrere Stunden nachbluten. Verantwortlich dafür ist der gerinnungshemmende Wirkstoff Hirudin, den der Blutegel in die Wunde abgibt. Der genaue Wirkmechanismus der Blutegeltherapie ist unbekannt, aber man weiß, dass sich über 50 pharmakologisch wirkende Stoffe im Speichel des Blutegels befinden, die schmerzlindernd und entzündungslindernd wirken.

Das ausleitende Verfahren in Form der Blutegeltherapie zeigte bislang keine ernsthaften Nebenwirkungen.

WIRKSAMKEIT DER BLUTEGELTHERAPIE

Die Wirksamkeit der Blutegeltherapie ist belegt bei schmerzhaften Arthrosen von Handgelenk, Sprunggelenk, Kniegelenk, Schultergelenk und der Facettengelenke. Ebenfalls wird die positive Wirkung der Blutegeltherapie erfolgreich bei chronischen Sehnen- und Bänderentzündungen genutzt.

Ausleitungsverfahren Blutiges Schröpfen

SAUGWIRKUNG DER SCHRÖPFGLÄSER ENTZIEHT GEWEBEFLÜSSIGKEIT

Auch Blutiges Schröpfen wird als Ausleitungsverfahren seit Jahrtausenden angewandt. Heute praktiziert man blutiges Schröpfen mit ballonartigen Schröpfgläsern, die unter Vakuum auf die Haut aufgebracht werden, die zuvor durch viele feine Einstiche geöffnet wurde. Während der Schröpfbehandlung wird dann unter der Saugwirkung der aufgesetzten Gläser Blut und Gewebewasser aus dem Gewebe gezogen. Beim trockenen Schröpfen, das nicht als Ausleitungsverfahren gilt, werden Schröpfgläser entlang der Wirbelsäule aufgesetzt, wodurch ein tief wirkender Reiz entlang der Wirbelsäule entsteht.

WIRKSAMKEIT VON BLUTIGEM SCHRÖPFEN

Die Wirksamkeit von trockenem und blutigem Schröpfen ist bei Chronischen Rückenschmerzen belegt. Beim Karpaltunnelsyndrom konnte die positive Wirkung von blutigem Schröpfen am Schulterdreieck belegt werden.

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Heilfasten

HEILFASTEN

Auch das Heilfasten ist ein ausleitendes Verfahren, das therapeutisch wirksam ist und bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt wird. Anwendungsgebiete sind z.B. Rheumatoide Arthritis, beginnender Diabetes, Bluthochdruck, Metabolisches Syndrom sowie Fibromyalgie und Weichteilrheumatismus.

Kantharidenpflaster

INFEKTIONSGEFAHR BEIM KANTHARIDENPFLASTER ERHÖHT

Bei einer Therapie mit Kantharidenpflaster wird eine speziell gefertigte Paste auf die Haut aufgetragen und durch ein Pflaster abgedeckt. Die in der Paste enthaltenen Stoffe verursachen starke Hautreizungen, vergleichbar mit einer Verbrennung zweiten Grades. Die durch das Kantharidenpflaster entstandene Brandblase wird eröffnet, um das Serum auszuleiten. Der Einsatz erfolgt hauptsächlich bei Arthritis, Neuralgischen Schmerzen oder Rheuma. Das ausleitende Verfahren mit einem Kantharidenpflaster wird von der klassischen Medizin nicht unterstützt. Wegen der erhöhten Infektionsgefahr wird vom Kantharidenpflaster abgeraten.

Krankenkasse tritt bei Ausleitungsverfahren nicht in jedem Fall für Kosten ein

KOSTENÜBERNAHME DER KASSEN BEI AUSLEITENENDEN VERFAHREN

Bei stationärer Behandlung auf ärztliche Verordnung hin können Behandlungskosten für Ausleitungsverfahren unter Umständen durch eine Pauschalvergütung gedeckt werden. Auskünfte erteilt der behandelnde Arzt oder die zuständige Krankenkasse.

Bei der ambulanten Behandlung zahlt der Patient in der Regel die Behandlungskosten für Ausleitungsverfahren selbst. Auskünfte erteilt der behandelnde Arzt oder die zuständige Krankenkasse.

Leistungen von Heilpraktikern übernehmen gesetzlich Krankenkassen grundsätzlich nur im Rahmen ihrer Bestimmungen. Es empfiehlt sich vor Behandlungsbeginn die Rücksprache mit der Krankenkasse.

Allgemeine Informationen zur Kostenübernahme bei Reha und Alternativen Heilbehandlungen finden Sie hier.

Karin Kraft, Rainer Stange: Lehrbuch Naturheilverfahren. Hippokrates Verlag. 2010

Immanuel Krankenhaus der Charite Universitätsmedizin. Ausleitende Verfahren. https://naturheilkunde.immanuel.de/naturheilkunde-leistungen/therapien

Gemeinsamer Bundesausschuss. https://www.g-ba.de/

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 11/2016 | aktualisiert 10/2020

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