In Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gehören sie zum Alltag fest mit dazu, und das nicht erst seit der Corona-Pandemie: Desinfektionsmittel sind aus vielen Berufsbereichen nicht wegzudenken, denn sie sind in der Lage, Viren und Bakterien auf der Haut oder auch auf Oberflächen zu beseitigen. Auf diese Weise können viele Infektionen vermieden werden. Wer auch im Privathaushalt richtig desinfizieren möchte, sollte dabei aber einige Punkte beachten.

Im Alltag desinfizieren: Sparsamkeit ist anzuraten

In medizinischen Einrichtungen finden sich standardmäßig Desinfektionsmittelspender, die dazu dienen, Personal und auch Patienten beziehungsweise Bewohner vor Infektionen mit potenziell lebensbedrohlichen Bakterien und Viren zu schützen. Dazu gehören beispielsweise Steckbeckenspüler, bei denen es sich um moderne und hochwertige Desinfektionsmittelspender handelt, die sich speziell für den gewerblichen Einsatz eignen.

Wer auch daheim und im Alltag regelmäßig seine Hände desinfizieren möchte, stellt sich natürlich keinen kostenintensiven Automaten ins Badezimmer oder in die Küche. Stattdessen greifen viele Menschen auf Desinfektionstücher oder flüssige Mittel in kleinen Fläschchen zurück, die sich auch bequem in der Tasche transportieren lassen. Wer sich für eine dieser Lösungen entscheidet, sollte die gewählten Produkte aber nicht zu häufig anwenden. Ärzte und Krankenschwestern wissen, wie aggressiv Desinfektionsmittel wirken und dass sie auf Dauer die Haut angreifen. Trockene und gerötete Hände oder gar Ekzeme sind die Folge eines
übermäßigen Desinfektionsmittelkonsums. Was sich im Klinikalltag meist nicht vermeiden lässt, kann im Alltag und im privaten Bereich sehr wohl gesteuert werden.

Experten raten dazu, Desinfektionsmittel nicht inflationär anzuwenden, sondern sie möglichst nur dann zu benutzen, wenn es wirklich notwendig ist. Menschen mit empfindlicher Haut oder Hauterkrankungen sollten Rücksprache mit ihrem Hautarzt halten, bevor entsprechende Produkte zum Einsatz kommen.

Darauf kommt es bei der Wahl des richtigen Desinfektionsmittel an

In der Apotheke, in der Drogerie und im Supermarkt sind zahlreiche Desinfektionsprodukte verfügbar. Verbraucher sollten beim Kauf eines für die effektive Viren- und Bakterienbekämpfung darauf achten, dass die gewählten Mittel auf einen möglichst hohen Alkoholgehalt achten. Mindestens 60 Prozent Alkohol sollte vorhanden sein. Darüber hinaus gibt es bei der Wirksamkeit durchaus Unterschiede, denn nicht alle Mittel wirken gleichermaßen gut gegen Viren, Bakterien und Pilze. Auf der Verpackung sind Hinweise enthalten, wogegen das jeweilige Präparat tatsächlich wirkt.

Auch ein Blick auf die Inhaltsstoffe ist sinnvoll: Bestehen bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten, dürfen die ​Produkte nicht angewendet werden. Vor allem auch eventuell enthaltene Duft- und Zusatzstoffe können hier relevant sein. Vorsicht gilt auch bei der Verwendung von Desinfektionssprays: Diese präsentieren sich zwar praktisch in der Dosierung; allerdings können die beim Sprühen ausgestoßenen Aerosole in die Lunge eindringen. Besonders Personen mit einer empfindlichen Lunge sollten lieber auf andere Desinfektionsmittel zurückgreifen. Auch in der Nähe von Kindern und Haustieren ist es besser, Desinfektionssprays zu vermeiden.

Desinfektionstücher sind wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge übrigens am wenigsten effektiv, da sich der Alkohol rasch nach dem Herausnehmen aus der Packung schnell verflüchtigt, wodurch die Tücher austrocknen. Die Wirkstoffe lassen sich dann nicht mehr gründlich verteilen – ganz davon abgesehen, dass jedes Tuch Müll verursacht, der entsprechend entsorgt werden muss. Geeigneter sind dagegen flüssige Desinfektionsmittel sowie Gele, die sich exakt dosieren lassen.​

Autor: Michelle Greger
Datum: 25.07.2022

Bildquelle: ©Squirrel photos@pixabay.com

Quellen und weiterführende Informationen:

  • RKI. Infektionsschutz
  • Discher. Steckbeckenspüler. Reinigungs- und Desinfektionsautomaten für perfekte Hygienesicherheit
  • Deutsche Apothekerzeitung. Empfindliche Haut auf dem Vormarsch. DAZ 2002, Nr. 19, S. 6, 05.05.2002
  • RKI. Infektionskrankheiten A-Z
  • GDCh. Faszination Chemie. Was ist eigentlich Alkohol. 15.04.2019
  • BundesInnungskrankenkasse Gesundheit. Aerosole: Warum sie so gefährlich sind