Inhaltsstoffe von Bier im Visier der medizinischen Forschung

KAUM KLINISCHE ZU BIER STUDIEN VERFÜGBAR

Trotzdem bislang kaum klinische Studien zur Wirkungsweise von Bier verfügbar sind, erzielten dennoch einige Inhaltsstoffe aus dem Bier in Laborversuchen erstaunliche Ergebnisse.

WERTVOLLE INHALTSSTOFFE IN HOPFEN

Vor allem im Hopfen, einer Grundzutat im Bier, lässt sich neben den sekundären Pflanzenstoffen Quercetin, Ferulasäure, Tyrosyl, Humulone und Lupulone auch der Inhaltsstoff Kaempferol nachweisen.

STUDIENERGEBNISSE ZU KAEMPFEROL 

Kaempferol lieferte in mehreren epidemiologischen Studien klare Hinweise darauf, dass es das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs verringerte. Im Tierversuch wirkte es sogar der Entstehung von Hautkrebs entgegen. Kaempferol linderte zudem die Entzündung geschädigter Hautareale nach leichtgradigen Verbrennungen.

STUDIENERGEBNISSE ZU FERULASÄURE

Auch Ferulasäure zeigte in verschiedenen Untersuchungen positive Ergebnisse. Ganz besonders die antioxidativen Eigenschaften von Ferulasäure lassen Forscher therapeutische Effekte bei Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen und neurodegenerativen Erkrankungen vermuten. Daneben gibt es verschiedene Hinweise darauf, das die Säure auch die Wundheilung beschleunigt.

Nachdem oral verabreichte Ferulasäure bei Mäusen nachweislich die Entstehung von Hauttumoren verhinderte, steht der Beweis aber noch aus, dass das Biertrinken Einfluss auf die Entstehung oder Verhinderung von Hautkrebs hat. Von drei Studien mit Biertrinkern über einen Zeitraum von 10 Jahren konnte Ferulasäure aber nur ein reduziertes Risiko für Basalzellkarzinome zeigen.

XANTHOHUMOL GEGEN CHRONISCHE ALLERGISCHE KONTAKTDERMATITIS

Ein anderer sekundärer Pflanzenstoff, der allerdings nur im Hopfen vorkommt, ist Xanthohumol. Er konnte im Tierversuch die chronische allergische Kontaktdermatitis deutlich reduzieren.

PROCYANIDIN REGT DAS HAARWACHSTUM AN

Auch in der Gerste, die zum Bierbrauen verwendet wird, ist ein weiterer Wirkstoff namens Procyanidin enthalten. Sowohl im Tierversuch, als auch in einer japanischen, placebokontrollierten Doppelblindstudie konnte Procyanidin aus Apfelextrakt eine positive Wirkung ohne nennenswerte Nebenwirkungen auf das Haarwachstum zeigen. Glatzköpfigen Probanden, die mit Procyanidin behandelt wurden, wuchsen wieder Haare – je länger die Behandlung dauerte, desto größer war das Haarwachstum.

Forschungsergebnisse ermutigen Wissenschaftler

BISHERIGE FORSCHUNGSERGEBNISSE ERMUTIGEND

Zwar wird das Biertrinken bislang von Wissenschaftlern nicht zu therapeutischen Zwecken empfohlen, dennoch hält man die bisherigen Forschungsergebnisse aus wissenschaftlicher Sicht für ermutigend.

Hopfen – Arzneipflanze des Jahres 2007

POSITIVE WIRKUNG BEI SCHLAFSTÖRUNGEN UND MAGENPROBLEMEN

Die Kulturpflanze Hopfen (Humulus lupulus) wird nicht nur zum Bierbrauen verwendet, sie hat auch in der europäischen Medizin eine lange Tradition als Heilpflanze. Lange bevor Hopfen im Jahr 2007 zur Arzneipflanze des Jahres wurde, setzte man ihn schon zur Milderung von Schlafstörungen ein.

Daneben nutzte man die bitter schmeckende Pflanze früher schon als Beruhigungsmittel und bei Magenproblemen. Auch heute noch setzt man Hopfen in Kombination mit der Baldrianwurzel als pflanzliches Medikament bei Schlafstörungen ein. Eine positive Wirkung soll sich aber erst nach einigen Wochen der Einnahme einstellen.

Die robuste Kletterpflanze kann bis zu 50 Jahre alt werden und trägt grünlich-gelbe, weibliche Blütenstände, die bis zu 4 cm lang werden.

BITTER IST GESUND

Hopfen verleiht dem Bier seinen charakteristisch bitteren Geschmack. Verantwortlich dafür sind die gesundheitsfördernden Polyphenole aus der Familie der sekundären Pflanzenstoffe.

Deutsches Bier – Traditionelle Braukunst

DEUTSCHES BIER VERSPRICHT HÖCHSTE QUALITÄT

Das Deutsche Reinheitsgebot feierte im Jahr 2016 seinen 500. Geburtstag. Dem Reinheitsgebot nach darf das Bier ausschließlich aus den vier Zutaten Wasser, Hopfen, Getreidemalz und Hefe hergestellt werden. Das deutsche Reinheitsgebot stammt aus dem Jahr 1516 und ist damit die älteste, noch immer gültige Lebensmittelgesetzgebung der Welt. Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes ist das Reinheitsgebot ein Garant für wirksamen Verbraucherschutz, weil es weder Zusatzstoffe noch künstliche Aromen enthält.

Deutsches Bier hat viele Freunde. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes setzten deutsche Brauereien und Bierlager 2015 insgesamt 95,8 Millionen Hektoliter um. Der Umsatz blieb damit etwa auf dem Vorjahresniveau. Gleich hinter Bayern mit einem Anteil von 24,5 %, konnte Nordrhein-Westfalen mit 23,1 % den zweithöchsten Anteil am Bierabsatz verzeichnen. Pro Kopf lagt der Bierverbrauch im Jahr 2015 bei mehr als 105 Liter.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 11/2016 | aktualisiert 10/2017

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