Aktivierung der Wirkstoffe in Cannabistee

Starke Hitze löst die wirksamen Hauptsubstanzen THC und CBD. Zur wirksamen Zubereitung vom rezeptpflichtigem Cannabistee müssen möglichst viele Cannabinoide aus der Hanfpflanze gelöst werden. Cannabinoide sind die wirksamen Hauptsubstanzen in der Hanfpflanze. Es handelt sich dabei um das rauscherzeugende THC (Tetrahydrocannabinol) und das rauschfreie CBD (Cannabidiol). Vor der Zubereitung liegen beide Wirkstoffe als Carboxylsäuren in den Vorstufen THCA und CBDA vor. In dieser Form sind sie aber kaum wirksam.

Um diese Wirkstoffe ausreichend zu aktivieren, setzt man die Cannabisblüten für einen längeren Zeitraum hohen Temperaturen aus. Erst dann kommt es zur gewünschten Decarboxylierung, bei der die relativ wirkungslosen Carboxylsäuren THCA und CBDA in die wirksame Reinform THC und CBD umgewandelt werden.

Hanftee ist in Deutschland nicht mehr legal im Handel

Der Verkauf von Hanftee ist nicht mehr erlaubt. Wie der Bundesgerichtshof (BGH) im März 2021 entschied, ist der Verkauf von Hanftee nicht mehr erlaubt und steht entsprechend unter Strafe. Hanfteeverkauf gilt seitdem Urteil als Handeltreiben mit Betäubungsmitteln, weil ein Missbrauch zu Rauschzwecken nicht ausgeschlossen werden kann. Das betrifft gleichermaßen auch diesen Hanftee, der aus dem bislang erlaubten THC-armem Nutzhanf stammt.

Dagegen ist die weitere Rechtslage rund um die Legalität von Hanftee als trinkfertiges Produkt aktuell noch nicht ganz geklärt, wie die Verbraucherzentrale berichtet. Denn selbst wenn der Verkauf von trinkfertigem Hanftee, der als Aufguss von Nutzhanfblättern oder Nutzhanfblüten stammt und er deshalb nicht unter das Betäubungsmittelgesetz (BTM) fällt, könnte er jedoch ein „neuartiges Lebensmittel“ sein, das es erst nach 1997 gab. In dem Fall könnte auch der trinkfertige Hanftee gegen die sogenannte Novel-Food-Verordnung verstoßen, wenn für das Produkt keine entsprechende Zulassung vorliegt. Allerdings soll es schon vor 1997 ein Bier in Deutschland gegeben haben, das mit entharzten Hanfblüten gebraut wurde.

Doch nicht überall wird die Verwendung von Tee mit Hanf scheinbar so eng gesehen wie hierzulande. Beispielsweise berichtet die Verbraucherzentrale, dass in Österreich Hanfblätter mit einem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent legal als Kräutertee im Handel sind.

Aktuell wird beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ein Antrag auf Allgemeinverfügung geprüft, ob dieser Kräutertee mit Hanf im Rahmen der gegenseitigen Anerkennung auch nach Deutschland importiert werden darf.

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Zwei Methoden der Teezubereitung

Bei der Zubereitung von Cannabistee kann man zwischen 2 unterschiedlichen Methoden der Decarboxylierung wählen.

Bei beiden Methoden sollte man dem Teewasser zu Beginn des Kochvorgangs etwas Fett in Form von Kokosöl oder Sahne zugeben, damit die fettlöslichen Cannabinoide besser vom Körper aufgenommen werden können.

Je nach Belieben lässt sich Cannabis-Tee nach der Zubereitung mit Honig oder Agavendicksaft süßen und auch mit Milch verfeinern. Man kann ihn warm oder kalt genießen.

Im Kühlschrank ist Tee aus Cannabis etwa 2 Tage haltbar. Während dieser Zeit behält der Tee weitestgehend seine Wirksamkeit.

Decaboxylierung – die wirksame Zubereitung

Um die wertvollen Bestandteile herauszulösen, kann man zwischen Backofen oder Herd wählen. Sowohl mit Backofenhitze wie auch mit dem Kochwasser lässt sich ein Cannabistee wirksam zubereiten. Beides sind geeignete Methoden.

Backofen zur wirksamen Herauslösung von THC und CBD aus den Blüten nutzen

Bei dieser Methode erhitzt man die Cannabisblüten im Backofen für 10 Minuten bei 140°C im Backofen und überbrüht sie anschließend mit kochendem Teewasser.

Kochvorgang während der Teezubereitung zur Decarboxylierung nutzen

Die andere Methode nutzt den Kochvorgang für die Decarboxylierung. Das Teewasser mit den Cannabisblüten wird im geschlossenen Topf 1 Stunde auf kleinster Flamme gekocht.

Dem Tee kann man nach dem Kochen eine kleine Menge trockenen Hanf zugeben und ihn 15 Minuten ziehen lassen. Dadurch können sich die anderen wertvollen Wirkstoffe, die sich während des Kochens verflüchtigt haben, wieder anreichern.

Unterschiede zwischen Cannabistee und Hanftee

Medizinischer Hanf und Nutzhanf weisen deutliche Unterschiede auf. Hanftee ist ein Kräutertee aus dem Nutzhanf und zählt zur Gruppe der Lebensmittel. Kräutertee aus Hanf  besteht je nach Produkt aus Hanfblüten und/oder Hanfblättern.

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THC & CBD in Lebensmitteln

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Im Unterschied zum Tee aus Nutzhanf enthält medizinischer Cannabistee höhere Mengen vom verschreibungspflichtigen Wirkstoff THC. Nutzhanf darf dagegen eine Höchstmenge von 0,2 % THC nicht überschreiten.

Medizinische Cannabisblüten, aus denen Cannabistee hergestellt wird, erhält man nur auf ärztliches Rezept, während Hanftee möglicherweise als neuartiges Lebensmittel eingestuft wird und damit wären nur zugelassene Produkte frei erhältlich.

Hanftee ist reich am Wirkstoff Cannabidiol (CBD). Auch der Wirkstoff CBD wird nach verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen ebenfalls mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Wirkungen verbunden, aber er wirkt im Gegensatz zu THC nicht rauschauslösend.

Im Hanftee sollen neben CBD viele weitere Inhaltsstoffe aus der Hanfpflanze zur Wirkung kommen, die dem Hanftee insgesamt einen synergetischen Effekt verleihen sollen.

Qualitäten bei Cannabistee und Hanftee

Schwankungen sind nur beim Nutzhanf möglich. Während bei medizinischen Cannabisblüten eine gleichbleibende Qualität und gleichbleibende Wirkstoffgehalte nach dem Arzneimittelbuch gesichert sind, können beim Nutzhanf Abweichungen in Bezug auf Qualität und Wirkstoffgehalte durchaus möglich sein. Auch Qualitäten aus biologischen Anbau sind beim Nutzhanf erhältlich.

Je nach Hanfsorte weicht der Gehalt an Cannabidiol ab. Der Cannabidiolgehalt ist in der Regel dem Etikett zu entnehmen und hat beim in der Vergangenheit angebotenen Hanftee optimalerweise  mindestens 1,5 % betragen. Manche Hanfteesorten wiesen sogar einen Cannabidiolgehalt von 3 % oder 4 % auf.

Schon vor dem Verbot in 2021 hatte Hanftee häufig zu hohe Gehalte des berauschenden Wirkstoffs THC aufgewiesen, die hierzulande nur mit Rezept erhältlich sein dürfen. Besonders auch für Kinder barg der Kräutertee aus Hnaf erhebliche Gefahren. Ein Hanftee von guter Qualität enthielt einen hohen Blütenanteil und nur einen geringen Samenanteil.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2018 | aktualisiert 18.12.2022
Bildquelle: ©Sir Green@pixabay.com (CCO Creative Commons Lizenz)

Quellen und weiterführende Informationen:

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