Spurenelement Chrom

MINERALSTOFF ÜBERNIMMT WICHTIGE FUNKTIONEN

Chrom zählt zu den essentiellen Mineralstoffen, die über die tägliche Nahrung regelmäßig aufgenommen werden müssen. Als Spurenelement kommt es nur in sehr geringen Mengen im Körper vor. Zwar sind noch nicht alle Funktionen von Chrom im menschlichen Organismus vollständig geklärt, dennoch konnten bislang verschiedene Funktionen wissenschaftlich gesichert werden. Als gesichert gilt, dass Chrom erheblichen Einfluss auf das Körpergewicht nimmt, denn das Mineral ist am Stoffwechsel von Kohlenhydraten beteiligt und hilft, Zucker zu verwerten. Es nimmt großen Einfluss auf den Insulinspiegel. Als Bestandteil des Glucose-Toleranzfaktors (GTF) beeinflusst Chrom die Insulinwirkung positiv und fördert die Senkung des Blutzuckerspiegels. Im Komplex Glucose-Toleranzfaktor ist Chrom an die Bindungspartner Nicotinsäure, Glutaminsäure und Glycin gebunden. Der GTF-Komplex verbessert die Glucosetoleranz.

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Zudem ist das Spurenelement am Fettstoffwechsel beteiligt und wandelt Cholesterin um. Störungen des Chromstoffwechsels lösen Störungen im Fettstoffwechsel aus. Verschiedene Parameter des Metabolischen Syndroms können direkt von Chrom beeinflusst werden. Chrom übernimmt daneben eine Aufgabe bei der Synthese von Eiweißen und ist wahrscheinlich auch an Zellteilungsprozessen beteiligt, denn es ist dort zu hohen Anteilen vorhanden. Das Metall ist Bestandteil von Milz, Leber, Fett, Knochen und Muskeln.

Verschiedene Wissenschaftler nehmen an, das Diabetes mellitus Typ 2 überwiegend auf einen Chrommangel zurückgeführt werden kann und die Folge von langfristiger Unterversorgung mit Chrom ist. Im Plasma von Diabetes-mellitus-Typ-2-Patienten fand man erniedrigte Chromspiegel.

Als essentiell wird Chrom eingestuft, weil nach bisherigen Erkenntnissen in Verbindung mit Chrommangel erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) sowie eine verminderte Glucosetoleranz auftreten, die durch Gabe von Chrom umgekehrt werden können. Darüber hinaus vermuten einige Forscher, dass es weitere Zusammenhänge mit anderen Bereichen gibt, allerdings sind die Auffassungen derzeit noch widersprüchlich. Chrom könnte demnach folgende weitere Einflüsse, bzw. Funktionen haben in Verbindung mit:

HOHER EINFLUSS AUF KÖRPERLICHE UND GEISTIGE LEISTUNGSFÄHIGKEIT 

Auch übt Chrom einen indirekten Einfluss auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit aus. Besonders Sportler haben nach sportlichen Leistungen einen doppelt so hohen Chrombedarf wie an Ruhetagen. Volle Chromspeicher schützen den Leistungssportler vor einem schnellen Abfall der Glykogenvorräte im Muskel während der Aktivitäten. Eine schlechte Versorgung mit Glukose beeinträchtigt nicht nur die Ausdauer und den Energiestoffwechsel, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit und die mentale Leistungsbereitschaft.

Man unterscheidet zwischen der körperlich verwertbaren Oxidationsstufe Chrom (+3) und den giftigen Chromatsalzen Chromat (+6), die als krebserregend und erbgutschädigend gelten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Chrom (6+) innerhalb des Zellstoffwechsels über die Oxidationsstufen (5+) und (4+) zu dem körperlich verwertbaren Chrom (3+) abgebaut wird. In diesem Prozess entsteht schädigender aktiver Sauerstoff.

Anteile in Lebensmitteln

CHROM IN LEBENSMITTELN

Chrom ist in vielen Lebensmitteln natürlich enthalten. Aufgenommen wird es im Dünndarm über die Mukosazellen. Es ist gebunden an Aminosäuren. Vitamin C fördert die Aufnahmefähigkeit. Das Spurenelement findet sich in Nahrungsmitteln tierischen und pflanzlichen Ursprungs und kommt dort beispielsweise in folgenden Anteilen vor:

Bierhefe (200 mcg/100 g), Schweinefleisch Muskel (3 mcg/ 100 g), Miesmuschel (128 mcg/ 100g), Kakaopulver schwach entölt (159 mcg/ 100g), Tee schwarz (158 mcg/ 100g), Austern (57 mcg/ 100g), Garnele (26 mcg/ 100g), Huhn (26 mcg/ 100 g), Hecht (6 mcg/ 100 g), Bohnen weiß (20 mcg/ 100 g), Ei (5 mcg/ Stk.), Vollmilch (2,0 mcg/ 100 g), Vollkornbrot (49 mcg/ 100 g), Brokkoli roh (16 mcg/ 100 g), Grünkohl (8 mcg/ 100 g), Möhren (5 mcg/ 100 g), Gurke roh (14 mcg/ 100 g), Linsen (5 mcg/ 100 g), Paranüsse (100 mcg/ 100 g).

Industriell verarbeitete Lebensmittel haben niedrigere Chromgehalte. Weizenvollkorn enthält 10 mal so viel Chrom wie Weißbrot. Jedoch kommt es auch durch z.B. Kochen, Schälen oder Einfrieren von chromhaltigen Lebensmitteln zu Verlusten des Chromgehalts.

REAKTION AUF ANDERE NÄHRSTOFFE

Kalziumkarbonat vermindert die Chromaufnahme über den Darm, während sie durch Oxalat gefördert wird. Eisenmangel fördert ebenfalls die Chromaufnahme. Saccharose führt zu einer höheren Ausscheidung von Chrom über die Nieren.

Tagesbedarf von Chrom

REFERENZWERT

Der empfohlene tägliche Bedarf an Chrom beträgt nach Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE):

  • Säuglinge bis 4 Monate/ 1-10 mcg
  • Kinder von 4-12 Monate/ 20-40 mcg
  • Kinder von 1-4 Jahre/ 20-60 mcg
  • Kinder von 4-7 Jahre/ 20-80 mcg
  • Kinder von 7-10 Jahre/ 40-80 mcg
  • Kinder von 10-15 Jahre/ 20-100 mcg
  • Kinder ab 15 Jahre, Jugendliche, Erwachsene/ 30-100 mcg

Während der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Chrombedarf.

Chrommangel

HÄUFIGER CHROMMANGEL IN DEUTSCHLAND 

In Deutschland wird die Aufnahme von Chrom über die normale Nahrung als nicht unbedingt ausreichend eingeschätzt, so dass ein Chrommangel nicht selten ist. Denn das Mineral ist häufig in Lebensmitteln enthalten, die seltener verzehrt werden. Darüberhinaus kann der Körper Chrom nicht in jeder Form gut aufnehmen, so dass es Unterschiede in der Bioverfügbarkeit gibt. Organisches Chrom aus Bierhefe oder pflanzlichen Lebensmitteln wird dabei deutlich besser vom Körper aufgenommen, als anorganisches Chrom, dass höchstens bis zu 1% vom Körper aufgenommen wird.

Je mehr Kohlenhydrate der Körper aufnimmt, desto höher ist allerdings auch der Chrombedarf. Bei hohem Konsum von Haushaltszucker können Zink und Phytate einen Chrommangel fördern. Durch Raffination und Verarbeitung kann außerdem Chromverlust in Lebensmitteln auftreten.

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Raffinierte Kohlenhydrate, viel Fett und hoher Eiweißkonsum können Chrommangel fördern.

Während schwere Mängel kaum auftreten, gehen Experten aber davon aus, dass auch ein leichterer Mangel bereits unerwünschte Folgen haben kann.

MÖGLICHE URSACHEN 

RISIKOGRUPPEN 

Neben ernährungsbedingten Ursachen, die alle Menschen betreffen können, haben verschiedene Gruppen ein erhöhtes Risiko für einen Chrommangel. Dazu zählen folgende Risikogruppen:

MÖGLICHE SYMPTOME

  • Glukoseintoleranz
  • Gewichtszunahme
  • Erhöhte Cholesterin- und Triglyceridwerte im Blut
  • Nervenstörungen
  • Unterzuckerung und deren Anzeichen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Energielosigkeit, Konzentrationsstörungen

MÖGLICHE FOLGEN 

Chromüberbelastung

ÜBERBELASTUNGEN MIT CHROM SELTEN

Nahrungsergänzungsmittel in Form von 3-wertigem Chrom zeigten auch bei erhöhter Einnahme von bis zu 1 mg/ Tag über mehrere Monate einen guten Therapieerfolg. Nebenwirkungen wurden nicht festgestellt. Extrem hohe Dosen von dreiwertigem Chrom können zu Veränderungen der DNA führen.

Chromvergiftungen werden zumeist durch Chrom-(6+)-Verbindungen verursacht. Zu hohe Chrombelastungen können z.B. auf folgende Ursachen zurückgeführt werden:

  • Arbeiten in der Metallindustrie
  • Arbeiten in der Ledergerberei
  • Chromhaltige Farbpigmente
  • Zahnzement
  • Tiefätzdruck
  • Metallische Implantate

Chromstatus feststellen

CHROMSTATUS – DIAGNOSE 

Der Chromgehalt in Organen und Geweben nimmt mit zunehmendem Alter ab. Ob ein Chrommangel vorliegt, kann der Hausarzt per Bluttest untersuchen. 

REFERENZWERTE CHROM

  • Vollblut: 10 -75 nmol/l (o,5-3,9 mcg/l)
  • Serum: < 10 nmol/l (<0,5 mcg/l)
  • Urin: < 20 nmol/l (<1 mcg/l)

Ein Serum-Chrom-Spiegel < 0,14 mcg/l kann Hinweis auf einen Chrommangel sein. 

Auch anhand einer Haaranalyse lässt sich der Chromstatus ermitteln. Normalwerte betragen 0,03 – 0,3 mcg/l im Haar. 

Urinwerte eignen sich lediglich, um eine Chromüberversorgung anzuzeigen. Normalwerte liegen im Urin bei 0,2 mcg/Tag.

Verwendung von Chrom in Nahrungsergänzungsmitteln

EINSATZGEBIETE

  • Diabetes: z.B. als Primärhefe oder aus Hefe isoliert
  • Regulierung des Lipidstoffwechsels
  • Regulierung der Glukosetoleranz
  • Sport
  • Leistungsfähigkeit
  • Schwangerschaft

ÜBERDOSIERUNG IST SCHÄDLICH

Nicht in allen Ländern ist Chrom in Form von Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt. Ein Überschuss im Körper kann das wichtige Enzym Superoxiddismutase hemmen und verringert so den Schutz gegen Freie Radikale.

FORMEN – ORGANISCHE CHROMVERBINDUNGEN SIND BESSER VERFÜGBAR

Organisches Chrom in Form von GTF oder Aminosäureverbindungen kann der Körper auch aus Nahrungsergänzungsmitteln besser aufnehmen.

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Die Aufnahmefähigkeit von organischen Chromverbindungen kann durch gleichzeitige Gabe von Aminosäuren, Stärke, Nicotinsäure und Vitamin C deutlich gesteigert werden. Deutlich verringert wird die Aufnahmefähigkeit aber durch Vanadium, Eisen, Zink und Phytat. Zu den vom Körper bevorzugten organischen Chromverbindungen zählen:

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

European Food Safety Authority: Scientific Opinion on Dietary Reference Values for chromium. EFSA Journal 2014 12 (10), 3845-3870. doi:10.2903/j.efsa.2014.3845

Melvyn R. Werbach: Nutriologische Medizin

https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-Gemuese-Obst-2012.pdf – Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten

Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.

H.K. Biesalski, J. Köhrle, K. Schürmann. Vitamine, Spurenelemnte und Mineralstoffe. Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen. Verlag Thieme. Stuttgart. 2002

Burgerstein, Dr. Lothar: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag

Prof. Dr. Elmadfa et al. GU Nährwert Kalorien Tabelle. 2. Auflage 2012. Verlag Gräfe und Unzer

Hans Dietl, Gerhard Ohlenschläger: Handbuch der Orthomolekularen Medizin. Verlag Haug. Heidelberg 1994

Chrom – Funktionen, Bioverfügbarkeit und Versorgung. Deutsche Apothekerzeitung. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2006/daz-11-2006/uid-15588

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 | aktualisiert 01/2019

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