Spurenelement Chrom

CHROM BEEINFLUSST LEBENSNOTWENDIGE FUNKTIONEN

Chrom (CR) ist als lebensnotwendiges Spurenelement im menschlichen Stoffwechsel an entscheidenden Prozessen beteiligt und übernimmt verschiedene Funktionen. Den Bedarf an Chrom decken viele Bürger in Deutschland nicht, so dass es öfter zur Unterversorgung und Chrommangel kommt. Ein Chrommangel ist mit gesundheitlichen Problemen verbunden und löst verschiedene Symptome aus. Der Mineralstoff hat außerdem großen Einfluss auf das Körpergewicht und kann beim Mangel auch zur ungewollten Gewichtszunahme führen.

Chrom ist am Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt und hilft, Zucker zu verwerten. Es übernimmt Aufgaben bei der Regulierung des Insulinspiegels. Als Bestandteil des Glucose-Toleranzfaktors (GTF) beeinflusst Chrom die Insulinwirkung positiv und fördert die Senkung des Blutzuckerspiegels. Im Komplex Glucose-Toleranzfaktor bindet es sich an Nikotinsäure, Glutaminsäure und Glycin. Der sogenannte GTF-Komplex verbessert die Glukosetoleranz.

Essenziell ist der Mineralstoff deshalb, weil durch Chrommangel erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) und eine verminderte Glukosetoleranz auftreten und sich beide Werte durch die Gabe von Chrom umkehren lassen.

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Außerdem ist Chrom am Fettstoffwechsel beteiligt und wandelt Cholesterin um. Störungen im Chromstoffwechsel lösen daher gleichzeitig Störungen im Fettstoffwechsel aus. Verschiedene Parameter des Metabolischen Syndroms, das auch als tödliches Quartett bezeichnet wird, können direkt von Chrom beeinflusst werden. Daneben übernimmt es eine Aufgabe bei der Eiweißproduktion.

Wissenschaftler halten es zudem für wahrscheinlich, dass Chrom auch an Zellteilungsprozessen beteiligt ist, denn es ist dort in hohen Anteilen vorhanden. Der metallene Nährstoff bildet einen Bestandteil von Milz, Leber, Fett, Knochen und Muskeln.

Forscher bringen den Mineralstoff Chrom noch mit einigen weiteren Funktionen und Wirkungsweisen in Verbindung, die bislang allerdings noch nicht wissenschaftlich bestätigt wurden. So vermuten verschiedene Experten, dass Diabetes mellitus Typ 2 überwiegend auf einen Chrommangel zurückzuführen ist und die Folge von einer langfristigen Unterversorgung mit Chrom ist. Im Plasma von Diabetes-mellitus-Typ-2-Patienten finden sich entsprechend erniedrigte Chromspiegel.

Darüber hinaus vermuten einige Forscher, dass Chrom noch weitere Einflüsse, Wirkungen und Funktionen hat, allerdings werden diese aktuell noch kontrovers diskutiert. Es handelt sich dabei um mögliche Zusammenhänge von Chrom mit:

EINFLUSS VON CHROM AUF KÖRPERLICHE UND GEISTIGE LEISTUNGSFÄHIGKEIT

Indirekt nimmt Chrom auch deutlichen Einfluss auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Besonders Sportler haben nach sportlichen Leistungen einen doppelt so hohen Chrombedarf wie an Ruhetagen. Volle Chromspeicher schützen Leistungssportler vor einem schnellen Abfall der Glykogenvorräte im Muskel während der Aktivitäten. Eine schlechte Versorgung mit Glukose beeinträchtigt nicht nur die Ausdauer und den Energiestoffwechsel, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit und die mentale Leistungsbereitschaft.

Bestimmte Chromverbindungen sind gesundheitsschädlich

NUR CHROM (III) IST ESSENZIELL

Chrom ist aber nicht gleich Chrom, denn entscheidend ist die Chromwertigkeit. Unterschieden wird zwischen der körperlich lebensnotwendigen Oxidationsstufe, dem dreiwertigen Chrom CR(III) und den giftigen sechswertigen Chromatsalzen CR(VI), die als krebserregend und erbgutschädigend bewertet werden.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Chrom(VI) innerhalb des Zellstoffwechsels über die Oxidationsstufen (V) und (IV) zu dem körperlich verwertbaren, dreiwertigen Chrom abgebaut wird. In diesem Prozess entsteht schädigender aktiver Sauerstoff.

CHROM (VI) WIRD MEIST INDUSTRIELL GENUTZT

Industriell nutzt man hauptsächlich sechswertige Chromverbindungen in Form von Chromat und Dichromat. Sechswertige Chromverbindungen werden verwendet in Mitteln zum Korrosionsschutz, zur Ledergerbung und in Holzbeizmitteln. Ebenfalls wird Chrom(VI) zur Herstellung von Batterien und Edelstahl genutzt und auch zur Verchromung und für Schweiß- und Lötarbeiten. Chromhaltige Produkte findet man außerdem im Haushalt. Enthalten ist es etwa in elektronischen Geräten, Bodenbelägen, Waschmitteln, Lederwaren, Spielzeug, Vorhängen, Autopflegeprodukten, Farben, Duftstoffen, Lufterfrischern und Klebstoffen.

Für Chrom(VI) gelten in der EU Grenzwerte und besondere Beschränkungen. Sie betreffen neben Ledererzeugnissen, Zement und zementhaltigen Gemischen unter anderem auch Spielzeug, elektronische Bauteile sowie den Korrosionsschutz für Fahrzeuge.

Während essentielle dreiwertige Chromverbindungen nur gering wasserlöslich sind und deshalb auch nur eingeschränkte Bioverfügbarkeit besitzen, sind die sechswertigen Chromverbindungen stark wasserlöslich und im Körper sehr gut bioverfügbar. Giftige sechswertige Chromverbindungen können nicht nur über die Nahrung in den Körper gelangen, sondern auch über die Haut, Atmungsorgane und Schleimhäute.