Cardiotraining ist nur notwendig, wenn ich abnehmen möchte – ein weitverbreiteter Irrtum, denn Bewegungstraining kann so viel mehr. Es unterstützt die Fettverbrennung, stärkt aber auch die Muskulatur und trägt zur Senkung des Cholesterinspiegels bei. Regelmäßige Bewegung ist eine Wohltat für den gesamten Körper, denn faktisch jede Zelle profitiert davon.

Cardio lässt überflüssige Pfunde schmelzen und …

Ein ausgewogenes Bewegungstraining muss gar nicht lang sein. Experten raten dazu, mindestens 10.000 Schritte pro Tag zu absolvieren, um den Stoffwechsel auf natürliche Weise anzukurbeln. Auch mit Übergewicht lässt sich Ausdauertraining für Unerfahrene absolvieren und unterstützt sogar bei der Fettverbrennung.

Der Ausdauertraining-Anfang muss gar nicht besonders ambitioniert sein. Je nach der körperlichen Konstitution reichen schon 20–30 Minuten schnelleres Spazierengehen oder leichtes Joggen. Die Intensität wird dann schrittweise erhöht, um den Körper nicht zu überfordern. Wer sich bewegt, bewegt in seinem Körper so einiges und lässt vor allem die Fettdepots schmelzen. Das bringt nicht nur mehr Lebensqualität, sondern schont auch Skelett und Muskulatur. Vor allem die Reduktion des gefährlichen Bauchfettes kann helfen, das Risiko für ernste Erkrankungen wie beispielsweise Herzinfarkt oder Krebs zu reduzieren.

Tipp: Wer keine Möglichkeit hat, Ausdauersport an der frischen Luft zu betreiben, kann dies auch zu Hause tun. Unterschiedliche Cardiogeräte findet man online, hierzu zählen Laufband, Liegeergometer, Crosstrainer und Fitnessbikes, für jede Vorliebe ist etwas passendes zu finden.​

Bewegung verbessert die Durchblutung im Körper

Von der regelmäßigen Bewegung profitiert der gesamte Körper. Sie stärkt vor allem das Herz-Kreislaufsystem und sorgt damit für eine bessere Nährstoffversorgung. Das Blut kann besser fließen und alle wichtigen Areale (beispielsweise das Gehirn) mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Dies wiederum kommt einer gesteigerten Vitalität zugute. Auch können wichtige Mineralien und Vitamine besser verarbeitet werden.

Cardiotraining sorgt für ausgewogenen Cholesterinhaushalt

Immer mehr Bürger leiden unter einem erhöhten Cholesterinspiegel. Häufige Ursache dafür sind mangelnde Bewegung und die falsche Ernährung. Durch das erhöhte Cholesterin-Niveau kann auch das Herzinfarktrisiko steigen. Doch mithilfe von Sport und Ernährung können die Cholesterinwerte gesenkt werden.

Regelmäßiges Ausdauertraining hilft, den Blutdruck zu senken. Experten haben herausgefunden, dass sich bereits mit drei ca. 30-minütigen Cardioeinheiten pro Woche die Produktion von HDL-Cholesterin steigern lässt. Cardiotraining schützt die Gefäße und trägt damit zur Herzgesundheit bei.

Gehirn arbeitet besser dank Sport​

Zahlreiche Studien fanden heraus, dass Bewegung dem Gehirn guttut und die Konzentrationsfähigkeit steigert. Wer sich bewegt, bleibt auch in seinem Denken agil. Durch die Bewegung wird nicht nur die Blutzirkulation verbessert, sondern auch mehr Sauerstoff in die Zellen gebracht. Zusätzlich sorgt Bewegung dafür, dass Endorphine ausgeschüttet werden. Sie wirken stressreduzierend und machen uns im wahrsten Sinne des Wortes glücklich, sie entspannen den Körper.

Nach dem Spannungszustand können wir uns besser konzentrieren, fühlen uns weniger ausgelaugt. Die zusätzliche Sauerstoffversorgung und die verbesserte Zufuhr mit wichtigen Nährstoffen regen die Nerven Wachstumsfaktoren an. Die Folge: Es können sich leichter neue Verknüpfungen in der Großhirnrinde bilden (der Hippocampus ist die Gehirn-Gedächtniszentrale). Neue Verknüpfungen wiederum bedeuten eine gesteigerte Gedächtnisleistung und häufig auch verbesserte kognitive Fähigkeiten.

Immunsystem wird durch Sport verbessert

Regelmäßige sportliche Betätigung, am besten an der frischen Luft, kann das Immunsystem stärken. Forscher fanden heraus, dass ein adäquates Training sofort Wirkung zeigt, denn dadurch wird die Bildung der körpereigenen Killerzellen angeregt. Sie sind essenziell, wenn es um die Abwehr von virusinfizierten Zellen bzw. Tumorzellen geht.

Durch die Bewegung werden im Körper T- und B-Lymphozyten, Granulozyten sowie Monozyten aktiviert. Sie sind wichtige Immunzellen und unterstützen den Körper bei der Abwehr von Infekten und anderen Bedrohungen. Wer regelmäßig Sport treibt, bringt nicht nur seinen Kreislauf und Stoffwechsel in Schwung, sondern unterstützt auch natürlich das Immunsystem. Aber Vorsicht, Überanstrengung beim Sport kann kontraproduktiv wirken. Deshalb im aeroben Bereich trainieren.

Cardiotraining verbessert Körperhaltung und stärkt Muskulatur

Cardiotraining und Krafttraining helfen dem Körper, sich aufrecht und vor allem gestärkt zu
bewegen. Heutzutage leiden immer mehr Bürger unter einer verkümmerten Muskulatur im
Rücken, denn sie arbeiten überwiegend sitzend. Die fehlende Muskulatur führt dazu, dass
sich der Körper nicht mehr lange aus eigener Kraft aufrecht halten kann und Schmerzen
verursacht.

Eine starke Muskulatur stärkt den Rücken und unterstützt beim aufrechten Gehen oder
Sitzen. Außerdem sendet das Muskelgewebe Botenstoffe an den körpereigenen
Stoffwechsel, um die Fettverbrennung zu aktivieren. Ist das Muskelgewebe nur
unzureichend ausgebildet, fällt die Übermittlung geringfügiger aus, was einen reduzierten
Stoffwechsel zur Folge haben kann. Die Botenstoffe sind ebenso für die Blutgefäß-
Neubildung verantwortlich und wirken entzündungshemmend. Wird ihre Bildung durch
mangelnde Muskulatur auf lange Sicht reduziert, kann dies zu stärkeren Entzündungsherden
im Körper und eine mangelnde Durchblutung führen.

Hinweis: Studien zeigen, dass ab dem ca. 35. Lebensjahr der natürliche Muskelaufbau
beginnt. Im Umkehrschluss bedeutet dies eine geringere Ausschüttung der so wichtigen ​
Botenstoffe. Experten empfehlen deshalb, spätestens jetzt eine regelmäßige
Bewegungsroutine zu integrieren.
Ausdauer- und Kraftsport sowie gesunde Ernährung helfen, lange aktiv und auch geistig fit
zu bleiben. Die WHO empfiehlt ca. 30 Minuten Bewegung täglich.

Volkskrankheit Bewegungsmangel – die WHO schlägt Alarm

Die WHO hat ihre Empfehlungen zur sportlichen Aktivität deutlich angepasst. Ursächlich dafür der weltweite Bewegungsmangel, der auch schon Kinder und Jugendliche betrifft. Auch in Deutschland zeigen Untersuchungen, dass Erwachsene viel zu lange sitzen und Kinder zu wenig Bewegung haben. Die Folge: Die Zahl der Übergewichtigen nimmt deutschland- und weltweit rasant zu.

Für Erwachsene empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation eine Bewegung von mindestens 150 Minuten moderatem Training und mindestens 75 Minuten mit hoher Intensität wöchentlich. Auch das Krafttraining sollte nicht zu kurz kommen. Die WHO empfiehlt Erwachsenen, mindestens zweimal pro Woche eine Muskelgruppe zu trainieren.

Kinder zwischen fünf Jahren und 17 Jahren sollten sich täglich mindestens 60 Minuten bewegen. Auch Senioren sollen sich laut WHO bestmöglich angepasst an ihre Konstitution bewegen. Dies fördert nicht nur das Herz-Kreislaufsystem, sondern unterstützt die geistige Aktivität.

Autor: Manuel Schulz
Datum: 10.06.2022

Bildquellen:

  • Abbildung 1: pixabay.com @ MabelAmber (CC0 Creative Commons)
  • Abbildung 2: pixabay.com @ PhotoMIX-Company (CC0 Creative Commons)

Quellen und weiterführende Links:

  • Maxxus Cardio
  • Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer. Goethe Universität Frankfurt. Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin Arbeitsbereich Präventiv- und Sportmedizin. Die Empfehlungen zur körperlichen Aktivität der Weltgesundheitsorganisation. Februar 2021. (PDF)
  • Björn Erwig. Universität Siegen. Macht Sport schlau? – Wie sich Bewegung auf unser Gehirn auswirkt. 21.07.2021
  • Herzstiftung. Cholesterin: alles, was Sie wissen müssen