Formaldehyd, Schimmel, Weichmacher & Co. in der Küche

RAUMGIFTE DURCH HÄUFIGES LÜFTEN VERMEIDEN

Es sind vor allem Schimmel und das Wohngift Formaldehyd, die sich mit Vorliebe in der Küche breit machen. Hinzu gesellt sich bei Möbelfronten aus PVC die Ausdünstung der enthaltenen Weichmacher.

In der Küche schwanken die Temperaturen stärker als in anderen Räumen. Wo gekocht und gebacken wird, steigt die Luftfeuchtigkeit an. Die Folge können Schimmelbildung und das verstärkte Austreten von Formaldehyd sein, denn bei feuchter Raumluft gibt das Mobiliar mehr von dem Wohngift ab. Um diese Prozesse zu unterbinden, gilt häufiges Lüften als oberste Regel.

Besonders Küchenmöbel, die an Außenwänden befestigt oder aufgestellt werden, benötigen einen kleinen Sicherheitsabstand. Dahinter kann die Luft zirkulieren. Es gibt weitere Maßnahmen, mit denen man den Schadstoffen zu Leibe rücken kann.

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FORMALEDHYD VERBIRGT SICH IN AUCH IN MANCHEN KÜCHENMÖBELN

Was Wilhelm Busch seinem Maler Klecksel in wohlgesetzten Worten andichtete, sind die Ausdünstungen von Formaldehyd. Dieser markant riechende Stoff findet als Konservierungsmittel in Lacken und Farben Verwendung und verbirgt sich zudem in Kunstharzen und Spanplatten, auch in denen von einigen Küchenmöbeln. Da Holzspanplatten zur Hälfte aus Kleber bestehen, liegt der Anteil an Formaldehyd bei rund einem Viertel des häufig verbauten Materials. Es sind nicht nur die besonders sensiblen Menschen, die auf diese Ausgasung reagieren.

Neben Kopfschmerzen und Atembeschwerden kann Formaldehyd zu Allergien und zu Asthma führen. Die Weltgesundheitsorganisation stufte Formaldehyd im Jahr 2004 als krebserregend ein.

Augen auf beim Kauf von Küchenmöbeln, Holzschutzmitteln, Farben, Lacken und Lasuren

„DAS GOLDENE M“ SICHERT EINHALTUNG STRENGER RICHTWERTE 

Küchenmöbel aus unbehandeltem Holz sind eine gute Alternative, wenn deren Oberfläche mit natürlichen Ölen oder Lasuren behandelt worden ist. Zur Orientierung beim Kauf dient der Umweltengel, dem Umweltzeichen der Bundesregierung zum Schutz von Mensch und Umwelt. Die mit dem Blauen Engel gekennzeichneten Produkte sondern sehr wenig Schadstoffe ab.

Die Prüfung von Möbeln analysiert auch deren Emissions- und Geruchsverhalten (Norm RAL-UZ 38). Der selben Norm unterliegen Holzschutzmittel, die grundsätzlich nicht in Innenräumen aufgetragen werden sollen. Unter dem Dach der Deutschen Gütegemeinschaft für Möbel sichern Hersteller und Zulieferer die Einhaltung strenger Richtwerte in Bezug auf gesundheitsschädigende Stoffe. Als Symbol für diese freiwillige Prüfung tragen die Produkte „Das goldene M“. Farben, Lacke und Lasuren enthalten Lösungsmittel, Weichmacher und Formaldehyd. Grundsätzlich sind jene Produkte, die einen höheren Wassergehalt besitzen und sich verdünnen lassen, die bessere Wahl. Sie enthalten zudem weniger umweltschädigende Konservierungs- und Zusatzstoffe.

Bodenbeläge in der Küche von geprüfter Qualität

AUCH BEIM KÜCHENBODEN AUF SCHADSTOFFWERTE ACHTEN

Für viele ist die Küche weit mehr als ein Arbeitsraum. Hier trifft sich die ganze Familie und auch Gäste sind willkommen. Ein kritischer Blick auf die Bodenbeläge ist daher angebracht. Lässt man die Wandflächen einer Küche außen vor, besetzt die Bodenfläche den zweiten Platz. Der Kücheboden trägt somit maßgeblich zur Raumluftqualität bei.

Gerade Küchenböden unterliegen stark chemischen und mechanischen Einwirkungen. Sie müssen einerseits häufiger gereinigt werden und andererseits der normalen Abnutzung durch Abrieb widerstehen. Neben Fliesen, Stein- und Holzböden haben sich Beläge aus PVC, Hartgummi und Laminat als Alternative durchsetzt. Wie bei den Küchenmöbeln tragen eine Reihe von Produkten den Blauen Engel und dokumentieren damit, dass ihre Emissions- und Schadstoffwerte besonders niedrig sind.

Selbst wenn der Wunsch nach einer giftfreien Küche nicht zu 100 Prozent erfüllbar ist, gibt es viele Möglichkeiten Schadstoffe und Gifte weitestgehend zu reduzieren oder zu vermeiden. Dieser Beitrag soll eine Anregung sein, was beim Kauf einer Küche – oder einer bereits in der Mietwohnung verbauten Küche so zu beachten ist.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Gastbeitrag von Verena Mai | Datum: 05/2018
Redakteurin bei der sz-immo | Autorenprofil

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