Wissenschaftler fanden in unzähligen Studien heraus, dass die Ernährung einen wesentlichen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit nimmt. Es gibt Lebensmittel, die für mehr Vitalität und Positivität sorgen. Andere wiederum fördern Adipositas, Stimmungsschwankungen oder Depression.

Du bist, was du isst: wenn die falsche Ernährung Körper und Seele schadet

Neueste Zahlen sind besorgniserregend, denn in Deutschland sind mehr als 59 % übergewichtig. Rasant wächst vor allem die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen. Ursächlich dafür sind vor allem mangelnde Bewegung und die falsche Ernährung.

Im internationalen Vergleich übergewichtiger Menschen befindet sich Deutschland im Mittelfeld. Deutlich gesünder leben Menschen in Japan oder Südkorea. Hier liegt die Anzahl der Übergewichtigen bei mehr als 27 % bzw. über 33 %. Spitzenreiter ist Mexiko, denn hier leiden mehr als 75 % aller Menschen an Übergewicht. Die Zahlen sind deshalb so besorgniserregend, da die Ernährung einen wesentlichen Einfluss auf unsere Psyche haben kann. Menschen, die unter Adipositas leiden, neigen zu psychischen Störungen, beispielsweise Depressionen.

Symptome einer Depression sind verminderte Aufmerksamkeit, Konzentrationsschwäche, geringes Selbstvertrauen, fehlendes Selbstwertgefühl, negative Gedanken oder Schlafstörungen. Wer solche Anzeichen wahrnimmt, sollte sich professionelle Hilfe suchen und auch den Speiseplan überdenken.

Darum kann falsche Ernährung Depressionen auslösen

Deutschlandweit leiden mehr als 4 Millionen Menschen unter Depressionen, Tendenz steigend. Fehlen durch mangelnde bzw. die falsche Ernährung wichtige Nährstoffe, können im Gehirn weniger Glückshormone erzeugt werden. Die Folge ist eine negative, tendenziell depressive, Stimmung.

Süßigkeiten erzeugen in den meisten Fällen ein kurzfristiges Glücksgefühl. Doch der Schein trügt, denn vor allem fetthaltige und zuckerreiche Nahrung fördert Entzündungsprozesse im Körper. Durch die Entzündungen wird im Gehirn vor allem Zytokine freigesetzt. Der Botenstoff aktiviert unsere Immunzellen, welche die Entzündungen eigentlich bekämpfen sollen. Handelt es sich jedoch um chronische Entzündungen im Körper, die durch einen übermäßigen Konsum fett- und zuckerhaltige sowie verarbeiteter Lebensmittel hervorgerufen werden können, kann das Immunsystem kaum etwas ausrichten. Folglich gibt es einen dauerhaft erhöhten Zytokine-Anteil im Körper. Dadurch wird das Gleichgewicht aus Glücks- und Stresshormonen empfindlich gestört, was die häufige Niedergeschlagenheit im Alltag bedingt.​

Immer mehr Experten fordern ein Umdenken bei der Ernährung und Lebensmittelkennzeichnung. Einige Länder haben bereits reagiert. So sind in den USA und in Dänemark beispielsweise Transfette verboten, die für Übergewicht und Gefäßverkalkungen verantwortlich gemacht werden.

Obst und Gemüse als vitaler Glücksbooster

Jeder kann den Speiseplan so umstellen, dass die Glückshormone auf natürliche Weise geboostert werden. Kartoffeln, Feigen, Kürbiskerne, Spinat, Fenchel oder Walnüsse gelten durch ihre Inhaltsstoffe als wahrer Kick für den Serotoninspiegel. Sie fördern die Produktion von Dopamin, Noradrenalin und Serotonin, geben damit einen natürlichen Gute-Laune-Kick.

Bananen, Avocado und Paprika liefern optimale Nährstoffe, um den Dopamin-Aufbau zu fördern. Unterstützung beim Noradrenalin-Aufbau bieten Äpfel, Ananas oder grüne Gemüsesorten. Aber Vorsicht, nicht alle Obst -bzw. Gemüsesorten sind wahre Stimmungsaufheller.

Wer bei seiner Ernährung gegen depressive Gedanken auf frisch gepresste Säfte setzt, sollte auf den Zuckergehalt achten. Fruchtsäfte haben häufig kaum oder nur wenige Ballaststoffe, sind aber mit viel Zucker angereichert. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel besonders schnell. Zunächst scheint das euphorische Gefühl der guten Laune in wenigen Minuten erreicht zu werden, doch sie flaut ebenso schnell wieder ab. Grund hierfür ist der rasch sinkende Blutzuckerspiegel. Diese Achterbahnfahrt löst im Körper ein verstärktes Hungergefühl aus, macht in vielen Fällen sogar wütend. Deshalb sollte das frische Obst und Gemüse lieber am Stück verzehrt werden und nicht als verarbeiteter Saft.

Zu viel Fleisch kann den Körper schädigen

Der Fleischkonsum ist in den letzten Jahren weltweit rasant gestiegen. 2018 wurden mehr als 360 Millionen Tonnen verzehrt, Tendenz auch hier weiter steigend. Der Genuss von rohem und weißem Fleisch hat drastische Folgen, nicht nur für die Tierhaltung, sondern auch für die Landwirtschaft und vor allem die eigene Gesundheit. Forscher fanden heraus, dass viele Fleischsorten und vor allem verarbeitete Fleischprodukte besonders viel Nitrit und Nitrat enthalten. Beide Inhaltsstoffe stehen im Verdacht, Krebs und andere Krankheiten zu begünstigen. Übermäßiger Fleischkonsum kann auch zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko, hohem Blutdruck oder einem erhöhten Cholesterinspiegel führen.

Bio-Fleisch die bessere Alternative

Bei der konventionellen Tierhaltung werden häufig Medikamente eingesetzt, um die Aufzucht leichter und die Tiere gegen Erkrankungen widerstandsfähiger zu machen. Einige der Präparate können sich im Fleisch absetzen, durch den Verzehr in den menschlichen Körper gelangen. Experten empfehlen deshalb, den Fleischkonsum drastisch zu reduzieren und auf Bio-Produkte zu setzen. Fleisch aus Bio-Produktion hat häufig nicht nur erhöhte ​Nährwerte, sondern ist durch die strengen Bio-Richtlinien frei von Antibiotika und anderen gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen.

Fast Food und verarbeitete Lebensmittel können nicht nur dick machen, sondern auch Depressionen und andere Krankheitsbilder fördern.

Avocado-lebensmittel

Avocados gehören zu den gesundheitsfördernden Lebensmitteln, denn sie sind unter anderem reich an Omega-3.

Tipp: Omega 3 in Speiseplan integrieren

Essenziell für das körperliche Wohlbefinden sind die Omega-3-Fettsäuren. Aber der benötigte Bedarf wird bei vielen Bürgern längst nicht mehr mit dem Speiseplan gedeckt. Das kann drastische Folgen haben, denn die essenziellen Fettsäuren sind wichtig für die Fließgeschwindigkeit des Blutes, beugen Entzündungen vor, kurbeln den Stoffwechsel an und sind wahrhafte Nährstoffe für das Gehirn.

Fische sind reich an Omega 3, zumindest einige. Thunfisch, Hering, Lachs, Sardinen oder Makrelen sind gute Omega-3-Lieferanten, sollten aber in Bio-Qualität verabreicht werden. Wird der Bedarf der benötigten Fettsäuren langfristig nicht gedeckt, kann das zu Müdigkeit, Hautproblemen, Muskelschwäche, Unruhe oder Sehschwäche führen. Höchste Zeit, um den Mangel auszugleichen. Aber Vorsicht, auch eine Überdosierung kann negative Folgen für das Wohlbefinden haben.

Übelkeit und Erbrechen sowie ein gesteigertes Blutungsrisiko können die Folge bei einer Omega-3-Überdosierung sein. Pro Tag benötigen wir maximal 1,5 g der wertvollen Fettsäuren, eine erhöhte Menge über einen längeren Zeitraum ist eindeutig zu viel.

Wer auf die veganen Omega-3-Quellen setzt, kann beispielsweise Rapsöl, Leinöl, Algenöl oder Walnussöl nutzen. Hanföl bzw. Hanfsamen sind ebenfalls reich an wertvollen ​Fettsäuren. Ein echter Geheimtipp sind Avocados, denn sie enthalten nicht nur die wertvollen Omega-3-Anteile, sondern auch viel Vitamin E, Provitamin A oder Vitamin B6. Provitamin A ist beispielsweise essenziell für den Hautaufbau oder gesunde Augen.

Autorin: Lisa Prahl
Datum: 10.05.2022

Bildquellen:

  • Bild 1 Avocado: pixabay.com@coyot (CC0 Creative Commons)
  • Bild 2 Fast Food: pixabay.com@Joenomias (CC0 Creative Commons)

Quellen und weiterführende Links:

  • Oberbergkliniken. Depression. Ursachen, Symptome & Therapie
  • Krank durch Essen: Nährwert-Ampel gefordert. NDR Archiv. 18.02.2019
  • Heike Kreutz. Bundeszentrum für Ernährung. Ernährung und Depression. Gibt es Zusammenhänge? 19.11.2019

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