Milcheis und Sahneeis sind selten geworden

PFLANZENFETT STATT MILCHERZEUGNISSE IN EIS

Immer seltener ist Eis in Form von Milcheis oder Sahneeis in den Truhen der Discounter zu finden. In vielen Produkten sind hochwertige und teure Zutaten wie Sahne und Milch gegen günstigere pflanzliche Fette wie Kokosfett oder Palmfett ausgetauscht worden. Diese Produkte dürfen nicht mehr als Milcheis oder Sahneeis bezeichnet werden. Sie heißen nun einfach „Eis“ und fallen damit nicht mehr unter die Speiseeisverordnung, die enthaltene Mindestmengen an Milchfetten regelt.

BESSER AUFS ETIKETT SCHAUEN

Wer auf cremiges Milch- oder Sahneeis nicht verzichten möchte, sollte vor dem Eiskauf einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Hohe Anteile an enthaltenen pflanzlichen Fetten und Ölen deuten darauf hin, dass wertvolle Zutaten eingespart wurden. Auch Werbeslogans wie „Mit Sahne verfeinert“ sollten den Verbraucher nicht darüber hinweg täuschen, dass der Produzent diese Angabe bereits bei der Zugabe weniger Tropfen Sahne machen darf.

Jeder Deutsche verzehrt etwa 7,9 Liter Eis im Jahr

HEISSE TAGE – KÜHLES EIS

Ein heißer Sommertag ohne die erfrischende Eisportion ist für viele undenkbar und so wird der Griff in die Kühltruhe vom Supermarkt oder der Gang zur Eisdiele zur Selbstverständlichkeit.

Im Jahr 2015 belief sich nach aktuellen Zahlen des Bundesverbands der deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) allein der Umsatz von Markeneis in Deutschland auf 2,03 Milliarden Euro. Pro Kopf werden in Deutschland etwa 7,9 Liter Speiseeis im Jahr verzehrt. Von dieser Menge entfällt ein Anteil von 6,4 Litern auf Supermärkte, Kioske und Tankstellen. Die restlichen 1,5 Liter werden in Eisdielen verkauft oder stammen aus Softeisautomaten.

Auf die genaue Bezeichnung kommt es an

EISCREME, CREMEEIS & CO.

Ob in der Waffel, am Stiel oder in einer anderen Form, kaum ein Verbraucher weiß, was sich tatsächlich hinter der Bezeichnung eines Eisprodukts verbirgt. Gemeinsam ist Eisprodukten eigentlich nur eines – sie sind alle gleichermaßen kalt.

Was unter welcher Bezeichnung in den Handel kommt, findet man in den Leitsätzen für Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuches. Die Leitsätze bilden zwar keine Rechtsnorm, aber sie dienen Produzenten, Konsumenten, Überwachungsbehörden und Gerichten als wichtige Orientierungshilfe.

SPEISEEISSORTEN

NR./BEZEICHNUNGINHALTSSTOFFE
1. Kremeis, Cremeeis, Eierkremeis, Eiercremeeis
enthält mindestens 50% Milch und auf einen Liter Wasser mindestens 270 g Vollei oder 90 g Eigelb. Kein zusätzliches Wasser.
2. Rahmeis, Sahneeis, Fürst Pückler Eis
enthält mindestens 18 % Milchfett aus bei der Herstellung verwendeten Sahne (Rahm)
3. Milcheis
enthält mindestens 70 % Milch
4. Eiskrem, Eiscreme
enthält mindestens 10 % der Milch entstammendes Fett
5. Fruchteis
der Fruchtanteil beträgt mindestens 20 %. Fruchteis aus Zitrusfrüchten und anderen sauren Früchten mit einem titrierbaren Säuregehalt im Saft von mind. 2,5 %, berechnet als Zitronensäure, beträgt der Fruchtanteil mindestens 10%
6. Fruchteiskrem, Fruchteiscreme
enthält mindestens 8 % der Milch entstammendes Fett und einen deutlich wahrnehmbaren Fruchtgeschmack
7. (Frucht)-Sorbet
beträgt mindestens 25 % Fruchtanteil. Sorbets aus Zitrusfrüchten und anderen sauren Früchten mit einem titrierbaren Säuregehalt im Saft von mind. 2,5 %, berechnet als Zitronensäure, beträgt der Fruchtanteil mindestens 15%. Milch oder Milchbestandteile werden nicht verwendet.
8. Wassereis
Speiseeis, das nicht die Anforderungen der Nr. 3, 5 oder 7 erfüllt, mit einem Fettgehalt von weniger als 3 % und mit einem Trockenmassengehalt von mindestens 12 %, der von süßenden und/oder weiteren geschmacksgebenden Zutaten stammt.
Quelle: Leitsätze für Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse/ Deutsches Lebensmittelbuch Fassung 1993/zuletzt geändert 2003

Was darf noch ins Speiseis?

INHALTSSTOFFE VON EISPRODUKTEN

Neben den tabellarisch aufgelisten Inhaltsstoffen wie Milch, Sahne, Ei, Früchten und Wasser dürfen Eisprodukte außerdem handelsübliche Zuckerarten, Honig, Milcherzeugnisse wie Joghurt u.a., Halberzeugnisse, Butter, Fruchtzubereitungen, Fruchtmark, Aromastoffe, färbende Lebensmittel und Pflanzenextrakte enthalten.

Über enthaltene Allergene muss die Produktverpackung Auskunft geben. Unverpacktes Eis ist ebenfalls kennzeichnungspflichtig und der Kunde muss sich durch einen Aushang oder Ähnliches über enthaltene Allergene informieren können.

Wenn neben Milchfett auch Pflanzenfett oder nur Pflanzenfett verarbeitet wird, darf das Produkt nur als „Eis“ und nicht als „Speiseeis“ bezeichnet werden.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 07/2016

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