Eisen übernimmt wichtige Funktionen im Körper

LEBENSWICHTIGES SPURENELEMENT

Eisen (Fe) ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der an verschiedenen bedeutenden Körperfunktionen beteiligt ist. Eisen kommt als Spurenelement zwar nur in sehr geringer Menge im menschlichen Körper vor, dennoch ist es Bestandteil wichtiger Enzyme und wird auch für die Bildung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) sowie für die Bildung des Muskelfarbstoffs (Myoglobin) benötigt. Lebensnotwendig ist Eisen außerdem für die Produktion der Schilddrüsenhormone, es ist verantwortlich für die optimale Verwertung und den Einbau von Jod.

Jede Sekunde werden im menschlichen Körper etwa 2 Millionen rote Blutkörperchen (Erythrozyten) produziert, die Hämoglobin enthalten. Eisen bindet den Sauerstoff an das Hämoglobin und transportiert ihn durch die Blutbahn. Außerhalb des Blutes wird der essenzielle Mineralstoff durch das Protein Transferrin transportiert. 70% des körpereigenen Eisens dienen der Sauerstoffversorgung, während 10% der Bestandteil von Enzymen sind. Eisenhaltige Enzyme sind nicht nur an der Energiebereitstellung in den Zellen, der DNA-Synthese und der Verstoffwechselung von Fremdsubstanzen (Xenobiotikametabolismus) betteiligt, sondern auch an der Entsorgung von reaktiven Sauerstoffverbindungen und Hydroperoxiden. Die verbleibenden 20% dienen als Speichereisen. Das Speichereisen befindet sich hauptsächlich in Milz und Leber, gebunden ist es dort an die Speichereiweiße Ferritin und Hämosiderin.

Eisenmangel ist weltweit ein Problem

BLUTARMUT ENTSTEHT DURCH MANGEL AN EISEN

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Eisenmangel die Ernährungsstörung, die weltweit am häufigsten auftritt. Etwa 2 Milliarden Menschen auf der Welt leiden unter Blutarmut (Eisenmangelanämie). Das entspricht 30% der Weltbevölkerung.

Auch ein nicht unerheblicher Teil der deutschen Bevölkerung ist von Blutarmut betroffen. Bei einer Blutarmut enthalten die Körperzellen nicht genug Sauerstoff und sind in ihrer Funktion eingeschränkt. Das Herz muss schneller schlagen, um den Sauerstoffmangel auszugleichen. Eisenmangel beginnt, wenn sich die Eisenreserven des Körpers erschöpfen.

STADIEN VON EISENMANGEL

Eisenmangel wird in 3 Stadien unterteilt. Im Stadium I sind die Eisenspeicher vermindert, aber für die Bildung und Entwicklung der roten Blutkörperchen (Erythropoese) ist noch genügend Eisen vorhanden.

Das Stadium II wird als funktioneller Eisenmangel bezeichnet. Es liegen bereits Eisendefizite vor, so dass die Versorgung der Vorstufen zur Bildung und Entwicklung der roten Blutkörperchen im Knochenmark nicht mehr gesichert ist. Im Stadium II des Eisenmangels befindet sich der Hämoglobinwert noch im normalen Bereich.

Das Stadium III ist die Blutarmut (Eisenmangelanämie). Die Blutarmut wird diagnostiziert, wenn das Stadium II erreicht ist und zusätzlich auch der Hämoglobinwert unterschritten wird.

Symptome bei Eisenmangel

ERSTE SYMPTOME FÜR UNTERVERSORGUNG MIT EISEN

  • Blaue oder braune Augenringe
  • Erschöpfung
  • Vergesslichkeit
  • Müdigkeit
  • Nervosität
  • Gereiztheit
  • Abgespanntheit
  • Kälteempfindlichkeit

SYMPTOME FÜR LEICHTEN EISENMANGEL

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Blässe
  • Kurzatmigkeit
  • Blasse Schleimhäute
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Schwächeanfälle
  • Appetitlosigkeit
  • Leistungsabfall
  • Innere Unruhe
  • Brennende Zunge
  • Rissige Lippen
  • Starker Haarausfall
  • Sodbrennen
  • Brüchige Nägel
  • Schluckbeschwerden

SYMPTOME FÜR SCHWERE BLUTARMUT DURCH MANGEL AN EISEN

  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Brustschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Sehprobleme
  • Benommenheit
  • Ausbleiben der Menstruation
  • Pica-Syndrom-Veränderungen der Fingernägel
  • nächtliche Muskelkrämpfe etc.

Eisenmangel kann verschiedene Ursachen haben

MEHRERE FAKTOREN KÖNNEN DEFIZIT AN EISEN VERANTWORTLICH SEIN

Eisenmangel kann entstehen, wenn die täglich benötigte Menge über die Nahrung nicht zugeführt wird oder wenn der Eisenbedarf steigt. Mögliche Ursachen für eine Unterversorgung mit Eisen sind:

  • Schwangerschaft & Stillzeit
  • Mangel an Vitamin B12 oder Vitamin C
  • Sportliche Belastung
  • Eisenarme Ernährung
  • Blutspenden
  • Unfall oder Operationen
  • starke Menstruationsblutungen
  • Chronische Blutungen des Magen-Darmtrakts bei Tumoren, Geschwüren, Krampfadern
  • Innere Blutungen in Magen, Darm
  • Blut im Urin
  • Medikamenteneinnahme
  • Genetischer Defekt

RISIKOGRUPPEN FÜR EISENMANGEL

Ungefähr die Hälfte der Frauen im gebärfähigen Alter leidet an einer Unterversorgung mit Eisen, zumeist infolge der Menstruationsblutungen. Auch Vegetarier und Veganer sind häufig von Eisenmangel betroffen, weil der Körper pflanzliches Eisen nicht optimal verwerten kann. Daneben haben Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit einen erhöhten Eisenbedarf.

Personen mit Magen- und Darmerkrankungen, bei denen weniger Magensäure gebildet wird, können an einer Unterversorgung leiden. Auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente kann die Eisenaufnahme beeinträchtigt sein.

Sportler benötigen ungefähr die doppelte Eisenmenge wie Nichtsportler, weil der Körper unter der Leistung vermehrt Hämoglobin bilden muss. Der Körper benötigt allein 1,2 mg Eisen pro 1 Liter Schweiß.

Folgen von Eisenmangel

EISENMANGEL KANN SCHWERE GESUNDHEITLICHE FOLGEN HABEN

Die Folgen von Eisenmangel und Blutarmut beeinträchtigen nicht nur das körperliche, sondern auch das psychische Wohlbefinden erheblich. Neben der eingeschränkten Leistungsfähigkeit, wie sie bei Blutarmut auftritt, kann es bei Kindern bereits durch Eisenmangel zu Behinderungen in der Intelligenzentwicklung kommen.

Außerdem steigert Eisenmangel die Aufnahme giftiger Schwermetalle im Darm. Vermehrt anreichern können sich Metalle wie Cadmium, Blei oder Nickel.

Speicherfähigkeit von Eisen

EISENRESERVEN IM KÖRPER

Der Körper kann zwischen 3-5 g Eisen speichern. Eisendepots befinden sich in Leber, Knochenmark, Milz und der Muskulatur.

Diagnose bei Eisenmangel

DIAGNOSE PER BLUTUNTERSUCHUNG

Ob eine Unterversorgung mit Eisen, ein Eisenmangel oder eine Blutarmut vorliegt, ergibt eine ärztliche Blutuntersuchung in Verbindung mit der Bewertung der vorliegenden Symptome.

Bei Verdacht auf Eisenmangel wird die Eisenkonzentration im Blut festgestellt. Auch niedrige Hämoglobinwerte deuten auf eine Blutarmut hin. Außerdem gibt der Zustand des Augenlids Auskunft über eine Blutarmut, das bei Blutarmut von unten sehr blass ist. Untersuchungen des Knochenmarks können ebenfalls Aufschluss geben, ob eine Blutarmut vorliegt.

Folgende Werte geben Auskunft über den Eisenstatus:

  • Rotes Blutbild (Hämoglobin, Hämatokrit/Erythrozytenzahl (MCV), Mittlerer zellulärer Hämoglobingehalt (MCH)
  • Ferritin
  • Transferritinsättigung
  • CRP (C-reaktives Protein/Entzündungsparameter)

Bei einem latenten Eisenmangel liegt der Ferritinwert zwischen 15-30 µg/l, während der Ferritinwert bei manifestem Eisenmangel unter 15 µg/l liegt. Der Ferritin-Normwert für Frauen liegt zwischen 30-250 µg/l. Bei Männern beträgt der Normwert für das Speichereiweiß zwischen 200-500 µg/l.

Die Blutentnahme bei Verdacht auf Eisenmangel erfolgt in der Regel morgens auf nüchternem Magen. Man muss infektfrei sein und sollte vor der Blutentnahme mindestens 2 Wochen keine Eisenpräparate mehr eingenommen haben. Die letzte Eiseninfusion sollte mindestens 3 Monate zurückliegen. Leistungssportler sollten am Vortag auf das Training verzichten, um die Ferritinwerte nicht zu verfälschen.

Prophylaxe und Therapie bei Eisenmangel

ORALE EISENPRÄPARATE UND EISENINFUSIONEN

Eisenmangel lässt sich auf einfache Weise mit Eisenpräparaten oder Eiseninfusionen behandeln. Die Auswahl unter den Mitteln zur oralen Einnahme ist groß, aber nicht jede orale Eisenverbindung wird gut aufgenommen oder vertragen, so dass nicht jede Therapie zum Erfolg führt.

Um den Therapieerfolg zu überwachen und eine Überdosierung von Eisen durch Anhäufung in den Eisenspeichern zu vermeiden, wird in der Regel eine ärztliche Kontrolle durchgeführt. Überwacht werden Eisenwerte wie Transferrin und Serumtransferritin.

Orale Eisenpräparate

Zur Prophylaxe und Therapie von Eisenmangel kommen meistens orale Eisenpräparate zur Anwendung. Die tägliche Dosis beträgt zwischen 50-200 mg Eisen. Verfügbar sind orale Eisenpräparate in Form von Tabletten, Retardkapseln, Brausetabletten Dragee, Sirup oder eisenhaltigen Säften. Eisen in Tropfenform kommt fast nur zum Einsatz, wenn das Schlucken von Eisentabletten problematisch ist.

PHARMAKOLOGISCHE EISENPRÄPARATE MIT VERSCHIEDENEN WIRKSTOFFEN

Eisenverbindungen in oralen Eisenpräparaten:

  • Eisen (II) sulfat
  • Eisen (II) fumarat
  • Eisen (II) gluconat
  • Eisen (II) glycin-sulfat-Komplex
  • Eisen (II) phosphat
  • Eisen (II) bisglycinat
  • Eisen (II) ascorbat
  • Eisen (III) maltol

NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL MIT EISEN

Nahrungsergänzungsmittel und nicht-apothekenpflichtige Mittel mit Eisen, wie sie oft zur Prophylaxe von Eisenmangel eingenommen werden, sind am häufigsten in Tablettenform erhältlich.

Zu kaufen gibt es sie bei speziellen Online-Anbietern, in Apotheken, Reformhäusern und teilweise auch in Supermärkten. In Eisentabletten finden sich meist die Inhaltsstoffe Eisen (II) fumarat, Eisen (II) sulfat oder Eisen (II) gluconat.

Frei verkäuflich sind alternativ auch Nahrungsergänzungsmittel und nicht-apothekenpflichtige Mittel in flüssiger Form. Oft sind die flüssigen Mittel eisenhaltige Kombipräparate in Form von Saft oder Sirup mit Vitaminen und anderen Nährstoffen.

Außerdem sind im freien Handel auch Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen aus rein natürlichen Quellen verfügbar. Ein natürliches Eisenpräparat, das besonders gut verträglich sein soll, beinhaltet den Pilz Aspergillus oryzae in Kombination mit Vitamin C. Daneben liefert auch ein Curryblattextrakt in Kombination mit Vitamin C ein Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen aus ganz natürlicher Quelle.

EINNAHME UND AUFNAHMEFÄHIGKEIT VON ORALEN EISENPRÄPARATEN

Die Aufnahmefähigkeit der eingenommenen Eisenverbindung ist nicht nur vom Wirkstoff abhängig, sondern auch von der Art der Verabreichung. Wenn sich Eisenverbindungen schon früh im Magen-Darmtrakt auflösen können, sind sie in der Regel besser verwertbar, als Verbindungen, die später freigesetzt werden.

Darüber hinaus ist die Eisenaufnahme individuell unterschiedlich und nicht zuletzt bestimmt sie auch den Therapieerfolg, bzw. die Therapiedauer mit.

Ein Eisenpräparat sollte nicht zusammen mit anderen Präparaten oder Medikamenten eingenommen werden. Einnehmen sollte man Eisenpräparate auch nicht zusammen mit Milch, Kaffee, Tee oder Cola-Ggetränken, sondern mit Wasser oder besser noch mit Orangensaft, da das enthaltene Vitamin C die Aufnahmefähigkeit von Eisen steigert.

Eine bessere Aufnahmefähigkeit zeigten orale Eisenpräparate, wenn man sie mit 2 Stunden Abstand zwischen der letzten und der nächsten Mahlzeit einnimmt. Es wird empfohlen, Eisenpräparate morgens nüchtern eine Stunde vor dem Frühstück einzunehmen.

Der Körper nimmt aus Eisentabletten eine Eisenmenge zwischen 3-7% auf, so dass ihm aus einer üblichen täglichen Dosis von 100 mg Eisen zusätzlich nur 3-7 mg Eisen zur Verfügung gestellt werden. Am schlechtesten kann der Körper Eisen aus Tabletten oder anderen Formen von Eisenpräparaten mit dem Inhaltsstoff Eisen (II) gluconat aufnehmen.

VERTRÄGLICHKEIT UND NEBENWIRKUNGEN

Orale Eisenpräparate können die Schleimhäute reizen und führen bei etwa 30% der Anwender zu Nebenwirkungen in Form von Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit oder Erbrechen. In dem Fall wird empfohlen, das Präparat zu den Mahlzeiten einzunehmen. 20% der Patienten brechen die Therapie mit den üblichen oralen Eisenpräparaten wegen der Nebenwirkungen ab.

Eine bessere Verträglichkeit haben Eisenpräparate, die sich erst spät im Verdauungstrakt freisetzen. Sie verursachen zwar weniger Nebenwirkungen und sind deshalb besser verträglich, sie bringen dafür aber eine schlechtere Verwertbarkeit mit.

Zu den herkömmlichen Eisenverbindungen gibt es mittlerweile einige Alternativen. Besser verträglich und besser bioverfügbar sollen demnach Eisenverbindungen mit Aminosäuren sein. Die alternativen Eisenverbindungen sind jedoch nicht in den meisten deutschen Apotheken verfügbar und sie werden auch in der Regel nicht bei Verordnung von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Insbesondere Eisenaminosäurechelate und Eisenverbindungen mit Transportproteinen wie Lactoferrin zählen zu diesen besser verfügbaren und verträglicheren Eisenpräparaten.

Aber auch der hierzulande verfügbare Wirkstoff Eisenbisglycinat kann die Rate der Nebenwirkungen deutlich senken, weil 25 mg Eisenbisglycinat ausreichen, um den gleichen Effekt zu erzielen, wie er sonst mit 50 mg herkömmlichem, nebenwirkungsreicherem Eisensulfat erreicht wird. Mit der geringeren Dosis Eisenbisglycinat sind dementsprechend weniger Nebenwirkungen verbunden.

THERAPIEDAUER BEI ORALER EINNAHME VON EISENPRÄPARATEN

Die orale Eisentherapie dauert in Abhängigkeit vom festgestellten Eisenstatus mindestens zwischen 3-6 Monate, weil der Darm täglich nur in begrenztem Maß Eisenmengen zulässt. Nicht mehr als maximal 5 mg Eisen können den Darm täglich passieren, so dass bei einem entsprechenden Eisenmangel eine längere Therapiedauer erforderlich ist. Effekte der Eisentherapie werden frühestens nach 4 Monaten erkennbar.

Ungünstig auf die Therapiedauer wirkt sich bei der oralen Eisentherapie aus, dass sich mit zunehmender Füllung der Eisenspeicher, die Aufnahmefähigkeit von Eisen in den Körper verringert.

Eisen-Infusionstherapie

Eisen kann auch intravenös über Infusionen verabreicht werden, wenn eine orale Eisentherapie nicht erfolgreich war oder nicht angewendet werden kann.

Eine Eiseninfusion hat insofern Vorteile, weil die gesamte Eisendosis dem Körper ohne Verluste zugänglich gemacht wird und die Eisenspeicher so am schnellsten wieder aufgefüllt werden können.

Die Eiseninfusion enthält neben dem Eisenpräparat in der Regel eine Kochsalzlösung. Sie kann während einer Dialyse auch unverdünnt injiziert werden. Die Anzahl der Infusionen und die zu verabreichende Dosis richtet sich nach dem bestehenden Eisenmangel. Ausschlaggebend ist der Ferritinwert oder der Hämoglobinwert.

Zur Ermittlung der benötigten Menge nimmt der Arzt vor der Verabreichung eine Blutuntersuchung vor. Um einen ausgeprägten Eisenmangel zu behandeln, sind etwa 6 Infusionen zu je 200 mg Eisen erforderlich, die über einen Zeitraum von 3 Wochen verabreicht werden. Die Dosis und Therapiedauer richtet sich aber nach dem ausgewählten Wirkstoff. Einige Wirkstoffe dürfen nach Herstellerangaben nur 1 mal wöchentlich verabreicht werden.

GEGENANZEIGEN FÜR EISENINFUSIONEN

Gegenanzeigen für eine Eiseninfusion sind bei vielen Präparaten neben Infektionen und Leberfunktionsstörungen auch Arzneimittelallergien, rheumatoide Arthritis, schweres Asthma oder Hautausschläge und andere Allergien. Sowohl bei einer Eisenüberladung wie auch bei einer Anämie, die nicht durch Eisenmangel verursacht ist, sind Eiseninfusionen nicht angezeigt. Die Verabreichung an Kinder unter 14 Jahren ist häufig bei den Präparaten nicht zulässig.

NEBENWIRKUNGEN BEI EISENINFUSIONEN

Empfindliche Patienten können die Passage von oral aufgenommenem Eisen durch den Verdauungstrakt umgehen und so Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen verhindern.

Aber auch bei Eiseninfusionen können verschiedene und teilweise schwere Nebenwirkungen auftreten. Häufig kommt es z.B. nach der Infusion von Eisen (III) Carboxymaltose zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerz, Schwindel, Bluthochdruck, Übelkeit und es kommt auch häufig zu Reaktionen an der Einstichstelle.

Zu einer schwerwiegenden allergischen Reaktionen kann es nach Verabreichung von Eisen (III) Carboxymaltose gekommen sein, wenn der Patient eines der folgenden Anzeichen spürt: Jucken, Ausschlag, Atemprobleme oder pfeifendes Atemgeräusch. Auch wenn Zunge, Lippen, Rachen oder der Körper anschwillt, kann das ein Anzeichen für eine schwerwiegende allergische Reaktion auf die Eiseninfusion sein. Bei weniger als 1 von 1000 Patienten löst die Eiseninfusion schwerwiegende oder lebensbedrohliche allergische Symptome aus und es kommt zum anaphylaktischen Schock mit Problemen des Herz-Kreislaufsystems und Bewusstseinsverlust.

Zu seltenen Nebenwirkungen kommt es bei 1 von 1000 Patienten nach einer Eiseninfusion mit dem Wirkstoff Eisen (III) Carboxymaltose. Auftreten können dabei etwa eine Venenentzündung, allgemeines Unwohlsein, Angst, Ohnmacht, Bewusstseinsverlust, starke Blähungen, Gesichtsschwellung, Schwächegefühl, grippeähnliche Anzeichen, Fieber, Quaddeln, Blässe sowie ein pfeifendes Atemgeräusch.

1 von 100 Patienten leidet infolge einer Eiseninfusion etwa unter Nebenwirkungen wie Hautkribbeln, Taubheit, Veränderung des Geschmacksempfindens, Verdauungsstörungen, Erbrechen, Atemproblemen, Gesichtsrötung, hoher Herzfrequenz, Ausschlag, Schmerzen des Bewegungsapparates, niedrigem Blutdruck, Durchfall, Schwellungen der Füße oder Hände, Schmerzen im Brustkorb.

Um mögliche Nebenwirkungen auszumachen, verbleiben Patienten nach der Infusion in der Regel noch etwa 30 Minuten zur Beobachtung in der Praxis.

Bei einer Eisen-Infusionstherapie kommen keine oralen Eisenpräparate zusätzlich zum Einsatz.

AUFFRISCHUNGEN DER EISENINFUSIONS-THERAPIE

Zur Erhaltung der verbesserten Eisenwerte werden im Abstand von 6 -12 Monaten bedarfsweise Auffrischungsinfusionen verabreicht.

Kostenübernahme von Eisenpräparaten durch die Krankenkasse

ÜBERNAHME NUR UNTER BESTIMMTEN VORAUSSETZUNGEN

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in den meisten Fällen die Kosten für ärztlich verordnete orale Eisenpräparate in Verbindung mit dem Eigenanteil bei diagnostizierter Blutarmut im Stadium III. Wenn ein Eisenmangel im Stadium II vorliegt, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse auch die Kosten für orale Mittel für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr auf Kassenrezept, wenn bei ihnen Entwicklungsstörungen nachweisbar sind. Bei medizinischer Notwendigkeit tragen gesetzliche Kassen ebenfalls die Kosten für intravenöse Eiseninfusionen.

In allen anderen Fällen sind die Kosten für orale Eisenpräparate oder Eiseninfusionen aus eigener Tasche zu zahlen.

Gesetzliche Kassen übernehmen allerdings keine Kosten für nicht verschreibungspflichtige Eisenpräparate. Dazu zählen Arzneimittel mit Eisen, die nicht apothekenpflichtig sind genauso wie eisenhaltige Nahrungsergänzungsmittel und nicht verordnungsfähige Arzneimittel.

Während verordnete Eisen-Monopräparate von gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden, übernehmen sie in der Regel keine Erstattung bei ärztlich verordneten Eisen-Kombipräparaten.

Gesetzliche Krankenkassen fordern, dass möglichst orale Eisenpräparate verordnet werden. Eiseninfusionen sollen erst dann verordnet werden, wenn mindestens zwei orale Mono-Eisenpräparate nicht verträglich waren oder der Therapieerfolg ausblieb.

Referenzwerte von Eisen

SO VIEL EISEN BENÖTIGT DER KÖRPER

Der Körper hat einen Eisenbedarf von 1 mg pro Tag. Da er nur ein Zehntel der aufgenommen Eisenmenge verwerten kann, muss die tägliche Aufnahmemenge von Eisen entsprechend höher sein.

Tierisches Eisen in Fisch, Fleisch und Fleischwaren (Häm-Eisen) ist besser verwertbar als pflanzliches Eisen und erhöht darüber hinaus sogar die Verwertbarkeit von pflanzlichem Eisen. Pflanzliches, nicht häm-gebundenes Eisen muss vor der Aufnahme durch die Darmwand erst umgewandelt werden.

Die empfohlene tägliche Aufnahmemenge von Eisen über die ausgewogene Ernährung beträgt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE):

  • Säuglinge 0 bis unter 4 Monate 0,5 mg
  • Säuglinge 4 bis unter 12 Monate 8 mg
  • Kinder von 1 bis unter 7 Jahre/8 mg
  • Kinder von 7 bis unter 10 Jahre/10 mg
  • Jungen und Männer von 10 bis unter 19 Jahre/12 mg
  • Mädchen und Frauen von 10 bis 51 Jahre/15 mg
  • Frauen von 51 bis unter 65 Jahre und älter/10 mg
  • Männer von 19 bis 65 Jahre und älter/10 mg
  • Schwangere/30 mg
  • Stillende/20 mg

Die Eisenaufnahme kann durch die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C, z.B. in Orangensaft, verbessert werden. Die Aufnahmefähigkeit steigt erheblich.

Die Aufnahme kann beeinträchtigt werden, wenn gleichzeitig z.B. Tee, Kaffee, Cola, Rotwein, Milch, Kakao, Rhabarber oder Eier aufgenommen werden. Leider befinden sich in eisenhaltigen Produkten wie Sojabohnen oder Rhabarber kontraproduktive Stoffe, z.B. Oxalsäure, die die Aufnahme von Eisen behindert. Auch andere Mineralstoffpräparate, Antibiotika oder magensäure-reduzierende Medikamente können die Eisenaufnahme behindern.

Überdosierung von Eisen ist schädlich

EISENPRÄPARATE NUR UNTER ÄRZTLICHER KONTROLLE EINNEHMEN

Eine Überdosierung von Eisen ist schädlich. Deshalb wird dazu geraten, Eisenpräparate nur unter ärztlicher Kontrolle einzunehmen. Nur wenn eine Eisenunterversorgung, ein Eisenmangel oder eine Blutarmut festgestellt wird, ist die Einnahme von entsprechenden eisenhaltigen Mitteln sinnvoll.

Wenn es zu einer Überdosierung von Eisen kommt, ergeben sich Hinweise darauf, dass das Risiko für Krebs und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems wie Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall ansteigt.

Als Ursache für das erhöhte Risiko vermuten Forscher die überschüssigen freien Eisenionen, weil sie die Entstehung von Freien Radikalen fördern und viele Körperzellen schädigen. Bereits bei Eisenwerten im oberen normalen Bereich besteht Untersuchungen zufolge ein erhöhtes Risiko für eine Tumorerkrankung.

Kinder, bei denen trotz ausgeglichenem Eisenstatus durch vermehrte Zufuhr überschüssiges Eisen entsteht, können Wachstumsstörungen erleiden.

Eisengehalte in Lebensmitteln

EISEN IN LEBENSMITTELN

Eisen kommt in vielen Lebensmitteln natürlich vor. Enthalten in es z.B. in folgenden Anteilen:

Rindfleisch (2,9 mg/100 g), Geflügel Pute (3 mg/100 g), Schweineleber (7,1 mg/100 g), Pfifferlinge (6,5 mg/100 g), Haferflocken (4,6 mg/100 g), Erbsen (6,9 mg/100 g), Weiße Bohnen (6,1 mg/100 g), Linsen (7,5 mg/100 g), Roggenbrot (3,3 mg/100 g). Auch in Thymian (20 mg/100 g), Pfefferminze (13 mg/100 g), Kürbiskernen (13 mg/100 g) oder getrockneten Aprikosen (3,8 mg/100 g) steckt viel Eisen.

Reich an pflanzlichem Eisen sind besonders Vollkornprodukte, Fenchel, Hülsenfrüchte, einige Blattsalate und verschiedene Kohlarten.

DGE. Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten.pdf

WHO. Nutrition. Micronutrient defenciences. Iron deficiency.

Ernährung in der Stillzeit – kindergesundheit-info.de: unabhängiges Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.

H.K. Biesalski, S.C. Bischoff, C. Puchstein. Ernährungsmedizin. 4. Auflage 2010. Verlag Thieme.

Elisabeth Fischer, Dr. med. Irene Kührer: Richtig essen bei Eisenmangel. Südwest Verlag

Innere Medizin. Band 4. 7. Auflage. Verlag Urban & Fischer. 2004

H.Peters, I. Heyde, S. Dicheva. Wer zahlt die Eisensubstitution? DAZ 03/ 2015, Nr. 12 S.30

Burgerstein, Dr. Lothar: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag.2011

P. Ferrari, A. Nicolini, M.L. Manca et al. Treatment of mild non-chemotherapy-induced iron deficiency anemia in cancer patients: comparison between oralferrous bisglycinate chelate and ferrous sulfate. Biomed Pharmacother. 2012 Sep; 66 (6): 414-8

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K. Schürmann, I. Golly. Birgt die indikationsgerechte Eisengabe Gefahren für die Gesundheit? Dtsch Med Wochenschrift 1996; 121(6): 179-184

Mögliche Nebenwirkungen einer Eiseninfusion: Gebrauchsinformation Ferinject 50 mg Eisen/Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Hersteller: Vifor France

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 | aktualisiert 08/20

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