Essentielles Spurenelement

LEBENSWICHTIGES MINERAL

Eisen ist ein lebenswichtiges Mineral, das über die tägliche Ernährung in den Körper gelangt. Es ist Bestandteil wichtiger Enzyme und wird im Körper für die Bildung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und für die Bildung des Muskelfarbstoffs (Myoglobin) benötigt. Jede Sekunde werden etwa 2 Millionen rote Blutkörperchen (Erythrozyten) produziert, die Hämoglobin enthalten. Eisen bindet den Sauerstoff an das Hämoglobin und transportiert ihn durch die Blutbahnen. Außerhalb des Blutes wird das Mineral durch das Protein Transferrin transportiert.

Vorkommen

EISENHALTIGE LEBENSMITTEL

Eisen kommt in vielen Lebensmitteln vor. Enthalten in es z.B. in folgenden Anteilen:

Rindfleisch (2,9 mg/100 g), Geflügel Pute (3 mg/100g), Schweineleber (7,1 mg/100 g), Pfifferlinge (6,5 mg/100 g), Haferflocken (4,6 mg/100 g), Erbsen (6,9m g/100 g), Weiße Bohnen (6,1 mg/100 g), Linsen (7,5 mg/100 g), Roggenbrot (3,3 mg/100 g). Auch in Thymian (20 mg/100 g), Pfefferminze (13 mg/100 g), Kürbiskernen (13mg/100 g) oder getrockneten Aprikosen (3,8 mg/100 g) steckt viel Eisen.

Tagesbedarf

SO VIEL EISEN BENÖTIGT DER KÖRPER

Der Körper hat einen Eisenbedarf von 1 Milligramm Eisen pro Tag. Da er nur ein Zehntel der aufgenommen Menge verwerten kann, muss die tägliche Aufnahmemenge entsprechend höher sein. Tierisches Eisen ist besser verwertbar als pflanzliches.

Die empfohlene tägliche Aufnahmemenge von Eisen über die ausgewogene Ernährung beträgt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE):

  • Säuglinge 0 bis unter 4 Monate 0,5 mg
  • Säuglinge 4 bis unter 12 Monate 8 mg
  • Kinder von 1 bis unter 7 Jahre/ 8 mg
  • Kinder von 7 bis unter 10 Jahre /10 mg
  • Jungen und Männer von 10 bis unter 19 Jahre / 12 mg
  • Mädchen und Frauen von 10 bis 51 Jahre / 15 mg
  • Frauen von 51 bis unter 65 Jahre und älter /10 mg
  • Männer von 19 bis 65 Jahre und älter /10 mg
  • Schwangere /30 mg
  • Stillende /20 mg

Die Eisenaufnahme kann durch die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C, z.B. in Orangensaft, verbessert werden.

Die Aufnahme kann beeinträchtigt werden, wenn gleichzeitig z.B. Tee, Kaffee, Cola, Rotwein, Milch, Kakao, Rharbarber oder Eier aufgenommen werden. Leider befinden sich in eisenhaltigen Produkten wie Sojabohnen oder Rharbarber kontraproduktive Stoffe, z.B. Oxalsäure, die die Aufnahme von Eisen behindert. Auch andere Mineralstoffpräparate, Antibiotika oder magensäure-reduzierende Medikamente können die Eisenaufnahme behindern.

Speicherfähigkeit

EISENRESERVEN IM KÖRPER

Der Körper kann 3-5 Gramm Eisen speichern. Eisendepots befinden sich in Leber, Knochenmark, Milz und der Muskulatur.

Eisenmangel

WENN DEM KÖRPER EISEN FEHLT

Ein nicht unerheblicher Teil der deutschen Bevölkerung leidet an Blutarmut (Eisenmangel-Anämie). Bei einer Blutarmut enthalten die Körperzellen nicht genug Sauerstoff und sind in ihrer Funktion eingeschränkt. Das Herz muss schneller schlagen, um den Sauerstoffmangel auszugleichen. Eisenmangel beginnt, wenn die Eisenreserven des Körpers erschöpft sind und nicht mehr ausreichend Hämoglobin gebildet werden kann.

URSACHEN FÜR ESENMANGEL

Eisenmangel kann entstehen, wenn die täglich benötigte Menge über die Nahrung nicht zugeführt wird oder wenn der Eisenbedarf steigt. Mögliche Ursachen für eine Unterversorgung mit Eisen können sein:

  • Schwangerschaft & Stillzeit
  • Mangel an Vitamin B12 oder Vitamin C
  • Sportliche Belastung
  • Eisenarme Ernährung
  • Blutspenden
  • Unfall oder Operationen
  • starke Menstruationsblutungen
  • Chronische Blutungen des Magen-Darmtrakts bei Tumoren, Geschwüren, Krampfadern
  • Innere Blutungen in Magen, Darm
  • Blut im Urin
  • Medikamenteneinnahme

RISIKOGRUPPEN

Ungefähr die Hälfte der Frauen im gebärfähigen Alter leidet an einer Unterversorgung mit Eisen, zumeist infolge der Menstruationsblutungen. Auch Vegetarier und Veganer können häufig betroffen sein, weil der Körper pflanzliches Eisen nicht optimal verwerten kann. Ebenfalls haben Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit einen erhöhten Bedarf. Personen mit Magen- und Darmerkrankungen, bei denen weniger Magensäure gebildet wird, können an einer Unterversorgung leiden. Auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente kann die Eisenaufnahme beeinträchtigt sein. Zudem benötigen Sportler ungefähr die doppelte Menge an Eisen wie Nichtsportler, weil der Körper vermehrt Hämoglobin bilden muss. Allein werden vom Körper 1,2 Milligramm Eisen pro ein Liter Schweiß verwendet.

 ERSTE SYMPTOME FÜR UNTERVERSORGUNG

  • Blaue oder braune Augenringe
  • Erschöpfung
  • Vergesslichkeit
  • Müdigkeit
  • Nervosität
  • Gereiztheit
  • Abgespanntheit
  • Kälteempfindlichkeit

 SYMPTOME FÜR LEICHTEN EISENMANGEL

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Blässe
  • Kurzatmigkeit
  • Blasse Schleimhäute
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Schwächeanfälle
  • Appetitlosigkeit
  • Leistungsabfall
  • Innere Unruhe
  • Brennende Zunge
  • Rissige Lippen
  • Starker Haarausfall
  • Sodbrennen
  • Brüchige Nägel
  • Schluckbeschwerden

SYMPTOME FÜR SCHWERE BLUTARMUT

  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Brustschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Sehprobleme
  • Benommenheit
  • Ausbleiben der Menstruation
  • Pica-Syndrom-Veränderungen der Fingernägel, nächtliche Muskelkrämpfe etc.

Eisenmangel feststellen

DIAGNOSE EISENMANGEL

Ob ein Eisenmangel vorliegt, kann eine ärztliche Blutuntersuchung in Verbindung mit den vorliegenden Symptomen ergeben. Bei Verdacht auf Eisenmangel erfolgt die Feststellung der Eisenkonzentration im Blut. U.a. deuten niedrige Hämoglobinwerte auf eine Blutarmut hin. Außerdem kann der Zustand des Augenlids Auskunft über eine Blutarmut geben, das bei Blutarmut von unten sehr blass ist. Auch Untersuchungen des Knochenmarks können Aufschluss über eine Blutarmut geben.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-Gemuese-Obst-2012.pdf – Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischher Krankheiten
Ernährung in der Stillzeit – kindergesundheit-info.de: unabhängiges Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.
Elisabeth Fischer, Dr. med. Irene Kührer: Richtig essen bei Eisenmangel. Südwest Verlag
Burgerstein, Dr. Lothar: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag.2011
Hans Dietl, Gerhard Ohlenschläger: Handbuch der Orthomolekularen Medizin. Haug, Heidelberg 1994
Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 | aktualisiert November 2018

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