Ein paar Vorsorgemaßnahmen und die notwendige Sorgfalt sind beim Aufenthalt im Ausland oft unerlässlich, wenn es darum geht, Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten. Denn wer einen Auslandsaufenthalt plant, will ihn auch möglichst unbeschwert genießen können. Mit einigen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen Institutionen empfohlenen Vorsorgemaßnahmen lassen sich je nach Reiseziel einige Beschwerden wie Durchfallerkrankungen oder Infektionen in der Urlaubszeit häufig vermeiden.

Doch nicht alle Magen-Darmbeschwerden im Ausland sind auf Keime zurückzuführen. Europäer sind an bestimmte Speisen und Zubereitungsarten gewöhnt, so dass es manchmal auch die ungewohnte Kost ferner Länder sein kann, die zu vorübergehenden Reizungen des Magen-Darmtrakts führt.

Zahlreiche Infektions- und Tropenkrankheiten stehen auf der Liste des Auswärtigen Amts, über die Reisende sich je nach Reiseziel informieren können, damit sie rechtzeitig empfohlene Schutzmaßnahmen für eine geplante Auslandsreise treffen können.

LESETIPP

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Tipps im Umgang mit Wasser und Getränken

Das örtliche Leitungswasser und bestimmte Getränke können unsichtbare Gefahren bergen. Hier empfehlen Experten verschiedene Vorsichtsmaßnahmen.

Genießen Sie daher nur Wasser oder Milch, die Sie mindestens eine Minute lang frisch abgekocht haben. Meiden Sie Rohmilch. Es wird außerdem empfohlen, offene Getränke und Eiswürfel zu vermeiden. Diese bestehen oft aus örtlichem Leitungswasser, das mit Keimen belastet sein kann. Auch Zähneputzen sollte man nur mit Wasser aus original verschlossenen Flaschen.

Tipps im Umgang mit Speisen und Lebensmitteln

Gerade fremde Länder verführen den Urlauber gern zum Schlemmen und versprechen ganz besondere kulinarische Genüsse. Dennoch raten Experten einige Regeln unbedingt beachten, denn nicht immer ist den Lebensmitteln anzusehen, ob sie unbedenklich sind.

Verzichten Sie deshalb auf rohe tierische Produkte und meiden Sie auch Austern und Muscheln. Fisch und Fleisch sollten Sie nur gut durchgebraten oder durchgekocht genießen. Die Aufbewahrung von Speisen sollte nur gekühlt erfolgen, nicht bei Zimmertemperatur.

Trennen Sie gekochte Speisen von rohen Lebensmitteln und meiden Sie selbstgemachte Mayonnaise, Speiseeis, Desserts und ungekochte Eier. Auch auf den Schalen können gefährliche Keime vorhanden sein.

Salat sollte ebenfalls gemieden werden, er kann durch unsauberes Wasser oder Düngeverfahren keimbelastet sein. Wenn man Obst oder Gemüse verzehrt, sollte es immer selbst frisch geschält werden und anschließend nicht unter Leitungswasser abgewaschen werden. Fertig aufgeschnittenes Obst und Gemüse sollte man ebenfalls meiden.

Tipps zur allgemeinen Hygiene

Experten raten außerdem zum regelmäßigen Händewaschen vor und nach dem Toilettengang sowie vor und nach jedem Kontakt mit Lebensmitteln.

Besonders den Kontakt mit Klobrillen in öffentlich zugänglichen Toiletten sollte man im Ausland vermeiden.

Auch sollten Reisende darauf achten, dass Insekten besonders in Zusammenhang mit Lebensmitteln vermieden werden.

Tipps für das Baden

Experten raten wegen der hohen Ansteckungsgefahr dazu, nicht in öffentlichen Schwimmbädern oder Lagunen zu baden.

Hinweise zu Impfungen

Eine Reihe von Infektionen wie Hepatitis, Typhus oder Cholera können über das Essen oder durch den Kontakt mit infizierten Flächen oder infizierten Personen übertragen werden. Die Impfung kann zwar die Einhaltung der allgemein empfohlenen Regeln zur Hygiene und Nahrungsmittelsicherheit nicht ersetzen, dennoch lassen sich gegen einige infektiöse Erkrankungen Schutzimpfungen einsetzen, die bei Reisen in bestimmte Länder von Reisemedizinern und öffentlichen Institutionen unbedingt empfohlen werden.

Über empfohlene Schutzimpfungen für ein Reiseziel informiert auch das Robert-Koch-Institut (RKI).

Die Health Risk Map, die aus der Analyse mehrerer Hunderttausend weltweit gemeldeter Krankheitsfälle entstanden ist, gibt auf einer Weltkarte übersichtlich Auskunft, in welchen Gebieten derzeit bestimmte Infektionen auftreten. Auch weitere aktuelle Warnungen befinden sich auf der Website.

Tipps zur Reiseapotheke

Wenn die Reise in unerschlossene Gebiete oder medizinisch schlecht versorgte Länder führt, empfiehlt der Gesundheitsdienst eine Reiseapotheke (PDF) für den Notfall. Je nach Reiseziel werden neben speziellen Medikamenten auch Utensilien wie eine Wärmflasche oder ein Moskitonetz für die Reiseapotheke empfohlen.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 08/2016 | aktualisiert 29.01.2023
Bildquelle: © Nicole Klesy auf Pixabay.com

Quellen und weiterführende Informationen:

Auswärtiges Amt: Reisen und Gesundheit

WHO: 5 Schlüssel zu sicheren Lebensmitteln

WHO: Rette Leben – Reinigen Sie Ihre Hände

Auswärtiges Amt. Infektions- und Tropenkrankheiten

Auswärtiges Amt. Gesundheitsdienst, Merkblatt für Beschäftigte und Reisende. Vorschlag für die Haus- und Reiseapotheke in medizinisch schlecht versorgten Ländern

Wichtige Hinweise zu Gesundheitsthemen

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

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