Fastfood – wenn das Kochen zur Nebensache wird

FERTIGGERICHTE, FASTFOOD, JUNKFOOD & CO. 

Keine Lust, keine Zeit oder einfach nur zu müde – alles das sind gängige Argumente, schnell mal zum bequemen Fertiggericht zu greifen oder den nächsten Imbiss aufzusuchen, anstatt eine Mahlzeit frisch zu zubereiten. Gegen das Hungergefühl ist eine schnelle Lösung sicherlich die Angenehmste, doch leider stellen viele Fertiggerichte beim Blick auf die Inhaltsstoffe oft nicht die Nährstoffe zur Verfügung, die der Körper von einer Mahlzeit erwartet. Stattdessen belastet manches Fertiggericht den Körper außerdem mit ungesunden Zusatzstoffen.

Instantnudeln fördern Herzkrankheiten Nudelsuppe

Instant-Nudeln bergen Gesundheitsrisiko

> Mehr erfahren

Herzkrankheiten durch Instant-Nudeln

Gerichte mit Instant-Nudeln fördern Herzkrankheiten. Erfahren Sie mehr über die Ursachen.

> Zum Bericht auf Infothek-Gesundheit

Von Zeit zu Zeit ist gegen ein schnelles Fertiggericht wohl nichts einzuwenden, aber wer häufig gewohnheitsmäßig zu kalorienreichen und gleichzeitig nährstoffarmen Lösungen greift, ohne dabei ausreichend für frische und ballaststoffreiche Nahrungsmittel zu sorgen, spart zwar Zeit, erhöht aber sein Risiko für Krebs, wie eine Langzeitstudie aus dem Jahr 2018 mit mehr als Hunderttausend Teilnehmern belegt.

FERTIGGERICHT IST NICHT GLEICH FERTIGGERICHT

Schon lange ist bekannt, dass viele Fertiggerichte ungesund sind und ihr häufiger Verzehr zu Fehlernährung und Übergewicht führt. Dies betrifft besonders ballaststoffarme Weißmehlprodukte und nährstoffarme Produkte mit hohen FettanteilenZuckeranteilen und Salzanteilen.

Aber wie befreit man sich aus der bequemen Endlosschleife, wenn man auf den Geschmack gekommen ist und neben dem Alltagsstress nur noch wenig Zeit und Muße für die Küche findet?

Alternativen bei Fastfood und Fertiggerichten finden

DIE BEWUSSTE AUSWAHL IST ENTSCHEIDEND

Ein paar kleinere Umstellungen im Speiseplan können auch bei Fastfood und Fertiggerichten schon einen ersten kleinen Beitrag auf dem Weg zur vollwertigen Ernährung leisten.

Eigentlich ist es gar nicht schwer, aus dem großen Angebot der schnellen „Sattmacher“, speziell die herauszufinden, die mehr Nährstoffe beinhalten und weniger auf die Hüften gehen – bei genauerem Hinsehen tun sich nämlich durchaus einige schmackhafte Alternativen auf.

NACH ALTERNATIVEN ANBIETERN AUSSCHAU HALTEN

Egal ob es sich um verschiedene Convenience – Produkte aus dem Supermarkt, das Kantinenessen oder den schnellen Snack für unterwegs handelt, schon zahlreiche Anbieter haben den Trend der Zeit erkannt und führen mittlerweile auch ernährungsphysiologisch empfehlenswertere Gerichte und Getränke in der Speiseauswahl. Sogar für besondere Ansprüche, wenn es etwa um ins Haus gelieferte angereicherte Krankenkost, diätische Fertiggerichte, glutenfreie oder laktosefreie Fertigmahlzeiten geht, steht reichlich Auswahl zur Verfügung. Wer im Supermarkt nicht erfolgreich ist, der findet ausreichend Anbieter im Internet.

Auch wenn die frische Küche daheim nur selten in Frage kommt, es ist möglich, bei Fastfood und Fertiggerichten geschickt Kalorien einzusparen und gleichzeitig nährstoffarme Komponenten gegen nährstoffreichere auszutauschen.

13 Tipps für Freunde von Fertiggerichten und Fastfood

KALORIEN SPAREN UND NÄHRSTOFFQUALITÄT VERBESSERN

1. Getreideprodukte überprüfen
Ballaststoffe sind gesund. Brot, Pizza und Kekse aus Weißmehl kann man weitgehend gegen Vollkornprodukte austauschen.

2. Getränkewahl überprüfen
Kalorienreiche Getränke ersetzen. Statt süße Limonade auf Mineralwasser, Fruchtsaftschorle (3 Teile Wasser : 1 Teil Fruchtsaft) oder ungesüßten Tee ausweichen.

3. Gesunden Nachtisch wählen
Vitamine statt Sahne. Es muss nicht unbedingt der Sahnepudding sein. Die Nachspeise kann genutzt werden, um dem Körper eine vitaminreiche frische Portion Obst zu gönnen.

4. Zwischenmahlzeiten austauschen
Vitamine und Ballaststoffe statt Kekse. Statt Kekse oder Salzstangen dürfen es auch mal frische Gemüsesticks aus Möhren, Kohlrabi oder Gemüsepaprika sein, die schnell zu besorgen sind und die man in Handumdrehen zubereiten kann.

5. Fettreiche Beilagen austauschen
Pommes oder Kroketten lassen sich durch eine Pellkartoffel oder Reis ersetzen. Wer Kalorien sparen will, darf ruhig eine fettreiche oder kohlenhydratreiche Beilage gegen einen großen Salat oder eine Extra-Portion Gemüse eintauschen. Auch ein unpaniertes Hähnchenschnitzel statt einer Bratwurst oder dem panierten Schweineschnitzel leistet einen Beitrag zur bewussten Ernährung.

6. Auf Dressings und Soßen achten
Gerade Mayonnaise, Sahnedressings und Bratensoßen belasten das Kalorienkonto. Manchmal genügt stattdessen vielleicht auch ein schon Schnitzel mit Zitrone, eine Pommes mit Ketchup, eine halbe Portion Soße oder ein Salat mit Essig und Öl. Es ist oft nicht bekannt, dass eine große Portion Mayonnaise fast so viele Kalorien hat wie eine kleine Portion Pommes Frites.

7. Portionsgrößen verkleinern
Oft wird aus Gewohnheit der Teller leer gegessen, auch wenn der Hunger gar nicht so groß war. Es empfiehlt sich, die Portionsgrößen bewusst dem Hunger anzupassen. Grundsätzlich sollte man langsam essen und ausgiebig kauen, weil das Sättigungsgefühl erst nach etwa zwanzig Minuten eintritt – egal ob man bis dahin viel oder wenig gegessen hat.

8. Bunte Salatteller und Gemüse ergänzen
Gemüse und bunte Salatteller mit frischen Zutaten stehen für kalorienarme Vielfalt. Sie beinhalten viele wichtige Vitamine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe und sollten möglichst jede Hauptmahlzeit begleiten.

9. Auf die Zutatenliste achten
Nicht jede Salatbeilage ist automatisch kalorienarm. Salate, die mit sehr fetthaltigem Käse und/oder kalorienreichen Dressings zubereitet sind, können mitunter kalorienreicher sein, als das eigentliche Hauptgericht.

10. Alkoholkonsum einschränken
 Alkohol hemmt die Fettverbrennung und liefert sehr viele Kalorien. Wer beim Essen Kalorien sparen will, sollte lieber auf Alkohol verzichten.

11. Täglich Obst, Gemüse oder ersatzweise ein Smoothie
Mindestens 250 Gramm Obst und 400 Gramm Gemüse sollen es täglich sein. Die Menge entspricht etwa fünf handtellergroßen Portionen. Wer die täglichen Portionen nicht schafft, kann mit einem möglichst natürlichen, unverdünnten Smoothie aus Obst und Gemüse ohne Zuckerzusatz eine Portion ersetzen.

12. Möglichst auf Zusatzstoffe verzichten
Fertiggerichte weisen unterschiedlich viele Lebensmittelzusatzstoffe auf. Hierzu zählen beispielsweise natürliche oder chemisch hergestellte Geschmacksverstärker, Aromastoffe oder Konservierungsstoffe. Wer an diesen Zusatzstoffen sparen möchte, sollte die Zutatenlisten auf den Produkten vergleichen. Bei Tiefkühlkost kann etwa im Gegensatz zu Konservendosen häufig auf Konservierungsstoffe verzichtet werden.

13. Auf den Salzgehalt achten
Viele Fertiggerichte sind sehr stark gesalzen. Hohe Salzkonzentrationen im Körper, die die tägliche empfohlene Menge an Salz übersteigen, lassen nicht nur etwa den Blutdruck steigen, sondern sorgen auch dafür, dass der Körper Wasser bindet, um die starke Konzentration auszugleichen. Auch gebundenes Wasser kann deshalb zur Gewichtszunahme beitragen. Auf das Nachsalzen sollte man besser verzichten.

Zu viel Salz löst Durst aus – einige Anbieter machen sich diese Eigenschaft bewusst zunutze und salzen ihre Speisen extra stark, um im Anschluss mehr Getränke verkaufen zu können. Bei der Bestellung im Restaurant oder Imbiss kann man bisweilen Einfluss darauf nehmen und um moderates Salzen bitten.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-Gemuese-Obst-2012.pdf – Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischher Krankheiten

Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015

Claus Leitzmann, Claudia Müller, Petra Michel et.al.: Ernährung in Prävention und Therapie. 3. Auflage. Hippokrates Verlag. Stuttgart. 2009

Bildquelle im Impressum
Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 02/2017

Suche