Flohsamen (Psyllium) stammen von einem Kraut namens Plantago ovata. Bei Verdauungsproblemen kommen sie häufig als Arzneimittel zur Anwendung. Aber auch ohne medizinische Notwendigkeit werden sie gerne im Rahmen der vollwertigen Ernährung zur Erhöhung der Ballaststoffaufnahme genutzt. Bei einigen Erkrankungen und Beschwerden des Verdauungstrakts haben sich die kleinen braunen Flohsamen in zahlreichen Studien als besonders wirksam erwiesen und sind oft das Mittel der ersten Wahl. Ihren Namen haben die schiffchenförmigen Samen aus dem Griechischen, wo Psyllium „Floh“ bedeutet. Bei der Anwendung von Flohsamen raten Experten dazu die Anwendungshinweise unbedingt zu beachten, denn ohne entsprechende die entsprechende Flüssigkeitszufuhr können gesundheitliche Probleme entstehen.

Flohsamen gedeihen an dem einjährigen niedrigen Kraut, das mit dem Spitzwegerich verwandt ist. Ursprünglich stammt die weich behaarte Pflanze aus Indien und dem Iran, heute wird sie hauptsächlich in Pakistan angebaut. Das Kraut trägt unscheinbare Blüten, deren schiffchenförmige, rosa bis rötlichgelbe Samen etwa 3 mm lang sind. Anwendung findet Psyllium in Form von Flohsamenschalen schon seit mehr als 2000 Jahren in der traditionellen Heilkunde.

Flohsamen haben synergetische Wirkung

Die Schleimstoffe und Ballaststoffe der Flohsamen helfen bei Verdauungsproblemen. Ihre therapeutische Wirkung verdanken indische Flohsamen nicht nur der äußeren Schale, die hohe Mengen an Ballaststoffen und verdauungsfördernden Schleimstoffen enthält, sondern auch den darin enthaltenen fetten Ölen. Die stärkehaltigen Samen binden in der äußeren Schale einen hohen Anteil Schleim.

Im Darm können die Samen des Plantago ovata dadurch große Mengen an Flüssigkeit binden und quellen um ein Vielfaches ihres ursprünglichen Volumens auf. Das Aufquellen regt die Darmtätigkeit und Verdauung an.

Gleichzeitig unterstützen die in Psyllium enthaltenen fetten Öle den Weitertransport des Darminhalts. Diese Öle fördern dabei die abführende Wirkung durch einen Schmiereffekt und lindern deshalb auch Beschwerden, die in Verbindung mit einer Verstopfung entstehen.

Anwendung von Flohsamen

Psyllium hat ein breites Anwendungsgebiet. Zur Anwendung kommen Flohsamen bei vielen Erkrankungen und Beschwerden. Darunter bei chronischer Verstopfung, Analfissuren und Colitis ulcerosa sowie Hämorrhoiden und Reizdarm.

Das Anwendungsgebiet von Psyllium erstreckt sich hauptsächlich auf Erkrankungen, bei denen eine erleichterte Darmentleerung mit weichem Stuhl gefördert werden soll. Aber auch nach operativen Eingriffen und in der Schwangerschaft werden die Samen angewendet.

Zudem wirken die ballaststoffreichen Flohsamen positiv auf den Cholesterinspiegel im Blut, wie Studien ergaben. Bei täglicher Einnahme über einen längeren Zeitraum können sie den Cholesterinspiegel leicht senken.

Durch die stark sättigenden Eigenschaften wird Psyllium auch gegen Übergewicht eingesetzt.

Anwendungshinweise zu Flohsamen

Bei der Anwendung von Psyllium muss auf eine hohe Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Zum einen sind sie nur wirksam, wenn sie mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden, denn nur so können sie quellen. Und zum anderen besteht ohne gleichzeitige, ausreichende Flüssigkeitszufuhr unter Umständen die Gefahr, dass die Flohsamen in der Speiseröhre aufquellen oder in Darmwand verklumpen und zum Darmverschluss führen.

Empfohlen werden deshalb 1 bis 2 Gläser Wasser direkt mit der Anwendung. Zusätzlich wird empfohlen, mindestens 1,5 Liter Wasser, Tee oder Fruchtsaftschorlen im Laufe des Tages zu trinken.

Sofern andere Medikamente zeitgleich eingenommen werden müssen, können Flohsamen deren Aufnahme über den Darm einschränken. Die Einnahme empfehlen Experten deshalb nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheker. Häufig können sie dann zu versetzen Zeiten eingenommen werden.

Nebenwirkungen von Psyllium

Nebenwirkungen sind beim indischen Flohsamen möglich. Indische Flohsamen können Allergien auslösen.

Gegenanzeigen

Es bestehen verschiedene Gegenanzeigen und eine Einnahme sollte ärztlich abgeklärt werden. Die Anwendung von indischen Flohsamen wird bei verschiedenen vorliegenden Erkrankungen und Beschwerden nicht empfohlen, bzw. nur nach ärztlicher Rücksprache.

Dazu zählen Verengungen der Speiseröhre sowie Verengungen des Magens und Darmverengungen. Auch akute Entzündungen der Verdauungsorgane sowie diverse Herzerkrankungen und Nierenerkrankungen zählen zu den Gegenanzeigen.

Was ist der Unterschied zwischen Flohsamen und Flohsamenschalen?

Experten halten Flohsamenschalen für effektiver. Grund dafür ist, dass ganze Flohsamenkörner in der Regel unverdaut wieder ausgeschieden werden, so dass sie kaum einen Nutzen im Verdauungstrakt haben. Durch die bessere Verdaubarkeit sind die Flohsamenschalen (Plantago ovata testa) oder geschrotete Samen bei Erkrankungen oder Beschwerden im Verdauungstrakt wesentlich wirksamer, denn sie regen die Darmtätigkeit deutlich stärker an.

Flohsamenschalen werden nach dem Zerstoßen der Samen durch die Trennung mit einem Gebläse gewonnen und enthalten bis zu 85 Prozente Schleimstoffe.

Was kosten Flohsamen und wo sind sie erhältlich?

Flohsamen kosten pro Kilogramm etwa zwischen 8 und 70 Euro. Für Flohsamenschalen zahlt man etwa zwischen 19 und 70 Euro. In Bioqualität kosten Psyllium um die 21 Euro. Erhältlich sind Flohsamen, Flohsamenschalen in loser Form und auch als Kapselprodukte mit Psyllium zum Beispiel bei in Apotheken, Reformhäusern, Drogerien, im gut sortierten Lebensmitteleinzelhandel und bei spezialisierten Onlineshops. Auch bieten einige Discounter Flohsamenprodukte aktionsweise an.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 02/2018 | aktualisiert 12.01.2023
Bildquelle: © RSW

Quellen:

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DGE. Was tun bei chronischer Verstopfung. Abgerufen zuletzt 17.01.2024

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