Gesund oder riskant?

FLUORID IN DER KRITIK

Ob Fluorid ein essentielles Spurenelement ist, ist umstritten. Fluorid ist ein Salz der Fluorwasserstoffsäure, das in Form vieler Mineralien in der Natur vorkommt und je nach Art und/oder aufgenommener Menge stark giftig für den menschlichen Organismus sein kann. Der Körper speichert es in Knochen und Zähnen. Einige Experten gehen davon aus, dass Fluorid in bestimmten Mengen zur Gesunderhaltung nötig ist, insbesondere für die Stabilität von Zahnschmelz und zum Schutz gegen Karies. Fluorid soll außerdem die Stabilität von Knochenaufbau positiv beeinflussen und auch eine prophylaktische Wirkung gegen Osteoporose haben. Über Fluorid wird im Internet kontrovers diskutiert.

Vorkommen

FLUORIDHALTIGE LEBENSMITTEL

Fluorid ist in vielen Lebensmitteln natürlich enthalten, vor allem findet es sich in Nahrungsmitteln wie Nüssen, tierischen Produkten, Meeresfrüchten, Gemüse oder Pilzen. Es kommt beispielsweise in folgenden Anteilen vor:

Wallnüsse (680 mcg/ 100 g) Rindleber (125 mcg/  ), Sardelle (355 mcg/ 100 g), Erdnuss (140 mcg/ 100 g), Buchweizen (170 mcg/ 100 g), Spinat (110 mcg/ 100 g), Radieschen (70 mcg/ 100 g), Steinpilz (60 mcg/ 100 g).

Tagesbedarf

EMPFOHLENE AUFNAHMEMENGE

Der  tägliche Bedarf an Fluorid beträgt nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE):

  • Säuglinge bis 4 Monate/ 0,25 mg
  • Kinder von 4-12 Monate/ 0,5 mg
  • Kinder von 1-4 Jahre/ 0,7 mg
  • Kinder von 4-10 Jahre/ 1,1 mg
  • Kinder von 10-13 Jahre/ 2,0 mg
  • Jungen von 13-19 Jahre/ 3,2 mg
  • Mädchen vo 13-19 Jahre/ 2,9 mg
  • Männer ab 19 Jahre/ 3,8 mg
  • Frauen ab 19 Jahre/ 3,1 mg

Fluorid wird in Deutschland einigen Sorten von Speisesalz und fertigen Säuglingsnahrungen zugesetzt. Auch in einigen Zahnpastaprodukten wird es beigemischt.

Erhöhte Aufnahme von Fluorid

ÜBERHÖHTE AUFNAHME SCHÄDLICH

Mineralwässer enthalten natürliches Fluorid. Ab 1,5 mg/l muss das Wasser als fluoridhaltig ausgewiesen werden. Sobald mehr als 5 mg/l enthalten sind, muss sich ein Warnhinweis auf der Flasche befinden, dass es nur in begrenzter Menge getrunken werden darf.

Regional bedingt, sollen einige Fluoridwerte im Trinkwasser sehr hoch ausfallen, so dass diese Werte bei der täglichen Ernährung in Bezug auf die Grenzwerte zu berücksichtigen sind. Auskunft darüber geben die örtlichen Wasserwerke.

Stellungnahme des Bund für Risikobewertung (BfR) zum Thema Fluoride: „Bis zum Alter von 8 Jahren kommt es bei Fluoridzufuhren von mehr als 100 mcg/kg Körpergewicht/Tag zu Zahnschmelzflecken (Zahnfluorose) in den bleibenden Zähnen. Bei weit höherer Zufuhr in diesem Alter kommt es zu braunen Zahnverfärbungen. Bei langjähriger (10-20 Jahre) hoher Fluoridaufnahme (10-25 mg/Tag) kann eine Skelettfluorose auftreten, mit erhöhter Knochenbrüchigkeit und Gelenkveränderungen. Nach extrem hohen Fluoridaufnahmen (300-600 mg/Tag) über mehrere Monate wurden Nierenschäden beobachtet.“

Fluoridmangel

ZU GERINGE FLUORIDAUFNAHME

In Deutschland wird die Aufnahme von Fluorid über die normale Nahrung generell als zu niedrig eingeschätzt. Experten raten deshalb zu fluoriertem Speisesalz, fluoridhaltigen Lebensmitteln und/ oder Fluoridtabletten als Nahrungsergänzungsmittel.

MÖGLICHE URSACHEN

  • Fluoridarme Ernährung

MÖGLICHE ANZEICHEN DES FLUORIDMANGELS

  • Hohe Anfälligkeit für Karies

MÖGLICHE FOLGEN DES FLUORIDMANGELS

Mangel feststellen

ÄRZTLICHE UNTERSUCHUNG

Ob ein Fluoridmangel vorliegt, kann der Hausarzt im Urin oder Blut überprüfen. Oftmals kann jedoch eine Untersuchung der Zähne schon Aufschluss geben.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

http://www.bfr.bund.de/cm/343/verwendung_fluoridierter_lebensmittel_und_die_auswirkung_von_fluorid_auf_die_gesundheit.pdf
WHO: Fluoride in Drinking-water. Background document for development of WHO Guidelines for Drinking-water Quality.
WHO/SDE/WSH/03.04/96, World Health Organisation 2004
MRI: NationaleVerzehrsstudie II
https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/5-am-tag/
https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-Gemuese-Obst-2012.pdf – Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischher Krankheiten
W. Forth, D. Henschler, W. Rummel, K. Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 8. Auflage, Urban & Fischer, München 2001
L. Stösser, R. Heinrich-Weltzien: Kariesprävention mit Fluoriden, In: Oralprophylaxe und Kinderzahnheilkunde. 29, 2007.
Cem Ekmekcioglu, Wolfgang Marktl: Essentielle Spurenelemente: Klinik und Ernährungsmedizin. Springer, 2006
Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.
Burgerstein, Dr. Lothar: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag
Hans Dietl, Gerhard Ohlenschläger: Handbuch der Orthomolekularen Medizin. Haug, Heidelberg 1994

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016

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