Folat ist ein essenzielles Vitamin

AUCH ALS VITAMIN B9 ODER FOLSÄURE BEKANNT

Folat ist ein lebensnotwendiges Vitamin. Weil der menschliche Körper selbst kein Folat herstellen kann, muss es täglich in bestimmter Menge aus folathaltigen Lebensmitteln aufgenommen werden. Der Name des Vitamins stammt vom lateinischen Begriff folium (Blatt), weil es besonders auch in grünem Blattgemüse vorkommt. Die synthetisch hergestellte Form von Folat ist unter dem Namen Folsäure oder Vitamin B9 bekannt.

Folsäure wird in Deutschland u.a. iodiertem Speisesalz künstlich zugesetzt, im Ausland setzt man Folsäure dem Mehl zu. Ein Folatmangel ist weit verbreitet und kann schwere gesundheitliche Folgen haben.

Die Biosynthese von Folat erfolgt nur durch Pflanzen und einige Bakterien. Das Vitamin ist wasserlöslich und empfindlich gegen UV-Strahlung. Weil Folat  gleichzeitig auch hitzeempfindlich ist, kann beim längeren Kochen von Gemüse zwischen 50-90% des enthaltenen Folats zerstört werden.

FOLAT IST IN INTERAKTION MIT VITAMIN B12 UND VITAMIN C

Folat ist Bestandteil einer Gruppe von B-Vitaminen, die aus insgesamt 8 verschiedenen B-Vitaminen besteht und die in verschiedenen Prozessen eng zusammenwirken. Beispielsweise sind Folat, Vitamin B12 und Vitamin B6 gemeinsam am Abbau des schädlichen Homocysteins beteiligt. Homocystein ist ein Stoffwechselprodukt, das schädliche Ablagerungen in den Blutbahnen begünstigen kann. Es besteht eine weitere wichtige Interaktion zwischen Vitamin B12 und Folat, denn sogar bei ausreichender Folatversorgung, kann es auch durch einen Vitamin-B12-Mangel zu einem Folat-Mangel kommen.

Bei einem bestehenden Vitamin-C-Mangel werden die Folatspeicher rasch abgebaut.

Funktionen von Folat

FOLAT ÜBERNIMMT WICHTIGE AUFGABEN IM KÖRPER

Folat ist maßgeblich am Stoffwechsel und wichtigen Wachstumsprozessen beteiligt. Das Vitamin spielt ebenfalls eine große Rolle bei der Zellteilung, der Blutbildung, der Ausbildung des Nervensystems beim Fötus sowie bei der Ausbildung des Gehirns.

Folsäurehaltige Coenzyme sind zentral an der Umwandlung von Aminosäuren und der Bildung von Strukturproteinen und Funktionsproteinen beteiligt. Auch bei der Produktion der DNS beim Zellwachstum sind folsäurehaltige Coenzyme von Bedeutung. Deshalb sind besonders solche Zellen, die schnell wachsen oder sich schnell erneuern, auf ausreichende Folatversorgung angewiesen. Dieses betrifft besonders Zellen der Lunge, der Darmwand und des Blutes.

Ursachen für Folatmangel

FOLATHAUSHALT KANN DURCH VERSCHIEDENE FAKTOREN GESTÖRT WERDEN

Die häufigste Ursache für Folatmangel ist die durch zu geringe Folatzufuhr über die Ernährung. Es werden zu wenige folathaltige Lebensmittel wie Gemüse und Vollkorn verzehrt. Fertiggerichte und industriell hergestellte Lebensmittel erhalten nur wenig Folsäure.

Eine weitere Ursache für Folatmangel sind chronische Krankheiten, die einen teilweise sehr stark erhöhten Folatbedarf mit sich bringen, z.B.:

  • Schuppenflechte
  • Blutarmut
  • Krebs
  • Entzündungen des Verdauungstrakts
  • Entzündungen der Atemwege

Auch Rauchen und hoher Alkokolkonsum erhöht das Risiko für einen Folatmangel. Durch Alkohol wird beispielsweise die Umwandlung  des Vitamins in seine aktive Form namens Tetrahydrofolat behindert. Daneben beeinflussen aber auch verschiedene Medikamente und Arzneimittel den Folathaushalt nachteilig. Dazu zählen Präparate wie:

  • Antibabypille
  • Antibiotika
  • Aspirin
  • magensäurebindende Mittel

Ebenfalls wird der Folathaushalt durch das Wachstum beeinträchtigt, denn auch schnell wachsendes Gewebe erhöht den Folatbedarf erheblich. Betroffen sind hiervon Kinder, Jugendliche und Frauen während der Schwangerschaft.

Tagesbedarf von Folat

EMPFOHLENE TÄGLICHE AUFNAHMEMENGE VON FOLAT

Die empfohlene Aufnahmemenge von Folat beträgt nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) täglich:

  • Säuglinge von 0 bis unter 4 Monate 60 µg
  • Säuglinge von 4 bis unter 12 Monate 85 µg
  • Kleinkinder von 1 bis unter 4 Jahre 120 µg
  • Kinder von 4 bis unter 7 Jahre 140 µg
  • Kinder von 7 bis unter 10 Jahre 180 µg
  • Kinder von 10 bis unter 13 Jahre 240 µg
  • Jugendliche ab 13 Jahre und Erwachsene bis 65 Jahre und älter 300 µg
  • Schwangere Frauen 550 µg
  • Stillende Frauen 450 µg

Frauen mit Kinderwunsch und schwangeren Frauen wird nach Absprache mit ihrem behandelnden Arzt Folsäure in Form von Tabletten empfohlen.

Neben Faktoren aus der Umwelt können sich auch Lebensweise, Krankheit und eine einseitige Ernährung negativ auf die Folataufnahme auswirken und den Folatbedarf vorübergehend oder dauerhaft erhöhen. Zu den auslösenden Faktoren zählen z.B. Reizungen des Darms, hoher Alkoholkonsum, Vorerkrankungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten. Frauen, die empfängnisverhütende Mittel einnehmen, haben ebenfalls einen erhöhten Folatbedarf.

Gehalte von Folat in Lebensmitteln

FOLATHALTIGE LEBENSITTEL

Folat befindet sich in unterschiedlich hohen Mengen in vielen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln wie Innereien, Fleisch, Fisch, Hefen, Hülsenfrüchten, Getreideerzeugnissen, Gemüse, Kohl, Blattgemüse, Eigelb, Nüssen und Obst. Tierische Folate kann der Körper besser verwerten als pflanzliche.

Folatgehalte in Lebensmitteln werden in Mikrogramm (µg) ermittelt und entsprechen einem tausendstel Gramm. Die Angaben sind immer nur ungefähr, weil der Gehalt in jedem Lebensmittel durch mehrere Faktoren unterschiedlich beeinflusst sein kann und Schwankungen unterliegt. Faktoren, die Einfluss nehmen sind beispielsweise individuelle Umweltbedingungen am jeweiligen Standort, Düngung oder Nährstoffgaben.

Hohe Gehalte von Folat finden sich beso