Ist das Internet beim Thema Gesundheit eine Hilfe oder doch nur ein Hindernis, da es jeden, der unter bestimmten Symptomen leidet, dazu verleitet, selbst eine Diagnose zu stellen?

Selbstdiagnose via Internet birgt hohe Risiken

Experten sind sich sicher, dass die Benutzung von Suchmaschinen für eigene Diagnosen zu einer sogenannten Cyberchondrie führt. Bei diesem Neologismus handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Hypochondrie. Selbst, wenn dem Patienten eigentlich nichts fehlt, kann es vorkommen, dass dieser aufgrund seiner falschen Selbstdiagnose beginnt, Symptome zu entwickeln. Diese haben natürlich keinen wirklichen Auslöser, sondern sind reine Einbildung, die dennoch dazu führt, dass sich Schmerzen und Leiden real anfühlen.

Bei ernsten Dingen zum Experten gehen

Kaum jemand freut sich auf Besuche beim Arzt und dennoch sind diese immer wieder notwendig. Ein Medikament legt von der ersten Idee bis zur Marktreife einen weiten Weg zurück. Ähnlich lange dauert die Ausbildung von Ärzten und Spezialisten. Dafür sind ausgebildete Mediziner in der Lage, Diagnosen korrekt zu stellen, weil sie die Voraussetzungen mitbringen, um Symptome überhaupt erst richtig deuten zu können.

Der Gang zum Gynäkologen – wann ist er notwendig?

Führen ungesunde Angewohnheiten zu gesundheitlichen Problemen, so lassen sich die Ursachen zumeist recht einfach und schnell selbst feststellen. Es braucht in einem solchen Fall nicht unbedingt den Gang zum Arzt, manchmal reicht es in solchen Fällen schon, die Gewohnheiten anzupassen.

Kommen die Symptome allerdings plötzlich, sind diese neu und nicht zu erklären, dann ist es an der Zeit, möglichst schnell den Experten aufzusuchen. Gerade bei Symptomen wie braunem Ausfluss während, vor oder nach der Periode ist es wichtig, den Frauenarzt aufzusuchen. Selbst, wenn sich ein Symptom in den meisten Fällen leicht erklären lässt und sich eine schnelle Lösung findet, kann es sich in selteneren Fällen um eine gefährliche Geschlechtskrankheit handeln. Leider glauben noch immer viele, dass sexuell übertragbare Geschlechtskrankheiten ein Phänomen der Vergangenheit sind oder sich einfach und schnell beheben lassen. Das Letztere mag zwar korrekt sein, dennoch geht von den meisten Geschlechtskrankheiten, gerade, wenn diese lange Zeit unerkannt im Körper schlummern, eine Gefahr aus, die nicht unterschätzt werden darf.

Das Gespräch suchen

Im Gegensatz zu Themen wie dem diffusen Haarausfall handelt es sich bei Symptomen, die im Intimbereich auftreten, oftmals um solche, über die nicht gerne geredet wird. Selbst vor dem Gang zum Arzt genieren sich immer noch viele und riskieren damit die eigene Gesundheit und in manchen Fällen sogar die des Partners.

Um die eigene Gesundheit an die erste Stelle zu setzten, ist es wichtig, sich immer wieder in ​Erinnerung zu rufen, dass es sich bei medizinischem Personal um Experten handelt, die in der Regel derart viel zu tun haben, dass überhaupt nicht die Zeit besteht, jemanden wegen einer Erkrankung oder auftretender Symptome zu bewerten oder einzuschätzen.

Die Angst vor dem Besuch beim Arzt muss zugunsten der frühen Erkennung von Krankheiten abgelegt werden. Gerade, wenn es um die korrekte Bewertung und Einschätzung bislang unbekannter Symptome geht, sollte nicht zu viel Zeit verstreichen. Scham ist schnell abgelegt und wenn der Besuch erst einmal erledigt ist, so fällt einem gewiss ein Stein von Herzen. Zumeist handelt es sich um nichts Schlimmeres und falls doch, darf der Patient stolz auf sich sein, weil frühzeitig das Richtige gemacht wurde.

Autorin: Michelle Greger
Datum: 12.09.2022

Bildquellen: © Karolina Grabowska@pixabay.com (Lizenz CCO Creative Commons)

Quellen und weiterführende Links:

  • Techniker Krankenkasse. Cyberchondrie: Googlen wir uns krank? 18.03.2021
  • Libresse. Brauner Ausfluss: Muss ich mir Sorgen machen?
  • RKI. Sexuell übertragbare Infektionen (STI)
  • Katrin Klingschat. Stuttgarter Zeitung. Iatrophobie – Was hilft gegen die Angst vor Ärzten? 30.07.2020

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