Frische Kräuter lassen sich schonend haltbar machen. Kräuter verleihen nicht nur vielen Speisen ein ganz besonderes Aroma, sondern sie versorgen den Körper auch mit jeder Menge wertvoller Inhaltsstoffe. Gezielt eingesetzt, lindern Kräuter nach alter Tradition auch mancherlei Beschwerden. Wenn man zu keiner Jahreszeit auf die wertvollen Aromen und Inhaltsstoffe verzichten möchte, bestehen einige Optionen, frische Kräuter längerfristig zu konservieren. Zur Konservierung der Kräuter gibt es unterschiedliche Methoden. Manche Kräuter lassen sich aufgrund ihrer Konsistenz nicht für jede Methode verwenden.
Frische Kräuter einfrieren
Möchte man Kräuter schonend konservieren, um möglichst alle Nährstoffe zu erhalten, eignet sich das Einfrieren sehr gut. Das Einfrieren ist eine besonders schonende Art, um Kräuter auch über lange Zeiträume zu konservieren.
Die zarten Blätter und Blüten von Kräutern wie Kerbel, Basilikum, Dill oder Fenchel eignen sich besonders zum Einfrieren. Sie sollten möglichst frisch geerntet werden. Nach dem Waschen empfiehlt sich das Trockentupfen. Die gewaschenen Kräuter können nach Belieben geschnitten und dann portioniert im Gefrierbeutel eingefroren werden.
Die in den frischen Kräutern vorhandenen Vitamine und Mineralstoffe bleiben beim Tiefgefrieren vollständig erhalten.
Eine besonders schöne Idee ist auch die Herstellung von Kräutereiswürfeln, die eine wunderbare optische und geschmackliche Bereicherung in verschiedenen Getränken sind. Hierzu eignen sich besonders Kräuter wie Zitronenmelisse, Pfefferminze oder Lavendelblüten. Die Kräuter werden vor dem Einfrieren einfach gehackt, in Eiswürfelformen gegeben und mit Wasser aufgefüllt.
Frische Kräuter durch Trocknen konservieren
Wünscht man sich würzige Begleiter durchgängig für das ganze Jahr, ist das Trocknen eine oft verwendete und einfache Methode, Kräuter zu konservieren. Zum Trocknen werden robuste Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Salbei zu kleinen Sträußchen zusammengebunden. Mit der Zweigspitze nach unten hängt man die Kräutersträußchen etwa sieben bis vierzehn Tage lang zum Trocknen auf. Für den Trocknungsprozess ist ein warmer und trockener Ort ideal, an dem die Luft gut zirkulieren kann. So lässt sich Schimmelbildung verhindern.
Kleine Sträußchen und Einzelblätter lassen sich alternativ auch bei einer Temperatur von 33 °C im Backofen bei leicht geöffneter Klappe trocknen. Der Trocknungsprozess dauert mehrere Stunden. Die Kräuter lassen sich oft vollständig über Nacht im Ofen trocknen.
Wenn man Blüten oder zarte Blätter mit krautigen Stielen wie Kamille, Ringelblume oder Frauenmantel trocknen möchte, lassen sich diese am besten trocknen, in dem man ein Mulltuch über einem Küchenrost legt, so dass die Luft unter den Kräutern gut zirkulieren kann.
Wurzeln sollten vor dem Trocknen gründlich gewaschen und gebürstet werden. Wurzeln sollte man entweder in Bündeln hängend trocknen oder in kleine Stücke zerteilen und auf einem unterlüfteten Rost trocknen.
Wenn man Kräuter durch konservieren möchte, sollte man zwischendurch überprüfen, wann der Trocknungsprozess abgeschlossen ist. Kräuterblätter sind trocken, wenn sie spröde werden. Der Trocknungsprozess bei Blüten ist abgeschlossen, wenn sie sich anfühlen wie Seidenpapier. Wurzeln gelten als ausreichend getrocknet, wenn sie sich beim Biegen leicht brechen lassen.
Erst nach dem Trocknen werden bei den Kräutersträußchen Stängel entfernt. Getrocknete Blätter, Wurzeln oder Blüten kann man am besten in luftdicht verschließbare, beschriftete Behältnisse geben. Aufbewahren sollte man die Trockenkräuter an einem dunklen trockenen Ort. Während des Trocknungsprozesses verlieren die Kräuter Vitamine und Aromastoffe. Die Haltbarkeit von Trockenkräutern beträgt etwa ein Jahr.
Frische Kräuter in Essig einlegen und konservieren
Wer möchte, kann frische Kräuter in einen Kräuteressig konservieren und damit gleichzeitig einen delikaten Blickfang in der Küche schaffen. Verschiedene Kräuter lassen sich hervorragend in Essig konservieren. Selbst hergestellter Kräuteressig eignet sich sehr gut zum verfeinern von Fleisch, Fisch, Salatdressings, Saucen oder Suppen. Beim Einlegen übertragen sich die ätherischen Öle und Geschmacksstoffe der Kräuter auf den Essig und verleihen ihm die delikate Note.
Grundsätzlich eignet sich für Kräuter ein Essig aus Rotwein, Weißwein oder Äpfeln. Besonders aromatisch sind diese Essigsorten, wenn sie in Holzfässern gereift sind. Gesundheitlichen Nutzen hat besonders der Apfelessig, weil er überschüssige Magensäure neutralisiert. Insbesondere in naturtrüber Form besitzt der Apfelessig sehr viele wertvolle Inhaltsstoffe.
Bei der Auswahl der Kräuter und Gewürze sind Phantasie und Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es eignen sich regelmäßig für einen Kräuteressig kräftige Aromen von Rosmarin, Estragon, Majoran, Oregano oder Thymian auch in Kombination mit Chili oder Pfefferkörnern. Die Zugabe von Zitrone oder Knoblauch rundet das Aroma ab. Eher feinblättrige Kräuter wie Petersilie oder Dill sind allerdings nicht für einen Kräuteressig geeignet.
Zur Herstellung von Kräuteressig gießt man etwas Essig aus der Flasche ab und gibt die gewünschten Kräuter und Zutaten hinzu. Dazu werden auf etwa 500 Milliliter Essig 3 bis 4 Zweige der gewaschenen und sehr gut trocken getupften Kräuter gegeben. Es dauert ungefähr zwei bis drei Wochen, bis sich die Aromen übertragen haben. Wahlweise können die Kräuter von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden, um das Aroma zu intensivieren. Der angesetzte Kräuteressig ist in einer gut verschlossenen Flasche etwa zwei Jahre haltbar.
Frische Kräuter und Gewürze in Öl konservieren
Auch Kräuteröle und Gewürzöle sind duftende Begleiter. Frische Kräuter und Gewürze lassen sich auch durch Einlegen in Speiseöl konservieren. Nach dem Einlegen übertragen sich die ätherischen Öle und Geschmacksstoffe aus den Kräutern und Gewürzen auf das Speiseöl ohne dass die wertvollen Substanzen an Kraft verlieren. Mit frischen Kräutern und Gewürzen aromatisierte Speiseöle eignen sich sehr gut für Dressings, Saucen oder Fisch- und Fleischgerichte.
Bei der Qualität des Speiseöls zur Herstellung von Kräuteröl und Gewürzöl wird zu hochwertigem, reichhaltigem kalt gepresstem Öl aus biologischen Anbau geraten. Stark raffinierte Öle werden unter hohen Temperaturen gewonnen, künstlich aufgehellt und besitzen häufig nahezu keine gesunden Inhaltsstoffe mehr.
Für herbe Kräuter, Pfeffer und Knoblauch kann man gut Olivenöl wählen, weil es über einen ausgeprägten Eigengeschmack verfügt. Das goldgelbe Sonnenblumenöl besitzt eher einen schwachen Eigengeschmack und harmoniert deshalb mit nahezu allen Kräutern und Gewürzen. Gleichzeitig stärkt der hohe Anteil an Linolsäure Haut und Haare und wirkt positiv auf die Verdauung. Auch das grünliche Traubenkernöl ist als Grundlage für ein Kräuteröl oder Gewürzöl sehr gut geeignet, denn es ist geschmacklich eher neutral und harmonisiert deshalb mit vielen Kräutern und Gewürzmischungen.
Zur Herstellung von Kräuteröl gießt man etwas Speiseöl aus der Flasche und füllt dort die Kräuter ein. Zuvor sollte man die frischen Kräuter gut waschen und trocken tupfen, Kräuter mit Wasseranhaftungen sollte man vermeiden. Auf 500 ml Kräuteröl kommen etwa 4 Zweige oder Stängel frische Kräuter. Es wird empfohlen, die Kräuter vollständig mit Öl zu bedecken.
Zur Herstellung von Gewürzöl gibt man auf 500 Milliliter Speiseöl insgesamt etwa 2 Teelöffel an Gewürzen. Besonders Pfefferkörner, Koriander, Kreuzkümmel und Chili sind beliebte Zutaten.
Das angesetzte, aromatisierte Speiseöl wird nach 2 Wochen durch ein Sieb abgegossen und in eine saubere Flasche gefüllt. Die angesetzte Flüssigkeit hält sich etwa zwei bis drei Monate und sollte unbedingt im Kühlschrank gelagert werden.
Hinweis zum Konservieren von Kräutern in Öl: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Privathaushalten davon ab, in Öl eingelegtes Gemüse oder Kräuter auf Vorrat zu produzieren und zu lagern, denn im Öl kann sich auf den Beigaben das nervengiftbildende Bakterium Clostridium (C.) botulinum vermehren, das generell fast auf allen Lebensmitteln nachzuweisen ist. Die widerstandsfähigen Keime werden erst bei 121 °C abgetötet und eine Vermehrung schließt man allgemein erst unter 8 °C, beziehungsweise unter 3 °C aus. (Mehr Info unter Weitere Informationen am Seitenende)
Frische Kräuter in Salz einlegen
Eine schöne Idee ist es auch, duftendes Kräutersalz für die tägliche Küche herzustellen. Kräuter in Salz zu konservieren, hat eine lange Tradition. Zur Herstellung von Kräutersalz eignen sich gut frische Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Salbei oder Schnittlauch. Kräutersalz schmeckt hervorragend zu Fleisch, Fisch, Eierspeisen oder Suppen.
Für das Kräutersalz schneidet man einen Kräuterstrauß nach Wahl, entweder wie beim Schnittlauch in kurze Stücke oder streift die Blättchen vom Stiel ab. Dann gibt man die Kräuter auf ein Backblech und verteilt etwa 100 Gramm Meersalz darüber. Das Blech wird bei einer Temperatur von 33 °C im Backofen solange erhitzt, bis die Kräuter trocken sind. Anschließend wird das Salz zusammen mit den Kräutern im Mörser gestoßen und in luftdichte Schraubgläser abgefüllt. Das würzige Kräutersalz eignet sich auch hervorragend zum Verschenken.
Frische Kräuter oder Blüten in Zucker einlegen
Bunter Blütenzucker ist nicht nur lecker, sondern auch gleichzeitig eine Augenweide. Mit Zucker lässt sich zum Beispiel das Aroma von Lavendelblüten besonders gut kombinieren. Zur Herstellung von Blütenzucker kann man in der Hochblüte eine Handvoll Lavendelblüten auf 250 Gramm Zucker geben und zusammen in einem Schraubglas vermischen. Die Blüten können später ausgesiebt und für Dekorationen eingesetzt werden, wenn man sie nicht im Zucker behalten möchte. Der aromatisierte Zucker kann etwa Quarkspeisen, Kuchen, Marmeladen oder Gebäck mit einer feinen Lavendelnote versüßen.
Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 | aktualisiert 13.01.2023
Bildquelle: © Bild von diapicard auf Pixabay.com
Quellen und weiterführende Informationen:
- DLR Rheinland-Pfalz, Margit Ehe. Gartenakademie. Konservierung und Verarbeitung von Kräutern (PDF)
- Jennie Harding. Die Welt der Kräuter. Kräuter und Heilpflanzen kennen und nutzen lernen. Verlag Parragon Books Ltd. 2005
- BfR Bund. Selbst hergestellte Kraeuteröle und in Öl eingelegte Gemüse bergen gesundheitliche Risiken PDF)
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