Fußpilz (Tinea pedis) ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, von der etwa jeder dritte Deutsche betroffen ist. Die Pilzerkrankung kann die Fußsohlen, Zehenzwischenräume und in einigen Fällen auch den Fußrücken betreffen. Bei den meisten Betroffenen verläuft der Fußpilz chronisch. Unbehandelt befällt der Pilz oft die Zehnägel (Nagelpilz) und andere Körperbereiche wie die Leisten. In schweren Fällen entwickelt sich eine bakterielle Superinfektion und es kommt zu einer Wundrose, die eine lebensbedrohliche Blutvergiftung nach sich ziehen kann. Von selbst verheilt der Hautpilz nicht.

Expertenraten dazu, den Verdacht auf eine Fußpilzerkrankung ärztlich abklären zu lassen. Eine frühe Diagnose kann die Behandlung erleichtern und vor Komplikationen schützen.

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Symptome

Solange der Fußpilz an der Hautoberfläche bleibt, löst er keine spürbaren Symptome aus. Erste Hinweise auf eine Fußpilzerkrankung können einzelne oder mehrere kleinere schuppende Hornhautstellen geben, die meist scharf begrenzt sind.

Typische Anzeichen sind außerdem oberflächliche Blasen auf der Haut. Pusteln treten nur dann auf, wenn zusätzlich Bakterien die befallenen Stellen besiedeln.

Breitet sich der Fußpilz weiter aus, kann es zu Hautrötungen, weißlichen Aufquellungen und Schuppungen kommen, die sich häufig zwischen den Zehen bilden. Nicht immer geht die Hauterkrankung anfangs mit einer starken Hornhautbildung einher, sie kann ebenso zu nässenden Wundstellen im Fußbereich führen.

Erst wenn die Hautpilze im weiteren Verlauf über geschädigte Hautstellen oder eine gestörte Hautbarriere bis tief in die Oberhaut vordringen und sich dort vermehren, wird das Immunsystem aktiv und es treten spürbare infektionsbedingte Symptome wie starker Juckreiz, Brennen und Entzündungen auf.

Erst im fortgeschrittenen Stadium der Fußpilzinfektion entwickeln sich an den betroffenen Stellen größere Hornhautbildungen und Schuppen. Wenn diese sich lösen, zeigen sich darunter meist rote Hautstellen, die wie aufgeweicht scheinen. Schmerzhafte Risse entstehen häufig in den Zwischenräumen der Zehen, in manchen Fällen dehnen sich die Risse in späterem Stadium aber auch über den gesamten Fußbereich aus.

Mokassin Mykose

Bei der Mokassin Mykose handelt es sich um eine besondere Fußpilzform, die im Anfangsstadium hauptsächlich an den Fußsohlen auftritt. Die meisten Betroffenen bringen die Hautpilzerkrankung fälschlich in Verbindung mit trockener Haut und sehen keinen Handlungsbedarf, so dass sich diese Fußpilzform oft lange Zeit unbemerkt ausbreiten kann.

Mann mit Fußpilz

Im Verlauf weitet sich die Mokassin Mykose auf die Kanten des Fußes aus und kann auch den Fußrücken besiedeln. Zu den typischen Symptomen dieser Fußpilzform zählen im Anfangsstadium entzündete Hautstellen, auf denen sich eine leichte Schuppung bildet. Mit zunehmendem Befall rötet sich die Haut und es formen sich immer dickere Schichten von Hornhaut, die hauptsächlich im Bereich der Ferse starke Risse aufweisen.

Ursachen für Fußpilz

Die menschliche Haut ist normalerweise in hoher Zahl von krankmachenden Keimen besiedelt, doch nur unter bestimmten Bedingungen kommt es tatsächlich zu einer Infektion. In der Regel geht dem Fußpilzbefall eine geschädigte Haut oder ein geschwächtes Immunsystem voraus. Gesunde Haut mit einem intakten Säureschutzmantel ist in der Lage, sich zuverlässig gegen die Eindringlinge zu verteidigen und bleibt nahezu sicher vor dem Eindringen von Hautpilzen.

Als Auslöser von Fußpilz gelten in den meisten Fällen die beiden Fadenpilze namens Trichophyton rubrum und Trichophyton mentagrophytes. Neben den Füßen und Zehnägeln können sie durch Kontaktübertragung auch alle anderen Hautbereiche befallen. Seltener lösen dagegen Sprosspilze, Hefepilze oder Schimmelpilze eine Fußpilzerkrankung aus, allerdings können auch Arten von Candida beteiligt sein.

Hautpilze besitzen verschiedene Fertigkeiten, um Eintrittspforten zu schaffen und sich fest in den Hautzellen ihres Wirts zu verankern. Nach dem erfolgreichen Eindringen kann der Pilz Zellfäden, sogenannte Hyphen in der Oberhaut bilden, die sich nach und nach zu einem widerstandsfähigen Geflecht entwickeln.

Eine häufige Ursache für den Fußpilzbefall bildet das ungünstige Mikroklima

Gute Bedingungen für ihr Wachstum finden die Hautpilze in einem feucht-warmen Klima vor, wie es etwa zwischen den Zwischenräumen der Zehen besteht. Das Tragen von synthetischen Strümpfen und Schuhwerk aus Kunstfasern verstärkt die Feuchtigkeitsbildung, verhindert den Abtransport von Schweiß und erschwert die Atmungsaktivität der Haut. Durch die angestaute Feuchtigkeit kommt es zur Aufweichung der schützenden Hautbarriere, so dass die Hautpilze leichtes Spiel haben und einfacher in die Haut vordringen können. Auch enges Schuhwerk erleichtert dem Fußpilz das Überwinden der Schutzbarriere der Haut, wenn es dadurch zu Wundstellen kommt. Menschen, deren Füße von Natur aus stark schwitzen, haben ebenfalls ein höheres Risiko, an Fußpilz zu erkranken.

Experten empfehlen, möglichst schweißaufsaugende Strümpfe aus Naturmaterial wie Baumwolle zu tragen, die täglich gewechselt werden. Auch das passende Schuhwerk spielt eine wichtige Rolle, um die Fußgesundheit zu gewährleisten.

Menschen mit Fußfehlstellungen sind häufiger von Fußpilz betroffen, weil es bei ihnen eher zu Druckstellen kommt, die ein Vordringen der Hautpilze erleichtern.

Auch Berufstätige und Sportler sind einem höheren Risiko für Fußpilz ausgesetzt, wenn sie bei der Ausübung von schweißtreibenden Tätigkeiten über längere Zeit hinweg keine atmungsaktiven Schuhe oder Stiefel tragen können. Dadurch wird neben der mangelnden Durchblutung das pilzfreundliche Mikroklima gefördert.

Ungeeignete Hautreinigung und unsachgemäße Fußpflege fördern die Fußpilzentstehung

Neben Wunden, die durch eine unsachgemäße Fußpflege entstehen, können auch kosmetische Produkte die Hautschutzbarriere schädigen und so eine Eintrittspforte für die Hautpilze schaffen. Zu häufiges Reinigen der Füße mit nicht pH-neutralen kosmetischen Reinigungsmitteln können den Säureschutzmantel der Haut angreifen und sie dadurch angreifbar für Fußpilz machen.

Eine schwache Immunabwehr kann ursächlich für Fußpilz sein

Menschen, die eine Abwehrschwäche haben, sind eher von Fußpilz betroffen als Menschen, die ein intaktes Immunsystem aufweisen. Bei einer eingeschränkten Immunabwehr haben es Hautpilze grundsätzlich leichter, sich auszuweiten.

Auch das höhere Alter, das oft in Verbindung mit einem weniger starken Immunsystem steht, kann eine Ursache sein. Es begünstigt die Fußpilzinfektion, die  bei älteren Menschen im Regelfall häufiger auftritt. Frauen erkranken dabei allerdings statistisch weniger häufig als Männer.

Zudem begünstigen Durchblutungsstörungen und spezielle Erkrankungen wie Diabetes mellitus die Entstehung von Fußpilz. Kommt es zu Durchblutungsstörungen der Füße, gehen diese oft mit Schädigungen des Nervensystems einher, wodurch das Immunsystem in diesen Körperbereichen geschwächt wird. Insbesondere trägt bei Diabetikern der hohe Blutzuckerspiegel dazu bei, die Abwehrzellen des Körpers zu verändern und es kommt neben Entzündungen oft zu Wundheilungsstörungen und einem verminderten Schmerzempfinden. Diese Faktoren erleichtern dem Fußpilz die Ausbreitung enorm, so dass die überwiegende Mehrheit der Diabetiker unter Fußpilz leidet.

Eingenommene Medikamente wie Cortison oder Antibiotika tragen ebenfalls dazu bei, das Immunsystem einzuschränken.

Auch die Form der Ernährung kann die Fußpilzerkrankung beeinflussen

Die Abwehrkraft des Immunsystems wird zum Großteil vom Darm mitbestimmt, so dass die Art der Ernährung einen positiven oder negativen Einfluss auf die Fußpilzerkrankung nehmen kann, das erklären die Ernährungs-Docs.

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Während eine zuckerreiche Ernährung das Wachstum der Fadenpilze fördert und säurebildende Lebensmittel wie Kuhmilch, Weißmehl und Schweinefleisch das Immunsystem schwächen, lässt es sich durch Fisch und Geflügel sowie durch hochwertige Öle und viel Gemüse gezielt stärken und wird widerstandsfähiger gegen eindringende Fußpilze. Eine zuckerfreie Diät über vier Wochen soll den Fußpilz aushungern.

Insbesondere Bitterstoffe helfen Betroffenen mit einer stark zuckerhaltigen Ernährung dabei, den Heißhunger auf Süßes, den auch die Fadenpilze haben, sofort einzudämmen.

Neben der zuckerfreien Diät und den Bitterstoffen empfahlen die Ernährungs-Docs auch regelmäßige, desinfizierende Fußbäder aus Eichenrinde.

Diagnose bei Fußpilz

Zwar können Ärzte eine Fußpilzerkrankung anhand der charakteristischen Symptome in der Regel gut diagnostizieren, dennoch bleibt zu klären, welcher Hautpilz dafür verantwortlich ist. Um das passende Medikament für eine effektive Behandlung ausfindig zu machen, können Hautschuppen entnommen und untersucht werden.

Auch durch das Anlegen von Pilzkulturen lässt sich die Pilzart bestimmen, die den Fußpilz ausgelöst hat.

Behandlung

Der Fußpilz zählt zu den Pilzerkrankungen der Haut (Dermatomykosen) und ist ansteckend. Die Behandlung hängt vom Infektionsstadium ab. Befindet sich der Fußpilz am Anfang der Ausbreitung, lassen sich die infizierten Hautstellen noch äußerlich mit speziellen Antimykotika behandeln. Pilzabtötende Präparate sind in vielen Formen erhältlich, darunter als Gel, Creme, Puder, Lösung oder Spray. Während Experten bei starkem Fußschweiß zu Puder oder Gel raten, empfehlen sie für Betroffene mit trockener Haut eher Antimykotika mit einem pflegenden Faktor in Form von Lotionen oder Cremes. Besonders hygienisch sind Sprays, da der Kontakt mit den infizierten Hautstellen vermieden werden kann. Ziehen die Cremes in den Zehenzwischenräumen nicht ein, können sie ein feuchtes Mikroklima fördern und das Wachstum der Hautpilze begünstigen.

In fortgeschrittenen Stadien wird neben der äußerlichen Behandlung auch die innerliche Anwendung von Medikamenten erforderlich.

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Obwohl sich in vielen Fällen schon ein paar Tage nach der Anwendung der Anti-Pilz-Medikamente die Symptome abschwächen, wird angeraten, die Behandlung noch ein bis 2 Wochen weiterzuführen, um Rückfälle zu vermeiden. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel zwischen zwei und vier Wochen. Fußpilz lässt sich nach Expertenangabe nur abtöten, wenn die Anwendung der Präparate strikt nach Anweisung des Arztes erfolgt.

Medikamente gegen Fußpilz

Zur Verordnung kommen zumeist nebenwirkungsarme Imidazol-Antimykotika, die ein breites Spektrum abdecken und gleichzeitig gegen mehrere Pilzarten wirken. Zu den am häufigsten verordneten Wirkstoffen zählen alphabetisch geordnet Amorolfin, Bifonazol, Ciclopirox, Clotrimazol, Ketoconazol, Miconazol und Terbinafin. Diese Wirkstoffe hemmen bei den Pilzen die Herstellung der Substanz Ergosterol, so dass es zur Schädigung der Zellwand kommt und die Pilzzelle abstirbt.

Verschiedene Maßnahmen schützen vor Fußpilz

Um sich vor einer ansteckenden Fußpilzerkrankung bestmöglich zu schützen, empfehlen Experten an stark bevölkerten Orten wie Schwimmbädern, Saunen, Umkleidekabinen von Sportanlagen oder Hotelzimmern nicht barfuß zu laufen, sondern Badeschuhe zu tragen. Ist ein Familienmitglied an Fußpilz erkrankt, kann man sich auch zuhause leicht infizieren.

Hygiene, Pflege und Kontrolle der Füße

Zu den Expertenratschlägen zum Schutz vor Fußpilz zählen insbesondere eine sorgfältige Hygiene sowie die regelmäßige Fußpflege und Kontrolle der Füße. Am effektivsten lässt sich Fußpilz vermeiden, wenn die Zehenzwischenräume trocken gehalten werden und man passende Schuhe trägt. Zu bevorzugen sind an den Füßen atmungsaktive Naturmaterialien. Socken aus Naturmaterialien wie Baumwolle und Schuhe aus Leder oder speziellen Mikrofasern, die möglichst jeden Tag gewechselt werden, helfen dabei, ein gesundes Mikroklima der Haut zu erhalten, in dem Hautpilze sich nicht wohl fühlen. Vorsorglich eignen sich auch desinfizierende, pilzabtötende Sprays.

Mindestens einmal in der Woche sollte man die Füße gründlich pflegen und die Haut und die Zehenzwischenräume auf Veränderungen hin kontrollieren.

Eine wichtige Hygienemaßnahme besteht ebenso in einem regelmäßigen Wechsel der Handtücher und Waschlappen sowie dem Waschen der Wäsche mit einer Temperatur von mindestens 60 Grad.

Experten raten Betroffenen mit Durchblutungsstörungen in Absprache mit dem behandelnden Arzt zu durchblutungsanregenden Maßnahmen wie etwa Wechselbädern. Diabetikern wird zur Behandlung des Diabetes geraten, sofern noch nicht erfolgt, auch im Hinblick auf die Blutzuckerwerte. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls (professionelle) Fußpflege, wird ebenfalls angeraten. Auch Fußgymnastik hat sich im Hinblick auf die Vorsorge bewährt.

Ist man selbst von Fußpilz betroffen, sollte man verschiedene Dinge beachten. Experten raten beispielsweise dazu, nicht barfuß zu gehen. Kommen die Hände mit den Füßen in Kontakt, ist es ratsam, sich die Hände zu waschen. Für die Füße wird ein separates Handtuch empfohlen.

Dinge, wie Handtücher oder Socken, die mit den infizierten Füßen in Verbindung kommen, sollten nur einmal zur Verwendung kommen und danach mindestens bei 60 Grad gewaschen oder mit Hygienespüler oder Desinfektionsmittel behandelt werden.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 21.04.2024
Lesezeit: 12 Minuten
Bildquelle Titelbild © Titelbild Hans Linde auf Pixabay | Beitragsbild © EM auf Pixabay

Quellen und weiterführende Informationen:

Dr. Katharina Kremser. Fußpilz: Symptome und Behandlung. Apothekenumschau. 20.02.2023

Die Ernährungs-Docs. Kampf dem Fußpilz: aushungern und trockenlegen. 20.02.2023

K.A. Kovar. Pharmazeutische Praxis. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart. 7. Auflage. 2007

Wichtige Hinweise zu Gesundheitsthemen

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

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