Ein gesundes und langes Leben – diesen Wunsch teilen wohl alle Menschen. Eine Garantie gibt es darauf allerdings nicht, schließlich liegen einige Faktoren außerhalb der eigenen Macht. Dennoch kann jeder Mensch zumindest die Grundlagen dafür schaffen, bis ins hohe Alter gesund zu bleiben.

Viele, auch tödliche Erkrankungen können nämlich aus einer ungesunden Lebensweise resultieren. Gesundheitsvorsorge sollte daher für jedermann ein wichtiges Thema sein; und sie hat überraschend viele Facetten. Es lohnt sich also, sich einmal intensiver damit auseinanderzusetzen, um die grundlegenden Maßnahmen zu kennen und zu ergreifen.

1. Körperliche Gesundheit

Die körperliche Gesundheit steht für viele Menschen im Vordergrund, wenn sie Prävention betreiben. Sie spielt schließlich eine wichtige Rolle für gesundes Altern. Eine gesunde Lebensweise im Allgemeinen ist daher ein guter Anfang und kann so manche Erkrankungen verhindern, bevor sie entstehen. Viele körperliche und auch psychische Beschwerden resultieren heutzutage aus einer ungesunden Lebensweise. Der Bewegungsmangel stellt dabei eines der größten Probleme dar. Aber auch eine ungesunde Ernährung oder zu wenig Schlaf können Körper sowie Geist auf Dauer stark belasten und somit verschiedenste Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Jeder sollte daher überlegen, wie er das eigene Leben (noch) gesünder gestalten kann. Folgende Faktoren stehen dementsprechend im Fokus:

  • Eine gesunde Ernährung, sprich eine angemessene Kalorienzahl und die Verhinderung von Nährstoffmängeln. Heutzutage haben viele Menschen durch das Überangebot an verarbeiteten und ungesunden Lebensmitteln einen Mangel an gewissen Vitaminen, Mineralien & Co, obwohl sie eigentlich genügend essen – vielleicht sogar zu viel. Auch​ Übergewicht stellt ein großes Gesundheitsrisiko dar. Ziel sollte demnach sein, die richtige Menge an wiederum richtigen Lebensmitteln zu sich zu nehmen.
  • Ausreichend Bewegung, was sowohl für sportliche Betätigung gilt als auch für alltägliche Bewegung wie das Treppensteigen zwischendurch. Möglichst viel Bewegung in den eigenen Alltag zu integrieren und lange Phasen des Sitzens oder Liegens zu vermeiden, ist dafür ein guter Anfang. Es empfiehlt sich außerdem, sich diesbezüglich an den offiziellen Empfehlungen der WHO zu orientieren.
  • Genügend Schlaf, was sowohl seine Dauer als auch seine Qualität betrifft. Wichtig ist dementsprechend, ausreichend lange Schlafzeiträume im Alltag einzuplanen und die eigene Schlafqualität zu überwachen. Wer unter Ein- oder Durchschlafstörungen leidet, sollte zudem schnellstmöglich Gegenmaßnahmen ergreifen oder sich ärztliche Hilfe suchen.

Weiterhin ist es wichtig, auf schädliche Gewohnheiten wie das Rauchen oder den übermäßigen Konsum von Alkohol zu verzichten. Dann stehen zumindest auf einer körperlichen Ebene die Chancen auf ein gesundes sowie langes Leben gut.

2. Psychische Gesundheit

Gesundheit hat aber noch einen weiteren Aspekt, und zwar das psychische Wohlbefinden. Stress stellt heutzutage für viele Menschen ein Dauerproblem dar. Er kann im Körper und Geist aber auf lange Sicht großen Schaden anrichten und somit verschiedenste Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Bluthochdruck
  • Burnout-Syndrom​
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Magengeschwüre
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen

Dieser ist nur ein kleiner Ausschnitt aus einer langen Liste. Stressmanagement ist daher ein wichtiges Stichwort, sprich jeder Mensch sollte lernen, das eigene Stresslevel realistisch einzuschätzen und Stress aktiv abzubauen. Das bedeutet einerseits, ihn möglichst schon zu verhindern, bevor er entsteht. Andererseits sollten Entspannungszeiträume einen festen Platz im Tagesablauf erhalten.

Weiterhin spielen soziale Kontakte eine wichtige Rolle für die psychische Gesundheit. Viele, vor allem ältere Menschen leiden nämlich unter Einsamkeit und auch diese kann zahlreiche, mitunter tödliche Krankheiten begünstigen, wie die Wissenschaft mittlerweile weiß. Zuletzt muss jeder aber auch auf einer individuellen Eben herausfinden, was ihm oder ihr guttut. Das Gefühl, eine sinnvolle Aufgabe zu haben, eine positive Lebenseinstellung, finanzielle Sicherheit – viele Faktoren können diesbezüglich eine wichtige Rolle spielen. Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung sind daher zwei weitere Stichworte, wenn es nicht nur um ein langes und gesundes, sondern auch um ein glückliches Leben
geht.

3. Finanzieller Wohlstand

Was viele Menschen nicht wissen, ist, dass auch sozioökonomische Faktoren für die Gesundheit eine essentielle Rolle spielen. Das gilt beispielsweise für die Bildung, für das Einkommen und für die Wohnsituation. Weiterhin ist das soziale Umfeld ein wichtiger Einflussfaktor – wie bereits erwähnt. Wer in einem entwickelten Industriestaat lebt, genießt also bereits von Grund auf bessere Voraussetzungen für ein langes sowie gesundes Leben als Menschen in Entwicklungsländern.

Auch das Einkommen nimmt einen indirekten Einfluss, sprich je höher das Einkommen, desto gesünder sind die betreffenden Personen tendenziell. Ein hohes Einkommen ist somit zwar keine Garantie auf ein langes und gesundes Leben, es bestimmt jedoch über die individuelle Vorsorge, wenn es um Themen wie Versicherungen geht. Es ermöglicht beispielsweise den Wechsel in die private Krankenversicherung ab einer gewissen Einkommensgrenze, die regelmäßig angepasst wird, oder eine bessere Vorsorge im Pflegefall – um nur zwei von vielen Beispielen zu nennen. Menschen mit höherem Einkommen genießen daher oft eine schnellere sowie bessere Versorgung, wenn Beschwerden oder Erkrankungen auftreten, und haben dadurch auch größere Chancen auf ein
gesünderes sowie längeres Leben.

Dieses sogenannte „ökonomische Kapital“ ist daher ein weiterer wichtiger Faktor, der vor allem im Alter zum Tragen kommt. Wichtig ist deshalb, schon frühzeitig auf einen gewissen Wohlstand (im Alter) hinzuarbeiten, was zugleich finanzielle Sorgen erspart und somit auch die psychische Gesundheit fördert.

4. Medizinische Bildung

Dass ein gewisser Wohlstand direkt mit der Gesundheit korreliert, hat aber noch einen zweiten Grund: In der Regel entsteht mehr Wohlstand durch eine bessere Bildung und das bedeutet auch, dass solche Menschen schlichtweg mehr Wissen haben, wenn es um einen gesunden Lebensstil geht. Die medizinische Bildung ist daher ebenfalls ein wichtiger Faktor, sprich jeder sollte wissen, wie er die​ eigene Gesundheit fördern kann. Nur, wenn dieses Know-how vorhanden ist, können darauf basierend auch konkrete Maßnahmen ergriffen werden.

Weiterhin ist diese Bildung wichtig, um eventuelle gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Denn je früher eine Behandlung eingeleitet wird, desto besser stehen in vielen Fällen die Heilungschancen. Auch Vorsorgeuntersuchungen oder andere, für die Gesundheit wichtige Termine gilt es daher zu kennen und wahrzunehmen. Glücklicherweise bietet das Internet heutzutage für jedermann die Möglichkeit, sich auf eigene Faust zu informieren und sich die notwendige medizinische Bildung anzueignen.

Wer diese Möglichkeit nicht nutzen kann oder will, genießt außerdem zahlreiche Möglichkeiten, um sich professionelle Hilfe zu suchen. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Personal Trainer handeln oder um eine Ernährungsberatung. Auch das erklärt, weshalb Wohlstand eng mit der Gesundheit verknüpft ist: Solche Angebote erfordern gewisse finanzielle Mittel. Es gibt aber, wie soeben erwähnt, auch andere – kostenlose oder zumindest kostengünstige – Alternativen, die jeder nutzen kann und sollte.

Frau im Wald

Weitere Einflussfaktoren auf die Gesundheit

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass es durchaus viele Möglichkeiten gibt, um die eigene Gesundheit zu fördern. Dadurch kann jeder die eigene Wahrscheinlichkeit, ein langes sowie gesundes Leben zu führen, deutlich erhöhen. Dass es dennoch keine Garantie darauf gibt, liegt an weiteren Faktoren, die sich direkt auf die Gesundheit auswirken – die jedoch außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegen. Das gilt beispielsweise für die Genetik. Jeder Mensch bringt von Natur aus Stärken, aber eben auch Schwächen mit, die ihn anfällig(er) machen können für gewisse Erbkrankheiten auf einer physischen oder psychischen Ebene. Nicht immer ist es möglich, ihren Ausbruch durch präventive Maßnahmen zu verhindern.​

Aber auch Umwelteinflüsse wie das Land, in dem jemand lebt, oder die Luftverschmutzung am Wohnort spielen dabei eine wichtige Rolle. Faktoren, die in der Theorie zwar geändert werden können – in der Praxis sind solche Gesundheitsgefahren vielen Menschen aber nicht bewusst oder es fehlt ihnen beispielsweise an den finanziellen Mitteln für einen Umzug. Erneut wird an dieser Stelle also der Zusammenhang zwischen materiellem Wohlstand und der Gesundheitsvorsorge deutlich. Schlussendlich beeinflussen sich also alle Maßnahmen gegenseitig und müssen wie Zahnräder eines Uhrwerks ineinander greifen. Dann sind die Weichen für ein langes sowie gesundes Leben gestellt; zumindest im Rahmen der eigenen Möglichkeiten.

Autor: Martin Kappel
Datum: 12.05.2022

Bildquellen:

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  • Bild 2: stock.adobe.com @ Syda Productions DATEI-NR.: 415112457
  • Bild 3: stock.adobe.com @ Novak DATEI-NR.: 168333061

Quellen:

  • Zentrum für Humangenetik Mannheim. Was sind Erbkrankheiten
  • MLP. 2022: Das ändert sich bei der Vorsorge und dem Gesundheitsschutz. 02.12.2021
  • C Hutterer. Neue Aktivitätsempfehlungen für Kinder, Erwachsene und Erkrankte. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. Januar 2021

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