Die Mehrzahl aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sitzt heutzutage viel am Schreibtisch. Mit der Bildschirmarbeit und einem überwiegend sitzenden Lebensstil leiden nicht nur Körperhaltung und Rücken. Auch die Augen der meisten Menschen waren noch nie so gefordert wie heute.

Augen können unter Bildschirmarbeit leiden

Eigentlich haben die Augen die Fähigkeit, sich selbst zu befeuchten. Durch das Blinzeln wird die Augenflüssigkeit natürlicherweise auf der Oberfläche verteilt. Wenn wir jedoch konzentriert auf einen Bildschirm schauen, fangen wir meist irgendwann an zu „starren“. Der Blick ist dann statisch auf einen einzelnen Fleck gerichtet und das Auge neigt dazu, durch fehlendes Blinzeln auszutrocknen. Zudem findet bei der Bildschirmarbeit auch kein Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht mehr statt. Dadurch wird auf Dauer die Augenmuskulatur wenig gefordert und kann regelrecht verkümmern. Die Folge sind oft schmerzende, brennende Augen und manchmal sogar ein Nachlassen der Sehkraft. Glücklicherweise gibt es viele Gegenmaßnahmen, die man ergreifen kann, um die Augengesundheit aufrecht zu erhalten.

Blaulicht reduzieren

Von den meisten Bildschirmgeräten geht sogenanntes Blaulicht aus. Besonders das Blaulicht aus dem hochenergetischen Wellenbereich zwischen 415 und 455 Nanometern, welchen man auch als HEV (High Energy Visible) bezeichnet, kann den Augen schaden. Zwar findet man jene Wellenlängen auch natürlicherweise im Sonnenlicht, das Blaulicht von Bildschirmen kann jedoch den Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinanderbringen. Wenn es draußen dunkel wird, schüttet unser Körper das Schlaf-Hormon Melatonin aus – wir werden müde. Wenn wir jedoch noch spätabends am Bildschirm arbeiten oder aufs Smartphone starren, wird die Melatoninausschüttung unterdrückt und es kann zu Schlafstörungen kommen. Für das allgemeine Wohlbefinden ist es daher ratsam, einige Stunden vor dem Schlafengehen auf Blaulichtgeräte zu verzichten. Ein praktisches Hilfsmittel für Bildschirmarbeitende sind Brillen mit Blaulicht-Filter. Diese Brillen können dabei helfen, den Sehstress zu senken und die Augen zu entspannen. Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme treten so mitunter seltener auf und die Augen werden geschont.

Augentraining am Arbeitsplatz

Ganz ohne technische Hilfsmittel kann man sich selbst am Arbeitsplatz weiterhelfen, indem man sich daran erinnert, regelmäßig zu blinzeln. Wer dies schlichtweg vergisst, kann sich anfangs alle fünf bis zehn Minuten einen dezenten Timer stellen, bis das Blinzeln selbstverständlich geworden ist. Weiterhin ist es wichtig, während der Arbeit immer wieder zwischen Nah- und Fernsicht zu wechseln. Deswegen sollte man darauf achten, regelmäßig Pausen einzulegen, in denen man für einen Moment den Blick schweifen lässt. Ideal ist auch frische Luft – entweder vor dem geöffneten Fenster oder bei einem kurzen Spaziergang um den Block.

UV-Schutz

Genau wie unsere Haut sollten auch unsere Augen vor schädlichem UV-Licht geschützt werden. Dieses stellt nicht nur an sonnigen, sondern auch an bewölkten Tagen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Mittlerweile enthalten aus diesem Grund fast sämtliche Hautcremes einen zusätzlichen UV-Schutz. Dass auch die Augen unter den UV-Strahlen leiden können, ist jedoch für viele Menschen noch nicht selbstverständlich. Doch auch diese können einen Sonnenbrand bekommen. Wer seine Augen zu lange der direkten Sonneneinstrahlung aussetzt, riskiert sogar irreversible Netzhautschäden. Selbst Jahre später können Folgeschäden wie Grauer Star oder eine Makuladegeneration dadurch begünstigt werden. Wichtig ist es daher, insbesondere an sonnigen Tagen draußen eine Sonnenbrille zu tragen – sei es beim Spaziergang in der Mittagspause oder beim Kaffee auf der Dachterrasse.

Bewegung

Die meisten „Schreibtischtäter“ bekommen im Alltag viel zu wenig Bewegung. Der menschliche Körper ist schlichtweg nicht dazu gemacht, den überwiegenden Teil des Tages auf einem Stuhl zu sitzen. Körperliche Bewegung ist wichtig, um den Kreislauf und die Durchblutung anzuregen – auch die Augen profitieren davon. Achten Sie also darauf, sich einen sportlichen Ausgleich zum Bürojob zu suchen. Idealerweise handelt es sich um Bewegung, die an der frischen Luft durchgeführt werden kann: Joggen, Walken oder Radfahren. Aber auch zusätzliche Bewegungen im Alltag – Treppensteigen, Spazierengehen, Aufräumen – kann sich positiv auf die Augengesundheit auswirken.

Ernährung

Jeder Mensch profitiert von einer gesunden Ernährung. Eine Ernährungsweise, die insbesondere auf den Augenstoffwechsel abgestimmt ist, enthält ausreichend Vitamin A, Vitamin B2 und Spurenelemente wie Zink. Auch die Nährstoffe Vitamin C und E, Kupfer und Selen spielen eine wichtige Rolle, da sie die Zellbestandteile vor oxidativem Stress schützen. Versuchen Sie deswegen, viel Obst und grünes Gemüse zu sich zu nehmen. Viele natürliche Vitamine und Pflanzenfarbstoffe sind in Grünkohl und Spinat enthalten. Zusätzlich macht es Sinn, ein- bis zweimal pro Woche Kaltwasserfische wie Hering oder Lachs in den Speiseplan zu integrieren. Diese Fische enthalten ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, welche einen wichtigen Teil zur gesunden Sehkraft beitragen.

Autor: Stefan Schmitt
Datum: 15.08.2022
Bildquelle: ©Andrea Piacquadio@pexels.com (CCO Creative Commons Lizenz)

Quellen und weiterführende Links:

  • Techniker Krankenkasse. Bewegung im Arbeitsalltag
  • Brille24. Blaulichtfilterbrillen

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