Wege aus der Krise durch professionelles Gewichtsmanagement

ABWEICHUNGEN VOM NORMALGEWICHT SIND RISKANT

Wenn es mit dem eigenen Gewichtsmanagement nicht so richtig funktioniert hat und das Körpergewicht bereits stark vom Normalgewicht abweicht, kommt es bei vielen Betroffenen häufig nicht nur zu mehr Trägheit und weniger Vitalität, sondern gleichzeitig steigt auch ihr gesundheitliches Risiko. Betroffen sind Menschen die an Untergewicht oder Übergewicht leiden. Bei starkem Übergewicht (Adipositas) erhöht sich nämlich das Risiko für chronische Krankheiten wie z.B. Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes Mellitus Typ 2 und einzelne Krebsarten deutlich. Gleichzeitig steigt aber auch das Risiko frühzeitig zu versterben.

Immer mehr Deutsche sind von Gewichtsproblemen betroffen, die Mehrzahl leidet allerdings unter Übergewicht. Menschen mit Gewichtsproblemen können oft durch professionelles Gewichtsmanagement profitieren, das durch zertifizierte Ernährungsfachkräfte je nach individuellem Bedarf in Zusammenarbeit mit dem Arzt oder Facharzt erfolgen kann. Nach Daten des Journal Health Monitoring 2017 vom Robert-Koch-Institut sind schon mehr als die Hälfte aller Deutschen übergewichtig oder adipös. Dies betraf zum Zeitpunkt Erhebung 46,7 % aller Frauen und 61,6 % aller Männer. Sogar auch 15,4 % der Kinder und Jugendlichen waren bereits betroffen. Experten gehen davon aus, dass diese Zahlen in den kommenden Jahren noch steigen.

Gesetzliche Krankenkassen fördern Gesundheitskurse

GESUNDHEITSVORSORGE NACH KONZEPT – GEWICHTSMANAGEMENT & CO.

Um chronischen Volkskrankheiten vorzubeugen, das Gewicht unter Kontrolle zu halten und mehr Lebensqualität zurück zu gewinnen, hilft es nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, Lebensweise und Ernährung langfristig umzustellen.

Gesundheitsvorsorge beruht in Deutschland auf einem Gesamtkonzept, das dem Körper neben allen nötigen  Nährstoffen aus der Ernährung zusätzlich genügend  Bewegung  und Ruhephasen zur Regeneration bietet. Auch Stressmanagement ist ein fester Pfeiler im Gesamtkonzept. Gesetzliche Krankenkassen unterstützen Versicherte und fördern in diesem Rahmen verschiedene Gesundheitskurse unter anderem zum Gewichtsmanagement:

Grundpfeiler der Prävention in der BRD

  • Ernährung: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt eine vollwertige Ernährungsform
  • Bewegung: Empfohlen werden zwei bis drei Einheiten Sport und gesunde Bewegung pro Woche um das Herz-Kreislaufsystem und den Stoffwechsel auf Kurs zu halten
  • Stressmanagement: Schon moderate Bewegung hilft beim Abbau von Stress. Außerdem helfen Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Yoga oder Qigong

Wer bietet professionelle Hilfe bei der Gewichtsreduzierung?

KURZFRISTIGE DIÄTEN SIND REGELMÄSSIG ERFOLGLOS

Im langfristigen Kampf gegen Übergewicht und Adipositas ist professionelle Hilfe gefragt. Möglich wird erfolgreiches Gewichtsmanagement nur im Rahmen einer dauerhaften Ernährungsumstellung. Als erfolglos und kontraproduktiv erweisen sich dagegen immer wieder kurzfristige Diäten ohne eine anschließende langfristige Ernährungsumstellung.

Informationen und Unterstützung auf dem Weg zum professionellem Gewichtsmanagement bieten Hausärzte, Fachärzte, Krankenkassen, Ernährungsmediziner und zertifizierte Ernährungsberatungen, darunter Ernährungsspezialisten wie Diätassistenten, Ernährungstherapeuten und Ernährungswissenschaftler.

Auch Untergewicht betrifft viele Bürger

OFT SIND ESSSTÖRUNGEN VERANTWORTLICH

Untergewicht ist riskant, denn oft sind damit erhebliche Nährstoffmängel verbunden, die zur Auszehrung und zu gefährlichen und sogar tödlichen Erkrankungen führen können. Schon 2013 waren in Deutschland mehr als 2 Millionen Menschen untergewichtig. Ursächlich ist bei einigen Betroffenen nicht selten eine körperliche Erkrankung wie etwa Krebs, doch eine Vielzahl ist auch von langbekannten behandlungsbedürftigen Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie betroffen, die schnell zum Untergewichtgewicht führen können. Doch seit einiger Zeit beobachten Experten verstärkt neue Formen von Essstörungen, darunter etwa das krankhafte Gesundessen oder die krankhafte Muskelsucht.

Helfen können in erster Linie Hausärzte und Fachärzte. Je nach Fortschritt der Erkrankung ist ein Aufenthalt ein einer spezialisierten Klinik angezeigt.

Auf den BMI kommt es an

WANN BEGINNT ÜBERGEWICHT – WANN BEGINNT ADIPOSITAS?

Wenn sich der BMI sich bei einem Wert zwischen 25 bis 30 bewegt, befindet man sich bereits im Bereich von Übergewicht und weitere Gewichtszunahmen sollten unbedingt vermieden werden. Eine präventive Beratung oder ein Präventionskurs zur gesunden Ernährung hilft weiter.

Adipositas liegt bei einem BMI von über 30 vor. In diesem Fall sollte man auf professionelle Hilfe zurückgreifen.

WANN BEGINNT UNTERGEWICHT?

Untergewicht beginnt ab einem BMI von unter 18,5. Viele Anzeichen weisen auf gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Untergewicht hin, dazu zählt u.a. andauernde Müdigkeit. Experten raten einen Arztbesuch zur Abklärung an.

Bundesregierung und Krankenkassen reagieren

BUNDESWEITE AUFKLÄRUNGS- UND INFORMATIONSPLATTFORM

Die aktuelle Entwicklung und die düsteren Zukunftsprognosen in Bezug auf Übergewicht, Adipositas sowie die damit verbundenen Folgen alarmierten die deutsche Bundesregierung. Sie reagierte und hat mit der Internetseite IN FORM eine bundesweite bürgernahe Aufklärungs- und Informationsplattform zum Thema Ernährung und Bewegung ins Leben gerufen.

Auch die gesetzlichen Krankenkassen fördern und vermitteln im Rahmen der Vorsorge Kurse und Beratungen zum Thema Ernährung und Bewegung nach Maßgabe. Welche Maßnahmen beim professionellen Gewichtsmanagement gefördert werden erfahren Sie in unserem Bericht zur Gesundheitsförderung.

Bedeutung der Bewegung wird bei Gewichtsproblemen häufig unterschätzt

BEWEGUNG ZÄHLT ZU JEDEM ERFOLGREICHEN GEWICHTSMANAGEMENT

Empfohlen wird bei jeder geplanten Gewichtsveränderung unabhängig davon, ob Gewicht reduziert oder zugenommen werden soll, gleichzeitig ein angemessener sportlicher Ausgleich. Denn wer bis zu 500 Gramm pro Woche oder mehr abnimmt, riskiert ohne sportliche Betätigung den Abbau körpereigener Proteinreserven. Bei einer geplanten Gewichtszunahme steigt ohne Sport wahrscheinlich der Körperfettanteil.

Auch in Bezug auf gesunde Bewegung fördern viele gesetzliche Krankenkassen nach Maßgabe in Verbindung mit einem professionellen Gewichtsmanagement verschiedene Gesundheitskurse und Gesundheitsreisen. Eine Rücksprache mit der Krankenkasse kann sich lohnen.

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 10/2016 | aktualisiert 12.06.2022

Bildquelle:

  • ©Petr Kratochvil@Public Domain (Lizenz: CC0 Public Domain)

Quellen und weiterführende Links:

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