Wege aus der Krise

ABWEICHUNGEN VOM NORMALGEWICHT RISKANT

Wenn das Gewicht stark vom Normalgewicht abweicht, kommt es häufig nicht nur zu mehr Trägheit und weniger Vitalität, sondern es steigt oft das gesundheitliche Risiko. Bei starkem Übergewicht (Adipositas) erhöht sich das Risiko für chronische Krankheiten wie z.B. Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes Mellitus Typ 2 und einzelne Krebsarten deutlich. Gleichzeitig steigt auch das Risiko frühzeitig zu sterben. Nach Daten des Journal Health Monitoring 2017  vom Robert-Koch-Institut waren im Jahr 2014/2015 mehr als die Hälfte aller Deutschen übergewichtig oder adipös. Dies betraf 46,7 % aller Frauen und 61,6 % aller Männer.

Um solchen chronischen Krankheiten vorzubeugen und Lebensqualität zurück zu gewinnen, wird es nach ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen notwendig, Lebensweise und Ernährung langfristig umzustellen.

GESUNDHEITSVORSORGE NACH KONZEPT

Gesundheitsvorsorge beruht auf einem Gesamtkonzept, das dem Körper neben allen nötigen Nährstoffen aus der Ernährung zusätzlich genügend Bewegung und Ruhephasen zur Regeneration bietet. Gesetzliche Krankenkassen fördern in diesem Rahmen auch Gesundheitskurse zur Vorbeugung:

Grundpfeiler der Prävention

  • Ernährung: Empfohlen wird allgemein eine vollwertige Ernährungsform nach Maßgabe der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)
  • Bewegung: Empfehlenswert sind zwei bis drei Einheiten Sport und gesunde Bewegung pro Woche

Wer bietet professionelle Hilfe?

KURZFRISTIGE DIÄTEN SIND REGELMÄSSIG ERFOLGLOS

Im langfristigen Kampf gegen Übergewicht und Adipositas ist professionelle Hilfe gefragt. Möglich wird der Erfolg nur im Rahmen einer Ernährungsumstellung. Erfolglos und kontraproduktiv sind dagegen kurzfristige Diäten ohne eine anschließende Ernährungsumstellung.

Professionelle Information und praktische Hilfe bieten Hausarzt, Fachärzte, Krankenkassen, Ernährungsberatungen und verschiedenen fachbezogene Einrichtungen.

WANN BEGINNT ÜBERGEWICHT – WANN BEGINNT ADIPOSITAS?

Wenn sich der BMI im Bereich von 25 bis 30 bewegt, befindet man sich bereits im Bereich von Übergewicht und weitere Gewichtszunahmen sollten vermieden werden. Eine präventive Beratung oder ein Präventionskurs zur gesunden Ernährung hilft weiter.

Adipositas liegt bei einem BMI von über 30 vor. In diesem Fall sollte man auf professionelle Hilfe zurückgreifen.

WANN BEGINNT UNTERGEWICHT?

Bei Untergewicht, das mit einem BMI von weniger als 18,5 beginnt, können viele Anzeichen auf gesundheitliche Beeinträchtigungen hinweisen, dazu zählt u.a. andauernde Müdigkeit. Ein Arztbesuch zur Abklärung ist ratsam.

Übergewicht

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2013 waren 62% der deutschen Männer, 48% der Frauen und 2 Millionen Kinder übergewichtig.

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Untergewicht

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2013 waren in Deutschland mehr als 2 Millionen Menschen untergewichtig

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Bundesregierung und Krankenkassen reagieren

BUNDESWEITE AUFKLÄRUNGS- UND INFORMATIONSPLATTFORM

Die aktuelle Entwicklung und die düsteren Zukunftsprognosen in Bezug auf Übergewicht, Adipositas sowie die damit verbundenen Folgen alarmierten die deutsche Bundesregierung. Sie reagierte und hat mit der Internetseite IN FORM eine bundesweite bürgernahe Aufklärungs- und Informationsplattform zum Thema Ernährung und Bewegung ins Leben gerufen.

Auch die gesetzlichen Krankenkassen fördern und vermitteln im Rahmen der Vorsorge Kurse und Beratungen zum Thema Ernährung und Bewegung nach Maßgabe. Welche Maßnahmen gefördert werden erfahren Sie unter Krankenkassenzuschuss.

Bedeutung der Bewegung wird häufig unterschätzt

BEWEGUNG BEI JEDER GEWICHTSVERÄNDERUNG EMPFOHLEN

Empfohlen wird bei jeder geplanten Gewichtsveränderung unabhängig davon, ob Gewicht reduziert oder zugenommen werden soll, gleichzeitig ein angemessener sportlicher Ausgleich. Denn wer etwa bis zu 500 Gramm pro Woche oder mehr abnimmt, riskiert ohne sportliche Betätigung den Abbau körpereigener Proteinreserven. Bei der geplanten Gewichtszunahme steigt ohne Sport wahrscheinlich der Körperfettanteil.

Auch in Bezug auf gesunde Bewegung fördern viele gesetzliche Krankenkassen nach Maßgabe verschiedene Kurse und Angebote. Eine Rücksprache mit der Krankenkasse kann sich lohnen. Mehr Informationen unter Krankenkassenzuschuss

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 10/2016 | aktualisiert 02/2019

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