Auf heimischen Äckern werden jährlich einige tausend Tonnen Glyphosat ausgebracht und so ist es kein Wunder, dass auch meistgetrunkene Biermarken mit Glyphosat belastet sind. Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Pflanzenvernichtungsmittel und geriet bereits mehrfach in die negativen Schlagzeilen.

Nach Angaben des BUND e.V. tötet das Totalherbizid jede Pflanze, die genetisch nicht so behandelt wurde, dass sie den Einsatz überlebt.

Zwar ist der Verbrauch der Substanz insgesamt rückläufig, dennoch bleiben die Zahlen hoch. 2014 brachte man in Deutschland noch rund 5.400 Tonnen Glyphosat auf Äckern und in Gärten aus, im Jahr 2017 waren es immerhin noch 4.700 Tonnen. Im Jahr 2022 reduzierte sich die verkaufte Menge auf immerhin 4.100 Tonnen.

Entsprechend viele Lebensmittel weisen daher immer noch Rückstande der Chemikalie auf. Die Trinkwasserverordnung sieht für Glyphosat einen Grenzwert von 01, Mikrogramm pro Liter Wasser vor.

Viele Biermarken enthielten in Tests Spuren von Glyphosat

Seit Jahren weisen verschiedene Tests regelmäßig Rückstände von Glyphosat im Bier nach. Zuletzt ließ das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST im Oktober 2022 insgesamt 50 Biermarken auf Herz und Nieren im Labor checken.

Gleich in 12 Bieren wurden dabei Spuren von Glyphosat festgestellt.

Unter den glyphosathaltigen Biermarken befanden sich im Jahr 2022 viel getrunkene Fabrikate wie Radeberger Pilsener, Krombacher Pils und König Pilsener. Aber auch im Jever Pilsener, Holsten Pilsener Premium sowie im Flensburger Pilsener und im Beck`s Pils waren unter anderen Spuren von Glyphosat nachweisbar.

Zwar lagen die Zahlen weit unterhalb der zulässigen Werte, die in der EU für Braugerste zugelassen sind, doch da das Pflanzenschutzmittel von der internationalen Agentur für Krebsforschung schon im Jahr 2015 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wurde, gab es auch bei geringen Gehalten einen Notenabzug, um Verbraucher vorbeugend zu schützen.

Alle Bio-Biere im Test waren dagegen frei von Glyphosat.

Glyphosat ist in anderen Ländern bereits vom Markt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte den Wirkstoff, der bei Kontakt alle Pflanzen tötet, als erbgutschädigend und wahrscheinlich krebserregend ein. Außerdem gibt es Hinweise darauf, das die chemische Substanz ins Hormonsystem eingreift und die Fruchtbarkeit schädigt.

Während Glyphosat in Österreich und Schweden nicht mehr eingesetzt wird, bewertete das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die übrigen europäischen Mitgliedsstaaten noch 2018 die Chemikalie bei ordnungsgemäßer Anwendung weiterhin als verkehrsfähig. Experten waren nach bisherigen Kenntnissen der Auffassung, dass für den Menschen kein krebserzeugendes Risiko durch Glyphosat zu erwarten ist.

Der Pflanzenschutzmittelwirkstoff blieb auf EU-Ebene zunächst bis Ende Dezember 2022 genehmigt. Nach einer Verlängerung ist er nun erst einmal bis zum 15. Dezember 2023 in Pflanzenschutzmitteln weiter zugelassen. Glyphosat erhielt nun eine weitere Zulassung um 10 Jahre bis Ende 2033.

Auch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) kündigte im Mai 2022 schon an, dass eine Einstufung von Glyphosat als krebserregend nicht gerechtfertigt sei und an der bestehenden Einstufung festgehalten werden soll. Nach der bestehenden Einstufung kann der Wirkstoff lediglich schwere Augenschäden verursachen und ist für Wasserlebewesen giftig.

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