Meistgetrunkene Biermarken im Test mit Glyphosat belastet

RÜCKSTÄNDE VON PFLANZENSCHUTZMITTEL GLYPHOSAT MIT REINHEITSGEBOT VEREINBAR?

Nach einer Untersuchung des Münchener Umweltinstituts e.V. in der Zeit von Dezember 2015 bis Januar 2016, zeigte jede der 14 getesteten Biermarken Rückstände von Glyphosat. Die nachgewiesene Menge des umstrittenen Pestizids variierte je nach Marke stark. Aus zufälligen Chargen wurde für den Test eine kleine Anzahl von Proben entnommen und nach anerkannten Verfahren auf Glyphosat untersucht. Nach Äußerung des Münchner Umweltinstituts e.V. erlauben die Ergebnisse jedoch keine generelle Aussage über die Belastung des Bieres einer bestimmten Marke.

Ausgewählt wurden die Biermarken nach einer veröffentlichten Hitliste der meistverkauften Biere im Jahr 2014. Der niedrigste Glyphosatgehalt, den die Untersuchung ergab, lag bei 0,46 Mikrogramm pro Liter, während der Höchstgehalt mit 29,74 Mikrogramm Glyphosat pro Liter nachgewiesen wurde.

5400 TONNEN GLYPHOSAT AUF HEIMISCHEN BÖDEN

Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Pflanzenvernichtungsmittel und geriet bereits mehrfach in die negativen Schlagzeilen – 2014 brachte man in Deutschland rund 5400 Tonnen Glyphosat auf Äckern und in Gärten aus. Viele Lebensmittel weisen Rückstande der Chemikalie auf. Die Trinkwasservordnung sieht für Glyphosat einen Grenzwert von 01, Mikrogramm pro Liter Wasser vor.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte den Wirkstoff, der bei Kontakt alle Pflanzen tötet, als erbgutschädigend und wahrscheinlich krebserregend ein. Außerdem gibt es Hinweise darauf, das die chemische Substanz ins Hormonsystem eingreift und die Fruchtbarkeit schädigt.

WIE GELANGT DAS GLYPHOSAT INS BIER?

Nach Meinung des Münchner Umweltinstituts e.V. besteht am ehesten die Wahrscheinlichkeit, dass das Glyphosat über das Getreide ins Bier gelangte, denn im Getreideanbau werde Glyphosat in hohen Mengen konventionell eingesetzt. Auch eine Abdrift des Glyphosats auf die Dolden des Hopfens wollte man nicht gänzlich ausschließen. Für sehr unwahrscheinlich hielt das Münchner Umweltinstitut e.V. dagegen den Eintrag über das Brauwasser, da es ständigen Kontrollen unterliege.

NEBEN GLYPHOSATVERBOT WERDEN KONTROLLEN GEFORDERT

Die Untersuchung zeigte nach Auffassung des Münchner Umweltinstituts e.V. die Notwendigkeit, die verwendeten Produkte und Zutaten genauer zu überprüfen und sich gegen eine weitere Zulassung von Glyphosat einzusetzen.

Zum Test und den Testergebnissen des Münchner Umweltinstituts e.V. (PDF)

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 03/2017

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