Die Goji-Beere

VERWENDUNG IN TRADITIONELL CHINESISCHER MEDIZIN (TCM)

Die orange-roten und fruchtig herb schmeckenden Goji-Beeren gedeihen am Gemeinen Bockshorn (Lycium barbarum). Aber nicht nur in China wird der robuste ertragreiche Strauch kultiviert, das Nachtschattengewächs ist lange schon auch in vielen deutschen Gärten als Zierstrauch zu finden. Hierzulande tragen die länglichen, hagebuttenähnlichen Früchte den Namen Wolfsbeere. Goji-Beeren kommen in getrockneter Form, als Saft, Tee, in Nussmischungen, Marmelade oder Kapseln in den Handel. Getrocknete Früchte lassen sich in Müsli, Joghurts oder Smoothies verwenden. Süße Früchte werden auch roh verzehrt. Chinesen verarbeiten die Beeren regelmäßig gekocht oder roh in der Küche.

Goji-Beeren dienen in China u.a. zur Stärkung des Immunsystems und zur Vorbeugung und Behandlung von verschiedenen Krankheiten. Die TCM nutzt diese Früchte bei Yin-Mangel in Leber und Nieren. Eingesetzt wird die Goji-Beere beispielsweise gegen Diabetes, Anämie, Erschöpfung, Impotenz, Sehschwäche, Tinnitus oder Überanstrengung.

Inhaltsstoffe

UNGEWÖHNLICH HOHER VITAMIN-C-GEHALT

100 g getrocknete Goji-Beeren haben insgesamt einen Energiegehalt von 349 kcal. Getrocknete Beeren weisen einen ungewöhnlich hohen Gehalt an Vitamin C auf. Nach Nährwertanalyse befinden sich in 100 g getrockneten Goji-Beeren u.a.

Carotinoide zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen und kommen regelmäßig in gelben, orangen und roten Obst- und Gemüsesorten vor. Neben Radikalfängern sind in den Carotinioden der Goji-Beere außerdem Lutein und Zeaxanthin enthalten – diese Substanzen kommen verändert in der Retina des Auges vor und man vermutet, dass sie dort möglicherweise eine schützende Wirkung haben könnten.  Auch in Grünkohl, rohem Spinat oder Blattsalat finden sich größere Gehalte der beiden Substanzen.

Im Vergleich erreichen sonst fast nur frische Früchte ähnlich hohe Vitamin C-Gehalte, dabei enthalten z.B. 100 g Erdbeeren 57 mg Vitamin c oder 40 g rote Paprika 56 mg Vitamin C. Nachteilig wirkt sich jedoch der mehr als 10 x höhere Energiegehalt der getrockneten Goji-Beere aus, denn vergleichsweise besitzen 100 g frische Erdbeeren lediglich 32 kcal.

STUDIEN ZUR GOJI-BEERE

Bisherige Studien zur Wirksamkeit der  Goji-Beere stammen aus China und wurden vorwiegend an Tieren sowie im Reagenzglas durchgeführt.

GEFAHR DURCH REAKTION MIT BLUTVERDÜNNENDEN MEDIKAMENTEN

Goji-Beeren lassen ein erhöhtes Risiko für Blutungen entstehen, wenn sie zusammen mit blutverdünnenden gerinnungshemmenden Medikamenten eingenommen werden. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, in Zusammenhang mit blutverdünnenden Medikamenten Goji-Beeren nicht einmal in Form von Marmelade aufzunehmen, denn die Beeren verhindern scheinbar den Abbau der Medikamente und können so zu einer gefährlichen Anreicherung der Wirkstoffe führen.

Die Acai-Beere

HEIDELBEERÄHNLICHE PALMFRÜCHTE AUS SÜDAMERIKA

Die Acai-Beere wächst als Frucht der mehrstämmigen Palmenart Euterpe oleracea an feuchten Standorten in Südamerika. Neben den Früchten werden auch die Palmherzen des Baumes als Nahrungsmittel genutzt. Während die fleischigen heidelbeerähnlichen Acai-Beeren regional mit Wasser vermischt zum Trinken oder als Sorbet verarbeitet werden, erreichen die leicht verderblichen Früchte Europa in der Regel als gefriergetrocknetes Pulver. Erhältlich ist die Acai-Beere in Europa nur als Pulver, Saft oder Püree.

INHALTSSTOFFE

100g Acai-Pulver hat einen Energiewert von 534 kcal. Folgende Inhaltsstoffe sind enthalten:

Der Gehalt an Antioxidantien, Vitaminen und Mineralien ist durchaus vergleichbar mit einigen heimischen, reichhaltigen Früchten wie Himbeeren oder Preiselbeeren. Ganz besonders aber zeichnet die Acai-Beere ihr hoher Anteil an Anthocyanen aus, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen und denen u.a. ein günstiger Einfluss auf Herzkreislauferkrankungen, Demenz und einige Krebsformen nachgesagt wird. Anthocyane sorgen für eine Schwarzfärbung der Frucht. Jedoch ist ein hoher Anteil an Anthocyanen nicht nur exotischen Früchten vorbehalten, die gesunden Pflanzenstoffe finden sich in anderer Zusammensetzung aber mit vergleichbarer Wirkung z.B. in unseren heimischen Heidelbeeren, Holunderbeeren, Rotkohl und auch roten Trauben.

Studien zur Acai-Beere

KAUM VERWERTBARE STUDIEN VORHANDEN

Zur Wirkung der Acai-Beere bestehen derzeit kaum verwertbare Studien am Menschen.

Die Aronia-Beere

AUCH IN EUROPA HEIMISCH

Die Aronia-Beere ist auch unter dem Namen Apfelbeere bekannt und gedeiht an einem Strauch, der bis zu zwei Metern Wuchshöhe erreicht. Aronia-Beeren zählen zurr Gattung der Rosengewächse (Rosaceae). Ursprünglich stammt die sommergrüne Pflanze aus Nordamerika, wird aber zunehmend auch in Deutschland kultiviert. Am häufigsten baut man die Arten schwarze Apfelbeere (Aronia melanocarpa) und filzige Apfelbeere (Aronia arbutifolia) an. Der Geschmack der Aronia-Beere wird als süß-säuerlich-herb bezeichnet und ähnelt dem der Heidelbeere.

INHALTSSTOFFE

Wegen ihres hohen antioxidantischen Potentials zählen die erbsengroßen Aronia-Beeren zu den einheimischen Superfoods, denn pro 100 g besitzen sie einen Gehalt von 3 g Anthocyanen. Der rohe Verzehr größerer Mengen wird nicht empfohlen, denn Apfelbeeren enthalten den Stoff Amygdalin, der Blausäure freisetzt und erst durch Erhitzen unbedenklich wird. Geringe Mengen roher Beeren und verarbeitete Aronia-Produkte gelten hingegen als unproblematisch. Aronia-Beeren gelangen zumeist getrocknet, als Marmelade, Saft, Likör, Fruchtpulver oder Püree in den Handel.

Die Aronia-Beere enthält hohe Gehalte an:

In Osteuropa gilt die Aronia-Beere wegen des hohen Gehalts an Antioxidantien als Heilpflanze zum Schutz bei Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs.

Studien

GÜNSTIGER EINFLUSS AUF CHOLESTERIN UND BLUBESCHAFFENHEIT

Eine zweimonatige polnische Studie zur Wirkung der Aronia-Beere beim Metabolischen Syndrom im Rahmen einer fettreduzierten Diät, die bereits drei Monate vor Beginn der Studie einzuhalten war, brachte heraus, dass drei mal täglich 100 mg Aronia-Extrakt dazu beitrugen, die Auflösung von Blutgerinseln anzuzeigen, den Gesamtcholesterinspiegel sowie den LDL-Cholesterin deutlich zu senken. Daneben wurde beobachtet, das die Verklumpung der Blutplättchen gehemmt war.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

J. P. Hou: The Healing Power of Chinese Herbs and Medicinal Recipes. Haworth Integrative Healing Press. 2005
BfR: http://www.bfr.bund.de/cm/350/risikobewertung-von-pflanzen-und-pflanzlichen-zubereitungen.pdf
Nährwertanalyse Goji-Beere: http://ndb.nal.usda.gov/ndb/foods/show/2221?
gcd=&manu=&lfacet=&format=&count=&max=35&offset=&sort=&qlookup=goji
bfarm: http://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Bulletin/2013/1-2013.pdf?__blob=publicationFile&v=2
CVUAS: http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=5&ID=1169
EFSA: http://www.efsa.europa.eu/sites/default/files/scientific_output/files/main_documents/1489.pdf
Andrew Henderson, Gloria Galeano: Euterpe, Prestoea, and Neonicholsonia (Palmae: Euterpeinae). Flora Neotropica, Band 72, New York Botanical Garden Press. New York 1996.
BMBF Verbundprojekt Anthocyane in Fruchtsäften aus Beerenobst: http://www.anthonia.de/ 
Maria Claudia LazzèMonica SavioRoberto Pizzala: Anthocyanins induce cell cycle perturbations and apoptosis in different human cell lines. Carcinogenesis (2004) 25 (8):1427-1433.doi: 10.1093/carcin/bgh138
MRI Bund – Aronia: https://www.mri.bund.de/de/institute/lebensmittel-und-bioverfahrenstechnik/forschungsprojekte/bioaktivepflanzenstoffe/aronia/
/phytochemicals/carotenoids#age-related-macular-degeneration-prevention
Aronia: http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/085793/index.php
Sikora J, Broncel M, Mardowicz M, Chalubinski M, Wojdan K, Mikiciuk-Olasik E. Short-term supplementation with Aronia melanocarpa extract improves platelet aggregation, clotting, and fibrinolysis in patients with metabolic syndrome. Eur J Nutr 2011 (DOI 10.1007/s00394-011-0238-8)
Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 07/2017

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