Granatapfel ist eine besonders gesunde Südfrucht

IN VIELEN STUDIEN BEWEIST DER GRANATAPFEL WIRKSAMKEIT

Der Granatapfel (Punica granatum) macht gerne von sich Reden. Nicht nur als Symbol für Fruchtbarkeit, Leben und Schönheit spielte er schon in der Antike eine wichtige Rolle, heute rückt er sogar in den Focus, wenn es um ernst zu nehmende Krankheiten geht. Mehr als 250 wissenschaftliche Studien belegen bislang die hohe Wirksamkeit des Granatapfels.

Wenn gleich auch die meisten dieser Studien bislang an Tieren oder außerhalb des lebenden Organismus (in vitro) durchgeführt wurden und nicht unbedingt unkritisch auf den Menschen zu übertragen sind, gibt es mittlerweile auch verschiedene erfolgreiche Studien mit Granatapfel am Menschen.

Wertvolle Inhaltsstoffe im Granatapfel nachgewiesen

IM GRANATAPFEL STECKEN MEHR POLYPHENOLE ALS IM ROTWEIN

Der lederhäutige Granatapfel wächst im vorwiegend im Mittelmeeraum und er enthält eine Reihe wertvoller Inhaltsstoffe.

Neben einem hohen Gehalt der wertvollen, dreifach-gesättigten Gamma-Linolensäure (GLA), trägt der Granatapfel auch jede Menge Antioxidantien, Polyphenole, Phenolsäuren und Flavonoide aus der Familie der sekundären Pflanzenstoffe in sich. Die Ellagsäure ist die mengenmäßig wichtigste Polyphenol-Stoffgruppe und wirkt als besonders starker Radikalfänger. Ein Granatapfel enthält mehr Phenole als Rotwein oder Blaubeeren. Die enthaltenen Tannine sorgen für den herben Fruchtgeschmack.

Polyphenole stärken das Immunsystem und bekämpfen Freie Radikale. Nicht zuletzt weisen Polyphenole eine starke Wirksamkeit gegen verschiedene Krebszellen und Arthritis auf. Daneben wirken die vielen enthaltenen Substanzen aus der Familie der sekundären Pflanzenstoffe förderlich auf das Herz-Kreislaufsystem. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Zusammenwirken aller einzelnen Pflanzenstoffe für die besondere Gesamtwirkung des Granatapfels verantwortlich ist.

Mit 74 kcal/100 g liefert der Granatapfel sogar 9 Kilokalorien weniger als die Heidelbeere. Er besitzt mit 0,7 g/100 g mehr Eiweiß als Acerolakirschen, Ananas oder Äpfel. Mit 238 mg/100 g enthält der Granatapfel fast 4 mal so viel Kalium wie Heidelbeeren. Daneben finden sich im Granatapfel nennenswerte Anteile an verschiedenen lebensnotwendigen Mineralstoffen und Spurenelementen. Enthalten sind Phosphor, Magnesium, Kalzium, Zink, Kupfer und Mangan. Auch lassen sich verschiedene Vitamine in nennenswerten Mengen in der roten Frucht nachweisen. Dazu zählen Vitamin A, Vitamin E, Vitamin B3, Vitamin B2, Niacin, Vitamin B6 und Vitamin C.

Studien mit Granatapfel-Produkten bei Prostatakrebs

GRANATAPFEL-PRODUKTE IM EINSATZ GEGEN PROSTATAKREBS

Bereits gut erforscht ist die positive Wirkung von Granatapfel-Produkten bei menschlichem Prostatakrebs, wie ein wissenschaftlicher Bericht von Dr. med. Ludwig Manfred Jacob und Prof. Dr. med. Karl-Friedrich Klippel in der Deutschen Zeitschrift für Onkologie zeigt. Nach Schilderung der beiden Autoren existieren bereits viele überzeugende klinische und präklinische Studien, die bislang eine Empfehlung von Granatapfelsaft rechtfertigen, wenn es um die Vorsorge und begleitende Ernährungstherapie beim Prostatakarzinom geht.

POLYPHENOLE DES GRANATAPFELS HABEN KREBSHEMMENDE WIRKUNG

Polyphenole des Granatapfels sind hochpotent und verfügen nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über vielseitige krebshemmende Wirkmechanismen, die in der Lage sind, das Krebswachstum deutlich zu verlangsamen. Die bitter schmeckenden Polyphenole aus der Familie der sekundären Pflanzenstoffe finden sich in pflanzlichen Produkten wie Obst, Gemüse, Tee oder Kräutern.

GRANATAPFEL-POLYPHENOLE WIRKEN AUCH POSITIV AUF ANDERE KRANKHEITEN

Wie die Forscher erklärten, wirken sich die Polyphenole des Granatapfels zudem positiv auf Herz und Gefäße sowie Diabetes und andere Krebserkrankungen aus. Bei einem Alterskarzinom kann die Einnahme von Granatapfelsaft unter Umständen einen Zugewinn von entscheidenden Lebensjahren bedeuten.

Fermentierte Granatapfel-Polyphenole sowie ein ellagitanninreiches Granatapfel-Extrakt verhinderten in Studien die Neubildung von Tumorgefäßen. Die Schalenextrakte des Granatapfels erwiesen sich dagegen als deutlich unwirksamer.

GRANATAPFEL-PRODUKTE ERGÄNZEN STANDARDTHERAPIEN UND MILDERN NEBENWIRKUNGEN DER CHEMOTHERAPIE

Granatapfel-Produkte bewirken nach Angaben der Forscher keine sichere Heilung und ersetzen auch keine notwendige Krebstherapie, aber dennoch lassen sich Standardtherapien wirkungsvoll ergänzen. Die Forscher vermuten außerdem einen abmildernden Effekt der Granatapfel-Produkte auf die Nebenwirkungen von Chemotherapien.

Der Granatapfel ist nach Angabe der Wissenschaftler die Frucht mit der besten Studienevidenz, wenn es um Ernährungsempfehlungen beim Prostatakarzinom geht. Zwar seien die Studien zum Granatapfel noch nicht abgeschlossen und könnten deshalb noch nicht abschließend beurteilt werden, aber die bisherigen Ergebnisse werteten die Wissenschaftler als äußerst vielversprechend.

Beide Mediziner gehen davon aus, dass die besondere Wirkung der Granatapfel-Polyphenole auf komplexe Synergieeffekte zurückzuführen ist. Dabei kommunizieren schon geringe Mengen des Stoffgemischs mit den Zellen und den Signalwegen der Zellen. Für direkte chemische Wirkungen sind jedoch hohe Wirkstoffkonzentrationen im Gewebe erforderlich.

QUALITÄTSUNTERSCHIEDE IN GRANATAPFEL-PRODUKTEN DURCH HERSTELLUNGSVERFAHREN

Die Wirksamkeit von Granatapfel-Produkten wird als höchst unterschiedlich eingestuft, was ihre Qualität und den Gehalt an wirksamen Polyphenolen betrifft. Als wirksam stufen die Wissenschaftler Granatapfelprodukte und Granatapfelsäfte ein, die mit schonenden Verfahren wie etwa der Gefriertrocknung hergestellt werden. Dagegen verfügen Produkte aus Granatapfel-Extrakten über deutlich eingeschränkte Bioaktivität und Bioverfügbarkeit, wenn ihre Polyphenole durch Hitzetrocknung in hochpolymerisierter, oxidierter Form vorliegen.

EMPFEHLUNGEN ZUR EINNAHME VON GRANATAPFELSAFT

Zur Gesunderhaltung hat sich nach Auswertung bei den Studienteilnehmern täglich ein halbes bis ein Glas Granatapfelsaft bewährt. Ein halbes Glas enthält etwa eine Menge von 280-560 mg/l an Polyphenolen. Bei bestehendem Prostatakrebs empfehlen die Mediziner täglich mindestens ein Glas. In Studien hatten sich lebendfermentierte Polyphenole dabei als wirksamer erwiesen, weil sie eine höhere Bioaktivität und Bioverfügbarkeit gewährleisteten.

Kapseln mit Granatapfel-Bestandteilen bewähren sich nach Einschätzung der Forscher nicht, da sie meist keine Angaben zu den Polyphenolen enthalten und hinsichtlich der Messmethode nicht mit Studien vergleichbar sind. Die Verzehrsempfehlungen bei Kapseln seien daher