Granatapfel – gesunde Südfrucht

HOHE WIRKSAMKEIT VON GRANATAPFEL IN VIELEN STUDIEN

Immer wieder macht die rote Frucht namens Granatapfel (Punica Granatum) von sich Reden, wenn es um die Bekämpfung ernst zu nehmender Krankheiten geht. Mehr als 250 Studien existieren bislang, die die hohe Wirksamkeit des Granatapfels belegen.

Wenngleich auch die meisten Studien davon bislang an Tieren oder außerhalb des lebenden Organismus (in vitro) durchgeführt wurden und nicht unbedingt unkritisch auf den Menschen zu übertragen sind, gibt es mittlerweile auch verschiedene erfolgreiche Studien mit Granatapfel am Menschen.

Wertvolle Inhaltsstoffe im Granatapfel

IM GRANATAPFEL SIND MEHR POLYPHENOLE ALS IM ROTWEIN

Der sommergrüne Granatapfelbaum kann einige Hundert Jahre alt werden. Der lederhäutige Apfel enthält jede Menge wertvolle Inhaltsstoffe, die schon im frühen Ägypten bekannt waren. Sowohl die Granatapfelfrucht, als auch der Granatapfelsaft finden heute noch in vielen südlichen Ländern Verwendung, sogar in der gehobenen Küche.

Neben hohen Anteilen der Mineralstoffe,  Kalium, Kalzium, Eisen sowie den Vitaminen C und B trägt der Granatapfel jede Menge Antioxidantien, Polyphenole, Phenolsäuren und Flavonoide aus der Familie der sekundären Pflanzenstoffe in sich. Die Ellagitannine sind die mengenmäßig wichtigste Polyphenol-Stoffgruppe. Ein Granatapfel besitzt mehr Phenole als Rotwein oder Blaubeeren.

Polyphenole stärken das Immunsystem und bekämpfen Freie Radikale. Nicht zuletzt weisen Polyphenole eine starke Wirksamkeit gegen verschiedene Krebszellen und Arthritis auf. Daneben wirken die Substanzen aus der Familie der sekundären Pflanzenstoffe förderlich auf das Herz-Kreislaufsystem. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Zusammenwirken aller einzelnen Pflanzenstoffe für die besondere Gesamtwirkung des Granatapfels verantwortlich ist.

Studien mit Granatapfel-Produkten bei Prostatakrebs

GRANATAPFEL-PRODUKTE IM EINSATZ GEGEN PROSTATAKREBS

Bereits gut erforscht ist die positive Wirkung von Granatapfel-Produkten bei menschlichem Prostatakrebs, wie ein wissenschaftlicher Bericht von Dr. med. Ludwig Manfred Jacob und Prof. Dr. med. Karl-Friedrich Klippel in der Deutschen Zeitschrift für Onkologie zeigt. Nach Schilderung der beiden Autoren existieren bereits viele überzeugende klinische und präklinische Studien, die bislang eine Empfehlung von Granatapfelsaft rechtfertigen, wenn es um die Vorsorge und begleitende Ernährungstherapie beim Prostatakarzinom geht.

POLYPHENOLE DES GRANATAPFELS HABEN KREBSHEMMENDE WIRKUNG

Polyphenole des Granatapfels sind hochpotent und verfügen nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über vielseitige krebshemmende Wirkmechanismen, die in der Lage sind, das Krebswachstum deutlich zu verlangsamen. Die bitter schmeckenden Polyphenole aus der Familie der > sekundären Pflanzenstoffe finden sich in pflanzlichen Produkten wie Obst, Gemüse, Tee oder Kräutern.

GRANATAPFEL-POLYPHENOLE WIRKEN AUCH POSITIV AUF ANDERE KRANKHEITEN

Wie die Forscher erklärten, wirken sich die Polyphenole des Granatapfels zudem positiv auf Herz und Gefäße sowie Diabetes und andere Krebserkrankungen aus. Bei einem Alterskarzinom kann die Einnahme von Granatapfelsaft unter Umständen einen Zugewinn von entscheidenden Lebensjahren bedeuten.

Fermentierte Granatapfel-Polyphenole sowie ein ellagitanninreiches Grantatapfel-Extrakt verhinderten in Studien die Neubildung von Tumorgefäßen. Die Schalenextrakte des Granatapfels erwiesen sich dagegen als deutlich unwirksamer.

GRANATAPFEL-PRODUKTE ERGÄNZEN STANDARDTHERAPIEN UND MILDERN NEBENWIRKUNGEN DER CHEMOTHERAPIE

Granatapfel-Produkte bewirken nach Angaben der Forscher keine sichere Heilung und ersetzen auch keine notwendige Krebstherapie, aber dennoch lassen sich Standardtherapien wirkungsvoll ergänzen. Die Forscher vermuten außerdem einen abmildernden Effekt der Granatapfel-Produkte auf die Nebenwirkungen von Chemotherapien.

Der Granatapfel ist nach Angabe der Wissenschaftler die Frucht mit der besten Studienevidenz, wenn es um Ernährungsempfehlungen beim Prostatakarzinom geht. Zwar seien die Studien zum Granatapfel noch nicht abgeschlossen und könnten deshalb noch nicht abschließend beurteilt werden, aber die bisherigen Ergebnisse werteten die Wissenschaftler als äußerst vielversprechend.

Beide Mediziner gehen davon aus, dass die besondere Wirkung der Granatapfel-Polyphenole auf komplexe Synergieeffekte zurückzuführen ist. Dabei kommunizieren schon geringe Mengen des Stoffgemischs mit den Zellen und den Signalwegen der Zellen. Für direkte chemische Wirkungen sind jedoch hohe Wirkstoffkonzentrationen im Gewebe erforderlich.

QUALITÄTSUNTERSCHIEDE IN GRANATAPFEL-PRODUKTEN DURCH HERSTELLUNGSVERFAHREN

Die Wirksamkeit von Granatapfel-Produkten wird als höchst unterschiedlich eingestuft, was ihre Qualität und den Gehalt an wirksamen Polyphenolen betrifft. Als wirksam stufen die Wissenschaftler Produkte und Säfte ein, die mit schonenden Verfahren wie der Gefriertrocknung hergestellt werden. Dagegen verfügen Produkte aus Granatapfel-Extrakten über deutlich eingeschränkte Bioaktivität und Bioverfügbarkeit, wenn ihre Polyphenole durch Hitzetrocknung  in hochpolymerisierter, oxidierter Form vorliegen.

EMPFEHLUNGEN ZUR EINNAHME VON GRANATAPFELSAFT

Zur Gesunderhaltung hat sich nach Auswertung bei den Studienteilnehmern täglich ein halbes bis ein Glas Granatapfelsaft bewährt. Ein halbes Glas enthält etwa eine Menge von 280-560 mg/l an Polyphenolen. Bei bestehendem Prostatakrebs empfehlen die Mediziner täglich mindestens ein Glas. In Studien hatten sich lebendfermentierte Polyphenole dabei als wirksamer erwiesen, weil sie eine höhere Bioaktivität und Bioverfügbarkeit gewährleisteten.

Kapseln mit Granatapfel-Bestandteilen bewähren sich nach Einschätzung der Forscher nicht, da sie meist keine Angaben zu den Polyphenolen enthalten und hinsichtlich der Messmethode nicht mit Studien vergleichbar sind. Die Verzehrsempfehlungen bei Kapseln seien daher meist zu niedrig.

Die Wirksamkeit der Granatapfel-Polyphenole zeigt sich am höchsten, wenn sie separat von den Hauptmahlzeiten verzehrt werden. Dagegen wirkten sich Eiweißverbindungen in Milch möglicherweise negativ auf die Bioverfügbarkeit der Polyphenole des Granatapfels aus.

HOHE DOSIERUNGEN VON GRANATAPFELPRODUKTEN NUR UNTER ÄRZTLICHER KONTROLLE 

Klar ist den Wissenschaftlern bislang aber nicht, ob höhere Mengen an Polyphenolen bei einem vorliegenden Prostatakrebs stärkere Effekte erzielen, zur Vorbeugung seien aber keine höheren Mengen Granatapfelsaft erforderlich. Wer sehr hohe Mengen einnehmen will, sollte das aber unter ärztlicher Kontrolle tun, da sich Leber- Nierenwerte verändern können.

Studien mit Granatapfel bei Koronarer Herzkrankheit

GRANATAPFELSAFT AUCH IN UNFERMENTIERTER FORM ERFOLGREICH

Auch der unfermentierte Granatapfelsaft erwies sich sowohl in einer Studie zu koronarer Herzkrankheit, als auch in einer Studie zu verengten Halsschlagadern als wirksam. Bei den Patienten mit koronarer Herzkrankheit erhöhte sich nach täglicher Einnahme von 240 ml Granatapfelsaft die Herzmuskeldurchblutung signifikant, während die Ablagerungen sich bei den Patienten mit verengter Halsschlagader nach einem Jahr um 35 % verminderten – in der Kontrollgruppe nahmen die Ablagerungen hingegen deutlich zu.

Studien mit Granatapfel zur Gewichtsreduktion

HILFT GRANATAPFEL AUCH BEIM ABNEHMEN?

Eine weitere Studie fand im Tierversuch heraus, dass die Samen der Granatfrucht nicht nur den Fettstoffwechsel sondern auch die Aufnahme und Verwertung von Nahrungszucker beeinflussen können und positiv auf die Gewichtsreduktion wirken. Der Verfasser der Studie wies jedoch darauf hin, dass die Wirksamkeit beim Menschen erst noch genauer untersucht werden muss.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Michaela Döll: Heilfrucht Granatapfel. E. A. Herbig, München 2008

Granatapfelpolyphenole hemmen Prostatakrebs: Klinische und präklinische Daten über die Wirkung von Granatapfelpolyphenolen. Dr. med. Ludwig Manfred Jacob, www.drjacobsinstitut.de

Jacob LM: Granatapfelpolyphenole gegen Prostatakarzinom Deutsche Zeitschrift für Onkologie 2008; 40: 112–119

Der Granatapfel – wirkungsvolle Gesundheitsfrucht für Herz, Gehirn, Prostata und allgemeine Zellgesundheit Verband für ganzheitliche Gesundheitsberatung e.V., 2008

Sahedo Prasad, Amit Kumar Tyagi: Cancer Preventive and Therapeutic Compounds: Gifts From Mother Nature. Bentham Books. 2017.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 02/2017 | aktualisiert 06/2018

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