Granatapfel – gesunde Südfrucht

Der Granatapfel (Punica granatum) macht oft von sich Reden. Nicht nur als Symbol für Fruchtbarkeit, Leben und Schönheit spielte er schon in der Antike eine wichtige Rolle, heute rückt der lederhäutige Granatapfel sogar in den Focus, wenn es um verschiedene ernst zu nehmende Krankheiten geht. In verschiedenen Studien zeigten einige Inhaltsstoffe im Granatapfel bereits Wirksamkeit. Bislang befassten sich schon mehr als 250 wissenschaftliche Studien mit der Wirksamkeit seiner besonderen Inhaltsstoffe.

Wenn gleich auch die meisten dieser Studien bislang an Tieren oder außerhalb des lebenden Organismus im Labor durchgeführt wurden und nicht unbedingt unkritisch auf den Menschen übertragbar sind, gibt es mittlerweile auch verschiedene Studien mit Granatapfel am Menschen.

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Ein langfristiger Verzehr der Granatapfelfrucht und des Granatapfelsaftes wird generell als sicher bewertet. Dagegen gibt es derzeit aber noch keine Langzeitbewertungen zur Sicherheit von Produkten mit isolierten Inhaltsstoffen des Granatapfels.

Wertvolle Inhaltsstoffe im Granatapfel nachgewiesen

Der leuchtend rote Granatapfel wächst im vorwiegend im Mittelmeerraum.

Gesundheitsfördernde bioaktive Substanzen im Granatapfel

Er enthält eine Reihe wertvoller Inhaltsstoffe, darunter gesundheitsfördernde bioaktive Pflanzenstoffe wie die Polyphenole. Zu den Polyphenolen zählen die Phenolsäuren und Flavonoide als gesundheitsfördernde Substanzen aus der Familie der sekundären Pflanzenstoffe. Substanzen aus dieser Gruppe gelten nicht nur als antikanzerogen, antioxidativ und immunmodulierend, sondern auch als cholesterinsenkend, antithrombotisch, blutzuckersenkend und entzündungshemmend.

Ein Granatapfel enthält mehr Phenole als Rotwein oder Blaubeeren. Die enthaltenen Tannine sorgen für den herben Fruchtgeschmack.

Polyphenole stärken das Immunsystem und bekämpfen die zellschädigen freien Radikale. Nicht zuletzt weisen Polyphenole eine starke Wirksamkeit gegen verschiedene Krebszellen und Arthritis auf. Insgesamt wirken die vielen enthaltenen Substanzen aus der Familie der sekundären Pflanzenstoffe förderlich auf das Herz-Kreislaufsystem. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Zusammenwirken aller einzelnen Pflanzenstoffe für die synergetischen Effekte im Granatapfel verantwortlich ist.

Zusammen genommen trägt der Granatapfel jede Menge der zellschützenden Antioxidantien in sich. Die Ellagsäure ist dabei die mengenmäßig wichtigste Polyphenol-Stoffgruppe. Sie wirkt als besonders starker Radikalfänger.

Essenzielle Fettsäure GLA

Neben den gesundheitsfördernden Antioxidantien und bioaktiven Pflanzenstoffen verfügt die rote Südfrucht auch über einen hohen Gehalt an der wertvollen, dreifach-gesättigten Gamma-Linolensäure (GLA), die lebensnotwendig für das Gehirn ist und eine wichtige Rolle bei der Nervenreizleitung übernimmt. Daneben kann auch sie entzündliche Prozesse und den Blutdruck positiv beeinflussen.

Kalorien, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine im Granatapfel

Mit 74 kcal/100 g liefert der Granatapfel 9 Kilokalorien weniger als die Heidelbeere. Er besitzt mit 0,7 g/100 g mehr Eiweiß als Acerolakirschen, Ananas oder Äpfel. Mit 238 mg/100 g enthält der Granatapfel fast 4 mal so viel Kalium wie Heidelbeeren.

Außerdem finden sich im Granatapfel nennenswerte Anteile an verschiedenen lebensnotwendigen Mineralstoffen und Spurenelementen. Enthalten sind etwa Phosphor, Magnesium, Kalzium, Zink, Kupfer und Mangan.

Auch lassen sich verschiedene Vitamine in nennenswerten Mengen in der roten Frucht nachweisen. Dazu zählen Vitamin A, Vitamin E, Vitamin B3, Vitamin B2, Niacin, Vitamin B6 und Vitamin C.

Studien mit Granatapfel-Produkten bei Prostatakrebs

Granatapfel-Produkte kommen in Studien auch zum Einsatz bei Prostatakrebs. Bereits umfangreich erforscht ist die Wirkung von Granatapfel-Produkten bei menschlichem Prostatakrebs, wie ein wissenschaftlicher Bericht von Dr. med. Ludwig Manfred Jacob und Prof. Dr. med. Karl-Friedrich Klippel in der Deutschen Zeitschrift für Onkologie zeigt. Nach Schilderung der beiden Autoren existieren bereits viele überzeugende klinische und präklinische Studien, die bislang eine Empfehlung von Granatapfelsaft rechtfertigen, wenn es um die Vorsorge und begleitende Ernährungstherapie beim Prostatakarzinom geht.

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Polyphenole im Granatapfel zeigten krebshemmende Wirkung

Polyphenole des Granatapfels sollen hochpotent sein und nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über vielseitige krebshemmende Wirkmechanismen verfügen, die in der Lage sind, das Krebswachstum deutlich zu verlangsamen.

Die bitter schmeckenden Polyphenole aus der Familie der sekundären Pflanzenstoffe finden sich in pflanzlichen Produkten wie Obst und Gemüse, Tee oder Kräutern.

Granatapfel-Polyphenole wirkten in Studien auch positiv auf andere Krankheiten

Wie die Forscher erklärten, wirkten sich die Polyphenole des Granatapfels in Untersuchungen zudem positiv auf Herz und Gefäße sowie Diabetes und andere Krebserkrankungen aus. Bei einem Alterskarzinom könnte nach Angaben der Forscher die Einnahme von Granatapfelsaft unter Umständen einen Zugewinn von entscheidenden Lebensjahren bedeuten.

Fermentierte Granatapfel-Polyphenole sowie ein ellagitanninreiches Granatapfel-Extrakt verhinderten in Studien die Neubildung von Tumorgefäßen. Die Schalenextrakte des Granatapfels erwiesen sich dagegen bislang als deutlich unwirksamer.

Granatapfelprodukte ergänzen Standardtherapien und mildern Nebenwirkungen der Chemotherapie

Granatapfel-Produkte bewirken nach Angaben der Forscher keine sichere Heilung und ersetzen auch keine notwendige Krebstherapie, aber dennoch lassen sich Standardtherapien wirkungsvoll ergänzen. Die Forscher vermuten außerdem einen abmildernden Effekt der Granatapfel-Produkte auf die Nebenwirkungen von Chemotherapien.

Der Granatapfel ist nach Angabe der Wissenschaftler die Frucht mit der besten Studienevidenz, wenn es um Ernährungsempfehlungen beim Prostatakarzinom geht. Zwar seien die Studien zum Granatapfel noch nicht abgeschlossen und könnten deshalb noch nicht abschließend beurteilt werden, aber die bisherigen Ergebnisse werteten die Wissenschaftler als äußerst vielversprechend.

Beide Mediziner gehen davon aus, dass die besondere Wirkung der Granatapfel-Polyphenole auf komplexe Synergieeffekte zurückzuführen ist. Dabei kommunizierten schon geringe Mengen des Stoffgemischs mit den Zellen und den Signalwegen der Zellen. Für direkte chemische Wirkungen sind jedoch hohe Wirkstoffkonzentrationen im Gewebe erforderlich.

Qualitätsunterschiede in Granatapfel-Produkten durch Herstellungsverfahren

Die Wirksamkeit von Granatapfel-Produkten wird als höchst unterschiedlich eingestuft, was ihre Qualität und den Gehalt an wirksamen Polyphenolen betrifft. Als wirksam stufen die Wissenschaftler Granatapfelprodukte und Granatapfelsäfte ein, die mit schonenden Verfahren wie etwa der Gefriertrocknung hergestellt werden. Dagegen verfügen Produkte aus Granatapfel-Extrakten über deutlich eingeschränkte Bioaktivität und Bioverfügbarkeit, wenn ihre Polyphenole durch Hitzetrocknung in hochpolymerisierter, oxidierter Form vorliegen.

In Studien bewährte Einnahme von Granatapfelsaft

Zur Gesunderhaltung hatte sich nach Auswertung bei den Studienteilnehmern täglich ein halbes bis ein Glas Granatapfelsaft bewährt. Ein halbes Glas enthält etwa eine Menge von 280 bis 560 mg/l an Polyphenolen. Bei bestehendem Prostatakrebs empfohlen die Mediziner täglich mindestens ein Glas. In Studien hatten sich lebendfermentierte Polyphenole dabei als wirksamer erwiesen, weil sie eine höhere Bioaktivität und Bioverfügbarkeit gewährleisteten.

Kapseln mit Granatapfel-Bestandteilen bewährten sich nach Einschätzung der Forscher nicht, da sie meist keine Angaben zu den Polyphenolen enthielten und hinsichtlich der Messmethode nicht mit Studien vergleichbar waren. Die Verzehrempfehlungen bei Granatapfel-Kapseln seien daher meist zu niedrig.

Die Wirksamkeit der Granatapfel-Polyphenole zeigte sich am höchsten, wenn sie separat von den Hauptmahlzeiten verzehrt werden. Dagegen wirkten sich Eiweißverbindungen in Milch möglicherweise negativ auf die Bioverfügbarkeit der Polyphenole des Granatapfels aus.

Hohe Dosis von Granatapfelprodukten nur unter ärztliche Kontrolle empfohlen

Klar ist den Wissenschaftlern bislang aber nicht, ob höhere Mengen an Polyphenolen bei einem vorliegenden Prostatakrebs auch stärkere Effekte erzielen. Zur Vorbeugung seien aber keine höheren Mengen Granatapfelsaft erforderlich. Wer jedoch sehr hohe Mengen einnehmen will, sollte das aber unter ärztlicher Kontrolle tun, da sich Leber- Nierenwerte verändern können.

Studien mit Granatapfel bei Koronarer Herzkrankheit

Granatapfelsaft war in Studien auch in unfermentierter Form erfolgreich. Auch der unfermentierte Granatapfelsaft erwies sich sowohl in einer Studie zu koronarer Herzkrankheit, als auch in einer Studie zu verengten Halsschlagadern als wirksam. Bei den Patienten mit koronarer Herzkrankheit erhöhte sich nach täglicher Einnahme von 240 ml Granatapfelsaft die Herzmuskeldurchblutung signifikant, während die Ablagerungen sich bei den Patienten mit verengter Halsschlagader nach einem Jahr um 35 % verminderten, in der Kontrollgruppe nahmen die Ablagerungen hingegen deutlich zu. Die Kontrollgruppe bestand aus unbehandelten Studienteilnehmern, die keinen Granatapfelsaft erhielten.

Ablagerungen können durch Blutfette, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Gefäßen entstehen. Sie stehen in enger Verbindung mit Arteriosklerose, der sog. Arterienverkalkung, die je nach betroffenem Gefäß langfristig zu Schlaganfall, Herzinfarkt oder zur Beinamputation führen kann. Die Arteriosklerose entwickelt sich meist über viele Jahre unbemerkt und zeigt bis dahin kaum Symptome.

Studien mit Granatapfel zur Gewichtsreduktion

Bei einer weiteren Studie fanden Forscher im Tierversuch heraus, dass die Samen der Granatfrucht nicht nur den Fettstoffwechsel sondern auch die Aufnahme und Verwertung von Nahrungszucker beeinflussen konnten und positiv auf die Gewichtsabnahme wirkten. Der Verfasser der Studie wies jedoch darauf hin, dass die Wirksamkeit beim Menschen erst noch genauer untersucht werden muss.

Der Granatapfel in Nahrungsergänzungsmitteln

Erhältlich ist der Granatapfel als Nahrungsergänzungsmittel oft in Form von fermentiertem oder unfermentiertem Saft, Saftkonzentrat, Pulver, Extrakten und Kapseln.

Bislang wurden aufgrund der noch unzureichenden Studienlage dem Granatapfel und Granatapfelprodukten noch keine wissenschaftlich anerkannten Wirksamkeiten und Heilaussagen (Health Claims) zugewiesen.

Mögliche unerwünschte Wirkungen und Gegenanzeigen beim Granatapfel

Die Substanzen im Granatapfel können auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen auslösen. Zudem gibt es Gegenanzeigen.

Bei einigen Personen kann Granatapfelsaft Nebenwirkungen in Form von allergischen Reaktionen hervorrufen.

Experten empfehlen, Granatapfelsaft vor Zahnbehandlungen oder vor Operationen nicht zu verzehren, weil er die Blutungsneigung erhöhen kann.

Außerdem kann Granatapfelsaft blutdrucksenkend wirken, so dass bei kombinierter Einnahme mit blutdrucksenkenden Mitteln eine Wechselwirkung auftreten kann und ein Blutdruckabfall nicht ausgeschlossen ist. Es wird bei Verwendung daher eine Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker empfohlen.

Granatapfelsaft sowie Granatapfelextrakte können die Wirkung und Verstoffwechslung spezieller Medikamente beeinflussen und auch deren Nebenwirkungen verändern. Es sind davon Medikamente betroffen wie z.B. Diltiazem, Warfarin, Amlodipin, Fentanyl u.a., die Einfluss auf Cytochrome P450 2C9 nehmen. Vor der Verwendung von Granatapfelsaft im Zusammenhang mit entsprechenden Medikamenten sollte der Arzt oder Apotheker befragt werden.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 02/2017 | aktualisiert 29.12.2022
Bildquelle: ©Any Lane@pexels.com. (CCO Creative Commons Lizenz)

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