Aus der Schatztruhe der Natur

GESUNDE GESCHMACKSVEREDLER

Kräuter und Gewürze peppen nicht nur unsere Speisen auf und sorgen dabei für unverkennbare einzigartige Aromen, viele von ihnen besitzen außerdem wertvolle Inhaltsstoffe, die der Gesundheit nutzen. Manche werden regelmäßig in der modernen Küche eingesetzt und blicken zudem auf eine lange Geschichte und Tradition als Heilpflanze zurück. Heilpflanzen sind mittlerweile von der modernen Medizin abgelöst worden und ihre heilsamen Wirkungen geraten zunehmend in Vergessenheit. Aber immer noch nutzt man die bunte Vielfalt und den besonderen Geschmack vieler Kräuter und Gewürze in der Küche und darf so ganz nebenbei von ihren unterschiedlichen gesundheitsfördernden Eigenschaften profitieren.

Kräuter und Gewürze im Portrait von A-Z

EINSATZ IN KÜCHE UND VOLKSMEDIZIN

Das Gewürzportrait über 28 Kräuter und Gewürze beschreibt neben Inhaltsstoffen und Anbaugebieten, die Verwendung in Gerichten und den volksmedizinischen Anwendungsbereich. Wissenswertes rund um die Natur in Wort und Bild.

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ANIS – BEI HUSTEN UND BESCHWERDEN IM VERDAUUNGSTRAKT 

Anis

Anissamen

Das lakritzartig duftende Gewürz Anis (Pimpinella anisum) stammt aus der Familie der Doldenblütler und wurde in Deutschland zur Heilpflanze des Jahres 2014 gewählt. Es ist trotz des ähnlichen Namens nicht mit dem Sternanis verwandt. Verwendet wird das süßlich schmeckende Anis nicht nur in Süßwaren, Fleischgerichten, Brot und Backwaren sondern auch als Bestandteil vieler Spirituosen und Liköre, beispielsweise in Ouzo, Absinth, Raki, Pastis oder Sambuca.

Auch heute noch setzt man das schleimlösende und krampflösende Anis als Hustenmittel und bei Beschwerden des Magen-Darm-Takts ein. Selbst hergestellt wird dazu ein Teelöffel Anis mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen. Ziehzeit zehn Minuten. Daneben galt Anis im Brauchtum als Aphrodisiakum und als Schutz vor schlechten Träumen und bösen Blicken.

BÄRLAUCH – ANTIBAKTERIELL UND BLUTDRUCKSENKEND 

Bärlauch

Bärlauch

Der knoblauchartig duftende Bärlauch (Allium ursinum) entstammt der Gattung der Lauchgewächse und ist verwandt mit Zwiebel, Schnittlauch und Knoblauch. Bärlauch wächst auch hierzulande in einigen Gegenden wild, darf aber nicht gepflückt werden. Die große Verwechslungsgefahr mit dem hochgiftigen Maiglöckchen, der Herbstzeitlosen und dem gefleckten Aronstab hat bisweilen tödliche Folgen. In der Küche werden vorwiegend die frischen Bärlauchblätter als Frühjahrsgemüse genutzt. Ansonsten findet er Verwendung als Gewürz oder Bestandteil von Pestos, Dips oder Soßen. Durch Hitze verliert Bärlauch den schwefelhaltigen Geschmack.

Die Volksmedizin und Naturheilkunde setzt den Bärlauch wegen seiner antibakteriellen Wirkung auch heute noch bei Verdauungsstörungen oder Blähungen ein. Daneben soll er blutdrucksenkend wirken und einen positiven Einfluss auf die Arterien haben. Auch bei Wurmbefall soll er helfen. Im Mittelalter schrieb man ihm unheilabwehrende Eigenschaften zu.

BASILIKUM – BEI MAGENGESCHWÜREN – VÖLLEGEFÜHL – BLÄHUNGEN – APPETITLOSIGKEIT 

Basilikum

Basilikum

Die krautige Gewürzpflanze Basilikum (Ocimum basilicum) stammt aus der Familie der Lippenblütler. Der Gehalt und die Zusammensetzung ihrer ätherischen Bestandteile ist abhängig von der Sorte, Herkunft und dem Erntezeitpunkt. Basilikum wird in Europa frisch oder trocken als Küchengewürz oder in Pestos verwendet, während das ätherische Öl in der Kosmetikindustrie eingesetzt wird. Mazerate und Destillate werden Likören zugesetzt.

Volksmedizinisch wird Basilikum bei Völlegefühl, Appetitlosigkeit und Blähungen verwendet. Basilikum soll daneben auch entzündungshemmende und entwurmende Eigenschaften besitzen sowie die Bildung von Magengeschwüren hemmen.

BRUNNENKRESSE – APPETITANREGEND – STOFFWECHSELFÖRDERND – WEHENTREIBEND  

Brunnenkresse

Brunnenkresse

Die echte, leicht scharf schmeckende Brunnenkresse (Nasturtium officinale) entstammt der Gattung der Brunnenkressen und wird zum Gemüse, als Garnitur zu Fleisch oder Brot und als Suppeneinlage verwendet. Trocknen lässt sie sich nicht. Brunnenkresse gilt als wertvoller Vitamin- und Mineralstofflieferant, sollte aber wegen der bakteriellen Belastung nur aus Kulturen stammen. Sie ist bei Zimmertemperatur nur einen Tag haltbar, im Kühlschrank bei 3°C etwa eine Woche.

Volksmedizinisch gilt die alte Heilpflanze als appetitanregend, entzündungshemmend, stoffwechselfördernd, harn- und wehentreibend. Angewendet wird die Brunnenkresse auch als Aphrodisiakum, zur Entschlackung, Blutreinigung, bei Diabetes, Rheuma, als Haartonikum und zur Hautklärung.

CARDAMOM – KARDAMOM – UNTERSTÜTZT VERDAUUNG 

Cardamom

Cardamom

Der grüne Cardamom (Elettaria cardamomum) zählt zur Familie der Ingwergewächse und wird in zwei Varianten unterteilt, dabei wird der Malabarkardamom hochwertiger bewertet als der Ceylonkardamom. Er findet nicht nur häufig Anwendung in der arabischen, ayurvedischen und asiatischen Küche sondern wird auch in Europa vielfältig genutzt, z.B. in Weihnachtsgebäck, Wurstwaren oder Likören. Für das würzige, süßlich-scharf schmeckende Gewürz werden sowohl die Samen wie auch die gesamten getrockneten Kapselfrüchte verwendet. Wegen des leicht verfliegenden Aromas sind ganze Fruchtkapseln vorzuziehen, aus denen die enthaltenen Samen frisch gemörsert werden können. Gute Kardamomkapseln besitzen eine frisch-grüne Farbe und ihre Samen sind ölig-schwarz.

Medizinischen Einsatz finden lediglich die Samen des Malabar-Kardamons. Das ätherische Öl wird zur Förderung von Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion eingesetzt. Alkoholische Auszüge werden bei Blähungen, Verdauungsbeschwerden und zur Appetitanregung verwendet.

CAYENNEPFEFFER – BEI MUSKELVERSPANNUNGEN UND VERDAUUNGSBESCHWERDEN 

Cayennepfeffer

Cayennepfeffer

Grundlage des leicht rauchigen, scharfen Gewürzes sind die getrockneten Früchte der Chillisorte Cayenne. Mit Cayennepfeffer werden vornehmlich dunkle Rindfleischspeisen, Fischsuppen und Salate gewürzt. Chilli beinhaltet neben einem hohen Anteil an Vitamin C, Vitamin A und Carotinoiden, die Substanz Capsaicin, deren Schärfe mit 30.000 bis 50.000 Scoville-Einheiten angegeben wird.

Traditionell empfiehlt sich Cayennepfeffer bei Verstimmungen des Magen-Darm-Trakts, bei krampfhaften Schmerzen und Blähungen sowie zur Anregung des Stoffwechsels und zur Förderung der Durchblutung. Die enthaltenen Capsaicinoide werden medizinisch zur Durchblutungssteigerung eingesetzt und bei schmerzhaften Muskelverspannungen häufig auch in Produkten wie Wärmepflastern und als Bestandteil in Tonerde-Packungen zur Wärmetherapie eingesetzt.

CUMIN – KREUZKÜMMEL – HILFT BEI MAGENVERSTIMMUNGEN 

Schwarzkümmel

Echter Schwarzkümmel

Der intensiv schmeckende Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) ist eine asiatische Pflanze aus der Familie der Doldenblütler und nicht näher mit dem Kümmel verwandt. Die getrockneten Früchte werden als Gewürz genutzt und sind häufig in der brasilianischen, mexikanischen, indischen, nordafrikanischen und europäischen Küche zu finden.

In der Volksmedizin verwendet man ihn auch heute noch gegen Magenverstimmungen, Darmkrämpfe und Blähungen.

CURCUMA – KURKUMA – REINIGEND UND ENERGIESPENDEND 

Curcuma

Curcuma longa

Die aus Südasien stammende Pflanze Kurkuma (Curcuma longa) ist auch unter dem Namen Gelber Ingwer, Gelbwurz oder Safranwurzel bekannt und entstammt der Familie der Ingwergewächse. Ihre geschälte Wurzel, die bis zu fünf Prozent ätherische Öle und bis zu drei Prozent gelbfarbenes Curcumin enthält, wird frisch oder getrocknet als Gewürz und Farbstoff verwendet. Als Lebensmittelzusatzstoff E 100 finden wir ihn in Margarine, Teigwaren, Senf, Konfitüre u.a. Lebensmitteln. Kurkuma dient gemahlen als wesentlicher Bestandteil des Currypulvers.

Das verdaungsfördernde Gewürz zählt in Indien zu den wichtigsten Gewürzen und galt als heilig. Die indische Heilkunst Ayurveda spricht Kurkuma eine reinigende und energiespendende Wirkung zu.

Speziell der entzündungshemmende Wirkstoff Curcurmin konnte unter anderem in verschiedenen Studien an Menschen und Tieren eine Hemmung verschiedener Krebsformen bewirken. Das vom Körper schlecht absorbierbare Curcumin soll in Verbindung mit dem schwarzen Pfeffer-Extrakt (Piperin) eine höhere Bioverfügbarkeit erreichen.

Kurkuma ist im Deutschen Arzneibuch (DAB) als pflanzliches Arzneimittel enthalten.

DILL – VERDAUUNGSANREGEND – KRAMPFLÖSEND – BLÄHUNGSTREIBEND 

Dill

Dill

Dill (Anethum graveolens) wird in verschiedenen Varietäten weltweit angebaut. Das zarte Gewürz, auch Gurkenkraut genannt, zählt zur Familie der Doldenblütler. Gartendill verfügt insgesamt über 90 Inhaltsstoffe und weist neben Proteinen und Mineralstoffen hohe Anteile an ätherischem Öl auf, besonders Carvon ist enthalten. Häufig verwendet man Dill als frisches oder getrocknetes Gewürzkraut zu Fischgerichten, auf Kartoffeln, Salaten, Dips und als Bestandteil von Brotaufstrich. Auch zur Anreicherung von Kräuteressenzen und in Ölen wird das Gewürzkraut Dill verarbeitet.

In der Volksmedizin und als Heildroge verwendet man die getrockneten reifen Früchte sowie die ganze frisch blühende Pflanze. Neben Carvon besteht das ätherische Öl aus Limonen, Dillapiol, Cumarine und Kaffeesäure-Derivate. Dillfrüchte verfügen über leicht verdauungsanregende, krampflösende und blähungstreibende Eigenschaften.

DOST – OREGANO – WILDER MAJORAN – FÜR VERDAUUNG UND ATEMWEGE 

Oregano Dost

Oregano

Die Heil- und Gewürzpflanze Oregano (Origanum vulgare) wird in sechs Unterarten unterteilt. Sie gehört zur Familie der Lippenblütler und wird auch Dost oder Wilder Majoran genannt. Während Oregano aus der griechischen, italienischen und spanischen Küche nicht wegzudenken ist, spielt er in der deutschen Küche keine so große Rolle. Geschmacklich bereichern die Blätter des Oregano in frischer oder getrockneter Form unter anderem Pizzen, Fleischgerichte, Tomatengerichte und Salate.

Schon im Altertum soll Hippokrates die Pflanze zur Geburtsbeschleunigung und zur Heilung von Hämorrhoiden verwendet haben. Im Mittelalter sollte sie Hexen abwehren und vor dem Teufel schützen. Teemischungen der modernen Pflanzenheilkunde nutzen den Oregano als Bestandteil gegen Darmbeschwerden. Das hautreizende Öl des Oregano enthält sehr viele Phenole und wird in der Aromatgerapie effektiv gegen Bakterien eingesetzt. Sein entzündungshemmender Wirkstoff heißt Carvacrol und wirkt nachgewiesenermaßen positiv bei Verdauungsbeschwerden und Erkrankungen der oberen Atemwege. Die Anwendung erfolgt innerlich. Als Einzeldosis gelten 50 mg (2 Tropfen) bis zu zehn mal täglich, die in einem Trägeröl wie Olivenöl oder Sonnenblumenöl verdünnt eingenommen werden.

ESTRAGON – BEI RHEUMA – MUSKELKRÄMPFEN – WASSERSUCHT 

Estragon

Estragon

Der lakritzartig duftende Estragon (Artemisia dracunculus) stammt aus der Familie der Korbblütler und wird frisch und getrocknet zum Würzen und Aromatisieren von Senf, Essig, Soßen und Marinaden verwendet. Auch in Parfüm und Likören verwendet man seinen Duftstoff Estragol in Form von Estragonöl. Estragon dient als Bestandteil französischer Kräutermischungen und findet Einsatz in Fisch- und Geflügelgerichten, Spargelgerichten, Salaten, Quark und Suppen. Man unterscheidet zwischen dem häufiger kultivierten russischen Estragon, der durch Samen vermehrt wird und bis -10°C frostsicher ist, aber dafür nur einen sehr geringen Gehalt an ätherischen Öl mit Estragon-Aroma besitzt und dem frostempfindlichen deutschen/französischen Estragon, der vegetativ vermehrt wird, aber dafür ein deutlich anderes chemisches Profil aufweist und nicht frostsicher ist.

Der mineralstoffreiche Estragon enthält neben den ätherischen Ölen Estragol, Phellandren und Ocimen einige Flavonoide, Gerbstoffe und Bitterstoffe. Er fördert die Verdauung, den Gallenfluss und wirkt harntreibend. In der Volksmedizin wird das Estragonöl bei Rheuma und Muskelkrämpfen eingesetzt, während Blätter oder die Essenz aus Estragon gegen Schluckauf wirken sollen. Der pharmazeutische Einsatz erfolgt bei Nierenträgheit, Wassersucht, Magenschwäche und Blähungen.

Der Wirkstoff Estragol wurde 2002 vom Bund für Risikobewertung nach Tierversuchen als krebserregend und erbgutschädigend eingestuft und der Verzehr wird vorsorglich nur in küchenüblichen Portionen empfohlen. Studien, die eine Gesundheitsschädigung durch Estragol beim Menschen nachweisen, liegen nicht vor.

FENCHEL – BEI ATEMWEGSBESCHWERDEN UND ZUR BERUHIGUNG 

Fenchel

Fenchel

Der anisartig duftende Fenchel (Foeniculum vulgare) wird der Familie der Doldenblütler zugeordnet und wurde im Jahr 2009 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Genutzt wird er als Gemüse, Heil- und Gewürzpflanze. Man unterscheidet drei Varietäten – den Gemüsefenchel, den Gewürzfenchel und den Wildfenchel.

In der europäischen Küche findet zumeist der Gemüsefenchel Verwendung in Salaten, Soßen, Fisch-, Fleisch- und Gemüsegerichten. Die Früchte des Gewürzfenchels werden als Bestandteil für Bonbons, Spirituosen oder Düften genutzt.

Die Fenchelknolle enthält eine Vielzahl ätherischer Öle, während die frischen Blätter hohe Gehalte an Vitamin C aufweisen. Auch die Wurzeln, die dem im Handel erhältlichen Fenchel zumeist fehlen, weisen einige ätherische Öle, Mineralsalze, Kieselsäure und die Vitamine A, B und C auf. Seine Samen lassen sich zu einem Tee aufgießen, der etwa bei Völlegefühl beruhigend wirkt. Seine ätherischen Öle wirken antibakteriell und können Atemwegsbeschwerden lindern. Medizinisch findet er Verwendung als Husten- und Beruhigungsmittel.

GÄNSEBLÜMCHEN – BEI KOPFSCHMERZEN – ALTERSFLECKEN – MENSTRUATIONSBESCHWERDEN 

Gänseblümchen

Gänseblümchen

Das zarte, weiß-gelb blühende Gänseblümchen (Bellis perennis) aus der Familie der Korbblütler wächst auf vielen Rasenflächen und kann im Ganzen als Salatbeigabe verwendet werden. Geöffnet schmecken die Blüten leicht bitter, während sie im halb geöffneten Zustand eher nussig schmecken.

Gänseblümchen wirken antibakteriell und lipidsenkend und sie blicken auf eine lange Tradition als volksmedizinisch genutzte Heilpflanze zurück. Die Blüten enthalten das Saponin Bayogenin, ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Cosmosiin und Schleim. Sie fanden in verschiedenen Zubereitungformen beispielsweise Verwendung gegen schuppige Gesichtshaut, Sommersprossen, Altersflecken, Menstruationsbeschwerden, Husten, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder Verdauungsbeschwerden. Als Teedroge werden die Blüten verwendet. Die Homöopathie verwendet dagegen für die Urtinktur die ganze frische Pflanze.

GEWÜRZNELKE – BEI ZAHNSCHMERZEN UND MUNDGERUCH 

Gewürznelken

Gewürznelken

Die Gewürznelke (Syzgium aromaticum) aus der Familie der Myrtengewächse duftet stark duftenden und hat einen brennend scharfen Geschmack. Gewürznelken sind die getrockneten Samen des Gewürznelkenbaumes. In der Küche werden sie in kleinen Dosen zum Würzen von Fisch-, Wurst- und Fleischgerichten, Marinaden, Soßen und Weihnachtsgebäck eingesetzt, oft lässt man sie nur mitkochen und entfernt sie anschließend. Nur der Nelkenkopf sollte gegessen werden, denn im Gegensatz zum sehr bitteren Stengel schmeckt er mild würzig. Mehr als die Hälfte der Jahresernte wird zur Herstellung indonesischer Nelkenzigaretten (Gudang Garam) benötigt.

Gewürznelken enthalten einen hohen Anteil an ätherischen Ölen darunter das betäubende Eugenol, Eugenolacetat, Beta-Caryophyllen und Oleanolsäure. Außerdem sollen sie einen äußerst hohen Gehalt an Phenolen (Antioxidantien) aufweisen. Als Hausmittel werden sie traditionell gegen Zahnschmerzen und Mundgeruch eingesetzt.

GROSSE KAPUZINERKRESSE – BEI INFEKTIONEN – ANTIBAKTERIELL – ANTIVIRAL 

Große Kapuzinerkresse

Große Kapuzinerkresse

Die scharf schmeckende Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus L.) zählt zur Familie der Kapuzinerkressengewächse und wurde 2013 zur Arzneipflanze des Jahre gewählt. Die jungen Blätter der Zierpflanze eignen sich als würzende Zutat in Salaten und die kräftigen Blüten können Gerichte bunt verzieren. Als Kapernersatz lassen sich die geschlossenen Knospen und unreifen Samen verwenden, wenn man sie in Essig und Salzlake einlegt.

Große Kapuzinerkresse enthält neben Vitamin C unter anderem antibakterielle Senfölglykoside und erucasäurehaltige Samenöle. Medizinisch eingesetzt wird die Große Kapuzinerkresse, deren Senföle wirksam gegen Viren, Bakterien und Hefepilze sind, gegen Schmerzen, zur Verbesserung der Wundheilung, bei Blasenentzündungen, Atemwegsinfektionen sowie bei Verdauungsstörungen.

INGWER – BEI ERKÄLTUNG – RHEUMA – MUSKELSCHMERZEN 

Ingwer

Ingwer

Der aromatische Ingwer (Zingiber officinale) stammt aus der Familie der Ingwergewächse. Frisch, gemahlen oder getrocknet wird er als Gewürz in der Küche verwendet. Die Wurzel besitzt einen Geschmack, der brennend scharf und gleichzeitig süßlich würzig ist. Es wird zu Geflügel-, Fisch-, Meerefrüchten- und Fleischgerichten kombiniert. Auch wird Ingwer pur oder als Gewürzbestandteil in süßen Getränken, Gerichten und Soßen eingesetzt, beispielsweise in Tee, Ginger Ale, Marmelade, Chutneys, Milchreis, Obstsalaten oder Weihnachtsgebäck.

Die Ingwerwurzel weist einige Anteile an Vitamin C, Magnesium, Eisen, Kalzium, Kalium, Natrium, Phosphor, ätherischen Ölen, Harzsäuren und neutralen Harzen auf. Auch die magenstärkenden, appetit- und kreislaufanregenden Scharfstoffe Gingerol, Shoagol und Zingron sind enthalten. Ingwer wirkt antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend und schützt vor Erbrechen. Daneben regt es die Gallensaftproduktion an und fördert die Durchblutung. In der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) wählt man den Ingwer zur Behandlung von Rheuma, Muskelschmerzen oder Erkältungen. Häufig wird das schnell zubereitete Ingwerwasser gegen Frieren, bei Erkältungskrankheiten oder zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt. Dazu schneidet man einige geschälte Stückchen Ingwerwurzel klein, füllt sie nach Geschmack mit reichlich Wasser auf und kocht diese etwa fünf Minuten auf leichter Flamme im geschlossenen Topf. Das Ingwerwasser soll möglichst heiß getrunken werden. Auch in der Fütterung von Pferden wird der Ingwer tiermedizinisch als Heilpflanze gegen Arthrose und Entzündungen eingesetzt.

KNOBLAUCH – ANTIBAKTERIELL – BEUGT THROMBOSE VOR 

Knoblauch

Knoblauch

Der als Gewürz- und Heilpflanze genutzte aromatische Knoblauch (Allium sativum) entstammt der Gattung der Lauchgewächse und galt im Jahre 1989 als Arzneipflanze des Jahres. Knoblauchzehen findet man eingelegt in Lake oder als frisches, ausgepresstes oder gemahlenes Gewürz in Fleisch,- Fisch-, Meeresfrüchte-, Eintopf- oder Nudelgerichten. Es dient auch als Bestandteil landestypischer Dips und Saucen, wie Tzatziki oder Aioli.

Dem Knoblauch schrieb man als Schutzmittel magische Wirkung zu. Man nutzte ihn außerdem als Talisman, zum Schutz vor ansteckenden Krankheiten und um Geister, Dämonen und Vampire abzuwehren. Sein schwefelhaltiger Inhaltsstoff Alliin werden im Körper abgebaut und in die Atemluft abgegeben. Manche Menschen empfinden den Geruch als unangenehm.

Zumeist wird er nur von Menschen wahrgenommen, die selbst keinen Knoblauch gegessen haben. Der stark selenhaltige Knoblauch wirkt antibakteriell und soll der Thrombosenbildung vorbeugen, während er aber keinen nachweisbaren Einfluss auf den Cholesterinspiegel ausüben soll.

MEERRETTICH – ANTIBAKTERIELL – ANTIVIRAL – ANTIFUNGAL 

Meerrettich

Meerettich

Der im rohen Zustand scharf schmeckende Meerrettich (Armoracia rusticana) stammt aus der Familie der Kreuzblütengewächse. Seine Wurzel wird in der Küche geschnitten und gerieben als Gemüse oder Gewürz verarbeitet. Roh verarbeitet, sondert die Wurzel einen stechenden Geruch ab, der zu Tränen reizen kann, aber sich in erhitztem und getrocknetem Zustand verflüchtigt. Lange bevor Salz und Pfeffer eingesetzt wurden, nahm man nur Meerrettich zum Würzen. Meerrettich wird zu verschiedenen Fisch-, Wild- und Fleischgerichten kombiniert und eignet sich auch als Brotaufstrich. Sonst wird er Quark, Sahne und Frischkäse zugesetzt.

Als Amulett getragen, sagt man Meerrettich heilende Kräfte nach. Außerdem soll eine rohe Scheibe Meerrettich im Portemonaie dazu führen, dass es niemals leer wird.

Meerrettich besitzt ein breitgefächertes Spektrum ätherischer Öle. Er enthält neben Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium, Kalium, Phosphor und Eisen hohe Mengen an Vitamin C, Vitamin B1, B2 und B6. Einige Inhaltsstoffe wirken antibiotisch, antiviral und antifungal. Dazu zählen vorwiegend die Senfölglykoside Sinigrin, Gluconasturtiin, Allicin und Flavone. Nachgewiesen wurden außerdem Glutamin, Asparagin, Arginin u.a.

Im Mittelalter wurde er äußerlich und innerlich eingesetzt. Er diente dabei z.B. als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden, Wassersucht, Ohrenschmerzen oder Skorbut und förderte bei Vergiftungen das Erbrechen. Auch heute noch wird er in der Volksmedizin zur Stärkung der Abwehrkräfte, zum Schutz vor Erkältungskrankheiten, bei Magen-Darmstörungen, als Hustenlöser, zur Kreislaufförderung sowie zur Anregung der Fettverdauung genutzt. Äußerlich als Umschlag angewendet hilft er bei Rheuma, Gicht, Ischias, Insektenstichen und Nervenschmerzen. In der Apotheke erhält man Präparate mit dem Inhaltsstoff Radix Armoraciae gegen Grippe und Harnwegsinfektionen. Durch Inhalation des frisch geschnittenen Meerrettichs sollen sich leichte Verspannungen und Kopfschmerzen lösen. Sehr große Mengen an Meerrettich können zu Durchfall und Erbrechen führen, außerdem kann Meerrettich bei Kontakt hautreizend wirken.

In Verbindung mit Kapuzinerkressenkraut soll Meerrettich nach Studien der Universität Heidelberg bei leichten Infekten genauso wirksam sein wie Antibiotika. Das ergab sich nach Gabe eines entsprechenden Pflanzenpräparates an über 1000 Personen, die an Sinusitis, Bronchitis oder Harnwegsinfektionen erkrankt waren. Bei Infektionen mit den Bakterienstämmen Streptokokken und Staphylokokken, Enterokokken, Acinetobacter, E. Coli, Proteus, Enterobacter, H. influenzae sowie für Rhinoviren, Influenza und Newcastle sowie gegen Schimmelpilze und Candida wurde die Wirksamkeit nachgewiesen. Es zeigten sich weder wesentliche Nebenwirkungen noch Resistenzen.

KRESSE – GARTENKRESSE – STÄRKT ABWEHRKRÄFTE 

Kresse

Gartenkresse

Die leicht scharf schmeckende Gartenkresse (Lepidium sativum) zählt zur Familie der Kreuzblütengewächse und wird häufig in Brotaufstrichen verwendet. Daneben findet sie sich in Quark, Frischkäse und als Garnitur auf Salaten, Gemüsesuppen oder Eierspeisen. Gartenkresse enthält neben Senfölglykosiden u.a. Vitamin C, Folsäure, Eisen und Kalzium. Kresse ist gut für das Immunsystem.

LAVENDEL – BEI NAGELPILZ – RHEUMA – ZUR BERUHIGUNG  

Lavendel

Lavendel

Der echte Lavendel (Lavandula angustifolia) scmeckt bitter bis würzig. Er zählt zur Familie der Lippenblütler und galt im Jahr 2008 als Heilpflanze des Jahres 2008. Seine jungen Blätter und feinen Triebe lassen sich zum Verfeinern von Eintöpfen, Suppen, Soßen, Desserts, Fisch-, Fleisch- und Geflügelgerichten verwenden. Neben der Verwendung als Duftstoff findet sich der echte Lavendel auch im Europäischen Arzneibuch.

Der echte Lavendel enthält vorwiegend Linalylacetat, Linalool, Campher und Cineol. Lavendelblüten wirken leicht beruhigend und gallentreibend. Daneben werden sie eingesetzt bei Blähungen, Migräne, Erschöpfungszuständen, innerer Unruhe und Beschwerden des Verdauungstrakts. Lavendelöl dient zur Behandlung rheumatischer Beschwerden, als Badezusatz gegen funktionelle Kreislaufstörungen. Außerdem wird das antibakteriell wirkende Öl als Gurgellösung und zur Abtötung verschiedener Pilze verwendet, die Candida sowie Haut- und Nagelpilzerkrankungen verursachen können. Auch zur Insektenabwehr werden getrocknete Lavendelblüten in Säckchen zwischen  die Wäsche gelegt.

PETERSILIE – BEI NIEREN – UND BLASENBESCHWERDEN – MENSTRUATIONSFÖRDERUNG 

Petersilie

Petersilie

Petersilie (Petroselinum crispum), die zur Familie der Doldenblütler zählt, kommt in Sorten mit glattem und mit krausem Blatt vor. Daneben gibt es die Wurzelpetersilie (Petroselinum crispum subsp. tuberosum), die vorwiegend als Suppeneinlage dient und die gleichen Inhaltsstoffe wie die Blätter besitzt. Petersilie wird in der Regel roh oder getrocknet zum Würzen von Brühen, Suppen, Saucen und Fleischspeisen eingesetzt. Schon nach kurzem Erhitzen verliert sie das Aroma.

Unter den Inhaltsstoffen finden sich Polyine, Furanocumarine, ätherische Öle, die aus u.a. Myristicin, Apiol, Limonen, Menthatrien und weiteren Terpenen bestehen. Petersilie besitzt einen sehr hohen Gehalt an Vitamin C und wurde schon in der Antike bei Nieren- und Blasenbeschwerden und zur Menstruationsförderung eingesetzt. Pharmakologisch werden die getrockneten und die reifen Früchte sowie die gesamte frische Pflanze verwendet. Das ätherische Öl der Petersilie fördert eine kräftige Harnausscheidung.

PFEFFER – SCHWARZER PFEFFER – APPETITANREGEND – VERDAUUNGSFÖRDERND 

Schwarzer Pfeffer

Schwarzer Pfeffer

Der Pfefferstrauch (Piper nigrum) namens Pfeffer oder Schwarzer Pfeffer entstammt der Familie der Pfeffergewächse. Je nach Erntezeitpunkt und Behandlungsform unterscheidet man den Grünen Pfeffer aus unreifen Früchten, Schwarzen Pfeffer aus unreifen getrockneten Früchten, Weißen Pfeffer aus roten vollreifen von der Schale befreiten Früchten und den selteneren Roten Pfeffer aus vollreifen ungeschälten Früchten. Pfeffer wird häufig bei der Zubereitung von Fleisch-, Fisch- Geflügelgerichten verwendet und dient oft auch als Bestandteil von Soßen.

Der Pfeffer enthält das scharf schmeckende Alkaloid Piperin und einige Derivate. Während der Weiße Pfeffer nur 2,5 Prozent ätherische Öle aufweist, besitzt der Grüne und der Schwarze Pfeffer bis zu 4,8 Prozent. Die Hauptbestandteile des ätherischen Öls bilden verschiedene Terpene wie etwa Limonen. Daneben enthält schwarzer Pfeffer ungefähr 50 Prozent Stärke, bis zu 6 Prozent fettes Öl sowie Flavonoide und Glykoside, darunter Kaempferol, Quercetin und Rhamnetin.

Als Heildroge finden die grünen ungeschälten, getrockneten Früchte Einsatz, die nach einem Kochprozess in der Wärme trocknen und sich dunkel verfärben. Scharf schmeckende ätherische Bestandteile des Pfeffers wirken apppetitanregend und verdauungsfördernd.

PFEFFERMINZE – BEI KRÄMPFEN – REIZDARMSYNDROM – VERDAUUNGSBESCHWERDEN 

Pfefferminze

Pfefferminze

Die Pfefferminze (Mentha x piperita) kommt in vielen Varietäten vor und gehört zur Familie der Lippenblütler. Im Jahr 2004 wurde die krautige Pflanze zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. In der Küche nutzt man ihre Blätter getrocknet oder frisch gerne für Teeaufgüsse, Garnituren oder verwendet sie als Gewürz. Blattessenzen werden als ätherische Öle gerne in der Aromatherapie eingesetzt und dienen daneben in vielen Lebensmitteln als Geruchs- und Geschmacksstoff.

Ihre Blätter enthalten vorwiegend ätherisches Pfefferminzöl in Form des charakteristisch duftenden und schmeckenden Menthols, Flavonoideund Labiatengerbstoffe.

Für arzneiliche Anwendungen ist ein stärkerer Wirkstoffgehalt erforderlich, als er in den üblichen Lebensmittelqualitäten verfügbar ist. Die antimikrobiell und antiviral wirkenden Inhaltsstoffe lösen Krämpfe im Verdauungstrakt und werden auch bei Gallenbeschwerden und Reizdarmsyndrom eingesetzt. Äußerlich verwendet man das kühlende ätherische Öl zur Einreibung gegen Nerven- und Kopfschmerzen oder inhalativ gegen Erkältungsbeschwerden. Tee der Pfefferminze wirkt beruhigend und schlaffördernd. Sodbrennen kann durch Pfefferminze verstärkt werden.

ROSMARIN – BEI ZAHNSCHMERZEN – WUNDBEHANDLUNG – HUSTEN – JUCKREIZ 

Rosmarin

Rosmarin

Der immergrüne leicht bitter schmeckende Rosmarin (Rosmarinus officinalis) zählt zur Familie der Lippenblütler und wurde zuletzt im Jahr 2011 zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Aus der mediteranen Küche nicht mehr wegzudenken, gilt er als klassisches Gewürz zu Grill-, Fleisch- und Geflügelgerichten, Kartoffeln, Teigwaren und Süßspeisen. Auch zum Aromatisieren von Marmeladen, Buttern oder Soßen wird sein harzig intensiver Geschmack gern genutzt. Daneben dient sein ätherisches Öl als Bestandteil in Duftwassern. Rosmarintee wird wegen seiner Wirkung gegen Hefen und Schimmelpilze als natürliches Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Rosmarin besitzt mehr als 2 Prozent ätherische Öle, bestehend aus Terpenen, Cineol, Borneol, Bornylacetat, Campher, Carnosol, Canosolsäure und Terpineol. Neben 8 Prozent Rosmarinsäure verfügt er über Flavonoide, Glykolsäure, Bitterstoffe, Saponine und Harz.

Im Mittelalter nutzte man seine Inhaltsstoffe in verschiedenen Zubereitungsformen gegen Zahnschmerzen, Ermattung, Organbeschwerden, Husten, Juckreiz und zur Wundbehandlung. Rosmarinöl wirkt nach dem Europäischen Arzneibuch nicht nur antimikrobiell und antibakteriell sondern auch gegen Hefen und Schimmelpilze. Äußerliche Anwendung findet das durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Rosmarinöl in durchblutungsfördernden Salben mit einem Gehalt an ätherischem Öl von 6-10 Prozent und in Bädern mit 6-10 prozentigen Badezusätzen aus Rosamrinspiritus zur Linderung von schlecht heilenden Wunden, Zerrungen, rheumatischen Beschwerden und Kreislaufbeschwerden. Innerlich nimmt man das antiseptisch wirkende Rosmarinöl in warmem Tee zu sich oder man nimmt 3-4 Tropfen davon auf Zucker ein. Täglich sollten nicht mehr als 6 Gramm Blätter oder 20 Tropfen ätherisches Öl oder 50 Gramm Badzusätze verwendet werden, da hohe Dosen von Rosmarin Rauschzustände und Krämpfe auslösen können. Schwangere sollten kein Rosmarin einnehmen.

SALBEI – BEI ENTZÜNDUNGEN IN MUND UND RACHEN & VERDAUUNGSBESCHWERDEN 

Salbei

Salbei

 Der echte Salbei (Salvia officinalis) stammt aus der Familie der Lippenblütler und wird als Gewürz und Heilpflanze in ganz Europa genutzt. Das aromatisch duftende und bitter-würzig schmeckende Kraut ist sehr bekömmlich und wird frisch oder getrocknet gerne für viele Suppen und Gerichte aus Wild, Fleisch, Geflügel und Fisch sowie in Käse und Butter verwendet. Auch kosmetisch wird Salbei verwendet. Zusammen mit Rosmarin soll ein Sud graue Haare dunkler machen und unreine Haut klären.

Im Mittelalter verwendeten Heilkundige, darunter Hildegard von Bingen und Paracelsus den Salbei, um akutes Fieber, Koliken, Harnwegsleiden, Erkältungen oder Zahnschmerzen zu lindern. Salbei enthält als Hauptwirkstoff ätherische Öle wie Thujon, Linalool, Cineol. Daneben findet man Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide wie Rosmarinsäure und Kaffeesäure. Die Inhaltsstoffe des Salbei wirken antibakteriell, entzündungshemmend, adstringierend, antioxidativ, schweißhemmend, sekretionsfördernd und verdauungsfördernd und sie sollen zudem die Funktion des Nervensystems unterstützen. In der Volksmedizin findet Salbeitee zum Gurgeln oft bei Entzündungen des Mund- Rachenraums Anwendung. Angewendet werden naturheilkundlich auch wässrige oder alkoholische Auszüge des Salbeis. Salbei wird außerdem zur Linderung von Beschwerden des Verdauungstrakts nach einer Therapie mit Antibiotika eingesetzt. Salbeiprodukte sollten wegen des giftigen Inhaltsstoffes Thujon nicht über längere Zeit genommen werden. Stillenden wird von Salbei abgeraten, da es den Milchfluss stoppen könnte – hingegen ist es beim Abstillen förderlich.

STERNANIS – BEI HUSTEN UND VERDAUUNGSBESCHWERDEN  

Sternanis

Sternanis

Der lakritzartig süß schmeckende Echte Sternanis (Illicium verum), der zur Familie der Sternanisgewächse zählt, findet am häufigsten Verwendung in der fernöstlichen Küche wird aber auch in der europäischen Küche in Gebäck oder in Curry-Ketchup verwendet.

Medizinisch wird sein ätherisches Öl in Hustenmitteln genutzt. Das ätherische Öl besteht vorwiegend aus Anethol, ferner aus verschiedenen Monoterpenen und Flavonoiden. Sternanis wirkt schleimlösend und leicht krampflösend und kommt in Teemischungen bei Atemwegsbeschwerden oder Verdauungsbeschwerden zur Anwendung.

ECHTER THYMIAN – BEI KATARRH – BRONCHITIS – KEUCHHUSTEN 

Thymian

Thymian

Der echte Thymian (Thymus vulgaris) entstammt der Familie der Lippenblütler. Er wurde im Jahr 2006  zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Thymian wird frisch und getrocknet in Salaten, Eintöpfen, Suppen, Fisch- und Fleischgerichten sowie Würsten zugegeben. Man findet ihn auch in Marinaden und als Bestandteil von Kräuterbutter.

Im Mittelalter wurde der Thymian schon von der Klosterfrau Hildegard von Bingen erwähnt. Die Bestandteile des ätherischen Öls vom Echten Thymian sind abhängig von genetischen und klimatischen Einflüssen. Demnach werden sechs Chemotypen nach ihrem Hauptbestandteil unterschieden. Hauptbestandteile sind jeweils Geraniol, Linalool, Alpha-Terpineol, Trans-Thujanol-4-terpineol-4, Carvacrol und Thymol. Medizinisch eingesetzt wird das antibakteriell und antiviral wirkende ätherische Thymianöl gegen Katarrhe, Bronchitis und Keuchhusten.

ZITRONENMELISSE – ENTZÜNDUNG VON HAUT UND GENITALIEN – ZUR ENTSPANNUNG 

Zitronenmelisse

Zirtronenmelisse

Die intensiv duftende Zitronenmelisse (Melissa officinalis) wird der Familie der Lippenblütler zugeordnet und wurde im Jahre 1988 als Arzneipflanze des Jahres gefeiert. Verwendung findet sie auch in Tee, Wein, Kräuterlikören, als Garnitur auf Süßspeisen, zum Aromatisieren von Getränken, Salaten und Desserts und als getrocknetes Küchengewürz.

Volksmedizinisch setzt man die Zitronenmelisse als Teeaufguss bei Erkältungskrankheiten, nervlicher Belastung, Kreislaufschwäche oder zur Unterstützung der Magenfunktion ein. Die Extrakte wirken krampflösend und beruhigend und werden auch in Entspannungsbädern verwendet. Bäder unter Zugabe von Zitronenmelisse werden bei Entzündungen der Haut und der Genitalien angesetzt. Die Blätter der Melisse wirken antimikrobiell und antiviral. Medizinisch setzt man die enthaltene Rosmarinsäure in Salben zur Behandlung von Herpes simplex ein. Auch wird Zitronenmelisse bei Gallenleiden und Dyskinesien eingesetzt.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Avril Rodway. Kräuter und Gewürze. Die nützlichsten Pflanzen der Natur – Kultur und Verwendung. Verlag Tessloff, 1979
Max Wichtl. Teedrogen und Phytopharmaka. 4. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. Stuttgart. 2002

Bachmeier BE, Iancu CM, Killian PH, Kronski E, Mirisola V, Angelini G, Jochum M, Nerlich AG, Pfeffer U: Overexpression of the ATP binding cassette gene ABCA1 determines resistance to Curcumin in M14 melanoma cells-

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2804606/ (Open Access Article/ Freier Volltext)

Ingrid & Peter Schönfelder. Das neue Handbuch der Heilpflanzen: Botanik, Arzneidrogen, Wirkstoffe, Anwendungen.2011, Verlag Kosmos

http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2002/16/estragol__und_methyleugenolgehalte_in_lebensmitteln_verringern-1066.html

Dr. Stefan Brosig: Ingwer, Meerrettich und Süßholz in der Pferdefütterung. 3. Auflage, Norderstedt 2010

Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg: Arzneipflanze des Jahres

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Phytomedizin-Traditionelles-Wissen-modern-genutzt.109013.0.html

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016

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