PKV – Kostenübernahme und Erstattung beim Rollator

ERSTATTUNG VON ROLLATOR NACH HILFSMITTELKATALOG

Private Krankenversicherungen (PKV) erstatten Hilfsmittel wie den Rollator nach dem sogenannten Hilfsmittelkatalog. Genau wie in der gesetzlichen Krankenversicherung benötigt der Versicherungsnehmer für einen Rollator zunächst eine ärztliche Verordnung. Abhängig vom ausgewählten Versicherungtarif gewährt die PKV dem Privatversicherten den Zugang zum offenen Hilfsmittelkatalog oder zum geschlossenen Hilfsmittelkatalog. Offene Hilfsmittelkataloge verfügen über deutlich mehr erstattungsfähige Hilfsmittel, sind dafür aber auch am teuersten.

GRUNDLAGE BILDET GKV-HILFSMITTELVERZEICHNIS

Grundlage für die Kostenübernahme und Erstattung von Hilfsmitteln bildet für gesetzlich und privatversicherte Personen das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes. Der Rollator ist als Gehhilfe dort unter der Produktgruppe 10 gelistet. Derzeit finden sich in der Suche unter dem Begriff „Rollator“ im GKV-Hilfsmittelverzeichnis 124 Rollatoren mit Angabe von Modellnummern und Herstellern. Das Verzeichnis umfasst Rollatoren als Gehgestelle mit zwei Rollen für den Inneraum sowie vierrädrige Rollatoren für den Innenraum, Außenbereich und Straßenverkehr.

JEDE PRIVATE KRANKENVERSICHERUNG BIETET EIGENE TARIFE

Jede private Krankenversicherung bietet bei Hilfsmitteln individuelle Leistungen und Tarife an. Übernommen werden von den Krankenkassen jeweils nur die Hilfsmittel zu den Konditionen, die in den Tarifbedingungen aufgeführt sind.

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Für den Anspruch auf Kostenübernahme von Hilfsmitteln gelten ausschließlich die mit der Privaten Krankenkasse vereinbarten Höchstgrenzen und Zeitintervalle. Leistungen und Zuzahlungen können je nach Kasse sehr stark voneinander abweichen. Sofern die Privatkasse die Kostenübernahme beim Hilfsmittel nicht ausdrücklich zusagt, kann sie sogar die Erstattung ablehnen.

Ein besonderes Problem kann für privat Versicherte dann auftreten, wenn gleichzeitig ein Rollator und ein Rollstuhl verschrieben wird. In solchen Fällen kann es dazu kommen, dass die Privatkasse nur ein Gerät anerkennt und für die Kosten aufkommt, sogar dann, wenn beide Geräte benötigt werden und ärztlich verordnet sind. Eine Alternative kann in solchen Fällen ein Kombi-Rollator sein, der sich sowohl als Rollstuhl wie auch als Rollator einsetzen lässt. Es gibt mittlerweile einen Kombi-Rollator mit eigener Hilfsmittelnummer, der ärztlich verordnet werden kann.

BEZUGSQUELLEN AUSMACHEN

Viele Privatkassen kooperieren mit Hilfsmittel-Partnern, die über Sanitätshäuser eine flächendeckenden Service leisten. Bei Bedarf sollte man erfragen, ob der Rollator auch bei einem anderen Lieferanten bestellt werden darf.

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VORLEISTUNG NOTWENDIG

Bei Privat Versicherten wird der Rollator auf einem blauen oder weißen Privatrezept verordnet, das üblicherweise 3 Monate gültig ist. Mit der Verordnung kann der Patient den Rollator nach Maßgabe auswählen.

Es empfiehlt sich, bei der Bestellung eine beglaubigte Kopie des Rezeptes vom Lieferanten für die eigenen Unterlagen erstellen zu lassen.

Privat Versicherte zahlen in der Regel das gewünschte Hilfsmittel zunächst aus privaten Mitteln und reichen das Rezept anschließend bei der Privaten Krankenversicherung ein. Zur Abrechnung muss das originale Privatrezept eingereicht werden. Erstattet wird in der Regel die tariflich vereinbarte Höhe.

Wer vor dem Kauf wissen möchte, wie hoch sein Erstattungsbeitrag genau ausfällt, sollte sich vorab bei seiner Privatkasse erkundigen oder einen Kostenvoranschlag mit dem gewünschten Rollatormodell dort einreichen.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

GKV Spitzenverband. Gehhilfen

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V)

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 07/2018

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