Hydrotherapie nutzt die natürliche Kraft des Wassers

DIE WASSERTHERAPIE IST EIN KLASSISCHES NATURHEILVERFAHREN

Die Hydrotherapie (Wassertherapie) ist eine natürliche Therapie und zählt zu den Naturheilverfahren mit wissenschaftlich anerkannter Wirkung. Angewendet wird die Hydrotherapie bei verschiedenen akuten und chronischen Erkrankungen.

Zusammen mit der Thermotherapie, Bewegungstherapie, Phytotherapie, Ernährungstherapie und Ordnungstherapie zählt die Wassertherapie zu den klassischen Verfahren der Kneipp-Kur. Das Kneippsche Gesundheitskonzept mit den 5 Säulen wird zur Vorbeugung und Behandlung vieler körperlicher Funktionsstörungen schon seit dem 19. Jahrhundert erfolgreich einsetzt. Die Hydrotherapie ist Teil eines ganzheitlichen Konzeptes, das Körper, Geist und Seele einschließt. Aber auch für sich alleine angewendet, entfaltet die Hydrotherapie verschiedene positive Wirkungsweisen im Körper.

Methoden der Hydrotherapie

HEILEN MIT WASSER NACH KNEIPP

Die Hydrotherapie basiert auf der frühen Wasserheilkunde und hat lange Tradition, denn schon die Römer nutzten in Thermen die günstigen Eigenschaften von Wasser gezielt für medizinische Zwecke. Heute wird die Hydrotherapie vorwiegend in Kurorten und Heilbädern praktiziert. Die Hydrotherapie ist eine Reiztherapie mit verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten. Alle Anwendungsmöglichkeiten basieren auf den ganz unterschiedlichen Eigenschaften von Wasser und machen sich neben kalten, warmen und heißen Temperaturen auch die Aggregatzustände von Wasser zunutze.

Viele Wasseranwendungen können auch zuhause ganz einfach praktiziert werden.

Anwendungsmöglichkeiten der Hydrotherapie

  • Innere Anwendung von Wasser
  • Äußerliche Anwendung von Wasser
  • Behandlungen mit Wasserdampf oder zerstäubtem Wasser
  • Therapien im Wasser

Die Wassertherapie nach Kneipp geht auf die Lehre der Ärzte Siegmund Hahn und seinen Sohn Johann Siegmund Hahn zurück. Diese Reiztherapie umfasst mehrere Elemente.

Elemente der Hydrotherapie

  • Behandlung mit Kaltwasser und Warmwasser
  • Waschungen
  • Wassertreten
  • Bäder
  • Güsse
  • Dämpfe
  • Auflagen
  • Wickel

Anwendung der Hydrotherapie

WIRKSAMER EINSATZ VON VERSCHIEDENEN REIZEN

Verschiedene Reize werden bei der Hydrotherapie gezielt eingesetzt. Es handelt sich dabei um therapeutische Reize. Besonders Temperaturreize wie der Kältereiz, rufen bei der Hydrotherapie die gewünschte medizinische Wirkung hervor.

Um den Kältereiz zu verstärken, werden Saunagänge oder Wechselbäder vorgeschaltet. Daneben kommen bei der Hydrotherapie Bäder mit Kräuterextrakten oder chemische Reize in Mineralbädern zum Einsatz. Auch der hydrostatische Druck der Bäder und der Druck des Wasserstrahls sind therapeutische Mittel in der Wassertherapie. Entzündliche Prozesse im Körper werden durch den Wechsel von Wärme und Kälte stimuliert oder gedämpft. Besonders Wechselanwendungen von kalt und warm sind sehr effektiv und zeigen medizinisch große Wirkung.

Wassertreten

Das Wassertreten ist eins der wesentlichen Elemente der Hydrotherapie und hat zum Ziel, einen gesundheitsfördernden Kältereiz zu erzeugen. Wassertreten wird in knietiefem kaltem Wasser unter 18°C praktiziert. Man schreitet solange im Storchengang durch das kalte Wasser, bis die Füße sich kalt anfühlen. Bei jedem Schritt wird ein Bein aus dem Wasser gezogen und dabei die Fußspitze nach unten gebeugt. Sobald der Kältereiz zu stark wird, bricht man ab.

Nachdem das Wasser mit den Händen von den Beinen gestreift wurde, zieht man Strümpfe und Schuhe an und erzeugt durch Gehen oder Fußgymnastik ein angenehmes Gefühl von Wärme.

Ungeeignet ist das Wassertreten bei Unterleibserkrankungen sowie bei schweren Durchblutungsstörungen. Bei Menstruation wird zur Vorsicht geraten.

Die flachen Wassertretbecken mit den langgezogenen Handläufen sind ein charakteristisches Markenzeichen der Kneippkur und außerhalb der Kneippanlagen sind Wassertretbecken in vielen Orten zu finden. Wer kein Wassertretbecken in der Nähe hat, kann auch zuhause in der Badewanne das Wassertreten leicht praktizieren.

Wirkung von Wassertreten

  • Stärkt das Immunsystem
  • Stabilisiert vegetatives Nervensystem
  • Wirkt anregend auf Kreislauf und Stoffwechsel
  • Durchblutungsfördernd
  • Kräftigt die Venen
  • Hilft gegen Krampfadern und heiße Beine
  • Abends schlaffördernd

Wassergüsse in der Hydrotherapie

Wassergüsse ummanteln bei der Hydrotherapie gezielt einzelne Bereiche des Körpers mit Wasser und üben so einen besonderen Reiz auf den Körper und das vegetative Nervensystem aus. Wassergüsse werden als kräftige Blitzgüsse oder drucklose Flachgüsse verabreicht. Die Güsse harmonisieren das vegetative Nervensystem, verbessern die Durchblutung und regulieren die Blutdruckverhältnisse.

Wickel in der Hydrotherapie

Zum Einsatz können in der Hydrotherapie an einzelnen Körperteilen auch schichtweise Wickel aus Leinen kommen. Sie können unterschiedliche Temperatur haben und außerdem mit verschiedenen Zusätzen wie Essig, Lehm, Heu oder Heilkräutern versetzt werden. Auf die erste Schicht aus wassergetränktem Leinen in warmer, heißer oder kalter Form wird ein isolierendes Zwischenleinen aufgelegt, bevor eine Decke folgt. Kalte Wickel entziehen dem Körper Wärme, während warme oder heiße Wickel dem Körper Wärme zuführen.

Wasserdampf und zerstäubtes Wasser

Wasserdampf und fein zerstäubtes Wasser in der Luft sind weitere Elemente der Hydrotherapie. Wasserdampf und zerstäubtes Wasser fördern die Gesundheit und üben gleichzeitig positive Wirkung auf die Atemwege aus.

Einsatzbereiche und Medizinische Wirkung der Hydrotherapie

REIZTHERAPIE WIRKT GESUNDHEITSFÖRDERND AUF DAS VEGETATIVE NERVENSYSTEM

Neben einer gesteigerten Durchblutung lassen sich durch die hydrotherapeutischen Anwendungen verschiedene Rezeptoren des vegetativen