Bewegung ist immer gut, sagt der Volksmund. Grundsätzlich trifft das auch im Fall der Hypertonie zu. Jedoch gibt es Sportarten, die den Blutdruck eher in die Höhe treiben. Davon ist abzuraten. Aus diesem Grunde muss der Sport bei Hypertonie im Einvernehmen mit der ärztlichen Begutachtung stattfinden. Dazu gehört die regelmäßige Überprüfung des Blutdrucks vor und nach der sportlichen Betätigung und eine langfristige Trainingsplanung.

In diesem Artikel werden Übungen vorgestellt, die sich bei Hypertonie positiv auf den Organismus auswirken und Hinweise gegeben, die im Zusammenhang mit Sport und Hypertonie stehen.

Das Training

Ausdauer- und Krafttraining gehören zu den beliebten und bewährten Sportarten für Hypertoniker. Es wird sogar von wissenschaftlicher Seite zu täglichem Training geraten. 30 Minuten, mit Pausen in angepasstem Schwierigkeitsgrad, würden den Organismus positiv beeinflussen. Die Kurzhantel eignet sich gut für den Einstieg ins Krafttraining. Jahrelang wurde von Krafttraining bei Hypertonie abgeraten und eher Sportarten empfohlen, die mit moderaten Belastungen einhergehen wie beispielsweise Schwimmen, Laufen, Wandern, Gymnastik oder Radfahren. Nach neuesten Erkenntnissen, die das American College of Sports Medicine veröffentlicht hat, zählt nun auch der gemäßigte Kraftsport dazu. Neben der Bewegung mit der Kurzhantel ist es die Gymnastik auf der Fitnessmatte, die die Blutdruckwerte günstig beeinflusst und als präventive Maßnahme gegen den Herzinfarkt gilt.

No-Gos bei Hypertonie

Tauchen, Rudern, Turnier-Tanz, Ballsportarten, sowie generell alle Betätigungen, die mit Leistungssport in Zusammenhang stehen oder aber sich zu Stressfaktoren entwickeln können, sind kontraproduktiv bei Bluthochdruck. Bei allen Lieblingsbeschäftigungen, die dennoch in die No-go-Area gehören, kann eine sportmedizinische Beratung weiterhelfen und möglicherweise auch Türen für ein vorsichtiges Training öffnen.

Erkenntnisse

Eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen beschäftigt sich mit dem Einfluss bestimmter Tätigkeiten auf die Blutdruckwerte bei Hypertonie. 2018 wurden 75 Personen zwölf Wochen lang im Hinblick auf Yoga-Übungen getestet. Das Ergebnis lässt Yoga, aber auch Meditationstechniken, autogenes Training und Progressive Muskelentspannung in äußerst positivem Licht erscheinen. Besonders die Atemübungen wirken sich dabei positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus. Also, nichts wie rauf auf die Fitnessmatte. In Absprache mit dem Hausarzt kann gar nichts schiefgehen. Eine weitere Studie der London School of Economics zusammen mit der Stanford University, USA, belegt, dass die Kombination von Ausdauer- und Kraftsport ​besonders erfolgreich ist und, mit Bedacht trainiert, den Blutdruck bei Patienten mit Hypertonie senkt.

Ermittlungen

Das Geheimnis des Erfolgs ist die Regelmäßigkeit und die Dauer der sportlichen Aktivität. So nützt es nichts, ein Mal in der Woche di e Kurzhantel oder die Fitnessmatte herauszuholen und dann zwei Stunden am Stück zu trainieren. Fünfmal in der Woche für ungefähr eine halbe Stunde darf das Ziel sein. Erfolgreich blutdrucksenkend wirkt das regelmäßige Training mit moderatem Körpereinsatz bei optimaler Trainingsherzfrequenz. Diese individuelle Frequenz kann jeder Kardiologe ermitteln und darf vor dem Training auch das Herzfrequenzverhalten des Hypertonikers unter Belastung bestimmen. Am besten geschieht das durch eine Sportvorsorgeuntersuchung. Diese beinhaltet in der Regel ein Ruhe-EKG, eine Anamnese, inklusive der sportlichen Vorgeschichte, ein Belastungs-EKG und eine eingehende körperliche Untersuchung. Das Trainingsprogramm und der Verlauf des Trainings können neben den Anweisungen des Coachs auch medizinisch begleitet werden. Das ist für Hypertonie-Patienten eine sinnvolle Ergänzung.

Ergebnisse

„Eine geringe Kraftanstrengung, die keine Blutdruckspitzen erzeugt, bei konstantem Ausdauertraining“, das ist die Maxime. Dieses Training wirkt dann wie ein Betablocker, die Gefäße werden erweitert und Stress wird abgebaut. Für alle, die gleich beginnen möchten mit dem Training an der Kurzhantel, der Gymnastik auf der Fitnessmatte oder der Radtour, denen sei die Formel zur Ermittlung der individuellen Trainingsherzfrequenz mit auf den Weg gegeben.

Die Karvonen-Formel nennt sich nach dem finnischen Mediziner Martti Karvonen und besagt:

THF (für die Trainingsherzfrequenz) = Maximale HF (für Herzfrequenz) – Ruhepuls.

An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass alle Anwendungen, inklusive dieser Formel, nur nach Absprache mit dem Trainer oder Arzt zur Anwendung kommen dürfen. In leichten und mittelschweren Fällen von Bluthochdruck gelingt das Gesundheitsmanagement meistens alleine durch Sport. Es gibt allerdings schwere Erkrankungen, bei denen zusätzlich Medikamente eingenommen werden müssen. Die Hypertonie ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die immer der Überwachung und Kontrolle bedarf.

Autor: Jolianne
Datum: 02.06.2022

Bildquellen:

  • Abbildung: ©irinakeinanen@pixabay.com (CCO Lizenz)

Quellen und weiterführende Links:

  • Deutsche Herzstiftung. Blutdruck natürlich senken: sechs effektive Alltagstipps.
  • Action.com. Kurzhanteln und Fitnessmatten

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