Ortho-Kieselsäure gilt als besser bioverfügbare Silizium-Form

SILIZIUM IST NICHT GLEICH SILIZIUM

Kieselsäure, Kieselerde und Silikat sind natürlich vorkommende Silizium-Formen, die für den menschlichen Körper am bedeutendsten sind. Reines Silizium ist natürlich nicht zu finden. Aber nicht jede der 3 Silizium-Formen kann der menschliche Körper auch gleichermaßen optimal verwerten, trotzdem alle 3 Formen zu den verwertbaren Sauerstoffverbindungen von Silizium zählen.

Zwar gilt Silizium für den Menschen bislang nicht als lebensnotwendiges Spurenelement, dennoch übernehmen Kieselsäure, Kieselerde und Silikate verschiedene wichtige Funktionen im menschlichen Körper und eine Silizium-Unterversorgung kann mit spürbaren gesundheitlichen Auswirkungen verbunden sein.

In ihrer natürlichen Form liefern Kieselsäure, Kieselerde und Silikate das notwendige Baumaterial zum Aufbau und Erhalt aller Körpergewebe. Es wird als stützendes Gerüst in Knochen, Haaren und Fingernägeln, aber auch in Haut, Muskeln und Organen verarbeitet. Wenn dem Körper nicht regelmäßig ausreichende Mengen verwertbarer Siliziumverbindungen zugeführt werden, kann das unter anderem das Wachstum von Haaren und Nägeln sichtbar beeinträchtigen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass eine Unterversorgung mit Silizium auf die Entstehung von Osteoporose Einfluss nimmt.

Ernährungswissenschaftler gehen aktuell davon aus, dass Menschen, die sich regelmäßig vollwertig ernähren, ausreichend Silizium aufnehmen.

Kieselsäure wird im Vergleich am besten aufgenommen und ist am schnellsten verwertbar

KIESELSÄURE, KIESELERDE UND SILIKAT UNTERSCHEIDEN SICH IN DER BIOVERFÜGBARKEIT

Wie gut verwertbar die einzelne natürliche Silizium-Form jeweils für den menschlichen Organismus ist, zeigt ihre Bioverfügbarkeit. Die Bioverfügbarkeit ist eine pharmakologische Messgröße, die bei der Untersuchung von Kieselerde, Kieselsäure und Silikat entsprechend nachweisen kann, wie schnell und zu welchem prozentualen Anteil jeder der Mikronährstoffe vom Körper aufgenommen wird und nach seiner Aufnahme dem systemischen Kreislauf am Wirkort unverändert als Wirkstoff zur Verfügung steht.

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Im Vergleich ergaben Messungen zur Bioverfügbarkeit dieser drei Silizium-Formen, dass die einfache Form der Kieselsäure, die auch als Ortho-Kieselsäure bezeichnet wird, vom Körper in größerem Umfang aufgenommen wird als Polykieselsäure.

Wasserärmere Polykieselsäuren, zu denen auch die Kieselerde zählt, entstehen aus der wasserreicheren Orthokieselsäure, wenn es in einem chemischen Prozess zur Wasserabspaltung kommt.

Abgesehen von gesundheitsschädlichen kristallisierten Silikat-Mineralien, wie sie etwa auch in Form von Asbest-Partikeln in den Körper gelangen können,

werden Kieselsäure, Kieselerde und die meisten Silikate als Stoffe mit geringer Toxizität eingestuft. Ein Grund dafür sind Untersuchungen, die ergaben, dass menschliche Nieren wesentlich höhere Siliziummengen ausscheiden können, als sie täglich im Durchschnitt aufnehmen.

Die Aufnahme von Kieselsäure oder Kieselerde über den Verdauungstrakt wirkte bislang weder beim Menschen noch bei Tieren krebsauslösend und führte auch nicht zu Veränderungen des Erbgutes.

Aufnahme und Verwertung von Kieselsäure, Kieselerde und Silikat

GERINGERE AUSBEUTE BEI KIESELERDE UND SILIKAT

Siliziumverbindungen in Form von Kieselsäure, Kieselerde und Silikaten nimmt der Körper nicht nur über siliziumhaltige Lebensmittel auf, sie können auch über die Atemluft in den Körper gelangen. Nach Angaben der European Food Safety Authority (EFSA) nehmen wir täglich zwischen 20-50 mg Silizium über die Nahrung auf. Einige Experten gehen aber von geringeren Aufnahmemengen aus und geben an, dass der Mensch täglich zwischen 9-14 mg an Siliziumverbindungen aufnimmt, wobei tatsächlich nur etwa 4% vom Körper verwertet werden.

Der verbleibende Siliziumanteil verlässt den Körper unverändert mit dem Stuhl. Wie Untersuchungen zeigten, hängt die Aufnahmefähigkeit von Kieselsäure, Kieselerde und Silikat immer auch von verschiedenen körperlichen Voraussetzungen ab. Körperliche Faktoren, die die Aufnahmefähigkeit von Siliziumverbindungen beeinflussen können, sind insbesondere:

  • Fasergehalt der Nahrung
  • Alter
  • Geschlecht
  • Aktivität endokriner Drüsen

Tabelle: Silizium-Formen und Silizium-Produkte mit Wirkung auf den menschlichen Körper

Form
Vorkommen
Produkte