Egal, wie Eltern zu TikTok, Instagram und Co. auch stehen: Die sozialen Medien sind aus unserem modernen Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Es ist auch nicht zielführend, den Kindern den Umgang damit zu verbieten. Die wesentlich sinnvollere Strategie ist es, sie dabei regelmäßig zu unterstützen und dabei auf die „Dos and Dont ́s“ aufmerksam zu machen.

Die große Herausforderung: Eltern haben oftmals selbst keine Ahnung

Kinder haben ein Recht darauf, die sozialen Medien zu nutzen. Sie möchten sich dort mit anderen Menschen austauschen und ein wenig Spaß haben.

Die Idole der heutigen Jugend finden sich im Gegensatz zu früher oftmals nicht mehr auf der Kinoleinwand oder auf einer Rockbühne, sondern auf YouTube oder Instagram. Die sogenannten Influencer ziehen ein Millionenpublikum an und die Teenies eifern ihren Idolen nach und hegen dabei den Wunsch, auch selbst einmal so berühmt zu sein.

Eltern bekommen davon oftmals gar nichts mit oder können den Hype einfach nicht nachvollziehen. Dabei vergessen sie, dass sie selbst einmal Kinder waren und Dinge getan haben, über die ihre Eltern nur den Kopf geschüttelt haben.

Damit sie sich in die Gefühlslage ihrer Kinder versetzen können, sollten sie sich deshalb nach Möglichkeit selbst mit dem Thema „Social Media“ vertraut machen. Einen guten Einstieg in die Materie bieten Social Media Guides für Eltern und Großeltern, der unter anderem die wichtigsten Social-Media-Begriffe leicht verständlich erklären und darüber hinaus wertvolle Tipps und Tricks für die Medienerziehung der Kinder liefern.

Die wichtigsten Tipps für die Begleitung der Kinder in den sozialen Medien

Um mit seinen eigenen Kindern eine Gesprächsbasis zum Thema soziale Medien aufbauen zu können, ist eine entsprechende Vertrauensbasis erforderlich. Die Kids müssen einfach den Eindruck haben, dass ihnen bei ihren Fragen und Problemen ein vertrauenswürdiger Ansprechpartner zur Verfügung steht. Dafür ist vor allem viel Geduld und Verständnis erforderlich.

Wer die Kinder im Umgang mit den sozialen Medien unterstützen möchte, sollte diese auch selbst verstehen. Deshalb ist es wichtig, sich ständig über neue Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Im Internet gibt es zahlreiche Blogs, die sich mit den aktuellen Social Media Trends beschäftigen. Doch theoretisches Wissen ist nicht ausreichend. Deshalb empfiehlt es sich, selbst einmal an einem angesagten Online-Spiel teilzunehmen oder einem berühmten Influencer auf Instagram zu folgen.

Im Familienalltag sollten moderne Medien gemeinsam aktiv genutzt werden. Das beginnt bei der Nachbearbeitung der Urlaubsfotos und endet bei der Programmierung einer gemeinsamen Familien-App. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und werden in der künftigen Berufslaufbahn der heutigen Kids vermutlich eine wichtige Rolle spielen. Je spielerischer sie den Umgang damit lernen, desto besser sind sie später darauf vorbereitet.

Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, einen entsprechenden Ausgleich zu schaffen. Durch die Digitalisierung ist der Bewegungsmangel bei den Kindern stark angestiegen. Deshalb sollten gemeinsame sportliche Aktivitäten oder regelmäßige Spaziergänge und Wanderausflüge ebenso auf der Tagesordnung stehen. Schließlich lässt sich auch über das dabei Erlebte in den sozialen Medien berichten.

Fokus auf die Möglichkeiten, nicht auf die Gefahren!

Wichtig ist, sich von den Gefahren nicht verrückt machen zu lassen. Ja, in der Online-Welt treiben sich ebenso wie im „echten“ Leben Menschen herum, die es nicht immer gut mit einem meinen. Die Kinder müssen auch diese Erfahrungen sammeln. Wichtig ist, dass sie in solchen Fällen eine Anlaufstelle haben, an die sie sich vertrauensvoll wenden können. Der Fokus sollte jedoch nicht auf die Schattenseiten der digitalen Welt gelegt werden, sondern auf deren Möglichkeiten.

Richtig eingesetzt, können die sozialen Medien das Leben von Kindern und Erwachsenen ungemein bereichern. Sie ermöglichen es beispielsweise, Freundschaften mit Gleichgesinnten aus aller Welt zu schließen und dabei unter anderem auch seine eigenen Sprachkenntnisse zu erweitern. Viele Kinder sprechen heutzutage bereits in jungen Jahren Englisch, obwohl sie es noch gar nicht in der Schule gelernt haben.

Die Welt verändert sich im großen Stil. In der Werbung wurden beispielsweise die klassischen Anzeigen und TV-Spots still und heimlich von Affiliate Links und Influencer Marketing verdrängt. Wichtig ist, die Kinder entsprechend darauf zu sensibilisieren und sie auch über die kommerziellen Interessen ihrer Idole zu informieren.

Anders ausgedrückt: Das Internet und damit verbunden soziale Medien gehören heutzutage so selbstverständlich zu unserem Leben wie lernen, spielen und das eigene Zimmer aufzuräumen. Dementsprechend ist es wichtig, die Erziehung auch auf dieses Themenfeld auszuweiten.

Datum: 01.08.2022
Autor: Henri Bachmann

Bildquellen: © AlesiaKan@shutterstock.com (Datei Nr. 516190801)

Quellen und weiterführende Links:

  • Mona. DER SOCIAL MEDIA GUIDE FÜR ELTERN UND GROSSELTER
    so surft Ihr Kind sicher im Netz
  • Talkwalker. Social Media Trends 2022. Kostenloser Report