Essentielles Spurenelement

LEBENSWICHTIGER MINERALSTOFF

Kobalt (Cobalt) ist ein Schwermetall der Eisengruppe, das in der Natur in organischen und anorganischen Formen vorliegt. In geringen Mengen von ungefähr 1,1 mg kommt das Spurenelement auch im menschlichen Körper vor. Hauptsächlich befindet sich Kobalt im Knochenmark und in der Leber, außerdem in Nieren, Milz und Pankreas. Seit 1935 wird es medizinisch in der Strahlentherapie eingesetzt.

Dieses Schwermetall ist als einziges Spurenelement an einem Vitamin, nämlich Vitamin B12 beteiligt und gilt daher als essentiell. Als zentrales Atom von Vitamin B12 ist Kobalt in alle Funktionen eingebunden, die mit diesem B-Vitamin in Zusammenhang stehen, beispielsweise auch die Bildung roter Blutkörperchen. Außerdem aktiviert es eine Reihe von Enzymen, darunter auch antioxidativ wirkende Enzyme. Zudem vermutet man eine Beteiligung von Kobalt am Stoffwechsel von Jod in der Schilddrüse.

Kobalt in Lebensmitteln

ANTEILE IN LEBENSMITTELN

Kobalt ist in allen Lebensmitteln enthalten, in denen auch Vitamin B12 vorkommt. Besonders hohe Mengen finden sich demnach in tierischen Lebensmitteln, wie Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Spinat, Tomaten, Linsen, Salat und Kartoffeln.

Bei hoher Eisenaufnahme kann die Aufnahmefähigkeit von Kobalt allerdings eingeschränkt sein.

Tagesbedarf

TÄGLICH EMPFOHLENE AUFNAHMEMENGE 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat keinen Referenzwert für den täglichen Kobaltbedarf festgelegt – die empfohlene Aufnahmemenge wird jedoch über Vitamin B12 abgeleitet. Man geht davon aus, dass mit der täglich empfohlenen Menge an Vitamin B12 von 3 mcg ungefähr 0,2 bis 0,4 mcg Kobalt/ Tag aufgenommen werden.

Vitamin B12

Vitamin B12 ist lebensnotwenig

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Mangel - Symptome - Therapie

Erfahren Sie mehr über die Funktionen von Vitamin B12 und in welchen Lebensmitteln es in hohen Mengen vorkommt.

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Folgen der erhöhten Aufnahme

ZU VIEL KOBALT KANN FOLGEN HABEN 

Eine übermäßig hohe Kobaltaufnahme kann möglicherweise zu erhöhtem Jodgehalt in der Schilddrüse führen und die Bildung von Hämoglobin steigern. In Verbindung mit der erhöhten Aufnahme von anorganischem Kobalt wurden Herzmuskelschwächen beobachtet.

Für organisches Kobalt, das gebunden an Vitamin B12 vorkommt, konnten auch bei der Aufnahme von übermäßig hohen Mengen keine unerwünschten Wirkungen beobachtet werden.

Kobaltmangel – Ursachen und Symptome

KOBALTMANGEL GLEICHZEITIG MIT MANGEL AN VITAMIN B12 BEOBACHTET

In Deutschland ist ein Teil der Bevölkerung von einem Mangel an Vitamin B12 betroffen. Bei unzureichender Aufnahme von Vitamin B12 geht man davon aus, dass auch Kobalt unzureichend über die normale Nahrung aufgenommen wird. Ein isolierter Kobaltmangel, der nicht in Zusammenhang mit Vitamin B12-Mangel auftritt, konnte bislang nicht festgestellt werden.

URSACHEN 

Risikogruppen, die unter Vitamin B12-Mangel leiden können, bilden gleichermaßen die Risikogruppen für Kobaltmangel. Folgende Gruppen sind gefährdet:

  • Veganer
  • Vegetarier
  • Personen mit Vitamin-B12-armer Ernährung
  • Schwangere
  • Frauen in der Stillzeit
  • Personen mit hohem Alkoholkonsum
  • Personen mit Erkrankungen des Magen-und Darmtrakts
  • Einnahme Antibiotika
  • Einnahme Anti-Babypille

SYMPTOME 

Die Anzeichen für einen Mangel sind identisch mit denen, die beim Vitamin-B-12-Mangel auftreten. Erste Symptome für einen Kobaltmangel treten dementsprechend erst nach zwei bis fünf Jahren auf. Da die Aufnahme von Kobalt an die ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 aus der Nahrung gekoppelt ist, beeinträchtigt ein Mangel verschiedene wichtige Körperfunktionen. Je nach Erschöpfung der Körperspeicher kommt es zu leichten oder schweren Symptomen. Kobaltmangel macht sich am häufigsten durch folgende Symptome bemerkbar:

Störung von Verdauungsorganen und Geschlechtsorganen

Nervenschäden durch Stoffwechselstörung von Hormonen und Neurotransmittern

  • Kopfschmerzen
  • Reizbarkeit
  • Nervosität
  • Nervenschmerzen
  • Depressionen
  • Psychosen
  • Gedächtnisstörungen
  • Verwirrtheit
  • Schlafstörungen
  • Apathie
  • Demenz
  • Hirninfarkt
  • Herzinfarkt
  • Koordinationsstörungen
  • Kribbeln
  • Taubheit
  • Lähmungen

Störung des Energiestoffwechsels

  • Müdigkeit
  • Antriebsschwäche
  • Konzentrationsschwäche
  • Chronische Erschöpfung
  • Gedächtnisstörungen

Beeinträchtigung von Zellteilung und Blutbildung

  • Infektanfälligkeit
  • Leistungsschwäche
  • Blässe
  • Eingerissene Mundwinkel
  • Blutarmut
  • Sehstörungen
  • Netzhautschäden
  • Brennen von Zunge, Mund
  • Entzündungen im Mund und Verdauungstrakt
  • Gelenkentzündungen

WIE WIRD DER KOBALTSTATUS FESTGESTELLT?

Ob ein Mangel oder erhöhte Werte von Kobalt vorliegen, kann der Hausarzt durch einen Bluttest überprüfen.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Hans-Konrad Biesalski, Stephan C. Bischoff, Christoph Puchstein (Hrsg.): 11.4 Cobalt In: Ernährungsmedizin: nach dem neuen Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer, 4. Auflage, Georg Thieme Verlag 2010

Erwin Riedel: Anorganische Chemie. de Gruyter, Berlin 2002

Melvyn R. Werbach: Nutriologische Medizin

Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.

Burgerstein, Dr. Lothar: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016

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