Koffein ist Muntermacher & Nervengift zugleich

KOFFEIN IST EINE PHARMAKOLOGISCH WIRKSAME SUBSTANZ

Chemisch betrachtet ist das wasserlösliche weiße Pulver Koffein ein Alkaloid aus der Familie der sekundären Pflanzenstoffe. Seine Löslichkeit erhöht sich in heißem Wasser um das 35-fache. Koffein ist ein Nervengift, das in einmaligen Dosen von 10-11 g sogar tödlich wirken kann.

In geringen Dosen stimuliert Koffein dagegen viele Stoffwechselfunktionen im Körper. Anregend wirkt es nicht nur auf das Nervensystem, sondern auch auf die Atmung und Durchblutung der Organe.

Unbekannt ist häufig noch, dass sich Koffein und ähnlich wirkende Substanzen in den Blättern, Samen und Früchten von etwa 63 Pflanzenarten befinden. Enthalten sind die vergleichbaren Substanzen neben Bohnenkaffee und Kolanüssen unter anderem in Schwarztee, Matetee, Kakao sowie in kakaohaltigen Produkten. Beispielsweise enthält Schokolade koffeinähnlich wirksame Substanzen unter der Namen Theobromin.

Im Schwarztee ist die enthaltene Menge an Koffein abhängig von der Ziehzeit. Kurze Ziehzeiten bis drei Minuten erzielen in schwarzem Tee höhere Koffeingehalte als längere Ziehzeiten. Die Koffeingehalte im Kaffee sind hauptsächlich abhängig von der Kaffeemenge, der Röstart, der Kaffeesorte und der Zubereitungsart.

Wie wirkt Koffein auf den Körper?

KÖRPERLICHE REAKTIONEN AUF KOFFEIN

Während hohe Dosen Koffein verschiedene unangenehme körperliche Effekte verursachen können, wirken moderate Mengen positiv auf das Gehirn. Geringe Koffeinmengen fördern Wachheit, erhöhen die Reizverarbeitung, Informationsübertragung und auch die Aufmerksamkeit.

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Zuviel Koffein löst dagegen Schlaflosigkeit und Nervosität aus. Die Skelettmuskeln reagieren auf eine moderate Koffeindosis mit erhöhter Leistungsfähigkeit, während eine zu hohe Menge zu Nebenwirkungen wie Zittern und Zuckungen führen kann.

Die moderate Zufuhr regt außerdem die Herztätigkeit und die Blutzirkulation an, wobei zu viel Koffein zu Herzklopfen führt. Unabhängig von der zugeführten Menge regt das Alkaloid aber die Nierentätigkeit an und stimuliert den Harndrang.

Wie lange wirkt Koffein?

WIRKUNGSDAUER

Nach der raschen Aufnahme im Magen-Darm-Trakt geht Koffein in den Blutkreislauf über, wo es beim Erwachsenen eine Halbwertszeit von 3-5 Stunden hat. Das bedeutet, dass es innerhalb dieser Zeit zu 50% wieder abgebaut wird.

Die Wirkungsdauer von Koffein wird durch mehrere Faktoren beeinflusst und wirkt sich deshalb individuell verschieden aus. Einige Menschen können schon auf sehr geringe Koffeinmengen mit körperlichen Symptomen reagieren.

Beispielsweise verkürzt der Faktor Rauchen die Halbwertszeit, während Alkohol sie verlängert. Bei Frauen verlängert sich die Halbwertszeit und beim Säugling kann sie bis auf 100 Stunden ansteigen. Auch das Alter kann die Halbwertzeit beeinflussen, genauso wie der regelmäßige Konsum von Koffein, weil eine Gewöhnung eintreten kann.

Welche Koffeinmenge sollte nicht überschritten werden?

HÖCHSTENS EMPFHOHLENE TAGESHÖCHSTMENGE AN KOFFEIN

Koffein entfaltet bei vielen Menschen schon ab einer Menge von 85-100 mg anregende Wirkung. Als moderater Kaffeegenuss, der ohne negative Folgen auf die Gesundheit bleibt, gilt nach derzeitigem wissenschaftlichem Stand für einen Erwachsenen die Koffeinmenge von 300-400 mg, die über den Tag verteilt aufgenommen wird. Diese Menge entspricht knapp 6 mg/kg Körpergewicht.

Die Koffeinmenge, die innerhalb von kurzer Zeit aufgenommen wird, sollte aber den Wert von 200 mg nicht überschreiten. 200 mg sind bereits erreicht, wenn man innerhalb kurzer Zeit etwa 3 Tassen Kaffee a´200 ml trinkt oder 3 Tassen Espresso a´60 ml. Ebenfalls 200 mg erreicht man durch 2 l normale Cola oder 3 Energydrinks, die man innerhalb kurzer Zeit zu sich nimmt.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) lässt während der Schwangerschaft ein moderater Genuss von koffeinhaltigen Getränken, der sich unterhalb von 300 mg Koffein täglich befindet, keine negativen Auswirkungen erwarten. Schwangeren und stillenden Frauen wird allerdings davon