Die winzigen Blutsauger befallen Erwachsene ebenso wie Kinder. Letztere sind allerdings häufiger betroffen: Bei etwa 15 Prozent unseres Nachwuchses in Deutschland in der Altersklasse von acht bis 15 Jahren wird pro Jahr ein Kopflausbefall festgestellt. Das Aufsuchen eines Arztes ist nicht unbedingt erforderlich, denn die Parasiten können auch von Laien erkannt werden. Gleichfalls stellt deren Beseitigung mit dem passenden Läusemittel keine große Herausforderung dar.

Mythen zum Thema Läuse

Zunächst möchten wir mit einigen Mythen aufräumen, die sich hartnäckig halten:

  • Häufig hört man, dass Kopfläuse ausschließlich ungepflegte, schmutzige Menschen befallen. Wissenschaftler bestätigen jedoch, dass ein Befall mit den Blutsaugern nichts mit mangelnder Hygiene zu tun habe. Vielmehr halten sie sich besonders gerne in frisch gewaschenem Haar auf.
  • Weit verbreitet ist auch die Meinung, dass Läuse von einem Kopf zum anderen springen können. Das ist ihnen jedoch nicht möglich, ebenso wie fliegen.
  • Die Aussage, dass Kopfläuse lange, dunkle Haare bevorzugen, ist absolut nicht haltbar. Ihnen ist sowohl die Haarfarbe als auch -länge absolut unwichtig. Einzig und allein bei zwei Zentimeter Haar oder noch kürzer haben sie keine Chance, sich einzunisten.

Eindeutige Anzeichen für Kopfläuse

In vielen Fällen merken Betroffene zunächst den Befall nicht. Oftmals bekommen beispielsweise Eltern aus dem Kindergarten oder der Schule eine Nachricht, dass auf Kopflausbefall untersucht werden sollte. In der Regel erhält man gleichzeitig einige Tipps zum Erkennen und zur Behandlung der Miniparasiten. Erzieher verfügen meist über umfangreiche Erfahrung in diesem Bereich und können effiziente Mittel zuverlässig empfehlen. Läuse- oder andere Arzneimittel jeder Art, die rezeptfrei sind, finden sich in großer Auswahl im Internet. Oftmals sind sie online deutlich günstiger als in einer Apotheke oder Drogerie.

Es gibt zwei Anzeichen, die mit großer Sicherheit auf einen Kopflausbefall hinweisen, darunter:

  • starker Juckreiz – er entsteht durch Bisse in die Kopfhaut
  • Nissen im Haar – dabei handelt es sich um die Eier der Läuse

Bezüglich der Läuseeier sollte man wissen, dass sie sowohl mit einer weißen als auch bräunlichen Färbung einhergehen können. Die hellere Variante zeigt auf, dass die Läuse bereits aus den Nissen geschlüpft sind. Ist dies noch nicht geschehen, sind die Eier etwas dunkler.

Ein Juckreiz tritt nur auf, wenn der Betroffene eine allergische Reaktion zeigt. Es handelt sich dabei um eine Immunreaktion auf den Speichel, der von Kopfläusen in die Haut injiziert wird. Nur circa ein Drittel der betroffenen Personen reagiert allergisch. Das bedeutet, der Befall bleibt oftmals unbemerkt, weil sich keine Symptome in Form von Jucken zeigen.

Symptome Kopfläuse

Starkes Jucken am Kopf kann ein deutliches Zeichen sein.

Vorgehen bei Verdacht auf Lausbefall

Läuse halten sich vor allem an Stellen hinter den Ohren, im Nacken und an den Schläfen auf, somit finden sich ggfs. auch die meisten Nissen dort. Mit dem bloßen Auge die Winzlinge bzw. deren Eier inmitten einer dicken Haarpracht zu erkennen, ist schwierig. Ein spezieller Läusekamm erleichtert die Diagnose. Bestenfalls feuchtet man das Haar zunächst etwas an und durchkämmt im Anschluss einzelne Strähnen vom Haaransatz bis zu den -spitzen. Zu guter Letzt streift man den Kamm an einem weißen Papier oder Stoff ab. Manche Menschen verwechseln Hautschuppen mit Nissen. Es gibt jedoch einen gut erkennbaren Unterschied: Läuseeier kleben an den Haaren fest und lassen sich – im Gegensatz zu Schuppen – nicht vom Kopf schütteln.

Häufigste Ansteckungsformen

Zuvor haben wir bereits erwähnt, dass Kopflausbefall nichts mit Hygienemangel zu tun hat und die Blutsauger sich ausschließlich von Haar zu Haar hangeln können. Als Vorsichtsmaßnahme die gesamte Wohnung zu reinigen, wie es zum Beispiel bei Schimmelbefall angeraten ist, der die ​Gesundheit aller Bewohner gefährdet, ist deshalb unnötig. Die Ansteckung mit Läusen erfolgt fast ausschließlich über direkten Körperkontakt, genauer gesagt Berührung von Haaren zweier Personen.
In seltenen Fällen werden die Parasiten über Gegenstände übertragen. Dies können das Kopfkissen, die Haarbürste, Stofftiere oder Fahrradhelme sein. Ausgeschlossen ist die Ansteckung über Haustiere, denn Kopfläuse befallen ausschließlich Menschen. Sobald eine entsprechende erste Behandlung stattgefunden hat, sind selbst noch überlebende Larven nicht mehr akut ansteckend. Sicherheitshalber wird jedoch eine Wiederholung empfohlen.

Behandlung bei Läusebefall

Es befinden sich viele verschiedene Mittel im Handel, die Läuse schnell und gründlich beseitigen. Für einige von ihnen übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Hochwertige Produkte enthalten keine Insektizide und sorgen gleichzeitig für geschmeidiges Haar. Letzteres erleichtert das Auskämmen der Blutsauger und Nissen. Lotion, Shampoo und Co. werden einfach auf die Kopfhaut gegeben. Nach einer bestimmten Einwirkzeit, die sich aus der Packungsbeilage ersehen lässt, wird das Läusemittel wieder ausgespült. Besonders wichtig ist der Einsatz des Kammes, der über mindestens zwei Wochen ungefähr alle drei Tage erfolgen sollte.

Kopflausbehandlung

Die Einwirkzeit von Läusemitteln erfordert etwas Geduld.

Erforderliche Maßnahme bei Feststellung von Kopflausbefall

Wird ein Befall mit Kopfläusen nachgewiesen, ist schnelles Handeln angesagt. Nicht nur, um sie wieder loszuwerden, sondern auch damit andere Menschen nicht gefährdet werden. Als erstes stehen die Behandlung des Betroffenen und die Kontrolle der Familienmitglieder an. Darüber hinaus sollte die entsprechende Kindereinrichtung und der Freundeskreis des Nachwuchses informiert werden. Erwachsene benachrichtigen ggfs. alle Personen, mit denen sie möglicherweise Haarkontakt hatten.​
Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten alle Gegenstände, die mit dem Kopfhaar des Betroffenen in Berührung gekommen sind, drei Tage lang luftdicht verschlossen aufbewahrt werden. Zu den weiteren Hygienemaßnahmen gehören der Bettwäschewechsel und die Nutzung von separaten Kämmen und Bürsten. Um den Nachweis einer erfolgten Behandlung erbringen zu können, sollte man sich vom zuständigen Arzt ein ärztliches Attest ausstellen lassen.

Autorin: Jessika Maurer
Datum: 05.05.2022

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Quellen und weiterführende Links:

  • Julis Borsch, Apothekerin. Deutsche Apothekerzeitung (DAZ online) Erstattung. Welche Läusemittel zahlt die Krankenkasse? 01.09.2018
  • WEFIX Behandeln