Krankenkassenzuschuss – Gesundheitsförderung

Krankenkassenzuschuss – Gesundheitsförderung2017-12-23T18:55:42+00:00

Gesundheitsförderung – Krankenkassenzulassung

VORSORGE UND GESUNDHEITSFÖRDERUNG IN DER GESETZLICHEN KRANKENVERSICHERUNG

Geeignete Massnahmen zur Gesundheitsförderung werden für gesetzlich Krankenversicherte bezuschusst, wenn Anbieter dieser Leistungen dafür eine Krankenkassenzulassung haben. In der Praxis bedeutet das für Mitglieder der Krankenversicherung, dass geeignete Maßnahmen, die sie für sich freiwillig wählen, unter bestimmten kassenabhängigen Voraussetzungen im Rahmen der Vorsorge oder Gesundheitsförderung zeitbefristet bezuschusst oder übernommen werden können. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Impfungen
  • Früherkennungen
  • Kurse zur gesunden Ernährung
  • Kurse zur Entspannung
  • Kurse zur gesunden Bewegung
  • Kurse zum Suchtmittelkonsum
  • Kurse zu Bewegungsgewohnheiten

GESUNDHEITSFÖRDERUNG IN DEUTSCHLAND GESETZLICH VERANKERT

Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit der Weg zu höherer Lebensqualität. Gesundheit gilt als förderungswürdig und danach ganzheitlich das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden eines Menschen. Diese Auffassung der WHO übernahm die BRD in das Sozialgesetzbuch und schuf damit für die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland eine Gesetzesgrundlage zur Gesundheitsförderung ihrer Mitglieder. Die ist im Sozialgesetzbuch V geregelt und umfasst:

  • §20 SGB V Prävention und Selbsthilfe
  • §20 a SGB V Gesundheitsförderung
  • §20 b SGB V Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren
  • §20 c SGB V Förderung der Selbsthilfe

VORSICHT: NICHT ALLE MASSNAHMEN WERDEN ANERKANNT

Nach §20 Abs. 1 und 2 SGB V erstatten gesetzliche Krankenkassen in Deutschland die Kosten für Präventionskurse im gesetzlichen Rahmen. Die Erstattung beruht auf dem Präventionsprinzip, um Krankheitsrisiken und stressabhängige Krankheiten zu vermeiden. Allerdings ist das Leistungsangebot der Krankenkassen hier nicht immer unbedingt einheitlich.

Wer sich also vorschnell ohne Rücksprache mit seiner Krankenkasse für einen Kurs anmeldet oder einen Vertrag in einem Fitnessstudio unterzeichnet, in der Hoffnung darauf, einen Krankenkassenzuschuss zu bekommen, könnte eine böse Überraschung erleben – denn nicht alle angebotenen Maßnahmen werden auch von den Kassen als förderungswürdig anerkannt.

Geprüfte Anbieter haben Krankenkassenzulassung

KURSE UND KURSLEITER MÜSSEN QUALIFIZIERT SEIN

Um anerkannt zu werden, müssen Anbieter von Gesundheitsmaßnahmen die gesetzlichen Anforderungen (§20 SGB V) erfüllen. Die Anforderungen richten sich nach dem Leitfaden Prävention der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Förderungswürdige Anbieter werden entsprechend überprüft. Nur wenn die  Anforderungen an Kursinhalte und Kursleiter erfüllt werden, werden sie von der Prüfstelle Prävention anerkannt und erhalten das Prüfsiegel „Deutscher Standard Prävention“. 

Einige Krankenkassen bieten auf ihrer Website entsprechende Kursdatenbanken an. Diese Kurse betreffen krankheitsvorbeugende Maßnahmen, wie > Ernährungsberatung, > Bewegungstherapie und > Stressbewältigung.

Um sicherzugehen, ob und in welcher Höhe ein ausgewählter Kurs eine Krankenkassenzulassung hat und ob er auch von der eigenen Krankenkasse akzeptiert ist, wird empfohlen, sich vor Antritt unbedingt bei der Krankenkasse rückzuversichern.

KRANKENKASSENZUSCHUSS FÜR GESUNDHEITSREISEN

Gesetzlich Versicherte erhalten in der Regel einen Krankenkassenzuschuss, wenn sie im Urlaub aktiv an qualitätsgeprüften, zertifizierten Gesundheitskursen teilnehmen. Über die genauen Rahmenbedingungen informiert die eigene Krankenkasse.

BEITRAGSERLEICHTERUNGEN DURCH BONUSPROGRAMME

Viele gesetzliche Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern attraktive Bonusprogramme an, die sich günstig auf ihre Mitgliedsbeiträge auswirken können, wenn bestimmte krankheitsvorbeugende Massnahmen ergriffen werden. Die Kassen haben ein großes Interesse daran, Krankheiten zu vermeiden und somit spätere Kosten einzusparen.

Ärztliche Leistungen und Leistungen durch Therapeuten oder Ernährungsberater

BEZUSCHUSSUNG DURCH DIE KRANKENKASSE

Die Ernährungsberatung ist keine geschützte Berufsbezeichnung und viele Ernährungsberater werden an Privatschulen oder in Fernstudiengängen ausgebildet, die vielfach von Krankenkassen nicht anerkannt werden.

Gesetzliche Krankenkassen in Deutschland übernehmen oder bezuschussen nach Gesetzeslage nur Ernährungsberatungen und Therapien durch qualifizierte Berufsgruppen. Zu diesen Berufsgruppen zählt der Beruf des Ernährungsmediziners, des Diätassistenten, des Oecotrophologen und des Ernährungswissenschaftlers mit Weiterbildung zum Ernährungsberater nach Maßgabe der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Folgende Zertifizierungen werden von den deutschen Krankenkassen im allgemeinen anerkannt:

  • Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD)
  • Berufsverband Oecotrophologie e.V. (VDOE)
  • Verband für Ernährung und Diätik e.V. (VFED)
  • Deutsche Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater e.V. (QUETHEB)
  • Bundesverband deutscher Ernährungsmediziner e.V. (BDEM)
  • Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung – Ernährungsberater (DGE)
  • Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V. Deutschland (UGB)

LEISTUNGEN VORHER MIT DER KRANKENKASSE KLÄREN

Es empfiehlt sich, die gewünschte Ernährungsberatung oder Therapie vor Beginn von seiner Krankenkasse auf Übernahme der Kosten oder Bezuschussung prüfen zu lassen. Viele zertifizierte Praxen bieten hierzu ein Formular an, dass bei der Krankenkasse zur Genehmigung eingereicht werden kann. Für die Übernahme der Kosten ist neben einer ärztlichen Notwendigkeitsbescheinigung auch die persönliche Absprache mit der Krankenkasse erforderlich.

Manche Krankenkassen bewilligen nach vorheriger Absprache in einigen Fällen auch Leistungen von ärztlichen Heilpraktikern, Heilpraktikern oder Kliniken ohne Kassenzulassung. Es kann sich lohnen, bei der Krankenkasse nachzufragen.

Krankenkassen leisten in unterschiedlicher Höhe

VERGLEICHEN KANN SICH LOHNEN

Die jüngste Beitragsreform hat den Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenkassen gefördert. Trotzdem der einheitliche Beitragssatz bei 14,6 Prozent liegt, erheben viele Kassen Zusatzbeiträge und bieten dafür immer häufiger Sonderleistungen und Zusatzleistungen, die sonst nur eine Zusatzversicherung übernimmt. Jede Kasse hat ihren individuellen Fahrplan, so dass ein genauerer Blick bei der Kassenwahl im Hinblick auf die eigenen Bedürfnisse durchaus lohnenswert sein kann.

WEITERGEHENDE INFORMATIONEN

Persönliche Beratung

Für eine persönliche Beratung im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung wenden Sie sich bitte an die Hotline des Bundesgesundheitsministeriums unter 030-340606601

Für Probleme im Bereich der Gesetzlichen Krankenkasse sind zuständig:

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten
Friedrichstraße 108, 10117 Berlin
Telefon: 030-184413420
Telefax: 030-184413422

Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Neuausgabe. Verlag für Gesundheitsförderung, Werbach-Gamburg 2011
https://www.zentrale-pruefstelle-praevention.de/admin/
https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/presse/publikationen/Leitfaden_Praevention-2014_barrierefrei.pdf
Gesundheit Berlin (Hrsg.): Aktiv werden für Gesundheit. Arbeitshilfen für Prävention und Gesundheitsförderung im Quartier. Berlin 2008
https://www.dge.de/service/zertifizierte-ernaehrungsberatung/zulassungskriterien/
World Health Organization : Glossar Gesundheitsförderung. Gamburg 1998
BGM: Präventionsgesetz: http://www.bmg.bund.de/themen/praevention/praeventionsgesetz.html
Autor: Katja Schulte Redaktion | Datum: 10/2016

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