Krebs – Häufigkeit

KREBS ALS ZWEITHÄUFIGSTE TODESURSACHE

In Deutschland registrierte man im Jahr 2010 etwa 477.300 Neuerkrankungen an Krebs, während insgesamt im gleichen Jahr 218.000 Menschen an ihrer Krebserkrankung starben. Jedes Jahr werden etwa 1800 Neuerkrankungen von Kindern verzeichnet. Mehr als ein Drittel von ihnen erkrankt an Leukämie (Blutkrebs). Im Jahr 2011 schätzte das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) die Anzahl der diagnostizierten Neuerkrankungen auf 483.600, wovon 255.318 Männer und 228.259 Frauen betroffen waren.

Sämtliche Hautkrebserkrankungen, mit Ausnahme des malignen Melanoms (Schwarzer Hautkrebs), werden nicht im Krebsregister erfasst.

Etwas mehr als die Hälfte der Fälle betraf folgende Krebsarten:

  • Brustdrüse (70.000)
  • Prostata (64.500)
  • Darm (63.000)
  • Lunge (52.700)

Damit zählt Krebs nach Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems hierzulande weiterhin zu einer der häufigsten Todesursachen. Man rechnet für die nächsten Jahre mit einem zunehmenden Anstieg, den das Robert-Koch-Institut auch mit der steigenden Lebenserwartung begründet.

WESTLICHER LEBENSSTIL SCHEINT KREBS ZU BEGÜNSTIGEN

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) gebe es immer mehr Hinweise, dass ÜberernährungÜbergewicht und Stoffwechselstörungen die Zahl der Krebsfälle erhöhe.

WELTWEITE GESETZE IM kAMPF GEGEN DEN KREBS GEFORDERT

Die tödlichste Krebsart weltweit bildet nach dem Bericht der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) von 2012 der Lungenkrebs, gefolgt von Leberkrebs und Magenkrebs. Nach statistischen Angaben entwickelt danach jeder dritte Europäer im Laufe des Lebens ein Krebsleiden.

Führende Krebsforscher fordern weltweit die Regierungen auf, Gesetze zu erlassen, die zur Vermeidung von Krebs beitragen. Um die wachsende Zahl der Neuerkrankungen einzudämmen fordern die Wissenschaftler unter anderem, das Rauchen, den Alkoholkonsum und den Konsum zuckerhaltiger Getränke gesetzlich zu verschärfen. Auch die Luftverschmutzung bleibt ein Thema.

Krebs – Definition und Beschreibung

KREBS PRODUZIERT UNKONTROLLIERT WACHSENDE KÖRPERZELLEN

Als Krebs wird die bösartige (maligne) Neubildung von Gewebe bezeichnet, die durch unkontrolliertes Wachstum und zerstörendes Eindringen in umliegendes Gewebe gekennzeichnet ist. Tritt der bösartige Krebs nicht als feste Geschwulst (solider Tumor) auf, sondern betrifft das Blut- oder Lymphsystem, gehört er zu den malignen Systemerkrankungen, wie Blutkrebs (Leukämie) oder Lymphdrüsenkrebs (Lymphome).

VERÄNDERUNG DER ERBINFORMATION IN KREBSZELLEN

Aktuell sind etwa einhundert verschiedene Krebserkrankungen bekannt, die sich voneinander in Bezug auf mögliche Metastasenbildungen, Behandlungsmöglichkeiten und Überlebenchance stark unterscheiden.

Krebszellen entstehen in mehrstufigen Prozessen (Karzinogenese) aus einer Körperzelle, die nicht mehr den normalen Prozessen von Wachstum, Reifung, Teilung und Absterben unterworfen ist sondern durch Veränderung bestimmter Genabschnitte aus diesem Regelmechanismus ausscheidet.

Diese Veränderungen können auch durch äußere Einflüsse, wie etwa durch Onkoviren oder krebserregende Stoffe ausgelöst werden. Irritierende Reize können sich wachstumsfördernd auswirken. Krebszellen stimulieren sich selbst zur Zellteilung und ignorieren die wachstumshemmenden Signale aus der Umgebung der Zelle.

Eine Krebszelle kann sich unendlich oft teilen und ist potentiell unsterblich. Krebszellen sind fähig, bösartige (maligne), unkontrolliert wachsende Zellwucherungen (Tumor) zu bilden. Sie sind außerdem in der Lage, vorhandene Blutgefäße für sich anzuzapfen. Besonders gefährlich werden sie durch die Eigenschaft, in benachbartes Gewebe eindringen zu können. So können sich Krebszellen über das angrenzende Gewebe, die Blutbahn oder das Lymphsystem im Körper ausbreiten und auch an entfernten Stellen Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden, die zur lebensbedrohlichen Gefahr werden können.

TUMOR IST NICHT GLEICH TUMOR

Mediziner unterscheiden zwischen gutartigen (benignen) und bösatigen (malignen) Tumoren. Beispielsweise zählen Muttermale, Fettgeschwulste (Lipome), Muskelzellgeschwulste (Myome) oder Gefäßgeschwulste (Hämangiome) zu den gutartigen Tumoren. Sie kennzeichnen sich dadurch, dass sie keine Zellen in angrenzendes Gewebe streuen und deshalb keine Metastasen ausbilden. Jedoch können auch gutartige Tumore gesundheitliche Probleme auslösen, wenn sie durch ihr Wachstum lebenswichtige Organe, wie etwa das Gehirn oder Rückenmark beeinträchtigen.

Bösartige Tumore werden in Karzinome und Sarkome unterteilt. Während Karzinome die Tumore bezeichnen, die durch entartetes Deckgewebe der Haut, Schleimhaut oder Drüsenzellen entstehen, entstehen Sarkome aus Knochen (Osteosarkome) oder Weichteilgewebe, beispielsweise Bindegewebe (Firbrosarkome), Muskelgewebe (Myosarkome) oder Fettgewebe (Liposarkome). Karzinome treten weitaus häufiger auf als Sarkome.

Je nach Tumor muss eine bestimmte Anzahl von verschiedenen Mutationen erfolgen – das kann eine Mutation sein, zwei oder auch zehn. Einige dieser notwendigen Mutationen können vererbt sein.

TUMORKLASSIFIKATION

Die Tumorklassifikation (TNM-Klassifikation) ist eine internationale Gruppeneinteilung, die bösartige Tumore nach ihrer Ausbreitung einteilt. Danach bedeuten einige der enthaltenen Abkürzungen:

  • T=Primärtumor – Skala nach Tumorgröße (T1 – T4)
  • N=Lymphknoten nicht befallen (N0), Lymphknoten der näheren Tumorumgebung befallen (N1), Befall weiter entfernter Lymphknoten (N2, N3)
  • M=Fernmetastasen – keine Bildung von Fernmetastasen (M0), Bildung von Fernmetastasen (M1),
  • G=Grading – Skala nach Bösartigkeit des Tumors (G1 – G4)
  • R=Residualtumor, Resttumorgewebe nach operativer Behandlung – kein Resttumor (R0), Resttumor unterschiedlichen Ausmaßes (R1, R2), keine Beurteilung des Vorhandenseins möglich (RX)

Durch die Zuordnung von Indexzahlen können die einzelnen Ausbreitungsstadien von Metastasen näher bezeichnet werden.

Leukämien und Lymphome sind von der TNM-Klassifikation ausgeschlossen. Lymphdrüsenkrebs (malignes Lymphom) wird nach Art und Ausbreitung der Ausgangszelle eingeteilt. Die Einteilung des Wachstums erfolgt als hoch maligne oder als niedrig maligne. Leukämien werden anhand des zeitlichen Krankheitsverlaufs, nach Aussehen und Anteil der veränderten Zellen im Blut oder Knochenmark beschrieben.

Mögliche Anzeichen einer Krebserkrankung

IM FRÜHSTADIUM ZEIGT KREBS KEINE ODER NUR LEICHTE SYMPTOME

Krebs bereitet im frühen Stadium nicht unbedingt spürbare Beschwerden. Es können jedoch beispielsweise verschiedene Warnhinweise auftreten, die man im Zweifelsfall ärztlich abklären lassen kann:

  • Hautveränderungen, wie etwa Warzen, Muttermale, eingezogene Brustwarzen
  • Schlecht oder nicht heilende Wunden oder Geschwüre
  • Anhaltende Schluckbeschwerden
  • Anhaltende Appetitlosigkeit
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Anhaltende Beschwerden im Magen-, Darm- oder Verdauungsbereich
  • Anhaltender Husten oder Heiserkeit, blutiger Auswurf
  • Blut im Stuhl
  • Blut im Urin, Schmerzen und Störungen beim Wasserlassen
  • Tastbare Verdickungen unter der Haut
  • Tastbare Verdickungen in der Brust
  • Tastbare Verdickungen im Hoden
  • Unklare Schmerzen
  • Blässe und Blutarmut
  • Ständige Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall

Mögliche Ursachen von Krebs

KREBSAUSLÖSENDE FAKTOREN

Nicht alle krebsauslösenden Faktoren sind bislang bekannt. Der Theorie nach sind besonders die Einflüsse, die das Erbgut der Zelle verändern, krebserregend. Anfällig sind insbesondere Zellen während der Zellteilung. Aber neben dem Alter, schädlichen Umwelteinflüssen und einem ungesundem Lebensstil können in ungefähr fünf bis zehn Prozent der Fälle auch genetische Ursachen krebsauslösend sein. Ebenfalls gelten Einflüsse, die das Immunsystem daran hindern, entartete Zellen zu erkennen und auszuschalten auch als krebsfördernd. Schädliche Ursachen lt. Environment Protection Agency (EPA) nach ihrem prozentualen Anteil an Todesfällen durch Krebs in den USA:

  • Ungesunde Ernährung (35%)
  • Tabakkonsum (30%)
  • Infektionen (ca. 10%)
  • Fortpflanzungs- und Sexualverhalten (7%)
  • Arbeitsplatz (4%)
  • Alkoholkonsum (3%)
  • UV-Strahlung, Radon,  allg. Strahlenbelastung (3%)
  • Umweltgifte (2%)
  • Industrieprodukte (< 1%)
  • Lebensmittelzusatzstoffe (< 1%)
  • Arzneimittel und medizinische Prozeduren (1%)

Europäischer Kodex zur Krebsprävention

ZWÖLF EMPFEHLUNGEN DER WHO ZUR KREBS-VORBEUGUNG

  1. Vermeiden Sie Tabakkonsum
  2. Gestalten Sie Ihr Zuhause und Ihren Arbeitsplatz rauchfrei
  3. Vermeiden Sie Übergewicht
  4. Achten Sie auf tägliche körperliche Bewegung und vermeiden Sie langes Sitzen
  5. Bevorzugen Sie eine vitaminreiche und ballaststoffreiche Ernährung, reduzieren Sie den Verzehr zuckerhaltiger, stark gesalzener oder fetter Lebensmittel und Getränke, meiden Sie verarbeitete Fleischwaren und begrenzen Sie den Verzehr von rotem Fleisch
  6. Vermeiden oder begrenzen Sie jeglichen Alkoholkonsum
  7. Schützen Sie sich vor Sonnenbrand und übermäßiger Sonneneinstrahlung durch Sonnenschutzmittel und geeignete Kleidung
  8. Schützen Sie sich vor krebserregenden Stoffen
  9. Stillen reduziert das Brustkrebsrisiko. Vermeiden Sie Hormonersatztherapien (HRT)
  10. Sorgen Sie für Impfschutz gegen Hepatitis B-Virusinfektionen und humane Papillomviren (HPV)
  11. Überprüfen Sie die Strahlenbelastung durch Radon in Ihren Wohnräumen. Treffen Sie Gegenmassnahmen bei zu hoher Belastung
  12. Nehmen Sie regelmäßig an Früherkennungsuntersuchungen für Darm-, Brust-, Gebärmutterhalskrebs teil

Mögliche Maßnahmen bei Krebserkrankungen

KREBSFRÜHERKENNUNG NUTZEN

Krebs kann jeden treffen und je früher die Krankheit diagnostiziert wird, desto günstiger sind häufig die Prognosen. Es ist empfehlenswert, bei körperlichen Veränderungen frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen und regelmäßig alle empfohlenen Krebsvorsorgemaßnahmen wahrzunehmen. Viele Arten von Krebs sind heute heilbar. Der Verlauf ist allerdings abhängig von der jeweiligen Krebsart, dem Ausmaß der Erkrankung, dem Gesundheitszustand und dem psychischen Befinden.

Besonders Menschen aus genetisch vorbelasteten Familien haben häufig ein hohes Risiko an Krebs zu erkranken und sollten sich deshalb sowohl intensiv beraten lassen, als auch regelmäßig zur Krebsfrüherkennung gehen.

DIAGNOSTISCHE MASSNAHMEN BEI VERDACHT AUF EINE KREBSERKRANKUNG

Neben aufgetretenen Symptomen, Krankheitsgeschichte, Lebensumständen und möglichen familiären Vorbelastungen sind weitere Untersuchungen für eine Diagnose einsetzbar:

  • Tastuntersuchung (z.B. bei Verdacht auf Brustkrebs, Hodenkrebs)
  • Blutuntersuchung zur Bestimmung von möglichen Tumormarkern (spezielle Zucker-Eiweiß-Moleküle)
  • Ultraschalluntersuchung an Weichteilen und Organen, wie Schilddrüse, Leber oder Nieren
  • Gewebeprobe (Biopsie)
  • Röntgenuntersuchung
  • Skelettszinitigraphie zur Ortung von Metastasen in Knochen mithilfe radioaktiver Substanzen
  • Computertomographie (CT)
  • Kernspintomographie (MRT)
  • Genetische Untersuchungen bei erblich bedingten Krebserkrankungen

GESTALTUNG DER KREBSTHERAPIE

Kein Krankheitsverlauf gleicht einem anderen. Da jeder Tumor anders ausgeprägt ist stimmt der Arzt nach der Diagnose eine Krebstherapie individuell unter Berücksichtigung der bestehenden medizinischen Leitlinien auf den Patienten ab. Leitlinien bieten Ärzten und Patienten einen zuverlässigen Überblick über die bewährten Methoden einer bestimmten Erkrankung in Bezug auf Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge.

Zu den bekanntesten unter den vielen Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Chirurgischer Eingriff – operatives Entfernen des Tumors und benachbarter Lymphknoten
  • Chemotherapie – Krebszellen werden durch Zellgifte (Zytostatika) gehemmt oder sterben ab. Zytostaika greifen auch gesunde Körperzellen an
  • Strahlentherapie – Zielgenaue Schädigung der Tumorzellen durch Röntgen-, Elektronen-, Neutronen-, Protonen-, oder Ionenstrahlung, um das Wachstum einzudämmen
  • Hormontherapie – geeignete Behandlung für einige hormonabhängige Krebsformen von Brustkrebs oder Prostatakrebs
  • Antikörpertherapie – Immunbehandlung bei bestimmten Krebsformen. Spezielle Antikörper markieren Krebszellen für das Immunsystem, so dass sie von Abwehrzellen erkannt und zerstört werden können
  • Zielgerichtete Krebstherapie – Krebszellen mit bestimmten Oberflächenstrukturen können durch spezielle Krebsmedikamente, die nur die Tumorzellen angreifen, im Wachstum gehemmt werden. Nebenwirkungen, wie etwa Fieber, Durchfall, Hautirritationen oder Übelkeit sind möglich
  • Hyperthermie – Aufheizung des betroffenen Gewebes durch Mikrowellen
  • Palliativmedizin – Behandlung von Krebsarten ohne Heilungschanchen durch Massnahmen zur Förderung der Lebensqualität und gezielten Behandlung von Symptomen und Schmerzen

KRYOTHERAPIE – ALTERNATIVE MASSNAHME BEI KREBSERKRANKUNGEN

Die Kryotherapie, auch Kältetherapie genannt, stellt bei einigen Krebsarten eine recht erfolgreiche, nebenwirkungsfreie Alternativbehandlung dar, die jedoch aktuell noch nicht von allen Krankenkassen übernommen wird. Die Übernahme der Kosten sollte im Einzelfall mit der zuständigen Krankenkasse abgeklärt werden. Nach Angaben des Johanna-Etienne-Krankenhauses in Neuss ist zwar nicht jede Krebsart behandelbar, aber dort werden besonders schnell wachsende Tumore, Nierenkrebs, Lungenkrebs, Leberkrebs und Knochentumore sowie Metastasen in Lunge, Leber und Knochen durch Einsatz der Kryotherapie mit großem Erfolg behandelt.

Die Tumorbehandlung mittels Kryotherapie ist nicht möglich, sobald der Krebs gestreut hat oder der Tumor größer als 5 Zentimeter ist. Der Behandlungsprozess dauert wenige Minuten und zerstört den Tumor in 4 Schritten, nachdem eine oder mehrere hauchdünne, direkt am Tumor platzierte Nadeln durch das Edelgas Argon die Umgebung auf minus 40°C abkühlen und den Tumor einfrieren. Nach etwa acht Minuten taut das Edelgas Helium das Gewebe wieder auf. Es folgt anschließend noch eine Wiederholung des Prozesses. Der Tumor wird dabei durch mehrere Mechanismen restlos zerstört. Zum einen zerreißen Eiskristalle die Zellwände und tragen zur Schrumpfung bei, daneben wird der Tumor durch Verstopfung der Blutgefäße von der Nährstoff- und Sauerstoffzufuhr abgeschnitten und stirbt ab. Letztlich zerstört der nachfolgende Auftauprozess die Krebszellen und das tote Gewebe wird vom Körper aufgenommen und im Verlauf der nächsten ein bis zwei Monate ausgeschieden.

REHABILITATIONSMASSNAHMEN

Krebserkrankte können im Anschluss an die Akutbehandlung eine onkologische Rehabilitation (Anschlussheilrehabilitation/ AHB) beantragen, um die Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen und die Lebensqualität zu erhalten. Krankenhaussozialdienste können schon während der stationären Behandlung bei der Beantragung mitwirken. Alternativ kann der Betroffene die Maßnahme selbst beantragen.

SPEZIELLE KREBSDIÄTEN

Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft gibt es weder eine allgemein gültige Krebsdiät, noch soll es eine Krebsdiät geben, die in anerkannten Studien den Nachweis erbringen konnte, Krebs zu heilen.

Dennoch sind sich Ernährungsmediziner, wie Prof. Dr. Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin an der TU München und Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Ernährung und Krebs“ des Tumorzentrums München darüber einig, das die Ernährung den Verlauf einer Tumorerkrankung beeinflussen kann. Nötig sei deshalb eine individuelle Ernährungsberatung, die auf den Einzelfall abgestimmt sei, denn während ein Tumorkranker abmagere, habe ein anderer mit einer ungewollten Gewichtszunahme zu kämpfen. Es ginge darum, den Körper mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen, um eine gute Lebensqualität zu erhalten.

PSYCHOLOGISCHE UNTERSTÜTZUNG BEI KREBSERKRANKUNGEN

An Krebs erkrankte Menschen und ihre Angehörigen leiden häufig auch psychisch unter der Belastung der Krankheit. Viele Krankenhäuser verfügen über einen psychologischen Dienst, in dem speziell ausgebildete Therapeuten von den Betroffen in Anspruch genommen werden können. Darüberhinaus leisten Krebsberatungsstellen in Tumorzentren oder Reha-Kliniken psychologischen Beistand für Betroffene und Angehörige. Auch Selbsthilfegruppen bieten Information und Hilfe an.

KOSTENÜBERNAHME DURCH DIE KRANKENKASSE

Im Rahmen der Krebsvorsorge können Ärzte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) anbieten, die in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Dieses betrifft beispielsweise die Ultraschalluntersuchung oder die Blutuntersuchung. Bei Bedarf zahlt der Patient diese Leistungen selbst, allerdings muss er die Sonderleistungen nur bezahlen, wenn eine schriftliche Vereinbarung über den genauen Rahmen und die damit verbundenen Kosten zwischen Patient und Arzt besteht.

Nicht alle auf dem Markt angebotenen Leistungen und Mittel zur Krebsbehandlung werden von den Krankenkassen anerkannt, insbesondere nicht, wenn der Anbieter keine entsprechenden Ausbildungsnachweise vorlegen kann oder einem Mittel der anerkannte Nachweis der Wirksamkeit fehlt. Dieses trifft bisweilen auf Anbieter zu, die alternative Behandlungsformen anbieten. Es ist deshalb ratsam, sich vor Antritt einer Behandlung mit seiner Krankenkasse in Verbindung zu setzen, um die > Kostenübernahme abzuklären.

Mögliche Folgen von Krebs

AUSPRÄGUNG DER KREBSERKRANKUNG INDIVIDUELL UNTERSCHIEDLICH

Bösartiges Tumorwachstum kann sowohl zu lokalen Wirkungen im Nachbargewebe führen, als auch Wirkungen auf den gesamten Organismus (systematische Wirkung) haben. Die Folgen sind vielfältig und individuell unterschiedlich ausgeprägt. Der Verlauf der Krankheit ist entscheidend abhängig von der Ausprägung der Metastasen, die in den betroffenen Organen verschiedene Funktionsstörungen auslösen können. Etwa Neunzig Prozent der Betroffenen, bei denen die Krankheit tödlich ausgeht, sterben nicht an dem Primärtumor sondern an den Folgekrankheiten der ausgebildeten Metastasen.

Lokale Wirkungen von Tumoren

  • Durchblutungsstörungen mit möglichem Absterben von Gewebe (Nekrose) durch Einwachsen oder Verdrängung des Tumors
  • Perforation von Hohlorganen (Darmdurchbruch)
  • Bildung von Tumorfisteln mit Gefahr der Infektion

Systemische Wirkungen von Tumoren

  • Gewichtsverlust und Kräfteverfall (Tumorkachexie/ Auszehrung)
  • Gefäßverschluss (Thromboembolie)
  • Paraneoplastische Syndrome
  • Blutvergiftung (Sepsis)
WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Grundlagen: Bevölkerungsbezogene und klinische Krebsregister, Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)
Bundesgesundheitsministerium: Nationaler Krebsplan
http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/ZfKD/Archiv/datenbank_aktualisiert_2015.html
https://www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/ebm-leitlinien.php
Gesundheitsberichterstattung des Bundes:
Krebs in Deutschland 2009/2010.
9. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2013 Statistisches Bundesamt
Theml, Harald: Krebs und Krebsvermeidung 2005. Verlag C.H.Beck
Sarah Majorczyk & Deutsche Krebsgesellschaft: Das Krebsbuch – Volkskrankheit verstehen, erkennen, behandeln, vermeiden. 2011
https://www.dge.de/presse/pm/essen-und-trinken-waehrend-der-krebstherapie/
http://www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/cancer/news/news/2014/10/new-european-code-prescribes-12-ways-to-prevent-cancer
www.leitlinienprogramm-onkologie.de
http://www.mds-ev.de/
Kryotherapie: http://www.johanna-etienne-krankenhaus.de/medizinische-kompetenz/fachabteilung-radiologie/medizinische-schwerpunkte/
Text: Katja Schulte Redaktion | Datum: 10/2016