Krebs hat nicht immer eine gute Prognose

Krebs gilt hierzulande als die zweithäufigste Todesursache. Auch weltweit zählt der Krebs mittlerweile zu den Haupttodesursachen. In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) die Gesamtzahl der Krebserkrankungen stetig weiter an. Für das Jahr 2020 prognostizierten die Experten einen Anstieg auf 510.000 neu diagnostizierte Erkrankungsfälle, im Jahr 2016 lag die Zahl der Neuerkrankungen mit Krebs noch bei etwa 492.000. Jedes Jahr sind darunter auch etwa 1800 Krebs-Neuerkrankungen von Kindern. Mehr als ein Drittel von ihnen erkrankte an Leukämie (Blutkrebs).

Nicht im Krebsregister erfasst werden dagegen die Zahlen der Hautkrebserkrankungen. Einzige Ausnahme bildet das maligne Melanom (Schwarzer Hautkrebs), das in den Statistiken enthalten ist.

Krebsarten nach Häufigkeit

Mehr als die Hälfte aller Fälle betrifft die Krebsarten Brustdrüsenkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs.

LESETIPP

Darmkrebs: Symptome, Ursachen und Therapie

Darmkrebs: Symptome, Ursachen und Therapie

Nur Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zählen hierzulande zu den häufigeren Todesursachen.

Die Aussichten hängen vom Tumor ab

Die Überlebensaussichten 5 Jahre nach der Diagnose hängen vom Tumor ab. Patienten mit bösartigen Tumoren der Lunge, Leber oder Bauchspeicheldrüse haben schlechtere Aussichten, diese können weniger als 20 Prozent betragen.

Dagegen sind die Aussichten bei Prostatakrebs, Hodenkrebs und dem schwarzen Hautkrebs mit 90 Prozent deutlich besser.

Experten rechnen für die nächsten Jahre weiterhin mit einem Anstieg. Wie das Robert-Koch-Institut mitteilt, geht der Anstieg auf die Alterung der Gesellschaft zurück.

Der westliche Lebensstil scheint Krebs zu begünstigen

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass insbesondere Überernährung, Stoffwechselstörungen und Übergewicht die Zahl der Krebsfälle maßgeblich erhöht.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) diagnostizieren Ärzte EU-weit  jedes Jahr 4,6 Millionen neue Krebsfälle und 2,1 Millionen Menschen in der EU sterben an Krebs. Darunter sterben 20 Prozent der Betroffenen an Lungenkrebs, 12 Prozent an Dickdarmkrebs und 7 Prozent an Brustkrebs. 6 Prozent fallen dem Bauchspeicheldrüsenkrebs zum Opfer und 5,7 Prozent versterben an Magenkrebs. Experten der WHO gingen bereits im Jahr 2020 davon aus, dass ein Viertel der Europäer an Krebs erkranken wird.

Weltweite Gesetze im Kampf gegen Krebs gefordert

Die tödlichste Krebsart weltweit ist nach dem Bericht der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) aus dem Jahr 2012 der Lungenkrebs, gefolgt von Leberkrebs und Magenkrebs.

Führende Krebsforscher fordern die Regierungen in der ganzen Welt auf, Gesetze zu erlassen, die zur Vermeidung von Krebs beitragen. Um die wachsende Zahl der Neuerkrankungen einzudämmen, fordern die Wissenschaftler unter anderem, das Rauchen, den Alkoholkonsum und den Konsum zuckerhaltiger Getränke gesetzlich zu verschärfen. Auch die Luftverschmutzung bleibt ein Thema. Um das Lungenkrebsrisiko durch Radonbelastung zu reduzieren gab es einige neue Gesetze.

Krankheitsbild Krebs

Krebs produziert unkontrolliert wachsende Körperzellen. Als Krebs wird die bösartige (maligne) Neubildung von Gewebe bezeichnet, die durch unkontrolliertes Wachstum und zerstörendes Eindringen in umliegendes Gewebe gekennzeichnet ist. Tritt der bösartige Krebs nicht als feste Geschwulst (solider Tumor) auf, sondern betrifft das Blut- oder Lymphsystem, gehört er zu den malignen Systemerkrankungen wie Blutkrebs (Leukämie) oder Lymphdrüsenkrebs (Lymphome).

Veränderung der Erbinformation in Krebszellen

Aktuell sind etwa 100 verschiedene Krebserkrankungen bekannt, die sich voneinander in Bezug auf mögliche Metastasenbildungen, Behandlungsmöglichkeiten und Überlebenschance stark unterscheiden.

Krebszellen entstehen in mehrstufigen Prozessen (Karzinogenese) aus einer Körperzelle, die nicht mehr den normalen Prozessen von Wachstum, Reifung, Teilung und Absterben unterworfen ist, sondern durch Veränderung bestimmter Genabschnitte aus diesem Regelmechanismus ausscheidet.

Diese Veränderungen können auch durch äußere Einflüsse, etwa durch Onkoviren oder krebserregende Stoffe ausgelöst werden. Irritierende Reize können sich wachstumsfördernd auswirken. Krebszellen stimulieren sich selbst zur Zellteilung und ignorieren die wachstumshemmenden Signale aus der Umgebung der Zelle.

Eine Krebszelle kann sich unendlich oft teilen und ist potentiell unsterblich. Krebszellen sind fähig, bösartige (maligne), unkontrolliert wachsende Zellwucherungen (Tumoren) zu bilden. Sie sind außerdem in der Lage, vorhandene Blutgefäße für sich anzuzapfen. Besonders gefährlich werden sie durch die Eigenschaft, in benachbartes Gewebe eindringen zu können. So können sich Krebszellen über das angrenzende Gewebe, die Blutbahn oder das Lymphsystem im Körper ausbreiten und auch an weit entfernten Stellen Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden, die zur lebensbedrohlichen Gefahr werden können.

Tumor ist nicht gleich Tumor

Mediziner unterscheiden zwischen gutartigen (benignen) und bösartigen (malignen) Tumoren. Beispielsweise zählen Muttermale, Fettgeschwulste (Lipome), Muskelzellgeschwulste (Myome) oder Gefäßgeschwulste (Hämangiome) zu den gutartigen Tumoren. Sie kennzeichnen sich dadurch, dass sie keine Zellen in angrenzendes Gewebe streuen und deshalb keine Metastasen ausbilden. Jedoch können auch gutartige Tumore gesundheitliche Probleme auslösen, wenn sie durch ihr Wachstum lebenswichtige Organe wie etwa das Gehirn oder Rückenmark beeinträchtigen.

Bösartige Tumore werden in Karzinome und Sarkome unterteilt. Während Karzinome die Tumore bezeichnen, die durch entartetes Deckgewebe der Haut, Schleimhaut oder Drüsenzellen entstehen, entstehen Sarkome aus Knochen (Osteosarkome) oder Weichteilgewebe, beispielsweise Bindegewebe (Fibrosarkome), Muskelgewebe (Myosarkome) oder Fettgewebe (Liposarkome). Karzinome treten weitaus häufiger auf als Sarkome.

Je nach Tumor muss eine bestimmte Anzahl von verschiedenen Mutationen erfolgen, das kann eine Mutation sein, zwei oder auch zehn. Einige dieser notwendigen Mutationen können vererbt sein.

Tumorklassifikation

Die Tumorklassifikation (TNM-Klassifikation) ist eine internationale Gruppeneinteilung, die bösartige Tumore nach ihrer Ausbreitung einteilt. Sie enthält bestimmte Abkürzungen. Die Abkürzung „T“ steht für den Primärtumor, der mittels einer Skala nach Tumorgröße T1 bis T4 Bestimmt wird.

Die Abkürzung „N“ bezeichnet den Befall der Lymphknoten. Nicht befallene Lymphknoten tragen das Kürzel N0, befallene Lymphknoten der näheren Tumorumgebung werden mit N1 gekennzeichnet, während der Befall weiter entfernter Lymphknoten mit den Kürzeln N2 oder N3 angegeben wird.

„M“ ist die Abkürzung für Fernmetastasen. Haben sich keine Fernmetastasen gebildet, wird der Zustand mit dem Kürzel M0 gekennzeichnet, zur Kennzeichnung einer Bildung von Fernmetastasen wird das Kürzel M1 genutzt.

„G“ steht als Abkürzung für Grading und bezeichnet die Bösartigkeit des Tumors. Die Bösartigkeit wird auf einer Skala von G1 bis G4 wiedergegeben.

Geht es um die Kennzeichnung eines Resttumors nach operativer Behandlung (Residualtumors), wird die Abkürzung „R“ verwendet. Besteht kein Resttumor, kommt die Abkürzung R0 zur Anwendung, bei einem Resttumor unterschiedlichen Ausmaßes ist es R1 oder R2). Wenn keine Beurteilung des Vorhandenseins möglich ist, wird das Kürzel RX genutzt.

Durch die Zuordnung von Indexzahlen können die einzelnen Ausbreitungsstadien von Metastasen näher bezeichnet werden.

Leukämien und Lymphome sind von der TNM-Klassifikation ausgeschlossen. Der Lymphdrüsenkrebs (malignes Lymphom) wird nach Art und Ausbreitung der Ausgangszelle eingeteilt. Die Einteilung des Wachstums erfolgt als hoch maligne oder als niedrig maligne. Leukämien werden anhand des zeitlichen Krankheitsverlaufs, nach Aussehen und Anteil der veränderten Zellen im Blut oder Knochenmark beschrieben.

Mögliche Symptome einer Krebserkrankung

Im Frühstadium zeigt Krebs keine oder nur leichte Symptome. Krebs bereitet im frühen Stadium nicht unbedingt spürbare Beschwerden und zeigt deshalb kaum Symptome. Es können jedoch verschiedene Anzeichen auftreten, die als Warnsignale gelten. Im Zweifelsfall sollte man die möglichen Anzeichen für Krebs ärztlich abklären lassen.

Zu den vorzeitigen Anzeichen einer Krebserkrankung zählen Hautveränderungen wie etwa Warzen, Muttermale oder eingezogene Brustwarzen. Aber auch schlecht oder nicht heilende Wunden oder Geschwüre sowie anhaltende Schluckbeschwerden, anhaltende Appetitlosigkeit oder ein unerklärlicher Gewichtsverlust können Vorzeichen sein.

Weitere Symptome sind neben anhaltenden Beschwerden im Magen-, Darm- oder Verdauungsbereich auch anhaltender Husten oder Heiserkeit sowie blutiger Auswurf. Außerdem kann Blut im Stuhl oder im Urin sowie Schmerzen und Störungen beim Wasserlassen einen Hinweis liefern.

Auch tastbare Verdickungen unter der Haut sowie tastbare Verdickungen in der Brust oder im Hoden sollte man ärztlich abklären abklären lassen.

Kommt es zu unklaren Schmerzen, Blässe und Blutarmut oder ständiger Müdigkeit sowie Abgeschlagenheit oder Leistungsabfall, können auch diese Anzeichen ernst zu nehmende Vorboten einer Krebserkrankung sein.

Mögliche Ursachen für Krebs

Krebsauslösende Faktoren gibt es viele. Doch nicht alle krebsauslösenden Faktoren sind bislang bekannt. Der Theorie nach sind besonders die Einflüsse krebserregend, die das Erbgut der Zelle verändern. Anfällig sind insbesondere Zellen während der Zellteilung. Aber neben dem Alter, schädlichen Umwelteinflüssen und einem ungesundem Lebensstil können in ungefähr 5 bis 10 Prozent der Fälle auch genetische Ursachen Krebs auslösen. Ebenfalls gelten Einflüsse, die das Immunsystem daran hindern, entartete Zellen zu erkennen und auszuschalten als krebsfördernd.

Schädliche Ursachen laut Angaben der Environment Protection Agency (EPA) nach dem prozentualen Anteil an Todesfällen durch Krebs in den USA:

  • Ungesunde Ernährung (35 %)
  • Tabakkonsum (30 %)
  • Infektionen (ca. 10 %)
  • Fortpflanzungs- und Sexualverhalten (7 %)
  • Arbeitsplatz (4 %)
  • Alkoholkonsum (3 %)
  • UV-Strahlung, Radon, allg. Strahlenbelastung (3 %)
  • Umweltgifte (2 %)
  • Industrieprodukte (weniger als 1 %)
  • Lebensmittelzusatzstoffe (weniger als 1 %)
  • Arzneimittel und medizinische Prozeduren (1 %)

Europäischer Kodex zur Krebsprävention

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach insgesamt 12 Empfehlungen zur Krebsvorbeugung aus. Die WHO rät demnach dazu, Tabakkonsum zu vermeiden und das Zuhause sowie den Arbeitsplatz rauchfrei zu gestalten.

Es wird auch dazu geraten, Übergewicht zu vermeiden und auf tägliche körperliche Bewegung zu achten und langes Sitzen zu vermeiden.

Die Ernährung sollte vitaminreich und ballaststoffreich sein. Empfohlen wird auch, den Verzehr zuckerhaltiger, stark gesalzener oder fetter Lebensmittel und Getränke zu reduzieren. Meiden sollte man verarbeitete Fleischwaren, wobei auch der Verzehr von rotem Fleisch begrenzt werden sollte. Zu Vermeiden oder zu begrenzen ist außerdem am Besten jeglicher Alkoholkonsum.

Vor Sonnenbrand und übermäßiger Sonneneinstrahlung sollte man sich durch Sonnenschutzmittel und geeignete Kleidung schützen.

Generell schützen sollte man sich aber auch vor krebserregenden Stoffen. Dazu zählt die Überprüfung der Strahlenbelastung durch Radon in den Wohnräumen. Bei zu hoher Belastung wird das Treffen von Gegenmaßnahmen angeraten.

Es wird Frauen außerdem zum Stillen geraten, da Stillen das Brustkrebsrisiko senkt. Von Hormonersatztherapien (HRT) wird dagegen abgeraten.

Außerdem sollte man für Impfschutz gegen Hepatitis B-Virusinfektionen und humane Papillomviren (HPV) sorgen. Eine regelmäßige Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen für Darmkrebs, Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs wird ebenfalls von der WHO angeraten.

Vorsorgemaßnahmen zur Früherkennung von Krebs

Die Krebsfrüherkennung sollte man nutzen. Krebs kann jeden treffen und je früher die Krankheit diagnostiziert wird, desto günstiger sind häufig die Prognosen. Experten empfehlen, bei körperlichen Veränderungen frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen und regelmäßig alle empfohlenen Krebsvorsorgemaßnahmen wahrzunehmen. Viele Arten von Krebs sind heute heilbar. Der Verlauf ist allerdings abhängig von der jeweiligen Krebsart, dem Ausmaß der Erkrankung, dem Gesundheitszustand und dem psychischen Befinden.

Besonders Menschen aus genetisch vorbelasteten Familien haben häufig ein hohes Risiko an Krebs zu erkranken und sollten sich deshalb sowohl intensiv beraten lassen, als auch regelmäßig zur Krebsfrüherkennung gehen.

Diagnose von Krebs

Verschiedene diagnostische Maßnahmen können bei Verdacht auf eine Krebserkrankung zum Einsatz kommen. Neben der ärztlichen Befragung zu aufgetretenen Symptomen, der Krankheitsgeschichte, den Lebensumständen und möglichen familiären Vorbelastungen, sind weitere Untersuchungen für eine Diagnose anwendbar.

Eine Tastuntersuchung kommt zum Beispiel bei Verdacht auf Brustkrebs oder Hodenkrebs zum Einsatz. Blutuntersuchungen werden zur Bestimmung von möglichen Tumormarkern vorgenommen, darunter spezielle Zucker-Eiweiß-Moleküle.

Ultraschalluntersuchungen können die Diagnosefindung an Weichteilen und Organen wie der Schilddrüse, Leber oder Nieren unterstützen. Neben Gewebeproben (Biopsie) kommen auch Röntgenuntersuchungen zur Anwendung.

Weitere Diagnoseverfahren sind die Skelettszintigraphie zur Ortung von Metastasen in Knochen mithilfe radioaktiver Substanzen, die Computertomographie (CT), die Kernspintomographie (MRT) sowie genetische Untersuchungen bei erblich bedingten Krebserkrankungen.

Mögliche Therapie bei Krebs

Die Gestaltung der Krebstherapie erfolgt nach individueller Situation. Kein Krankheitsverlauf gleicht einem anderen, daher richtet sich die Therapie von Krebs auch nach der Diagnose und Situation. Da jeder Tumor anders ausgeprägt ist, stimmt der Arzt nach der Diagnose eine Krebstherapie individuell unter Berücksichtigung der bestehenden medizinischen Leitlinien auf den Patienten ab. Leitlinien bieten Ärzten und Patienten einen zuverlässigen Überblick über die bewährten Methoden einer bestimmten Erkrankung in Bezug auf Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge.

Zu den bekanntesten unter den vielen Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs gehören neben dem chirurgischen Eingriff, bei dem der Tumor und benachbarte Lymphknoten operativ entfernt werden, auch die Chemotherapie. Bei der Chemotherapie werden Krebszellen durch Zellgifte (Zytostatika) gehemmt oder sterben ab. Zytostatika greifen auch gesunde Körperzellen an.

Eine weitere Methode ist die Strahlentherapie, bei der die zielgenaue Schädigung der Tumorzellen durch Röntgen-, Elektronen-, Neutronen-, Protonen-, oder Ionenstrahlung im Focus steht, um das Wachstum einzudämmen.

Eine weitere Therapie bei Krebs ist die Hormontherapie. Sie ist die geeignete Behandlung für einige hormonabhängige Formen von Brustkrebs oder Prostatakrebs.

Die Antikörpertherapie eignet sich als Immunbehandlung bei bestimmten Krebsformen. Spezielle Antikörper markieren dabei Krebszellen für das Immunsystem, so dass sie von Abwehrzellen erkannt und zerstört werden können.

Zum Einsatz kommt auch die zielgerichtete Krebstherapie, bei der Krebszellen mit bestimmten Oberflächenstrukturen durch spezielle Krebsmedikamente, die nur die Tumorzellen angreifen, im Wachstum gehemmt werden können. Nebenwirkungen wie etwa Fieber, Durchfall, Hautirritationen oder Übelkeit sind möglich.

Vielversprechend ist auch die Hyperthermie, bei der es zur gezielten Aufheizung des betroffenen Gewebes durch Mikrowellen kommt.

Die Palliativmedizin gilt als Behandlung von Krebsarten ohne Heilungschancen. Sie erfolgt durch Maßnahmen zur Förderung der Lebensqualität und durch gezielte Behandlung von Symptomen und Schmerzen.

Kryotherapie – alternative Maßnahme bei Krebserkrankungen

Die Kryotherapie, auch Kältetherapie genannt, stellt bei einigen Krebsarten eine recht erfolgreiche, nebenwirkungsfreie Alternativbehandlung dar, die jedoch aktuell noch nicht von allen Krankenkassen übernommen wird. Die Übernahme der Kosten sollte im Einzelfall mit der zuständigen Krankenkasse abgeklärt werden. Nach Angaben des Johanna-Etienne-Krankenhauses in Neuss ist zwar nicht jede Krebsart behandelbar, aber dort werden besonders schnell wachsende Tumore, Nierenkrebs, Lungenkrebs, Leberkrebs und Knochentumore sowie Metastasen in Lunge, Leber und Knochen durch Einsatz der Kryotherapie mit großem Erfolg behandelt.

Die Tumorbehandlung mittels Kryotherapie ist nicht möglich, sobald der Krebs gestreut hat oder der Tumor größer als 5 Zentimeter ist. Der Behandlungsprozess dauert wenige Minuten und zerstört den Tumor in 4 Schritten, nachdem eine oder mehrere hauchdünne, direkt am Tumor platzierte Nadeln durch das Edelgas Argon die Umgebung auf minus 40 °C abkühlen und den Tumor einfrieren. Nach etwa acht Minuten taut das Edelgas Helium das Gewebe wieder auf. Es folgt anschließend noch eine Wiederholung des Prozesses. Der Tumor wird dabei durch mehrere Mechanismen restlos zerstört. Zum einen zerreißen Eiskristalle die Zellwände und tragen zur Schrumpfung bei, daneben wird der Tumor durch Verstopfung der Blutgefäße von der Nährstoff- und Sauerstoffzufuhr abgeschnitten und stirbt ab. Letztlich zerstört der nachfolgende Auftauprozess die Krebszellen und das tote Gewebe wird vom Körper aufgenommen und im Verlauf der nächsten ein bis zwei Monate ausgeschieden.

Reha bei Krebserkrankungen

Krebserkrankte können im Anschluss an die Akutbehandlung eine onkologische Rehabilitation (Anschlussheilrehabilitation/ AHB) beantragen, um die Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen und die Lebensqualität zu erhalten.

Krankenhaussozialdienste können schon während der stationären Behandlung bei der Beantragung mitwirken. Alternativ kann der Betroffene die Maßnahme selbst beantragen.

Krebsdiäten

Spezielle Krebsdiäten gibt es aktuell nicht. Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft gibt es weder eine allgemein gültige Krebsdiät, noch soll es eine Krebsdiät geben, die in anerkannten Studien den Nachweis erbringen konnte, Krebs zu heilen.

Dennoch sind sich Ernährungsmediziner wie Prof. Dr. Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin an der TU München und Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Ernährung und Krebs“ des Tumorzentrums München darüber einig, dass die Ernährung den Verlauf einer Tumorerkrankung beeinflussen kann. Nötig sei deshalb eine individuelle Ernährungsberatung, die auf den Einzelfall abgestimmt ist, denn während ein Tumorkranker abmagert, hat ein anderer mit einer ungewollten Gewichtszunahme zu kämpfen. Es geht nach Angaben des Mediziners darum, den Körper mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen, um eine gute Lebensqualität zu erhalten.

Auch psychologische Unterstützung bei Krebserkrankungen ist wichtig

An Krebs erkrankte Menschen und ihre Angehörigen leiden häufig auch psychisch unter der Belastung der Krankheit. Viele Krankenhäuser verfügen über einen psychologischen Dienst, in dem speziell ausgebildete Therapeuten von den Betroffen in Anspruch genommen werden können. Darüber hinaus leisten Krebsberatungsstellen in Tumorzentren oder Reha-Kliniken psychologischen Beistand für Betroffene und Angehörige. Auch Selbsthilfegruppen bieten Information und Hilfe an.

IGeL Leistungen zur Krebsvorsorge

Die Kostenübernahme von IGeL-Leistungen wird durch die Krankenkasse in den meisten Fällen abgelehnt. Im Rahmen der Krebsvorsorge können Ärzte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) anbieten, die in der Regel aber nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Dieses betrifft beispielsweise die Ultraschalluntersuchung oder die Blutuntersuchung. Bei Bedarf zahlt der Patient diese Leistungen selbst, allerdings muss er die Sonderleistungen nur bezahlen, wenn eine schriftliche Vereinbarung über den genauen Rahmen und die damit verbundenen Kosten zwischen Patient und Arzt besteht.

Nicht alle auf dem Markt angebotenen Leistungen und Mittel zur Krebsbehandlung werden von den Krankenkassen anerkannt, insbesondere nicht, wenn der Anbieter keine entsprechenden Ausbildungsnachweise vorlegen kann oder einem Mittel der anerkannte Nachweis der Wirksamkeit fehlt. Dieses trifft bisweilen auf Anbieter zu, die alternative Behandlungsformen anbieten. Es ist deshalb ratsam, sich vor Antritt einer Behandlung mit seiner Krankenkasse in Verbindung zu setzen, um die Kostenübernahme abzuklären.

Mögliche Folgen von Krebs

Die Ausprägung der Krebserkrankung ist individuell unterschiedlich. Bösartiges Tumorwachstum kann sowohl zu lokalen Wirkungen im Nachbargewebe führen, als auch Wirkungen auf den gesamten Organismus (systematische Wirkung) haben. Die Folgen sind vielfältig und individuell unterschiedlich ausgeprägt. Der Verlauf der Krankheit ist entscheidend abhängig von der Ausprägung der Metastasen, die in den betroffenen Organen verschiedene Funktionsstörungen auslösen können. Etwa Neunzig Prozent der Betroffenen, bei denen die Krankheit tödlich ausgeht, sterben nicht an dem Primärtumor sondern an den Folgekrankheiten der ausgebildeten Metastasen.

Lokale Wirkungen von Tumoren

Lokal treten Tumoren in Form von Durchblutungsstörungen mit möglichem Absterben von Gewebe (Nekrose) durch Einwachsen oder Verdrängung des Tumors auf. Es kann auch zur Perforation von Hohlorganen (Darmdurchbruch) sowie zur Bildung von Tumorfisteln kommen, die die Gefahr der Infektion mit sich bringen.

Systemische Wirkungen von Tumoren

Systemisch wirken Tumoren oft durch Gewichtsverlust und Kräfteverfall (Tumorkachexie/Auszehrung). Es kann außerdem zum Gefäßverschluss (Thromboembolie) kommen. Neben einer Blutvergiftung (Sepsis) können auch Funktionsstörungen (paraneoplastische Syndrome) auftreten.

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 10/2016 | aktualisiert 13.04.2023
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Quellen und weiterführende Informationen:

Bundesgesundheitsministerium: Nationaler Krebsplan

Grundlagen. Bevölkerungsbezogene und klinische Krebsregister, Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)

Zentrum für Krebsregisterdaten. Krebs in Deutschland 2017/2018

RKI. Neue Zahlen zu Krebs in Deutschland. 17.12.19

Krebsinformationsdienst Grundlagen Leitlinien

Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Krebs in Deutschland 2009/2010

9. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg.) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg.) Berlin, 2013 Statistisches Bundesamt

WHO Europa. Bis zu einem Viertel der Europäer werden an Krebs erkranken: Von Prävention, Früherkennung, Screening und Behandlung bis hin zur Palliativversorgung müssen Länder mehr tun. 4. Februar 2020

Theml, Harald. Krebs und Krebsvermeidung 2005. Verlag C.H.Beck

Krebsdaten ZfKD 2015

Sarah Majorczyk & Deutsche Krebsgesellschaft. Das Krebsbuch. Volkskrankheit verstehen, erkennen, behandeln, vermeiden. 2011

DGE Essen und trinken während der Krebstherapie

WHO 12 Maßnahmen zur Krebsvorbeugung. 2014

Medizinischer Dienst

Kryotherapie

Leitlinienprogramm Onkologie

Wichtige Hinweise zu Gesundheitsthemen

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

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