Kupfer hat viele wichtige Funktionen

Kupfer ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das an vielen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt ist. Wie auch andere essentielle Spurenelemente, kommt Kupfer nur in sehr geringen Mengen im menschlichen Körper vor. Als Bestandteil zahlreicher Redoxenzyme übernimmt der Mineralstoff viele wichtige Funktionen. Aufgenommen wird er über den Magen- Darmtrakt. Ein Kupfermangel kann mit schweren gesundheitlichen Folgen verbunden sein.

Kupfermangel

Ein Kupferdefizit fördert eine verminderte Immunabwehr. Kupfermangel galt bisher noch als selten, doch lassen neuere wissenschaftliche Erkenntnisse erkennen, dass er doch häufiger auftritt, als angenommen. Erst wenn Kupfer für den Körper in zu geringer Menge vorhanden ist, zeigt sich ein Kupfermangel, der je nach Schwere mit verschiedenen Symptomen verbunden ist. Während schon ein geringer Kupfermangel zu einer geschwächten Immunabwehr führt, kann ein chronischer Mangel an Kupfer bereits schwere gesundheitliche Folgen haben.

Der Kupferstatus im Körper wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, die Ursache für den Mangelzustand sein können.

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Eisen und Eisenmangel

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Symptome

Mögliche Anzeichen von Kupfermangel:

  • Eisenmangel
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Abnahme der Anzahl weißer Blutkörperchen
  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Dermatitis
  • Pigmentstörungen der Haut und Haare
  • Gestörte Eisenverwertung
  • Kräuselung der Haare
  • Störungen im Zentralnervensystem
  • Skelettveränderungen
  • Wachstumsstörungen

Ursachen für Mangel an Kupfer

Mögliche Ursachen für Kupfermangel

  • längerfristige künstliche Ernährung ohne nahrunsgergänzende Kupfergabe
  • Gestörte Aufnahmefähigkeit im Magen
  • Erkrankungen (z.B. Kwashiorkhor, nephrotisches Syndrom)
  • Rauchen
  • Einseitige Ernährung
  • Fehlernährung
  • Erhöhte Ausscheidungen
  • stark erhöhte Zinkzufuhr

Folgen von chronischem Kupfermangel

  • Funktionsstörungen der Leber
  • Leberentzündungen
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Depressionen
  • Gestörte Melaninsynthese
  • Gestörte Dopaminsynthese
  • Blutarmut
  • Verminderung der Knochendichte

Folgen erhöhter Kupferaufnahme

Experten raten dazu, zu viel Kupfer im Körper zu vermeiden. Eine Überversorgung mit Kupfer erzeugt zellschädigende Sauerstoffverbindungen, sogenannte Freie Radikale. Die chronisch erhöhte Aufnahme von Kupfer kann in jungen Jahren zu einer Leberzirrhose führen. Die Aufnahme höherer Mengen ist beispielsweise über kupferverseuchtes Wasser möglich.

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Kupferstatus feststellen

Ein Bluttest bringt Aufschluss. Ob ein Kupfermangel oder erhöhte Werte vorliegen, kann ein Arzt oder Heilpraktiker durch einen Bluttest überprüfen.

Normalwerte für Kupfer sind vom Alter und Geschlecht abhängig und können erheblich schwanken. Serumwerte und Blutwerte liegen bei Kupfer zwischen 0,6 bis 1,6 mg/l.

Erbkrankheiten, wie z.B. Morbus Wilson können zu einer Anreicherung von Kupfer führen. Erhöhte Werte gehen auch mit Infekten, Tumoren, Schwangerschaften und Eisenmangelanämien einher.

Therapie bei Kupfermangel

Bei Kupfermangel können verschiedene Nahrungsergänzungsmittel mit Kupfer zur Anwendung kommen. Zur Therapie von Kupfermangel stehen verschiedene Nahrungsergänzungsmittel (Supplemente) zur Verfügung.

Sie enthalten Kupfer in Form von

  • Kupferzitrat
  • Kupfergluconat
  • Kupfersulfat
  • Kupfercarbonat
  • Kupfer-Lysin-Komplex

Zulässige Gesundheitsaussagen für Nahrungsergänzungsmittel mit Kupfer

Die Wirkung von Kupfer auf die Gesundheit ist groß. Deshalb zählt der Nährstoff zu den wenigen Stoffen, für die auf Basis wissenschaftlich anerkannter Studien verschiedene Gesundheitsaussagen in Verbindung mit Lebensmitteln, bzw. Nahrungsergänzungsmitteln genehmigt sind. Rechtliche Grundlage für die Genehmigung liefert die EG-Verordnung Nr. 1924/2006. Für kupferhaltige Nahrungsergänzungsmittel dürfen demnach folgende gesundheitsbezogene Angaben gemacht werden, wenn sie die Mindestanforderungen in Bezug auf Quelle und Menge erfüllen:

Health Claims für den Nährstoff Kupfer

  • trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei
  • trägt zu einer normalen Hautpigmentierung bei
  • trägt zu einer normalen Haarpigmentierung bei
  • trägt zu einem normalen Eisentransport im Körper bei
  • trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
  • trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen
  • trägt zur Erhaltung von normalem Bindegewebe bei
  • trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei

Funktionen von Kupfer

Das Spurenelement übernimmt zahlreiche Funktionen. Kupfer wird über den Magen-Darmtrakt aufgenommen und ist dort an der Eisen-Aufnahme beteiligt. In dieser Beziehung ist der Kupferstoffwechsel eng mit dem Eisenstoffwechsel verknüpft. Beteiligt ist der Nährstoff außerdem an der Zellatmung, der Funktion des Nervensystems, dem Energiestoffwechsel und dem Erhalt von Bindegewebe.

Überschüssiges Kupfer wird vorwiegend über die Galle ausgeschieden.

Viele Redoxenzyme sind von dem Nährstoff abhängig. Dazu zählen u.a. die Enzyme:

  • Cytochrom-C-Oxidase
  • Zytoplasmatische Superoxid-Dismutase
  • Aminosäureoxidasen (z.B. Dopamin-β-Hydroxylase, Tyrosinase, Lysinoxidase)

Tagesbedarf Kupfer

Für Kupfer bestehen spezielle Referenzwerte. Der täglich empfohlene Kupferbedarf beträgt nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE):

  • Säuglinge bis 4 Monate 0,2-0,6 mg
  • Kinder von 4-12 Monate 0,6-0,7 mg
  • Kinder von 1-7 Jahre 0,5-1,0 mg
  • Kinder und Erwachsene ab 7 Jahre 1-1,5 mg

Die Kupferaufnahme von Erwachsenen liegt täglich zwischen 1,5-3 mg.

In Abhängigkeit vom Kupferangebot und dem Kupferstatus im Körper schätzen Experten, dass nur etwa zwischen 20-50 % des Kupfers vom Körper aufgenommen wird.

Einflüsse von anderen Nährstoffen auf die Kupferaufnahme

In Verbindung mit Proteinen, Zitraten oder Oxalaten ist die Kupferaufnahmefähigkeit erhöht. Gesenkt wird die Aufnahmefähigkeit dagegen durch Ballaststoffe, Kalziumionen, Zinkionen und Phytate.

Der Kupferstoffwechsel ist abhängig von der Aufnahme und Ausscheidung folgender Stoffe:

Speicherfähigkeit von Kupfer

Der Körper verfügt bei regelmäßiger ausreichender Zufuhr über einige Kupferreserven. Er kann ungefähr zwischen 40-80 mg Kupfer speichern. Pro kg/Körpergewicht entspricht das ca. 1-2 mg. Gespeichert wird das Spurenelement vorwiegend in Knochen, Muskeln, Nieren und Leber, geringere Kupfermengen befinden sich auch im Gehirn. Bei Bedarf wird der Nährstoff ins Blut abgeben.

Kupfer in Lebensmitteln

Kupfer ist in vielen Lebensmitteln natürlich enthalten, vor allem findet es sich in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs, Nüssen, Meeresfrüchten, Getreide oder Bohnen. Kupfer, das über die normale Nahrung aufgenommen wird, ist für den Menschen ungiftig.

In folgenden Lebensmitteln kommt es u.a. in unterschiedlich hohen Mengen vor: Kalbsleber (5,6 mg/100 g) Rinderleber (3 mg/100 g), Auster (4,5 mg/100 g), Sonnenblumenkerne (2,3 mg/100 g), Sesam (1,5 mg/100 g), Buchweizen (0,9 mg/100 g), Haselnuss (1,3 mg/100 g), Pfifferlinge (0,4 mg/100 g).

Trinkwasser kann einen Kupfergehalt von bis zu 1 mg/l aufweisen.

Kupfer wird vielseitig eingesetzt

90 % der Kupfervorräte sind bereits erschöpft. Kupfer wurde wegen seiner biostatischen Eigenschaften auch schon früh in der ayurevedischen Medizin genutzt. Auch heute noch wird das Metall in reiner Form oder als Legierung mit Zinn oder Zink wegen seiner Wirkungen gegen Keime für medizinische Instrumente, Inkubatoren, Leitungen und Türgriffe genutzt und der Hauptteil der Vorräte ist abgebaut.

Medizinischen Einsatz findet Kupfer in radioaktiver Form. Das 62Cu-Isotop wird in Verbindung mit der Positronenemissionstomographie (PET) genutzt, um den Blutfluss zum Herzen darzustellen. In der Radioonkologie setzt man das 64Cu-Isotop therapeutisch ein.

In Verbindung mit Sulfat kommt Kupfer in wässriger Lösung als Desinfektionsmittel zum Einsatz. In dieser Form dient es auch zur Algenbekämpfung in stehenden Gewässern und Aquarien. Kupfersulfat wird außerdem gegen Schimmelpilze und Pflanzenmilben verwendet.

Neben seinen keimtötenden Eigenschaften eignet sich Kupfer zur Herstellung von Münzen, Musikinstrumenten und in der plastischen Kunst.

Autor: Katja Schulte Redaktion

Datum: 05/2016 | aktualisiert 09.01.2023

Quellen und weiterführende Informationen:

  • Biesalski H.K., S.Bischoff, C. Puchstein. Ernährungsmedizin. 4. Auflage. Verlag Georg Thieme. Stuttgart New York. 2010
  • DGE. Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten (PDF)
  • Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.
  • Health Claims für Ballaststoffe und verdauungsfördernde Nährstoffe. EFSA
  • D. López de Rómana, M. Olivares, R. Uauy et al. Journal of Trace Elements in Medicine and Biology, Volume 25, Issue 1, January 2011, S. 3-13
  • Burgerstein, Dr. Lothar: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag

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