Ultraspurenelement Lithium

NUR GERINGER LITHIUMGEHALT IM KÖRPER

Lithium beeinflusst einige wichtige Körperfunktionen und nimmt auch Einfluss auf die Lebenserwartung, wie nun eine Studie der Universität Jena zeigte. Im Körper geht Lithium Wechselwirkungen mit verschiedenen Mineralstoffen und Botenstoffen (Neurotransmittern) ein und ist auch fähig, eigentlich unlösliche Substanzen wie Harnsäure zu lösen.

Als Ultraspurenelement kommt Lithium beim Menschen nur in sehr geringen Mengen vor. Lithium befindet sich neben den Lymphknoten auch in den Organen und im Gehirn. In Verbindung mit Phosphor ist es außerdem in den Zähnen nachweisbar.

Studien zur Funktion und Wirkung von Lithium im Körper

POSITIVE WIRKUNG AUF PSYCHE UND AGGRESSIVES VERHALTEN

Lithium wirkt erwiesenermaßen therapeutisch auf die Psyche und wird in Form von Lithiumsalzen regelmäßig nicht nur als Medikament bei einer Gruppe von stimmungsbeeinträchtigenden, psychischen Krankheiten (affektiven Störungen) eingesetzt, sondern auch bei Migräne und Clusterkopfschmerzen.

Zur Gruppe der psychischen Krankheiten, die seit mehr als 50 Jahren erfolgreich mit Lithium behandelt werden, zählen die chronische Depression, bipolare Störungen und die Manie.

Nach neueren Untersuchungen ist Lithium ebenfalls bei leichten psychischen Belastungen wirksam und führt zur Minderung von aggressivem Verhalten. Auch haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das Alkalimetall zum seelischen Gleichgewicht und zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit beiträgt.

Hohe Lithiumgehalte im Wasser senkten die Selbstmordrate bei Depressionen, wie eine Wiener Studie aus dem Jahr 2011 belegte.

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LITHIUM VERLÄNGERT DIE LEBENSERWARTUNG

Eine Studie der Universität Jena ergab, dass ein höherer Lithiumspiegel die Lebenserwartung deutlich verlängern kann. Zu diesem Ergebnis kam ein Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Ristow gemeinsam mit japanischen Kollegen, nachdem sie die Sterberate in 18 japanischen Gemeinden untersuchten und mit dem jeweiligen Lithiumgehalt des Wassers verglichen.

Es bestätigte sich die Annahme, dass die Sterberate tatsächlich in den Gemeinden geringer ausfiel, in denen ein höherer Lithiumspiegel im Wasser gemessen wurde.

Zum gleichen Ergebnis gelangte daneben eine zweite unabhängige Studie mit Fadenwürmern. Allerdings ist nach Angaben der Wissenschaftler der genaue Wirkmechanismus bislang noch ungeklärt.

LITHIUM WIRKTE ERFOLGREICH GEGEN GEDÄCHTNISSTÖRUNGEN UND DEMENZ

Nach Ergebnissen einer dänischen Studie erkrankten Bewohner im Alter seltener an einer Demenz, wenn das Trinkwasser einen hohen Lithiumgehalt aufwies.

Eine positive Wirkung von Lithium konnte eine kleinere klinische Studie bei leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) und Gedächtnisstörungen belegen. Die Patienten erhielten eine Dosis von 150-600 µg/Tag. Bei der plazebokontrollierten Studie, die an der Universität von Sao Paulo durchgeführt wurde, war nach 12 Monaten ein leichter Rückgang der Konzentration von P-tau im Liquor zu verzeichnen. P-tau ist ein Marker des Morbus Alzheimer. Zudem ergaben sich verbesserte Ergebnisse im ADAS-Cog-Test. Dieser Test misst die kognitiven Leistungen von Alzheimer-Patienten.

Eine weitere brasilianische Studie wurde mit Patienten mit manifester Alzheimer-Demenz durchgeführt und ergab, dass sich mit einer Dosis von 300 µg Lithium eine (vorübergehende) Stabilisierung des MMSE-Scores erzielen ließ.

LITHIUMKARTE VOM MENSCHLICHEN GEHIRN

An der Technischen Universität München (TUM) entwickelt man ein spezielles Messverfahren für Gewebeproben, mit dessen Hilfe eine Lithiumkarte des menschlichen Gehirns aufgezeichnet werden kann, um so die Funktionsweise und den Wirkungsort des Ultraspurenelements im Gehirn zu verstehen. Die Meßmethode kann die Lithiumkonzentration in Gewebsschnitten von Menschen mit Lithiumtherapie nachweisen und ist auch geeignet, bei ungeklärten Todesfällen festzustellen, ob ein Suizid aufgrund einer depressiven Phase vorliegt oder nicht.

Tagesbedarf und Aufnahmemenge von Lithium

LITHIUMBEDARF UNBEKANNT

Der Tagesbedarf an Lithium ist bislang nicht genau bekannt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) hat keinen Referenzwert für Lithium herausgegeben, weil es sich nicht um ein essentielles Spurenelement handelt.

Nach Schätzungen der U.S. Environment Protection Agency (EPA) nimmt ein 70 kg schwerer Erwachsener täglich etwa eine Lithiummenge von 0,65-3,1 mg über die Nahrung auf. Die Aufnahmemenge ist von der Ernährung und dem Lithiumgehalt des Grundwassers abhängig.

Eine Überdosierung durch natürliche Lebensmittel ist nicht zu erwarten.

Lithiumvorkommen und Lithiumgehalte

LITHIUM IN LEBENSMITTELN

Das Alkalimetall Lithium (Li) ist das leichteste aller Metalle und zählt zu den Mineralstoffen, die wir über die tägliche Nahrung aufnehmen. Die Lithiumkonzentration in der Natur gilt als ziemlich gering. So kommt es nur mit einem Anteil von 20-70 ppm in der Erdrinde vor und ist auch im Meerwasser nur mit einem Anteil von 0,1-0,2 ppm enthalten.

Aber auch viele Mineralwässer enthalten mehr oder weniger hohe Lithiumgehalte, wie unsere Tabelle zum Lithiumgehalt in Mineralwässern weiter unten zeigt.

Lithium ist ebenfalls nur in geringen Anteilen in tierischen Lebensmitteln wie Eiern, Butter und Fleisch zu finden. Der Lithiumgehalt im Fleisch beträgt ungefähr 12 µg/kg. Dagegen enthalten Vollwertgetreide und Gemüse wie Zwiebeln, Knoblauch, Zuckerrüben und Kartoffeln wesentlich höhere Lithiumanteile mit 0,5-3,4 mg/kg.

LITHIUMKONZENTRATIONEN IM GRUNDWASSER

Neben geringen Spuren im Boden findet man das Ultraspurenelement auch in unterschiedlich hohen Konzentrationen im Grundwasser. Die Lithiumkonzentration im Grundwasser ist abhängig von der Region und beträgt zwischen 0-500 µg/l.

Lithium in Heilwasser und Mineralwasser

LITHIUMGEHALT IM WASSER VON QUELLE ABHÄNGIG

Einige Wasserquellen enthalten neben anderen Mineralstoffen, Spurenelementen und Ultraspurenelementen auch Lithium in unterschiedlich hoher Konzentration. Verschiedene Mineralwässer und Heilwässer weisen besonders hohe Lithiumgehalte auf, teilweise mehr als 10 mg/l. Der Lithiumgehalt im Wasser hängt jeweils vom Standort der Quelle ab.

WASSER VOR DEM VERZEHR AUF GESAMTZUSAMMENSETZUNG PRÜFEN

Manche lithiumhaltige Quelle enthält aber gleichzeitig auch hohe Konzentrationen von z.B. Natrium, Kalium, Uran oder anderen Bestandteilen wie z.B. Glaubersalz, die eine Aufnahme des Heil- oder Mineralwassers nicht uneingeschränkt für jeden Anwender empfehlenswert machen.

Wer also langfristig auf ein Wasser mit natürlichem Lithiumgehalt umsteigen möchte, sollte sich beim Abfüller seiner Wahl vergewissern, ob die Massenkonzentration der sonst darin enthaltenen Mineralien individuell verträglich ist und den persönlichen Anforderungen und Voraussetzungen entspricht. Wenn eine Erkrankung vorliegt, wird vor der dauerhaften Verwendung auch eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker empfohlen.

Quelle Gehalte an Lithium

Standort: Donat-Quelle, Rogaska, Slowenien | Website: www.rogaska-medical.com | Analyse ansehen

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Anwendungsgebiete
Als Fertigarzneimittel dient Rogaska Heilwasser zur Vorbeugung und Behandlung von Magnesium-Mangelzuständen. Daneben fördert das Sauerwasser die Magenfunktion.
Gegenanzeigen
Nicht angewendet werden darf Rogaska Heilwasser bei Störungen des Säure-/Basenhaushalts (Alkalose), Wassersucht und Nierenversagen.
Wechselwirkungen
Rogaska Heilwasser kann die Aufnahme und Ausscheidung von Medikamenten beeinflussen. Fragen beantwortet der Arzt oder Heilpraktiker.
Dosierung
300 ml/Tag in drei Trinkportionen a‘ 100 ml zu den Mahlzeiten
Überdosierung
Durch Überdosierung kann es zu Durchfall kommen

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Folgen von Lithiummangel

LITHIUM VERSORGUNG IN DEUTSCHLAND

In Deutschland wird die Aufnahme von Lithium über die normale Nahrung generell als ausreichend eingeschätzt. Eine mangelhafte Versorgung soll selbst bei einer Fehlernährung nicht zu befürchten sein.

Von einem Lithiummangel wollen Experten beim Menschen allerdings erst sprechen, wenn Lithium als essentielles Element eingestuft ist, ansonsten handelt es sich um eine Lithiumunterversorgung. Bislang ist vielfach unerforscht, ob eine Unterversorgung mit Lithium Auswirkungen auf den menschlichen Körper hat.

Allerdings konnte Anke im Jahr 1997 nachweisen, dass die Anzahl von depressiven Patienten in Regionen mit relativ niedrigem Lithiumgehalt im Wasser höher war, als in den Regionen mit lithiumreichem Mineralwasser. Im Umkehrschluss folgern Wissenschaftler, dass lithiumreiches Mineralwasser die psychische Stabilität fördert.

MÖGLICHE ANZEICHEN VON LITHIUMMANGEL

In Tierversuchen wurden u.a. folgende Mangelerscheinungen von Lithium festgestellt:

  • Geringe Geburtsgewichte
  • Verminderte Fruchtbarkeit
  • Kürzere Lebenserwartung

FREI VERKÄUFLICHE LITHIUMPRÄPARATE

Lithium ist in geringer Dosierung freiverkäuflich als homöopathisches Mittel im Angebot.

Außerdem ist das Schüßlersalz Nr. 16 mit der Bezeichnung Lithium Chloratum in den typischen Potenzen von D6 bis D12 frei im Handel erhältlich.

Folgen erhöhter Lithiumaufnahme

MÖGLICHE ANZEICHEN VON ÜBERDOSIERUNGEN

In der Psychotherapie wird Lithium häufig bei depressiven Erkrankungen medikamentös verabreicht. Hohe Lithium-Dosierungen (200 mg/Tag) können bei missbräuchlicher Anwendung schwere Nebenwirkungen und Vergiftungserscheinungen auslösen. Folgende Nebenwirkungen können bei Überdosierung von Lithium auftreten:

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  • Epileptische Anfälle
  • Zittern
  • Erbrechen
  • Muskelzucken
  • Schilddrüsendisfunktionen
  • Bluthochdruck
  • Nierenschäden
  • Knochenveränderungen

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 | aktualisiert 08/2020

Jürgen Deberitz, Gernot Boche. Lithium und seine Verbindungen. Industrielle, medizinische und wissenschaftliche Bedeutung. In Chemie in unserer Zeit 37, Nr. 4, 2003

Brigitte Woggon. Behandlung mit Psychopharmaka. Huber, Bern 1998

Irmgard Niestroj. Praxis der Orthomolekularen Medizin. Physiologische Grundlagen Therapie mit Mikro-Nährstoffen. Hippokrates Verlag. Stuttgart. 2. Auflage 2000

H.K. Biesalski et al. Ernährungsmedizin. Nach dem neuen Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer. Verlag Thieme. 2010.

Ärzteblatt https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77832/Lithium-im-Trinkwasser-koennte-vor-Demenzen-schuetzen 08/2017

 Lithium-in-drinking-water and suicide mortality. 

TUM. Josef Lichtinger. Spurenelementenachweis von Lithium in organischem Gewebe mit Neutronen

M. Schou. Lithiumbehandlung der manisch-depressiven Krankheit. Thieme, 2001

Zarse k, Terao T, Tian J et al. Low-dose lithium uptake promotes longevity in humans and metazoans. Eur J Nutr, 2011 Aug; 50 (5):387-389

BfR. Verwendung von Mineralstoffen und Vitaminen in Lebensmitteln (PDF)

Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.

Burgerstein, Dr. Lothar. Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

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