Mangan ist Bestandteil von mehr als 60 Enzymen

LEBENSWICHTIGES SPURENELEMENT

Mangan zählt zu den lebenswichtigen Mineralstoffen, die vom menschlichen Körper täglich über die Nahrung in bestimmter Menge aufgenommen werden müssen. Mangan übernimmt wichtige Funktionen, trotzdem es als Spurenelement nur in sehr geringen Mengen vorkommt. Im menschlichen Körper finden sich etwa zwischen 10 bis 40 mg. Gespeichert wird es in Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse sowie in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), dem Knochenmark und den Haaren.

In den Stoffwechsel gelangt Mangan nach der Aufnahme über den Dünndarm, transportiert wird es zu seinen Bestimmungsorten über das Blutplasma. Die Manganausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Galle und zu geringerem Teil auch über den Urin.

Funktionen von Mangan

VIELE STOFFWECHSELPROZESSE SIND VON MANGAN-ENZYMEN ABHÄNGIG

Das Spurenelement Mangan ist an vielen wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt. Der Körper benötigt es zum Aufbau von Knochen, Knorpelgewebe und Bindegewebe und bildet mit dem Nährstoff wichtige Enzyme. Außerdem wirkt Mangan am Insulinstoffwechsel und Fettstoffwechsel mit und übernimmt Funktionen bei der Produktion von Cholesterin, Sexualhormonen, Pigmenten und Neurotransmittern. Eine weitere Rolle spielt Mangan bei der Spermienbildung und dem Aufbau des zentralen Nervensystems. Mangan ist unverzichtbarer Bestandteil oder Aktivator von über 60 Enzymen.

Das Enzym mit der Bezeichnung Mangan-Superoxiddismutase bildet einen Schutz vor körperschädigenden Freien Radikalen und gilt deshalb als wichtiges Antioxidans.

Manganabhängige Enzyme sind auch für den Abbau von Histamin unverzichtbar. Zudem unterstützen sie den Kollagenaufbau. Manganabhängige Enzyme beteiligen sich ebenso an der Aktivität von Nerventrägersubstanzen (Neurotransmittern) und unterstützen zusammen mit Vitamin K die Bildung des Proteins Prothrombin, das mit der Blutgerinnung in Verbindung steht.

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Manganvorkommen

VORKOMMEN UND VERWENDUNG

Mangan hat einen Anteil an der Erdrinde von 0,8 %. Außerhalb von Lebensmitteln kommt es natürlich in Erzen wie Braunstein, Braunit, Hausmannit, Manganit oder Manganspat vor.

Besonders oft wird Mangan in Legierungen aus Kupfer und Eisen verwendet. Ansonsten kommt der Mineralstoff häufig in der Färberei und in Malerfarben zum Einsatz. In Form von Permanganat nutz man Mangan zur Desinfektion, zum Bleichen oder Oxidieren.

Mangan in Lebensmitteln

MANGANHALTIGE LEBENSMITTEL

Mangan ist in vielen Lebensmitteln in mehr oder weniger hohen Mengen natürlich enthalten. Nur geringe Anteile finden sich in den meisten Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs. Auch nur wenig Mangan findet sich in Fischen, Meeresfrüchten und Obst, während Getreide und Nüsse dagegen hohe Mangananteile aufweisen.

Die Bioverfügbarkeit von Mangan aus Lebensmitteln ist sehr unterschiedlich. Sie beträgt zwischen 5 % – 60 % und richtet sich danach, wie viele und welche Begleitstoffe vorhanden sind, die eine Manganaufnahme behindern können. Zu den behindernden Begleitstoffen zählen Phosphate, Eisen, Kalzium, Zellulose und Phytate.

TABELLE – LEBENSMITTEL MIT HOHEN UND GERINGEN ANTEILEN AN MANGAN

Lebensmittel

Mangan µg/100 g

Hafer3000
Reis 2100
Mais Korn396
Nudel roh584
Weizenvollkornbrot1500
Rosinen464
Orangensaft frisch gepresst30
Mandarine37
Aubergine112
Blumenkohl180
Steinpilze roh112
Birkenpilz roh740
Milch 0,1% Fett0,5 – 6,8
Joghurt 3,5% Fett3
Emmentaler 45% Fett29
Hering Atlantik20-120
Ostseehereing21
Garnele30
Zander75
Huhn14
Kalbsleber280
Rindfleisch17
Rinderniere102
Hühnerei71
Butter2,5-40
Erdnüsse1600
Kokosnuss1300
Paranuss600
Bierhefe530

REAKTIONEN MIT ANDEREN LEBENSMITTELN

Die Aufnahme von Mangan wird durch Alkohol erhöht, während sie durch Kalzium gehemmt wird. Bei Eisenmangel kann sich die Manganaufnahme um den 2-3 fachen Wert steigern. Eisen in pflanzlichen Nahrungsmitteln vermindert die Manganaufnahme und behindert die Ausnutzung.

REAKTIONEN MIT ANDEREN NÄHRSTOFFEN

Die Manganaufnahme ist bei folgenden Nährstoffen vermindert:

Zink erhöht dagegen die Manganaufnahme im Plasma.

Tagesbedarf Mangan

REFERENZWERTE GESCHÄTZT

Der empfohlene tägliche Manganbedarf beträgt nach Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE):

  • Säuglinge bis 4 -12 Monate: 0,6-1,0 mg
  • Kinder von 1-4 Jahre: 1,0-1,5 mg
  • Kinder von 4-7 Jahre: 1,5-2,0 mg
  • Kinder von 7-10 Jahre: 2,0-3,0 mg
  • Kinder von 10-15 Jahre: 2,0-5,0 mg
  • Jugendliche, Erwachsene: 2,0-5,0 mg

Der tatsächliche Manganbedarf liegt bei 1 mg/Tag. Da der Körper Mangan schlecht aufnehmen kann, ist die empfohlene aufzunehmende Manganmenge entsprechend höher.

Manganaufnahme

HOHE MANGANAUFNAHME BESONDERS BEI VEGANERN 

Sowohl das US Food and Nutrition Board (US-FNB) als auch der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU (SCF) gehen nach Datenlage davon aus, dass Verbraucher in westlichen Ländern täglich bis zu 10,9 mg Mangan über Ernährung und Getränke aufnehmen. Bei Veganern kann es pro Tag sogar zu einer Aufnahme zwischen 13 bis 20 mg Mangan kommen.

Manganmangel

AUSREICHENDE MANGANAUFNAHME IN DEUTSCHLAND

In Deutschland wird die Aufnahme von Mangan generell als ausreichend eingeschätzt und der tägliche Bedarf kann durch eine ausgewogene Ernährung gedeckt werden. Ein allgemeiner Manganmangel besteht nicht. Doch besonders bei Menschen, die einen Großteil Ihrer Ernährung mit Lebensmitteln aus Weißmehl und hohem Zuckeranteil decken, kann es zu Defiziten in der Manganversorgung und auch zu Manganmangel kommen. Grund dafür ist, dass etwa die Hälfte des Mangans bei der Verarbeitung dieser Lebensmittel verloren geht.

EINNAHME VON NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTELN MIT MANGAN NUR BEI MANGANDEFIZIT 

Zu hohe Manganzufuhren bei Mensch und Tieren können nachteilige Effekte auslösen. Aktuell ist keine Obergrenze für die sichere Aufnahmemenge von Mangan über die Ernährung festgelegt. Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass der Abstand zwischen der täglich tatsächlich aufgenommenen Manganmenge über Lebensmittel und dem Dosisbereich, in dem unerwünschte Wirkungen auftreten, eher gering ist. Wenn keine Unterversorgung von Mangan besteht, sehen Wissenschaftler keinen Nutzen in einer zusätzlichen Manganzufuhr über Nahrungsergänzungsmittel.

SYMPTOME VON MANGANMANGEL

Bei Personen, bei denen der Manganhaushalt durch verminderte Manganzufuhr gestört ist, kann es zu unterschiedlichen Symptomen kommen. Die Anzeichen können verschiedene Bereiche betreffen, darunter das Blut, das Hormonsystem, Haut, Knochen oder Knorpel sowie Immunsystem und zentrales Nervensystem.

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MÖGLICHE URSACHEN FÜR MANGANMANGEL

MÖGLICHE FOLGEN VON MANGANMANGEL

Mögliche Mangelerscheinungen von Mangan sind bislang nur aus Tierstudien bekannt, wo sie künstlich durch manganfreie Diäten erzeugt werden konnten. Dort beobachtete man neben Skelettveränderungen auch Gerinnungsstörungen und eine gestörte Spermienbildung. Wissenschaftler bringen Manganmangel insgesamt mit folgenden möglichen Folgen in Verbindung:

  • Blutgerinnungsstörungen
  • Störungen der Gewebestruktur
  • Verlust der Haarpigmentierung
  • Verminderte Antikörperbildung
  • Störung der Nervenreizübertragung auf die Muskelzelle
  • Verminderte Produktion von Sexualhormonen
  • Wachstumsverzögerungen
  • Verminderte Fortpflanzungsfähigkeit
  • Immunschwäche
  • Epilepsie
  • Schizophrenie

Mangel an Mangan kann bei Kindern neben Strukturproblemen in Knochen auch Wachstumsstörungen hervorrufen. Durch Manganmangel kann außerdem das Innenohr, das mit dem Gleichgewichtssinn in Verbindung steht, in einer frühen Entwicklungsphase beeinträchtigt werden. Kleine Kinder, die schlecht laufen lernen, können gegebenenfalls zusätzliche Mengen an Mangan benötigen.

Manganmangel feststellen

ÄRZTLICHE UNTERSUCHUNG

Ob ein Manganmangel vorliegt, wird meist im Blut oder im Urin überprüft. Bei Manganmangel können erhöhte Blutwerte von Kalzium, Phosphor und Glucose auftreten. Das HDL-Cholesterin kann abgesunken sein.

Auch ein Selbsttest, bei dem Haare oder Fingergnägel an ein Analyse-Labor gesendet werden, kann Auskunft über den Manganstatus geben.

BESTIMMUNG MANGANSTATUS – REFERENZWERTE

  • Vollblut 0,11 – 0,20 µmol/l (6,0 – 11,0 µg/l)
  • Serum 5-20 nmol/l (0,3 – 1,1 µg/l)
  • Urin < 27 nmol/l (< 1,5 µg/l)

Die Normalwerte von Mangan im Haar betragen 0,06 – 0,25 µg/g. Graues Haar weist niedrigere Konzentrationen auf.

Neben der Schwangerschaft findet man bei folgenden Erkrankungen erhöhte Mangankonzentrationen im Blutserum:

Bei Arteriosklerose ist eine erhöhte Mangankonzentration im Serum feststellbar, aber eine erniedrigte Konzentration in Gefäßwand, Myokard und Leber.

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THERAPEUTISCHE DOSIERUNGEN

Ernährungsmedizinisch wird Mangan in der Regel im Bereich von 5 – 20 mg pro Tag dosiert. Bei starken Mangelzuständen, aber auch in der Psychiatrie können die Mangangaben höher sein.

Nach therapeutischen Gaben von Mangan kann es gelegentlich zu Blutdruckerhöhungen kommen.

Als bevorzugte Formen von Mangan gelten bei der Supplementierung (Nahrungsergänzung) organische Manganverbindungen wie z.B. Mangangluconat oder chelatierte Manganverbindungen. Diese Verbindungen kann der Körper besser aufnehmen als Mangansulfat.

Anwendungsgebiete

VIELE KRANKHEITEN GEHEN MIT NIEDRIGEM MANGANSPIEGEL EINHER

Bei Epileptikern, deren Erkrankung nicht auf einem Trauma beruht, finden sich sowohl im Haar als auch im Vollblut deutlich erniedrigte Manganspiegel.

Diabetiker haben Manganspiegel, die um 50 % niedriger sind, als bei gesunden Menschen. Es ist bekannt, dass bei Manganmangel weniger Träger für den Transport von Glucose vorhanden sind. Ein Manganmangel kann zu gestörter Glucosetoleranz führen.

Auch Rückenbeschwerden und Bandscheibenbeschwerden sind oft von deutlich tieferen Mangankonzentrationen begleitet, die man in den Bandscheiben und Haaren nachweisen konnte.

Untersuchungen bei Asthmatikern ergaben, dass diese viermal niedrigere Manganwerte im Haar hatten, als gesunde Menschen. Experten vermuten, dass Manganmangel einer von verschiedenen Faktoren sein kann, die zur Entstehung von Asthma führen.

Beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) und Menstruationsbeschwerden kann 1 – 6 mg Mangan pro Tag zusammen mit 600 – 1.300 mg Kalzium Stimmungsschwankungen und prämenstruelle Schmerzen vermindern.

Menschen, die an Schizophrenie erkrankt sind, weisen häufig neben niedrigen Zinkwerten auch niedrige Manganspiegel im Haar auf.

Folgen erhöhter Manganaufnahme

ÜBERDOSIERUNG VON MANGAN

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Mangan zeigte bis zur Höhe von 50 mg pro Tag keine Nebenwirkungen, während aber berufsbedingt schädliche Wirkungen beim Einatmen von Manganoxidstaub auftreten können. Betroffen können Arbeiter sein, die in der metallverarbeitenden Industrie oder im Bergbau tätig sind, wo sie Manganoxidstaub ausgesetzt sind. Personen, die langfristig hohen Mengen Mangan ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Risiko für Demenz.

Mögliche Symptome bei Überdosierungen/Manganvergiftungen

  • Aggressives Verhalten
  • Übermäßige Erregbarkeit
  • Störungen im Verdauungstrakt
  • Verlust der Koordinationsfähigkeit
  • Parkinson-ähnliche Symptome
  • Blutdruckerhöhungen
  • Lernschwierigkeiten
  • Psychosen
  • Atemwegsbeschwerden

Ein Selbsttest von Haaren oder Fingernägeln zur Feststellung des Manganstatus kann sich eignen, um Hinweise auf ein bestehendes Mangan-Überangebot zu erhalten.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

H.K. Biesalski, J. Köhrle, K. Schümann. Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen. Georg Thieme Verlag. Stuttgart – New York. 2002

Prof. Dr. I. Elmadfa, W. Aign et al. Die große GU-Nährwerttabelle. Verlag Graefe Unzer. 2. Auflage 2012

Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV). Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte der Verwendung von Mineralstoffen und Vitaminen in Lebensmitteln. Teil I: Mineralstoffe (einschließlich Spurenelemente). Vorschläge für Regelungen und Höchstmengen zum Schutz des Verbrauchers vor Überdosierung beim Verzehr von Nahrungsergänzungsergänzungsmitteln (NEM) und angereicherten Lebensmitteln. 18. Januar 2002

MRI: NationaleVerzehrsstudie II

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/5-am-tag/

https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-Gemuese-Obst-2012.pdf – Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischher Krankheiten

Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.

Burgerstein, Dr. Lothar: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. 11. vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Haug Verlag. 2007

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 | aktualisiert 01/2019 | 03/2020

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