Manuelle Medizin im Visier der Forschung

WISSENSCHAFTLICH ANERKANNTES HEILVERFAHREN

Die Wirksamkeit von Manueller Medizin belegen weltweite Studien und Metaanalysen. Die Behandlungsform mit ganzheitlichen Krankheitsverständnis ist von deutschen Krankenkassen voll anerkannt. Manuelle Medizin, auch als Chirotherapie bezeichnet, hat seit vielen Jahren einen festen Platz in der nationalen Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz eingenommen und weltweit werden weitere Forschungsarbeiten durchgeführt. In Deutschland gründete die Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin e.V. (DGMM) die Forschungsberatungsstelle (FBS) MANUELLE MEDIZIN mit Sitz am Institut für Physiotherapie des Universitätsklinikums Jena.

Manuelle Medizin – traditionelle Behandlungsform

DER WEG VON DER LAIEN-ANWENDUNG ZUR WISSENSCHAFTLICHEN DISZIPLIN

Schon im antiken Griechenland wendete man unter dem Namen „Knochensetzen“  ähnliche Behandlungsformen an, wie sie heute weiterentwickelt und wissenschaftlich anerkannt von Chirotherapeuten im Rahmen der Manuellen Medizin, bzw. Chirotherapie eingesetzt werden.

Von der Antike bis zum Ende des 19. Jahrhunderts praktizierten zunächst ausschließlich Laien und Heiler diese Techniken. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts gründete man in Amerika Schulen für Chiropraktik und Osteopathie und begann, die Lehren zu vermitteln. Nach der Einführung in Europa entwickelten Ärzte und Physiotherapeuten verschiedener europäischer Länder diese Lehren unter wissenschaftlichen Aspekten weiter und schufen damit die Manuelle Medizin der heutigen Zeit.

Einsatzbereiche der Manuellen Medizin

MANUELLE MEDIZIN KOMMT AUF VIELEN GEBIETEN ZUM EINSATZ

Manuelle Verfahren bilden einen festen Bestandteil in der Behandlung vieler Erkrankungen. Eingesetzt werden sie regelmäßig auf folgenden Gebieten:

  • Orthopädie
  • Sportmedizin
  • Unfallchirurgie
  • Rehabilitation
  • Kinderheilkunde
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
  • Schmerztherapie
  • Zahn-Mund-Kieferheilkunde

Zusatzausbildung erforderlich

MANUELLE MEDIZIN ERFORDERT SPEZIELLE ZUSATZAUSBILDUNG 

Die namensgebende Silbe „Chiro“ leitet sich vom griechischen Begriff „cheir“ ab und bedeutet Hand. Die Hand ist bei manuellen Verfahren das einzige Werkzeug, das Chirotherapeuten und Chiropraktiker einsetzen.

Die Chirotherapie oder Manuelle Medizin, die in der Ausbildung auch Teile von osteopathischen Diagnose- und Therapieverfahren beinhaltet, wird von Ärzten mit einer zertifizierten Zusatzausbildung praktiziert. Diese Ärzte führen eine gesetzlich geschützte Zusatzbezeichnung „Manuelle Medizin/Chirotherapie“. Sie werden als Chirotherapeuten oder Manuelle Mediziner bezeichnet. Heilpraktiker und Physiotherapeuten mit einem entsprechenden Diplom in Manueller Therapie bezeichnet man als Chiropraktiker.

Therapie

AUFGABEN VON CHIROTHERAPEUTEN UND MANUELLEN MEDIZINERN

In der Chirotherapie setzen Chirotherapeuten und Manuelle Mediziner verschiedene Grifftechniken ein, die Funktionsstörungen am Bewegungssystem sicher ertasten und erfolgreich behandeln können. Die Chirotherapie begreift den Körper als eine funktionale Einheit und zielt darauf ab, Blockierungen der Wirbelsäule zu lösen, die durch Verschiebung oder Fehlstellung der Gelenke aufgetreten sind. Ursächlich können z.B. Unfälle, falsches Heben, dauernde Fehlhaltung oder Verkrümmung der Wirbelsäule sein.

Nebenwirkungen

KAUM NEBENWIRKUNGEN BEKANNT

Richtig angewendet kennt die Chirotherapie kaum Nebenwirkungen. Ein leichter „Muskelkater“ kann nach der Behandlung spürbar sein. Bei Erkrankungen wie Osteoporose wird diese Behandlungsform in der Regel nicht angewendet.

Diagnose

BLOCKIERUNGEN AUFSPÜREN

Zu einer Diagnose kommt der Chirotherapeut, in dem er die Beweglichkeit der Wirbel und Gelenke testet und betrachtet. Blockierte Wirbel kann der Chirotherapeut erkennen. Die Muskulatur um den blockierten Wirbel ist zumeist verhärtet. Die Verhärtung schmerzt oft bei Druck und ändert bei Bewegung die Form und Größe.

Behandlungsziele

AUFLÖSEN VON BLOCKIERUNGEN

Ziel der Behandlung ist die Auflösung der Blockierung – das Gelenk wird mit speziellen Handgriffen und Techniken in die ursprüngliche Position zurückbewegt. Der Vorgang löst normalerweise keine Schmerzen aus und führt bei Erfolg zur Auflösung der Blockierung. Im Anschluss verbessern sich die Beschwerden, Muskelverhärtungen klingen ab und die Beweglichkeit ist wieder hergestellt.

Wenn die Wirbelblockade ihre Ursache in einer Erkrankung der inneren Organe hat, können die Beschwerden wieder auftreten.

Vorsorge

PHYSIOTHERAPIE UND SPORT SCHÜTZEN VOR ERNEUTER BLOCKIERUNG  

Mit gezielten Techniken einer physiotherapeutischen Behandlung wird die Rückenmuskulatur gestützt und die Wirbelsäule entlastet. Die anschließende Physiotherapie und sportliche Betätigung schützen vor erneuten Blockierungen.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Dieter Heimann, Jürgen Lawall: LF Manuelle Medizin. 4. Auflage 2008. Verlag Urban & Fischer

Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin e.V. http://www.dgmm.de/index.php

Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz (PDF) Stand 2015 10/2015: http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/kreuzschmerz/kreuzschmerz-1aufl-vers5-lang.pdf

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 11/2016

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