Molybdän & Molybdänmangel – Symptome – Tagesbedarf – Lebensmittel

  • Molybdän Molybdänmangel Mineralstruktur MO

Molybdän & Molybdänmangel – Symptome – Tagesbedarf – Lebensmittel

Essentielles Spurenelement

LEBENSWICHTIGER MINERALSTOFF

Molybdän ist ein Schwermetall der Chromgruppe und zählt zu den lebenswichtigen Mineralstoffen, die tägliche über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Als Spurenelement kommt es nur in sehr geringen Mengen im Körper vor, der menschliche Körper enthält nur ungefähr 8 bis 10 mg Molybdän insgesamt. Während die größten Mengen in den Knochen eingelagert sind, befinden sich geringe Mengen in der Haut sowie in den Organen, z.B. der Lunge, Niere und Leber.

FUNKTIONEN

Molybdän ist für einige Stoffwechselprozesse unentbehrlich. Beispielsweise ist es an der Energiegewinnung beteiligt und wirkt als Cofaktor in vielen zellulären Enzymsystemen. Das Spurenelement ist auch am Alkoholabbau in der Leber beteiligt.

Durch das molybdänhaltige Enzym Xanthinoxidase wirkt das Mineral beim Aufbau von Harnsäure mit. Harnsäure gilt als Radikalfänger und wichtiges Antioxidans. Weil ein optimaler Harnsäurespiegel lebensnotwendig ist, hängt die Gesundheit von einem ausgeglichenen Molybdänhaushalt ab. Vom Enzym Xanthinoxidase ist zudem der optimale Transport und Vorrat von Eisen für das blutbildende System abhängig.

Ein weiteres molybdänhaltiges Enzym namens Sulfitoxidase ist für den Abbau der schwefelhaltigen Verbindungen wie Cystein, Taurin, Methionin, Glutamin und Homocystein verantwortlich. Außerdem regelt das Enzym Sulifitoxidase den Abbau von giftigen Sulfiten zu Sulfaten.

Vorkommen

MOLYBDÄNHALTIGE LEBENSMITTEL 

Molybdän ist in vielen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln natürlich enthalten. Das Mineral geht jedoch bei der industriellen Verarbeitung von Nahrungsmitteln zu großen Teilen verloren. Bei der Herstellung von Mehl wird etwa 40% des Molybdäns abgetrennt. Auch bei der Raffination von Zucker verbleibt Molybdän in der Melasse.

Molybdän kommt je nach Bodenqualität, Dünger und Viehfutter beispielsweise in folgenden Anteilen in Lebensmitteln vor:

Sojabohnen (210 mcg/ 100 g), Rotkohl (120 mcg/ 100 g), Weiße Bohnen (100 mcg/ 100 g), Kartoffeln (5-85 mcg/ 100 g), Reis (80 mcg/ 100 g), Trockenerbsen (70 mcg/ 100 g), Kakaopulver (73 mcg/ 100 g), Zander (51 mcg/ 100 g), Spinat (50 mcg/ 100 g), Hühnerei (49 mcg/ 1 Stk.), Grüne Bohnen (43 mcg/ 100 g), Honigmelone (34 mcg/ 100 g), Weizenvollkornbrot (31 mcg/ 100 g), Rindfleisch (28 mcg/ 100g), Schweinefleisch (27 mcg/ 100 g), Vollmilch (4,2 mcg/ 100 g), Möhren (8 mcg/ 100 g)

INDUSTRIELLE VERWENDUNG VON MOLYBDÄN

Molybdän findet Verwendung in vielen industriellen Produkten, wo es im Herstellungsprozess freigesetzt und zu Belastungen oder Vergiftungen führen kann:

  • härtender Zusatz in rostfreiem Stahl
  • Düngemittel
  • Katalysatoren
  • Schmiermittel
  • Keramik
  • Glühlampenfäden
  • besonders blaue Pigmente in Farben (z.B. Haare, Pelze, Federn)
  • Asche
  • Klärschlamm
  • Kohleverbrennungsanlagen

Tagesbedarf

DIESE MENGEN BENÖTIGT DER KÖRPER

Der empfohlene tägliche Molybdänbedarf beträgt nach Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE):

  • Säuglinge bis 4 Monate/ 7 mcg
  • Kinder von 4-12 Monate/ 20-40 mcg
  • Kinder von 1-4 Jahre/ 25-50 mcg
  • Kinder von 4-7 Jahre/ 30-75 mcg
  • Kinder von 7-10 Jahre/ 40-80 mcg
  • Kinder ab 10 Jahre, Jugendliche, Erwachsene/ 50-100 mcg

Durch einige Kupfer– und Schwefelverbindungen kann die Molybdänaufnahme behindert werden. Hohe Mengen des Mineralstoffs können hingegen den Bedarf an Kupfer erhöhen.

Nach Erhebungen geht man davon aus, dass in Deutschland durchschnittlich 50-350 mcg an Molybdän täglich über die Ernährung aufgenommen werden. Davon kann der Körper etwa 40 % – 50 % verwerten.

Erhöhte Aufnahme

KÖRPERLICHE SYMPTOME

In normalen Mengen gilt Molybdän als ungiftig. Molybdänvergiftungen durch Ernährung oder Nährstoffpräparate treten üblicherweise nicht auf. Gichtähnliche Symptome und Durchfall treten in der Regel erst bei hohen Dosierungen ab 10 mg/ Tag auf. Diese Menge entspricht etwa der 20-50-fach erhöhten üblichen Aufnahmemenge.

Spurenelement Kupfer

> Mehr erfahren

Kupfermangel & Kupferüberschuss

Erfahren Sie mehr zum Thema Kupfer und in welchen Lebensmitteln es steckt.

> Zum Bericht auf Infothek-Gesundheit

Interaktion mit anderen Nährstoffen

MOLYBDÄN REAGIERT MIT KUPFER

Der Nährstoff Molybdän geht eine Interaktion mit dem Spurenelement Kupfer ein. Überschüssiges Kupfer kann den Molybdän-Status senken und den Stoffwechsel stören.

Molybdänmangel

WENN MOLYBDÄN IM KÖRPER FEHLT

In Europa wird die Aufnahme über die normale Ernährung generell als ausreichend eingeschätzt, trotzdem sich der Molybdängehalt im Boden seit der Trennung von Ackerbau und Viehzucht deutlich verringert hat. Ein Mangel an Molybdän tritt häufig gleichzeitig zusammen mit Mängeln anderer Nährstoffe auf.

MÖGLICHE URSACHEN VON MOLYBDÄNMANGEL

  • Molybdänarme Ernährung
  • Überwiegender Konsum von Fertignahrung
  • Stress
  • Darmstörungen- u. Darmkrankheiten
  • Kupfermangel
  • Gichtähnliche Symptome
  • Smog, saurer Regen, hohe Bleibelastungen

RISIKOGRUPPEN  

Besonders gefährdet sind Personen, die sich häufig von industriell verarbeiteten Lebensmitteln ernähren. Neben ernährungsbedingten Ursachen können auch Krankheiten oder Stress zu einer Ursache für Molybdänmangel werden.

MÖGLICHE ANZEICHEN VON MOLYBDÄNMANGEL

  • Bauchkrämpfe
  • Übelkeit
  • Durchfälle
  • Atembeschwerden
  • Stimmungsschwankungen
  • Schwellungen
  • Juckreiz
  • Benommenheit

MÖGLICHE FOLGEN EINES MANGELS AN MOLYDÄN

  • Sulfitallergie
  • Haarausfall
  • Müdigkeit
  • bestimmte Krebsformen (z.B. Speiseröhrenkrebs)
  • Stoffwechselstörungen
  • Anfälligkeit für Karies
  • Nierensteine (Xanthinsteine)
  • Infektionsanfälligkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Funktionsstörungen der Nerven
  • Funktionsstörungen des Gehirns
  • Herzjagen
  • Nachtblindheit
  • Erregtheit

Ein Mangel nimmt negativen Einfluss auf die Harnsäurewerte und kann schwere Entzündungsreaktionen im Körper auslösen. In der Schwangerschaft kann der Molybdänmangel schwere Entwicklungsstörungen beim Fötus verursachen. Ein Mangel des molybdänhaltigen Enzyms Sulfitoxidase löst dagegen schwere neurologische Krankheitsbilder bei Kindern aus. In der Folge kann es zu Epilepsie, Hirnschäden, geistigen Behinderungen oder auch Augenlinsenverschiebungen kommen.

Therapeutischer Einsatz von Molybdän

ANWENDUNGSGEBIETE

In der Orthomolekularen Medizin erfolgt die unterstützende Gabe von Präparaten mit Molybdän bei verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen oft auch in Verbindung mit der herkömmlichen Behandlung.

DIABETES

Nahrungsergänzungsmittel mit Molybdän können sich günstig auf Diabetes auswirken. Das Mineral kann nicht nur insulinähnlich, sondern auch glukosesenkend und glukosestabilisierend wirken.

STOFFWECHSELERKANKUNGEN DURCH MOLYBDÄNMANGEL

Durch die Gabe von Molybdän lassen sich die Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson und andere Stoffwechselerkrankungen, die durch einen Molybdänmangel bedingt sind, ärztlich behandeln.

DARMDYSBIOSE

Bei der Darmdysbiose handelt es sich um eine Störung der Darmflora. Da Molybdän eine anregende Wirkung auf die Darmbakterien hat, die Zellulose abbauen, können Molybdänpräparate die Therapie unterstützen.

TUMORE – HAUTINFEKTIONEN – METEORISMUS – DYSBAKTERIE – MAGEN-DARMENTZÜNDUNG

Nahezu alle Tumore, Meteorismus (Blähbauch), Hautinfektionen und Magen-Darmentzündungen (Gastroenteritis) gehen mit dem Absinken von Molybdän einher. Auch ist bei fast allen Tumoren die normale Darmflora gestört. Die Gabe von Molybdän aktiviert die darmeigenen Bakterien und unterstützt besonders den gesundheitsfördernden Bakterienstamm Escherichia coli, wodurch die Wiederherstellung der Darmflora begünstigt wird. Gleichzeitig reduziert Molybdän die Darmgase.

KARIES

Studien ergaben, dass Molybdän Bakterien hemmt und der Bildung von Karies und der Entstehung von Allergien vorbeugt. Gebiete mit molybdänreichen Böden und Trinkwasservorkommen zeigen ein geringeres Auftreten von Karies.

Zudem weisen Untersuchungen darauf hin, dass Molybdän den Einbau von Fluor in Zahnschmelz und Knochen erleichtert.

EMPFINDLICHKEIT GEGEN SULFITE (SULFITEMPFINDLICHKEIT)

Geschwefelte Lebensmittel wie Essig, Wein, Dörrobst oder Senf können bei Personen mit Molybdänmangel Symptome auslösen, weil die Schwefelverbindungen im Körper nicht normal abgebaut werden können. Zu Symptomen können bei diesen Personen auch Schwefeldioxid und andere Schwefelverbindungen aus Ölheizungen, Kohleheizungen und anderen Verbrennungsvorgängen führen, besonders bei nebligem Wetter.

Zu den allgemeinen Symptomen der Sulfitempfindlichkeit zählen Atembeschwerden, Benommenheit, Durchfall, niedriger Blutdruck, Bauchkrämpfe, allgemeiner Juckreiz, geschwollene Hände, Füße und Schwellungen um die Augen, Stimmungsschwankungen und Übelkeit.

KREBSTHERAPIE UND KREBSPRÄVENTION

Molybdän ist fähig, die Rezeptoren von Östrogen, Progesteron, Androgen und Glucocorticoid zu belegen. Besonders bei hormonabhängigen Krebsarten wie Brustkrebs kann die Gabe von Molybdänpräparaten deshalb unterstützen.

Molybdänhaushalt überprüfen

MOLYBDÄNMANGEL

Ob ein Molybdänmangel vorliegt, kann der Hausarzt untersuchen. Menschen mit erhöhten Harnsäurewerten können auch an einem Mangel von Molybdän leiden. Niedrige Molybdänwerte können im Rahmen einer Vollblutanalyse oder einer Haaranalyse festgestellt werden.

ERHÖHTE MOLYBDÄNDBELASTUNG

Ob eine erhöhte Molybdänbelastung oder eine  Molybdänvergiftung vorliegt, lässt sich ebenfalls im Rahmen einer Spurenelementuntersuchung im Haar oder im Vollblut feststellen. Die Normalwerte von Molybdän im Haar betragen zwischen 0,02 -0,3 µg/g. Im Vollblut liegen Normalwerte bei 20-70 µg/L.

MOLYBDÄNHALTIGE NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL

Nahrungsergänzungsermittel mit Molybdän sind in Form von Tabletten oder Tropfen im Handel und in Apotheken frei erhältlich.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Melvyn R. Werbach: Nutriologische Medizin

MRI: Nationale Verzehrsstudie II

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/5-am-tag/

https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-Gemuese-Obst-2012.pdf – Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten

Burgerstein. Handbuch Nährstoffe. 11. vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Verlag Haug. 2007

Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.

Burgerstein, Dr. Lothar: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag. 11. vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 2007

Hans Dietl, Gerhard Ohlenschläger: Handbuch der Orthomolekularen Medizin. Verlag Haug. Heidelberg 1994

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 aktualisiert 10/2018

Suche

2018-10-30T09:06:55+00:00