Moringa wird häufig gegen Mangelernährung eingesetzt

VIELSEITIGE VERWENDBARKEIT VON MORINGA

Kaum ein anderes Gewächs stufen Wissenschaftler so nahrhaft und vielseitig ein wie den Meerettichbaum lat. Moringa oleifera. Der Moringabaum ist sonst auch unter den Namen Pferderettichbaum, Trommelstockbaum oder Wunderbaum bekannt. Seinen Namen verdankt er den brennend scharf schmeckenden Wurzeln. Ähnlich wie beim Meerrettich, weisen die Wurzeln hohe Gehalte an gesundheitsfördernden Senfglykosiden auf.

Moringa oleifera ist einer unter dreizehn Moringa-Baumarten aus der Familie Bennussgewächse, der in den heißeren Gebieten der Welt weit verbreitet ist. Die ursprünglich aus Indien stammende Baumart Moringa kultivieren heute einige Länder, darunter Afrika, Arabien, Indien, Südostasien, die karibischen Inseln und Südamerika. In verschiedenen Gebieten wird der Moringabaum als primäre Nahrungsquelle gegen Mangelernährung genutzt.

Der anspruchslose schnellwüchsige Baum erreicht bereits im ersten Jahr in manchen Gegenden eine Höhe von fünf bis acht Metern, wobei Staunässe sein Wachstum beeinträchtigen kann. Seine bis zu fünfundzwanzig Zentimeter langen, cremig-weißen Blütenrispen duften veilchenartig und tragen bei guten Klimabedingungen das ganze Jahr über nahrhafte Früchte.

UN wählte Moringa zur Feldfrucht des Monats

MORINGA WURDE FELDFRUCHT DES MONATS

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat den Moringa oleifera im September 2014 zur traditionellen Feldfrucht des Monats gewählt.

Die Vereinten Nationen setzen damit ein Zeichen für das besondere Gewächs, das nicht nur nährstoffreich und einfach zu kultivieren ist, sondern auch überregional einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellt.

Moringa überzeugt mit einzigartigem Nährstoffreichtum

MORINGABAUM BILDET EINE WICHTIGE NÄHRSTOFFQUELLE 

Fast alle Teile des Moringabaumes können von Mensch und Tier verzehrt oder anderweitig genutzt werden. Moringa oleifera verfügt über einen charakteristischen Geschmack und enthält eine Vielzahl an wichtigen Vital- und Nährstoffen. Der  natürlich hohe Gehalt an Natrium macht ein Nachsalzen unnötig. Auch Blätter und Zweige enthalten geringere Anteile der gesundheitsfördernden Senfglykoside.

INHALTSSTOFFE VON MORINGA

Der deutsche Wissenschaftler  Professor Becker von der Universität Hohenheim hat die biochemische Zusammensetzung des Moringabaums intensiv erforscht. Im Ergebnis beinhalten Moringablätter danach etwa dreißig Prozent Proteine. Enthaltene Aminosäuren liegen im Unterschied zu anderen pflanzlichen Eiweißquellen in einem ausgewogenen Verhältnis vor und sind für den Körper sofort verwertbar.

Mit 10,73 g ist der Gesamtmineraliengehalt des Moringa-Blattpulvers ungewöhnlich hoch. Enthalten sind insbesondere die Mineralstoffe Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen, Phosphor, Kupfer und Zink. Im Vergleich weist Hirse als sonst mineralstoffreichstes Getreide nur einen gesamten Gehalt von 2 bis 3,5 g an Mineralstoffen auf.

Daneben enthält Moringa-Blattpulver mehrere gesundheitsfördernde sekundäre PflanzenstoffeAntioxidantien, wertvolle Öle und Ballaststoffe sowie einen außergewöhnlich hohen Anteil der Vitamine A, Beta-Carotin, B, E und C.

Medizinische Wirkung von Moringa

MORINGA OLEIFERA IN DER TRADITIONELLEN MEDIZIN

Der Moringa oleifera wird traditionell als Heilmittel in der ayurvedischen Medizin verwendet. In Indien, Sri Lanka, Java und Afrika werden alle Bestandteile des Baumes zu Heilzwecken eingesetzt.

Der Moringasaft dient zur Stabilisierung des Blutdrucks, während die Moringablätter entzündungshemmende Wirkung zeigen. Gegen rheumatische Beschwerden kommen die Wurzeln zum Einsatz. Weitere bakterizide Inhaltsstoffe der Moringawurzel werden auf die Verwendung als Antibiotikum und biologisches Pflanzenschutzmittel hin überprüft.

GESUNDHEITSFÖRDERNDE WIRKUNG VON MORINGA

Das Pflanzenportrait der Food and Agriculture Organization of The United Nations (FAO) ordnet Moringa verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften zu.

  • Antibiotisch
  • Entzündungshemmend
  • Krampflösend
  • Blutdrucksenkend
  • Cholesterinsenkend
  • Blutzuckersenkend

Video der Vereinten Nationen: Togo – Moringatree in Demand 

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von link.brightcove.com zu laden.

Inhalt laden

Verwendung & Einsatzgebiete

MORINGAWURZEL

Die rübenartigen Wurzeln des Morings oleifera weisen besonders hohe Gehalte an ätherischen Ölen auf. Verzehrt werden die Wurzeln junger Moringabäume, nachdem ihre leicht giftige (alkaloidhaltige) Rinde entfernt wurde. Der Wurzelsaft dient verschiedenen Heilzwecken.

MORINGABLÜTEN UND MORINGAFRÜCHTE

Der Moringabaum blüht im Alter von acht Monaten schon fast ganzjährig, solange es regnet. Die pilzartig schmeckenden Moringablüten werden im Salat verwendet oder in Speisen mitgekocht. Ein Teeaufguss aus Blüten wird bei Husten und Erkältung angewandt. Die unreifen dunkelgrünen Moringafrüchte, die auch Plots oder Drumsticks genannt werden, sehen aus wie lange Bohnen und enthalten bis zu dreißig Samen. Sie können roh gegessen werden oder lassen sich gekocht als Gemüse verzehren. Der Geschmack von Moringafrüchten ähnelt gekocht dem Spargel. Reife Früchte des Baums befreit man erst von der holzigen Schale bevor sie mit speziellen Gewürzen verarbeitet werden.

MORINGABLÄTTER

Die jungen Moringablätter lassen sich als Gemüse, Suppen oder Sossen zubereiten, sie können aber auch roh gegessen werden und dienen daneben der Saftproduktion. Aus den getrockneten Blättern wird oft ein Moringablattpulver hergestellt, das den Speisen als Nahrungsergänzung zugefügt wird. Auch in der Rinderfütterung nutzt man die Moringablätter und konnte bei den Tieren unter bestimmten Umständen neben einer Gewichtszunahme von 30 Prozent auch eine Steigerung der Milchproduktion von bis zu 65 Prozent verzeichnen.

MORINGASAMEN 

Die in der Frucht enthaltenen erbsengroßen Moringasamen lassen sich gekocht oder geröstet verspeisen. Die Samen besitzen einen Ölanteil von etwa fünfundvierzig Prozent. Aus den Samen des Moringa oleifera lässt sich das sogenannte Behenöl gewinnen, das als hochstabiles und nicht ranzendes Öl bekannt ist. Verwendbar ist das Behenöl aus Moringasamen als Salatöl, Salbengrundlage, Schmieröl, zur Seifenherstellung und in Kosmetika. Es eignet sich auch zu Brennzwecken und als Biodiesel. Der verbleibende, sehr nährstoffreiche Presskuchen des Behenöls dient als Viehfutter, Bodenverbesserer oder zur Wasserreinigung.

Geschält, getrocknet und gemahlen können die Moringasamen zur Trinkwasseraufbereitung genutzt werden. Schwebstoffe und Bakterien sinken nach Zugabe von bis zu 300 Gramm Samenpulver unter stetigem Rühren im Fass nach etwa 15-20 Minuten ausgeflockt zu Boden und das trübe Wasser ist völlig geklärt.

VERWENDUNG VON RINDE UND STAMM DES MORINGABAUMS

Die Rinde wird zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Der Stamm des Moringa oleifera wird zu Brennholz, Papier oder Seilen verarbeitet.

Moringa gegen Unterversorgung in Krisengebieten

MORINGA OLEIFERA HILFT ARMEN MENSCHEN IN WEITEN TEILEN DER WELT

Der nährstoffreiche Blattsaft von Moringa oleifera wird in Indien oft als Zusatzgetränk verwendet. In ganz Asien setzt man ihn regelmäßig in Form von Saft-Diäten zur Vorsorge und Bekämpfung der Mangelernährung ein. In Afrika und Asien werden Saft-Diäten speziell an Kinder und ältere Personen bei ernährungsbedingten Anämien und Alterszucker (Diabetes  Mellitus Typ 2) ausgegeben, die keine chemischen Behandlungen vertragen.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Claus Barta. Moringa Oleifera: Die wichtigste Pflanze in der Menschheitsgeschichte. 2011. Jim Humble Verlag.

Food and Agriculture Organization of The United Nations: http://www.fao.org/

Bildquellen im Impressum
Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016

Suche