Multiple Sklerose (MS) – Alemtuzumab führte zu schweren Nebenwirkungen

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Multiple Sklerose (MS) – Alemtuzumab führte zu schweren Nebenwirkungen

Alemtuzumab kann schwere Krankheitsschübe noch verschlimmern

ZUGELASSENES MEDIKAMENT ZEIGTE SCHWERE NEBENWIRKUNG BEI MULTIPLER SKLEROSE

An der Klinik für Neurologie der Ruhr-Universität Bochum entdeckte ein Forscherteam bei zwei MS-Patienten schwere Nebenwirkungen des Medikaments Alemtuzumab, das bei Multipler Sklerose mit schweren Krankheitsschüben eingesetzt wird. Als sich bei den Patienten mit hochaktiver MS nach sechsmonatiger Therapie mit Alemtuzumab die Entzündungen im zentralen Nervensystem deutlich verschlechtert hatten, entdeckten die Wissenschaftler um Prof. Dr. Aiden Haghikia und Prof. Dr. Ralf Gold durch kernspitomographische Untersuchungen eine Art neuen Entzündungsmodus im Gehirn.

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Sie fanden bei beiden Patienten erstmalig Gehirnbereiche, in denen sich das Kontrastmittel ringförmig in der weißen Substanz eingelagert hatte.

Bislang konnten die Forscher noch nicht klären, ob es sich bei den beobachteten Problemen um verschlimmerte MS-Symptome handelt oder ob ein davon unabhängiger sekundärer Autoimmunprozess vorliegt.

Alemtuzumab, das unter dem Namen Lemtrada im Handel erhältlich ist, dockt als Antikörper hauptsächlich an Immunzellen wie T-Lymphozyten und B-Lymphozyten an, die nach der Anbindung fast alle sterben.

NEBENWIRKUNGEN VON ALEMTUZUMAB DURCH RITUXIMAB EINGEDÄMMT

Es gelang den Forschern außerdem, eine Behandlung mit dem Antikörper Rituximab anzuwenden, die die schädlichen Nebenwirkungen in Verbindung mit einem Blutplasma-Tausch erfolgreich eindämmen konnte. Die Forscher vermuten, dass die beobachteten Entzündungen als Nebenwirkungen von Alemtuzumab  durch B-Lymphozyten hervorgerufen werden, die Rituximab fast vollständig abtöten kann.

Wie die Forscher erklärten, war aus den Zulassungsstudien bislang schon bekannt, dass bei jedem vierten Patienten leichte Nebenwirkungen auftraten (sekundäre Autoimmunprozesse), bei denen sich Immunzellen gegen körpereigene Zellen richteten. Betroffen ist vorwiegend die Schildrüse, daneben können aber auch Nieren oder Blutplättchen betroffen sein.

Wie Haghikia äußert, könnte so weltweit vielen MS-Patienten geholfen werden, die unter ähnlichen Nebenwirkungen von Alemtuzumab leiden.

Die Entdeckung des neuen Entzündungsmodus wurde in der Lancet-Neurology-Studie veröffentlicht.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 10/2018

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2018-10-17T12:18:41+00:00