Was bedeutet Nährstoffmangel?

KÖRPERFUNKTIONEN WERDEN DURCH FEHLENDE NÄHRSTOFFE BEEINTRÄCHTIGT

Unter Nährstoffmangel verstehen Experten die mangelhafte Versorgung des Stoffwechsels mit unterstützenden und lebensnotwendigen Nährstoffen. Zu Nährstoffmangel kommt es beim Menschen, wenn der Organismus nicht alle Nährstoffe erhält, die benötigt werden, um sämtliche notwendige Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. In ihrer Gesamtheit liefern die folgenden Nährstoffgruppen die Basis für Gesundheit und Vitalität:

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Nährstoffmangel kann verschiedene Ursachen haben

UNZUREICHENDE VITALSTOFFVERSORGUNG UNTERBRICHT WICHTIGE STOFFWECHSELPROZESSE

Der menschliche Körper kann nur wenige lebensnotwendige Nährstoffe zum Teil selbst herstellen, die er zur Aufrechterhaltung aller Funktionen benötigt. Nährstoffmangel entsteht oft dann, wenn Nährstoffe über die ausgewogene Ernährung täglich nicht in ausreichender Menge zugeführt werden oder der Körper in Situationen gerät, in denen der Nährstoffbedarf erhöht ist und nicht mehr ausreichend über die übliche Ernährung abgedeckt wird.

Jeder Nährstoff hat im Körper seine spezielle Funktion und ist wiederum direkt oder indirekt dafür verantwortlich, dass wesentliche Körperfunktionen in Gang bleiben und lebensnotwendige Stoffwechselprozesse erfolgen können. Wird die Stoffwechselkette durch fehlende Nährstoffe unterbrochen, werden zunächst vorhandene Nährstoffreserven im Körper aktiviert. Sind diese aufgebraucht, kann es je nach Nährstoffdefizit zu einem Nährstoffmangel kommen, der sich je nach mangelndem Nährstoff durch spezifische Symptome bemerkbar macht.

Bei unterversorgten Menschen fehlt oft mehr als ein Nährstoff, nicht selten fehlen neben Mineralstoffen und Spurenelementen auch gleichzeitig wichtige Vitamine.

Auch ein zeitweiser Mehrbedarf an Nährstoffen kann für einem Nährstoffmangel verantwortlich sein, beispielsweise bei starker körperlicher Anstrengung, Dauerstress oder nach Saunagängen. Außerdem können auch verschiedene Erkrankungen oder eine Schwangerschaft die Ursache für einen Nährstoffmangel sein.

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MÖGLICHE URSACHEN FÜR NÄHRSTOFFMANGEL

Energieliefernde Nährstoffe werden als Makronährstoffe bezeichnet, während man unterstützende Nährstoffe als Mikronährstoffe bezeichnet.

Stufen von Nährstoffmangel

MARGINALER NÄHRSTOFFMANGEL

Marginaler Nährstoffmangel bezeichnet den Zustand, in dem der Körper zwar in seiner Funktionalität und Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, aber seine Lebensfähigkeit ist nicht bedroht.

Ein Zustand von marginalen Nährstoffmangel besteht beispielsweise, wenn sich Kohlenhydrate verknappen oder wenn es zu einem Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen gekommen ist. Die Anzeichen dafür können von einem Hungergefühl bis hin zu Störungen der Reizleitung reichen. Sie bilden sich jedoch vollständig zurück, nachdem der oder die fehlenden Nährstoffe in ausreichender Menge wieder zugeführt wurden.

ABSOLUTER NÄHRSTOFFMANGEL

Der absolute Nährstoffmangel ist lebensbedrohlich und es bleiben auch nach Zufuhr der fehlenden Nährstoffe dauerhafte Schäden zurück. Der absolute Nährstoffmangel bezeichnet beispielsweise einen dauerhaften Mangel an Vitamin C (Skorbut), der früher weit verbreitet war. In der Folge verloren Betroffene bei Skorbut oft die Zähne. In Industrienationen kommt der absolute Nährstoffmangel seltener vor.

Anzeichen von Nährstoffmangel

NÄHRSTOFFMANGEL ERKENNEN

Wenn der Nährstoffhaushalt durch Unterversorgung erst aus dem Gleichgewicht geraten ist, sendet er häufig sichtbare oder spürbare Signale aus, auf die man reagieren sollte. Je nachdem, welche Nährstoffe fehlen, kann es zu verschiedenen Anzeichen kommen. Häufig sind:

  • Haarausfall
  • Brüchige Nägel
  • Nervosität
  • Hohe Infektanfälligkeit
  • Müdigkeit
  • Muskelkrämpfe
  • Zahnfleischbluten
  • Konzentrationsschwäche
  • Eingerissene Lippen

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AUF GESUNDE ERNÄHRUNG ACHTEN

Die natürlichste Art Nährstoffe aufzunehmen, ist eine vollwertige und gesunde Ernährung. Außerdem regt ausreichend Bewegung den Blutkreislauf an und transportiert alle Nährstoffe zu ihren Zielorten.

Empfohlen wird, den Bedarf an Nährstoffen aus der natürlichen Nahrung zu decken. Für eine ausgewogene Ernährung sorgen verschiedene Lebensmittel aus 7 Lebensmittelgruppen, die regelmäßig den Speiseplan füllen sollen.

Ursache für Nährstoffmangel abklären

FACHLICHEN RAT EINHOLEN

Anzeichen, wie sie bei einer Unterversorgung oder einem Mangel an Nährstoffen auftreten, können ihre Ursache auch in unerkannten Erkrankungen haben. Erkrankungen bedürfen ärztlicher Diagnaose und Behandlung und sind oft nicht allein durch Ernährungsumstellung und den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln zu beseitigen.

Wenn Anzeichen von Nährstoffmangel auftreten, sollte man die Ursache durch einen Arzt oder Heilpraktiker abklären lassen. Bei deutlichen Unterversorgungen und Mängeln geben Laborergebnisse aus Blut, Urin oder Haaren Aufschluss über den Status der Nährstoffversorgung.

Maßnahmen gegen Nährstoffmangel

NÄHRSTOFFMANGEL MUSS IN DER REGEL ÄRZTLICH BEHANDELT WERDEN

Die Therapie und die notwendigen Maßnahmen richten sich nach der Art und Schwere des festgestellten Nährstoffmangels.

Wer nach einer Therapie auch langfristig Schwierigkeiten hat, seine Ernährung zu optimieren, hat ein hohes Risiko für einen erneuten Nährstoffmangel. Eine qualifizierte Ernährungsberatung kann dabei unterstützen, seinen persönlichen Bedarf zu ermitteln und mögliche Nährstofflücken zu beseitigen, damit Leistungsfähigkeit und Vitalität erhalten bleiben oder zurück gewonnen werden.

ERNÄHRUNG IN DEUTSCHLAND HÄUFIG UNZUREICHEND

In Deutschland messen viele Bürger ihrer Ernährung zu wenig Bedeutung bei. Ihnen fehlen wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Repräsentative Erhebungen stellten fest, dass vielfach nicht genug Gemüse und Obst verzehrt wird. Dabei hat eine Vielzahl von Studien bestätigt, dass ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse den Gesundheitsstatus verbessert und u.a. das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten senken kann.

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BEI NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTELN BERATUNG EMPFOHLEN

Auch Nahrungsergänzungsmittel wirken Nährstoffmangel entgegen, allerdings sind sich Experten einig, dass Nahrungsergänzungspräparate keine gesunde Ernährung ersetzen können.

In der Regel sind Mittel zur Nahrungsergänzung frei verkäuflich. Dennoch können Nahrungsergänzungsmittel gerade auch in Verbindung mit Medikamenten bisweilen unerwünschte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen auslösen. Gleiches gilt auch für die Einnahme bei Schwangerschaft oder bei bestimmten bestehenden Erkrankungen. In solchen Fällen sollte die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auf jeden Fall in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker vorgenommen werden. Auch Online-Apotheken bieten kostenlose Beratungen an.

https://www.mri.bund.de/NationaleVerzehrsstudie

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/5-am-tag/

DGE. Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten 2012.pdf

Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015

Burgerstein, Dr. Lothar. Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 | zuletzt aktualisiert 08/2020

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

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