Ultraspurenelement

WICHTIGER MINERALSTOFF

Nickel zählt zu den Übergangsmetallen und findet sich in der Natur in organischen und anorganischen Formen. Nickel gilt für höhere Tiere als essentielles Spurenelement – für den Menschen jedoch derzeit nicht, trotzdem einige Funktionen nach dem derzeitigen Forschungsstand essentiell scheinen. Denn Nickel gilt nicht nur als essentieller Bestandteil einiger Enzyme, sondern ist auch am Hormonstoffwechsel sowie der Blutgerinnung beteiligt. Außerdem enthalten Erbgut und Zellkern größere Mengen. Es gibt auch Vermutungen, nach denen Nickel vor Leberzirrhose schützen kann.

Es kommt in geringen Mengen von ungefähr 0,5 mg bis 10 mg auch im menschlichen Körper vor. Hauptsächlich befindet es sich in den Lungen, Nieren und hormonbildenden Geweben.

Vorkommen

NICKELANTEILE IN VIELEN PRODUKTEN

In verarbeiteter Form, nämlich als Bestandteil von diversen Legierungen, kommt der Mensch mit Nickel häufig in Kontakt, beispielsweise durch Modeschmuck, Piercing, Geldmünzen, Musikinstrumente, Küchenzubehör oder als Werkstoff in der Medizin. Geringfügige Mengen finden sich natürlich in der Atemluft und im Trinkwasser. Mengenmäßig kommt das Mineral zum Großteil in Lebensmitteln vor. Auch Rauchen leistet einen nicht unerheblichen Beitrag für die inhalative Nickelzufuhr (4 mcg/ pro Schachtel Zigaretten).

NICKEL IN LEBENSMITTELN

Pekannüsse (1,5 mg/ 100 g) Kakao (1,2 mg/ 100 g), Backpulver (1,3 mg/ 100 g), Sojabohnen (0,7 mg/ 100 g), Gelantine (0,5 mg/ 100 g), Backhefe (0,5 mg/ 100 g), Linsen (0,3 mg/ 100 g), Wirsing (0,2 mg/ 100 g).

Tierische Lebensmittel enthalten weniger Nickel als pflanzliche.

Nickelallergie

NICKEL ALS AUSLÖSER VON KONTAKTEKZEMEN 

Das Metall Nickel kann durch Hautkontakt mitunter schwere Ekzeme auslösen. Man geht davon aus, dass weniger die Aufnahme nickelhaltiger Lebensmittel für eine Nickelallergie ursächlich ist, sondern vielmehr nickelhaltiger Schmuck. Nur wenige Menschen müssen eine Diät mit nickelarmen Lebensmitteln halten.

Tagesbedarf

KEIN REFERENZWERT FÜR NICKEL ERMITTELT 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) hat keinen Referenzwert für die tägliche Nickelzufuhr festgelegt – der tägliche Bedarf wird auf 2,5 mg bis 3,0 mg geschätzt.

Die durchschnittliche Nickelaufnahme liegt schätzungsweise zwischen 9 mg bis 28 mg/ Tag – besonders nickelhaltige Lebensmittel können die Zufuhr bis auf 100 mg/ Tag steigern. Behindert wird die Aufnahme beispielsweise durch Kaffee, Tee, Milch oder Vitamin-C-haltige Lebensmittel.

Nickelmangel

NICKELMANGEL IM TIERVERSUCH UNGESUND

Über einen Nickelmangel beim Menschen und seine Symptome liegen derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vor. Jedoch konnten Tierversuche zeigen, dass es bei einem Nickelmangel zu Störungen bei der Blutbildung und Eisenverwertung kam.

Tipps gegen Nickelallergie

SO VERMEIDEN SIE UNNÖTIGEN KONTAKT MIT NICKEL

  • Rauchen und passives Rauchen vermeiden
  • Keine säurehaltigen Speisen in Edelstahlgeschirr zubereiten
  • Piercings meiden
  • Modeschmuck meiden
  • Keine nickelhaltigen Brillen tragen
  • Keine nickelhaltigen Uhren tragen
  • Keine nickelhaltigen Metallknöpfe an Hosen
  • Medizinische u. zahnmedizinische Nickellegierungen meiden

Nickelwerte feststellen

NICKELSTATUS ERMITTELN

Mithilfe von Blutanalyse und Urinwerten kann der individuelle Status im Körper festgestellt werden.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Torjussen, W., Zachariasen, H., Andersen, I.: Cigarette smoking and nickel exposure. J Environ Monitor 5 (2003)

Umweltbundesamt (UBA): Bekanntmachung des Umweltbundesamtes.Nickel.Bundesgesundhbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 44 (2001), 1243-1248

WHO/ICPS: Nickel. Environmental Health Criteria 108 (1991), 1-48

Hans-Konrad Biesalski, Stephan C. Bischoff, Christoph Puchstein (Hrsg.): Ernährungsmedizin: nach dem neuen Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer, 4. Auflage, Georg Thieme Verlag 2010

Erwin Riedel: Anorganische Chemie. de Gruyter, Berlin 2002

Melvyn R. Werbach: Nutriologische Medizin

Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.

Burgerstein, Dr. Lothar: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag

Hans Dietl, Gerhard Ohlenschläger: Handbuch der Orthomolekularen Medizin. Haug. Heidelberg 1994

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016

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